Karrierebremse: So wird das bestimmt nichts

Gerade am Anfang der Karriere ist die Motivation oft sehr groß. Man möchte etwas erreichen, erfolgreich werden, die Karriereleiter nicht nur erklimmen, sondern am besten im Sturm erobern. Irgendwie will es damit aber genau damit doch nicht klappen. Stattdessen scheint man auf der Stelle zu treten und jedes Vorankommen ist zäh wie Kaugummi. Schuld an dieser ungewollt langsamen Entwicklung sind oft Karrierebremsen, die auf unterschiedliche Weise dafür sorgen, dass es mit dem erhoffen Aufstieg nicht klappt. Unterscheiden sollte man allerdings, wer dafür verantwortlich ist, dass die Handbremse angezogen ist: Man selbst oder die Menschen, mit denen man sich umgibt?

Karrierebremse: So wird das bestimmt nichts

Karrierebremse: Fehler, mit denen Sie sich selbst im Weg stehen

Leider muss man sich in vielen Fällen zunächst an die eigene Nase packen, da die Karrierebremse, unter der man leidet, hausgemacht ist und im eigenen Verhalten begründet ist. Dies geschieht zwar nicht absichtlich, sondern eher durch unbewusste Handlungen, doch ändert dies nichts am Ergebnis: Sie kommen beruflich nicht weiter.

Vorneweg sei allerdings auch erwähnt: Es ist nicht schlimm, wenn nicht alles im Turbo erreicht wird. Manche Dinge brauchen eben Zeit und es ist noch lange kein Zeichen des Scheiterns oder ein Grund aufzugeben, wenn die nächste Karrierestufe noch ein wenig auf sich warten lässt. Fühlen Sie sich aber bereit für den nächsten Schritt, sollten Sie herausfinden, ob Sie möglicherweise einige Verhaltensweisen abstellen können, die schnell zur Karrierebremse werden:

  1. Sie verlieren Ihre Ziele aus den Augen

    Wenn Sie etwas erreichen wollen – und das am liebsten möglichst schnell – müssen Sie sich zunächst fragen: Arbeite ich wirklich noch auf dieses Ziel hin? Immer wieder setzt man sich ein Ziel und verliert es im Alltag wieder aus den Augen. Man kümmert sich um alles andere, kommt dem angestrebten Ergebnis aber kein bisschen näher.

  2. Sie sind ungeduldig

    Es klingt widersprüchlich, doch tatsächlich kann es eine Karrierebremse sein, wenn Sie zu wenig Geduld haben. So schön es auch wäre, manche Dinge lassen sich nicht erzwingen, sondern gehen nur schief, wenn man sie übers Knie bricht. Geben Sie sich selbst die nötige Zeit, um auch wirklich durchdacht die berufliche Situation zu verbessern.

  3. Sie denken nur noch an Geld

    Ja, Geld ist wichtig, um Rechnungen bezahlen zu können, doch wenn jede Entscheidung nur noch vom Geld abhängt, findet man sich schnell in einer Sackgasse wieder. Denken Sie daran, dass Erfolg nicht nur am Gehaltscheck gemessen wird, sondern auch daran, wie gerne Sie Ihre Arbeit machen und wie Zufrieden Sie mit der Situation sind.

  4. Sie haben Angst vor Fehlern

    Um den Karriereturbo zu zünden, glaube viele, jeden Fehler vermeiden zu müssen, woraus eine regelrechte Angst entsteht. Genau das ist oft der falsche Weg, da Fehler wichtige Erkenntnisse liefern, kleine Richtungsänderungen vorgeben und neuen Ansporn geben können.

  5. Sie geben sich zufrieden

    Man sollte glücklich sein und sich zufrieden geben nicht miteinander verwechseln. Finden Sie sich einfach mit einer Situation ab, kann das zwar angenehm sein und die Angst vor Veränderungen reduzieren, ist aber auch eine Karrierebremse, da Sie vielleicht mehr wollen, sich aber nicht trauen, daran zu arbeiten.

