Bitterkeit: So lässt sie sich überwinden

Zu viel Bitterkeit ist nicht nur unbeliebt, sondern kann ernsthafte Probleme machen. Die Rede ist dabei nicht von einem unangenehmen Geschmack beim Essen, sondern von Einstellung, Denkweise und Verhalten einer Person. Wie so oft kommt es dabei vor allem auf das Ausmaß an, denn die Dosis macht das Gift. Jeder ist hin und wieder verbittert, doch sollte es sich dabei nur um kurze Phasen handeln. Schwierig wird es, wenn die Bitterkeit zum Dauerzustand wird und sich negativ auf das ganze Leben auswirkt. Spätestens dann besteht dringender Handlungsbedarf und Sie sollten erkennen, dass es an der Zeit ist, Ihre Bitterkeit zu überwinden. Nur wie? Wir erklären, was Bitterkeit ausmacht, wie sie entsteht und was Sie tun können, um der Bitterkeit in Ihrem Leben zu entkommen…

Bitterkeit: So lässt sie sich überwinden

Bitterkeit: Was bedeutet es, verbittert zu sein?

Das Gefühl der Bitterkeit im Leben ist vielen Menschen bekannt. Entweder haben Sie es selbst schon erlebt, dass Sie verbittert auf das eigene Leben geblickt haben oder Ihnen fällt sofort jemand ein, der von einer regelrechten Aura der Bitterkeit umgeben ist.

Trotzdem ist es schwierig, eine eindeutige Definition für die Bitterkeit zu finden. Am ehesten lässt sie sich als anhaltende und langfristige Konzentration auf das Negative im eigenen Leben und Umfeld beschreiben. Wer verbittert ist, klammert sich an all das, was schlecht und unfair ist. Glück, Zufriedenheit oder Freude werden immer seltener, bis sie schließlich ganz verschwinden.

Bitterkeit wird deshalb oftmals auch als gesteigerte Form der Unzufriedenheit betrachtet, als Groll auf alles und jeden oder auch als Frust auf die gesamte Situation, in der sich ein Mensch befindet.

Gleichzeitig wird Bitterkeit aber auch als Ablehnung und Aversion oder Feindseligkeit verstanden. So kann eine verbitterte Person einem anderen Menschen, einem Thema oder beispielsweise auch einer Idee oder Erfahrung sehr abgeneigt gegenüberstehen und große Negativität zeigen, sobald es um diesen Bereich geht.

Mögliche Folgen von Bitterkeit

Es klingt hart, doch gilt für fast alle Menschen: Niemand mag Bitterkeit. Das liegt auch daran, dass der Umgang mit verbitterten Menschen anstrengend und alles andere als angenehm ist. Zunächst leiden deshalb die sozialen Beziehungen, je verbitterter Sie werden. Freunde wenden sich ab und auch die Kollegen gehen lieber auf Distanz.

Ein Teufelskreis, da die zunehmende Isolation die Bitterkeit noch weiter verstärkt. Allerdings leiden Betroffene oftmals auch unter körperlichen Symptomen, die im schlimmsten Fall und bei langanhaltender Bitterkeit bis zu ernsthaften Erkrankungen führen können.

Zu den häufigsten Folgen der Bitterkeit zählen…

  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Schlafprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Wutausbrüche
  • Konzentrationsschwäche
  • Aggressive Tendenzen
  • Emotionale Instabliität
  • Selbstzweifel
  • Rachegelüste
  • Depressive Gedanken

Wie entsteht Bitterkeit?

Bitterkeit Bedeutung Erklärung Definition Symptome Entstehung UrsacheWenn Sie auf einen verbitterten Menschen treffen oder selbst von Bitterkeit betroffen sind, scheint diese tief im Charakter verwurzelt zu sein. Das gesamte Denken und Handeln ist von beeinflusst und scheinbar alles orientiert sich nur an der Verbitterung.

Allerdings ist Bitterkeit kein angeborener Aspekt der Persönlichkeit, sondern entsteht erst zu einem späteren Zeitpunkt im Leben. Forscher gehen davon aus, dass es einen konkreten Auslöser gibt, der zur Bitterkeit führt. Dieser ist klassischerweise mit der Verletzung und Schwächung des eigenen Selbstwertgefühls verbunden.

So kann beispielsweise eine große Enttäuschung, eine Erniedrigung, Beleidigung oder das Gefühl einer enormen Ungerechtigkeit die Bitterkeit auslösen. Ein denkbares Szenario: Sie sind der absolute Leistungsträger in Ihrem Team, keiner der Kollegen kommt auch nur ansatzweise an Ihre Erfahrung, Fähigkeiten und gute Arbeit heran. Als die nächste Beförderung ansteht, verkündet der Chef vor dem gesamten Team, dass diese an jemand anderen geht und lobt besagten Mitarbeiter in den höchsten Tönen.

Sie sind verständlicherweise frustriert, gleichzeitig gekränkt von der fehlenden Wertschätzung und dieser unfairen Behandlung – all das schafft die Grundlage für Ihre Bitterkeit.

