Schwierige Menschen: So kommen Sie mit ihnen klar

Es gibt sie einfach – leider. Schwierige Menschen. Schwierig im Verhalten, schwierig im Umgang, schwierig einzuschätzen und kaum berechenbar. Von jetzt auf gleich werden sie grob oder laut, kreisen sie unter der Decke, greifen einen verbal an, sind launisch bis in die Haarspitzen und zerren an unserem Geduldsfaden bis der schließlich reißt. Wie kommt man bloß mit solchen Menschen klar? Die Antwort lautet oft: gar nicht. Jedenfalls nicht auf Dauer. Denn Freunde kann man sich noch aussuchen, Kollegen meistens nicht. Was also tun? Immerhin es gibt ein paar Taktiken im Umgang mit schwierigen Menschen

Schwierige Menschen: So kommen Sie mit ihnen klar

Schwierige Menschen: Was tun?

Unbequem sein – das wird oft als Auszeichnung verstanden. In der Fußball-Bundesliga sind es die Charakterköpfe, die schmerzlich vermisst werden. In der Wirtschaft die Querdenker. In jedem Genie steckt schließlich auch eine Portion Wahnsinn, nicht wahr?

In Wahrheit verstecken sich hinter dem Etikett aber auch Querulanten, Choleriker, Dummköpfe – ohne jeden Funken Genialität. Menschen, mit denen keiner zusammenarbeiten möchte. Und doch müssen Sie’s.

Wir haben ein paar Tipps, wie Sie trotzdem mit Ihnen klarkommen…

Was sind schwierige Menschen?

Definition schwierige MenschenWas ist eigentlich ein schwieriger Charakter? Objektiv nicht zu beantworten. Hier hätten wir aber ein paar Vorschläge:

  • Besserwisser: Korrigiert Sie bei jeder Gelegenheit.
  • Sturkopf: Beharrt bis zum bitteren Ende auf seinem Standpunkt.
  • Choleriker: Schreit, flucht, brüllt, poltert.
  • Psychopath: Greift zu schmutzigsten Mitteln.
  • Egozentriker: Zieht sein Ding ohne Rücksicht auf Verluste durch.
  • Narziss: Drängt sich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund.
  • Jammerlappen: Ihm steht das Leid Christi sogar freitags um 17 Uhr noch ins Gesicht geschrieben.
  • Faulpelz: Stirbt jedenfalls nicht an Überarbeitung.
  • Tratschtante: Nicht das pikanteste Geheimnis ist vor ihr sicher.

6 Taktiken gegen schwierige Menschen

  1. Nicht persönlich nehmen

    Evelyn Summhammer hat ein ganzes Buch über schwierige Zeitgenossen geschrieben. „Aus meiner Erfahrung heraus ist der häufigste Fehler, das Verhalten dieser Personentypen persönlich zu nehmen“, so die Psychologin im SWR-Interview.

    Sie führt dazu ein typisches Beispiel an: „Wenn man beispielsweise in einer Situation von einem Besserwisser eine Erklärung bekommt und man denkt sich, der Besserwisser glaubt tatsächlich, man wüsste das nicht. Diese Gedanken lassen einen dann innerlich eskalieren und bringen eine negative Spannung in die Kommunikation.“ Man fühle sich persönlich angegriffen und reagiere entsprechend aggressiv. Was folgt, seien Gegenangriffe – und eine neue Eskalationsstufe.

    Darum Taktik Nr. 1: Nicht persönlich nehmen! So sind die meisten Besserwisser-Attacken auch gar nicht gemeint…


  2. Gut zuhören

    Zuhören ist eine Kunst, die oft schwer fällt – erst recht, wenn es sich um einen schwierigen Gesprächspartner handelt. Psychologen raten prinzipiell, sich auf das Zuhören zu konzentrieren, nicht darauf, was man selbst als Nächstes sagen wolle.

    Ist jemand in Rage, sollte man sich dabei mit affirmativen Bemerkungen zurückhalten wie: „Ja, genau“ oder „Aha, verstehe.“ „Zu sagen Ich verstehe macht die Sache normalerweise nur schlimmer“, so US-Psychologin Barbara Markway. Stattdessen solle man lieber sagen: „Erzähl mir mehr, so dass ich es besser verstehen kann.“


  3. Problem lösen

    „Halten Sie Ausschau nach dem Hidden Need„, rät Markway. Nach dem versteckten Bedürfnis also. Was will diese Person wirklich? Worum geht es ihr? Warum rastet sie schon wieder aus – oder lamentiert unentwegt?

    Ist das Bedürfnis identifiziert, könne man sich gemeinsam an die Problemlösung machen. Dazu rät Autor Kevin Kruse. „Menschen die ständig jammern, fühlen sich oft hilflos und glauben, dass die Situation aussichtslos ist“, schreibt er in seinem Buch Employee Engagement for Everyone: The 4 Keys to Happiness & Engagement at Work.