Karrierebremse: Diese zehn Typen stehen Ihnen im Weg

Es ist gut, zunächst an sich selbst zu arbeiten, die Ursache nicht immer sofort bei anderen zu suchen und die Schuld nicht gleich dem Umfeld in die Schuhe zu schieben – doch in Ihrer Karriere treffen Sie auf viele verschiedene Persönlichkeiten: Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden. Darunter sind sicherlich eine ganze Reihe an inspirierenden Menschen, mit denen Sie gerne zusammenarbeiten und die Sie beruflich weiter bringen können. Doch es gibt auch einige darunter, die Sie runterziehen, Ihrem Erfolg im Weg stehen und Ihre Karriere ausbremsen. Diese Typologie zeigt zehn typische Karrierebremsen in Ihrem Umfeld und wie Sie mit ihnen fertig werden:

  • Der Pessimist

    Rückschläge und Fehler gehören zum Leben dazu. Jeder muss lernen auf seine Art und Weise damit umzugehen und daraus zu lernen. Worauf Sie aber absolut verzichten können, sind Menschen, die Ihnen von Anfang an erzählen, dass Sie etwas nicht schaffen können. Wer bereits mit dieser Einstellung in ein Projekt startet, wird zwangsläufig scheitern. Nur wenn Sie an Ihre Ziele und Ihren Erfolg glauben, werden Sie die Kraft und Ausdauer aufbringen, die Sie brauchen. Eine pessimistische Haltung führt nur dazu, dass Sie frühzeitig aufgeben und sich mit dem Gedanken trösten: „Ich hab es ja schon vorher gewusst.“ Lassen Sie sich von Pessimisten die Hoffnung und die Zielstrebigkeit nicht nehmen. Stehen Sie über deren Negativität und beweisen Sie, dass Sie Ihre Ziele durch Optimismus erreichen.

  • Der Undankbare

    Eine Hand wäscht die andere. Das sieht in der beruflichen Zusammenarbeit leider nicht jeder so. Der Undankbare erwartet von Ihnen vollstes Engagement, ist aber nicht bereit, Ihnen dafür zu danken oder im Gegenzug etwas für Sie zu tun. Für Arbeitnehmer ist die Kombination aus Undankbarkeit und Vorgesetzter eine wahre Tortur. Er verlangt permanent Bestleistungen und natürlich Überstunden, sieht aber nicht ein, warum diese entsprechend entlohnt werden sollten. Auch auf ein lobendes oder dankendes Wort für die eigenen Leistungen warten Sie meist vergebens. Wer in einem solchen Umfeld gefangen ist, sollte sich ernsthaft überlegen, ob es nicht einen anderen Arbeitgeber gibt, der die eigenen Leistungen mehr zu schätzen weiß. Wer diesen Schritt nicht wagen möchte, kann versuchen den Chef auf die ungerechte Behandlung anzusprechen. Wie gut dieser damit umgehen kann, ist jedoch von Chef zu Chef verschieden.

  • Der Lügner

    Erfolg basiert in vielen Fällen auf Vertrauen. Wie sollte man auch erfolgreich mit jemandem zusammenarbeiten, wenn man das Gefühl hat, von diesem hintergangen zu werden. Doch leider gibt es einige chronische Lügner, die sich die Wahrheit so zurecht biegen, wie es ihnen gerade passt. Informationen werden verheimlicht oder Absprachen nicht eingehalten. Treffen Sie auf einen Lügner, bleibt oft nur eine Lösung: Gewinnen Sie Abstand zu dem Betroffenen und machen Sie klar, dass es ohne eine grundlegende Änderung des Verhaltens nicht weiter geht. Sollte der Lügner einer Ihrer Kollegen sein, sollten Sie auch den Chef informieren. So können Sie betonen, wie ernst Ihnen die Angelegenheit ist.

  • Der Choleriker

    Er rastet ohne Vorwarnung aus, schreit durchs Büro und wird dabei manchmal auch beleidigend – der Choleriker ist einer der rücksichtslosesten Menschen, die Ihnen begegnen können. Das Problem: Seine Ausbrüche lassen sich nicht vorhersehen. Von einem Moment auf den anderen beginnt der Wutausbruch, kann aber auch genauso schnell wieder vorbei sein. Das Wichtigste ist: Brüllen Sie nicht zurück, lassen Sie sich aber auch nicht alles gefallen. Bleiben Sie sachlich und bitten den Choleriker, Ihnen gegenüber nicht in diesem Ton zu sprechen. Sollten alle Versuche ohne Erfolg bleiben, sollten Sie die Hilfe Ihrer Kollegen suchen und erstmal auf Abstand gehen. Auf eine solche Karrierebremse können Sie sicher verzichten.