Es muss jedoch ein zweiter wichtiger Faktor gegeben sein: Sie verbittern erst dann, wenn Sie die Situation nicht richtig verarbeiten. Solange Sie weiterhin konstruktiv und positiv bleiben, droht keine Bitterkeit. Das ist jedoch oft leichter gesagt als getan, denn ein solcher Tiefschlag verfehlt nur selten seine Wirkung.

Bitterkeit überwinden: Das können Sie tun

Einmal in bitteren Gefühlen und Gedanken gefangen, ist der Weg hinaus schwierig und anstrengend. Meist ist eher das Gegenteil der Fall und Menschen verbittern immer weiter, da der Blick nur noch an der Ungerechtigkeit und dem eigenen Frust klebt. Die verzerrte Wahrnehmung führt dazu, dass nur noch das Menschen nur noch sehen, was sie auch sehen wollen – in diesem Fall Bestätigung für die eigene Unzufriedenheit.

Zum Glück sind Sie aber nicht für immer in der Verbitterung gefangen. Es gibt einige Wege, um der Frustration zu entkommen und mit denen Sie Ihre Bitterkeit überwinden können:

  • Analysieren Sie die Ursachen

    Wenn Sie Ihre Bitterkeit überwinden wollen, steht als erstes die Frage im Raum: Wodurch wurde diese überhaupt ausgelöst? Was war die Situation, die Ihre Einstellung und Denkweise so grundlegend geändert hat? Nachdem Sie diese identifiziert haben, sollten Sie auch analysieren, was genau daran so frustrierend für Sie war.

    War es eine persönliche Beleidigung? Eine Ungerechtigkeit Ihnen oder jemand anderem gegenüber? Oder war es eine Niederlage, eine tiefe Enttäuschung, die Sie verbittert hat? Eine solche Selbstreflexion ist schwierig, doch nur so können Sie das Problem wirklich aufarbeiten und langfristig lösen.


  • Geben Sie die Hoffnung nicht auf

    Hoffnung ist ein wichtiger Faktor, wenn Sie nicht mehr verbittert sein, sondern wieder mehr Glück und Zufriedenheit in Ihrem Leben empfinden wollen. Statt sich einzureden Alles läuft schlecht, nichts ist fair und es trifft immer den Falschen sollten Sie davon überzeugt sein, dass es beim nächsten Mal besser klappt und es sich lohnt, Ziele weiter zu verfolgen.

    Diese Zuversicht hilft Ihnen dabei, eben nicht nur gedanklich an dem zu hängen, was Ihnen zusetzt und zur Bitterkeit führt. So können Sie wieder in die Zukunft blicken und sich auch neuen Dingen widmen, ohne vor lauter Bitterkeit zu glauben, dass es ohnehin keinen Sinn macht.


  • Zeigen Sie Eigeninitiative

    Die Dinge selbst in der Hand haben, nicht von anderen abhängig sein, Verantwortung für die Dinge tragen, die um Sie herum geschehen: All diese Faktoren helfen dabei, Bitterkeit zu überwinden. Eigeninitiative ist deshalb besonders wichtig, um der Bitterkeit zu entkommen.

    Warten Sie nicht darauf, dass sich die Dinge einfach bessern oder jemand anders es für Sie macht. Das ist ohnehin meist vergebens und steigert die Bitterkeit eher noch. Packen Sie selbst an und übernehmen Sie die Verantwortung für sich.


  • Bleiben Sie realistisch

    Es würde wohl jeder auf Dauer verbittern, wenn ein Ziel nach dem anderen verfehlt wird. Das liegt aber oft daran, dass die Ziele einfach falsch gewählt werden. Ich will in einem Jahr das dreifache Gehalt verdienen und zwei Mal befördert werden – wer nach einem solchen Schema seine Ziele wählt, ebnet damit den Weg zur eigenen Verbitterung.

    Bleiben Sie lieber realistisch bei Ihrer Zielsetzung. Das soll nicht heißen, dass Sie keine großen Ziele verfolgen sollen, doch ist es besser, diese in kleinere und wirklich erreichbare Etappen einzuteilen und dabei einen zeitlichen Rahmen zu wählen, den Sie wirklich einhalten können.


  • Lassen Sie die Vergangenheit los

    Am Ende hilft vor allem eins gegen Ihre Bitterkeit: Sie müssen Ihre Gefühle verarbeiten und über den Auslöser Ihres bitteren Verhaltens hinwegkommen. Erst nach einer wirklichen Verarbeitung können Sie sich langfristig von der Verbitterung lösen, ohne zurückzublicken und wieder in alte Emotionen zu verfallen.

    Bis zu diesem Punkt ist es aber ein langer Weg. Wichtig dabei ist es, demjenigen zu verzeihen, der Sie gekränkt, beleidigt oder ungerecht behandelt hat. Wer nachtragend ist, will den anderen damit bestrafen und es ihm heimzahlen, doch hauptsächlich belasten Sie sich damit auch selbst, weil Sie nie wirklich überwinden, was ursprünglich zu Ihrer Bitterkeit geführt hat.

[Bildnachweis: vchal by Shutterstock.com]

13. März 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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