    „Ihre einzige Chance, aus dieser Negativität herauszukommen, ist ihnen zu helfen, in den Problemlösungsmodus zu wechseln. Das funktioniert nicht immer, ist aber das einzig bekannte Gegenmittel.“


  4. Aus dem Weg gehen

    Emotionen, Erfolg, Glück und Unglück – all das ist ansteckend. Das zeigt sich auf vielerlei Weise. Wer Millionär werden will, sollte die Gesellschaft reicher Menschen suchen. Wer sich dagegen mit unglücklichen Menschen umgibt, vergrößert sein eigenes Leid. Der psychologische Fachbegriff dafür lautet: Negative Verstärkung.

    Die dem Eigenschutz geschuldete Taktik daher: Nicht anstecken lassen und schwierigen Menschen aus dem Weg gehen. Als Dauer-Nanny oder Fußabtreter eines Kollegen stehen Sie schließlich nicht zur Verfügung.

    Eine andere Option laut Psychologin Markway: „Halten Sie Ausschau nach anderen, die in der Lage sind zu helfen.“


  5. Spiegeltechnik anwenden

    Eine Technik, die Sie anwenden können, wenn Sie eine Konfrontation scheuen: Verhalten Sie sich so ähnlich wie Ihr Gegenüber. Tonfall, Gestik, Mimik, Vokabular dezent nachahmen. Die Spiegeltechnik kann Sympathie und Vertrautheit schaffen. Denn oft sind schwierige Menschen schlicht auf der Suche nach Anerkennung, sagen Psychologen.


    Was man dagegen nicht tun sollte, wenn man es mit einem wutschnaubenden Kollegen zu tun bekommt: Grinsen oder lauthals lachen. Das könnte als Lustigmachen ausgelegt werden.

    Humor kann manchmal die Stimmung auflockern“, so Markway. „Aber die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass er nach hinten losgeht.“


  6. Nicht klein machen

    Weise Ratschläge: Nicht zurückpoltern, die Situation nicht eskalieren lassen, ruhig bleiben – aber auch nicht klein machen. „Wer sich wie ein Schoßhund gebärdet, darf sich nicht wundern, wenn andere ihn angreifen. Jeder, der sich kleinmacht, lädt andere dazu ein, auf ihm herumzutrampeln“, sagt Psychologe Valentin Nowotny zum Focus. „Wer aufrecht geht, dem wird auch mehr Respekt entgegengebracht.“

    Schließlich ist es im Umgang mit schwierigen Menschen wichtig, die eigene Integrität zu wahren. So helfe auch in Extremsituationen, in denen Grenzen überschritten werde, letztlich nur das Stoppschild: Bis hierhin und nicht weiter. Markway: „Rede nicht so mit mir!“


    Kevin Kruses Rat, wenn alle anderen Strategien nicht gefruchtet haben: „Bringen Sie ihn höflich zum Schweigen.“

Diese Promis gelten als schwierig

Diese Promis gelten als schwierigWas, wenn Sie selbst der schwierige Charakter sind?

In dem Fall haben wir eine gute Nachricht für Sie: Sie mögen Ihre Kollegen manchmal in den Wahnsinn treiben, aber zu einer großen Karriere kann es immer noch reichen. Die schlechte: Übertreiben Sie es nicht! Sonst ist die Karriere auch ganz schnell wieder vorbei.

Die schönsten Beispiele gibt es erfahrungsgemäß aus der Filmbranche. So gelten etwa Lindsay Lohan, Shia LaBeouf oder Shannen Doherty als außerordentlich schwierig – genau wie diese beiden Herrschaften:

  • Katherine Heigl: Die Schauspielerin soll am Set ein Biest sein, verriet eine anonyme Quelle dem Hollywood Reporter. Sie soll am Script rummäkeln, die Klamotten kritisieren, fluchen und schimpfen. „Das ist der schlechteste Service aller Zeiten! Es gibt nichts zu essen! Das ist die schlechteste Garderobe!“ „Sie kann dich an jedem einzelnen Tag der Dreharbeiten Zeit kosten“, verriet der Insider. „Was immer du gesagt hast, du warst der Idiot.“ Konsequenz: Die Karriere stockt – oder ist sie schon wieder vorbei?
  • James Cameron: Auch Regisseure können kleine Diven sein – so wie James Cameron. Der Titanic-Regisseur gilt als Kontrollfreak. „Es ist schwierig, James‘ Aufmerksamkeit zu bekommen“, so Schauspielerin und Ex-Frau Linda Hamilton zur Daily Mail. „Er schreit Zieh eine Nummer, zieh eine Nummer, was bedeutet, sich in einer 15-Personen-Schlange anzustellen.“ Und weiter: „Wir kannten uns vom ersten Terminator-Film und mochten uns nicht besonders und kamen auch nicht sonderlich gut miteinander klar. Oh mein Gott, er hat mich wahnsinnig gemacht, weil er sich nur für die Technologie interessierte, aber nicht für die Menschen.“
[Bildnachweis: zoff by Shutterstock.com]
1. Juli 2017 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

Mehr von der Redaktion und aus dem Netz



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!