  • Die Heulsuse

    Auch wenn gerade alles nach Plan läuft, gibt es immer die eine Person, die daran etwas auszusetzen hat. Ständiges Nörgeln und Beschweren gehört zu den nervigsten Angewohnheiten, denen man im beruflichen Leben begegnen kann. Das Büro ist zu warm, die Klimaanlage ist zu kalt und der Kugelschreiber schreibt blau und nicht schwarz. Für eine wahre Heulsuse braucht es keinen rationalen Grund, um sich zu beklagen. Wenn Sie das Pech haben, es mit einer Heulsuse aufnehmen zu müssen, sollten Sie zwei Dinge beachten. Sorgen Sie für emotionale Distanz. Soll heißen: Lassen Sie sich nicht von den Schimpftiraden anstecken und behalten Sie Ihre gute Laune. Der zweite Tipp, um das ewige Jammern einzudämmen: Stellen Sie Fragen. Das zwingt Ihr Gegenüber dazu, die allgemein gehaltenen Beschwerden zu konkretisieren. Oft wird den Heulsusen dann selbst bewusst, dass Sie sich über Kleinigkeiten aufregen.

  • Der Schleimer

    Ab und zu ist es für das eigene Ego sehr angenehm, doch gerade im Berufsleben können Schleimer zu einer Karrierebremse mutieren. Um beruflich erfolgreich zu sein, brauchen Sie konstruktives Feedback. Ein Schleimer, der hingegen nur Ja und Amen sagt, wird Ihnen nicht dabei helfen, sich weiterzuentwickeln. Ganz im Gegenteil: Durch die dauerhafte Zustimmung werden Sie anfangen, Ihre eigenen Entscheidungen nicht mehr zu hinterfragen. Anstatt sich zu verbessern, werden Sie schlechtere Entscheidungen treffen. Schleimer haben außerdem einen sehr schlechten Einfluss auf die Motivation. Sie müssen sich für Lob und Anerkennung nicht anstrengen und so sinkt auch der Anreiz, gute Leistungen zu erbringen. Gerade Vorgesetzte haben oft das Gefühl, von Schleimern umgeben zu sein. Was dagegen hilft? Sprechen Sie offen an, dass Sie gerne die ehrliche Meinung der Kollegen hören würden. Dann müssen Sie allerdings auch mit der Kritik umgehen können.

  • Der Faulpelz

    Er lebt nach dem Motto: „Nicht mehr als nötig.“ Seine Arbeitszeit verbringt er lieber mit Kaffeepausen und privaten Facebook-Ausflügen. Zwingt er sich dann doch einmal dazu, eine wirkliche Aufgabe anzupacken, können schon mal mehrere Stunden vergehen, bevor er zu einem Ergebnis kommt. Lassen Sie sich jedoch in keinem Fall von dieser Arbeitshaltung anstecken. Wer erfolgreich sein will, muss auch bereit sein, etwas dafür zu tun. Sprechen Sie mit dem Faulpelz und erklären Sie Ihre Situation. Sie wollen mehr erreichen und sich nicht mit dem zufrieden geben, was Sie bereits geschafft haben. Vielleicht schaffen Sie es, den Ehrgeiz Ihres Gegenübers wieder zu entfachen. Gelingt dies nicht, sollten Sie beruflich Abstand halten, um nicht auf das Arbeitsniveau des Faulpelz herabgezogen oder vom Vorgesetzten mit ihm über einen Kamm geschert zu werden.

  • Der Hinterhältige

    Auf der einen Seite wirken sie freundlich und hilfsbereit, doch sobald ihnen jemand den Rücken zuwendet, lästern Sie hemmungslos. Einem solch hinterhältigen Verhalten sollten Sie sich auf keinen Fall anschließen, denn Sie müssen davon ausgehen, dass hinter Ihrem Rücken Ähnliches geschieht. Außerdem wird aus Lästerei schnell Mobbing, das ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen kann. Hinterhältige Kollegen versuchen meistens selbst, die Karriereleiter zu erklimmen. Damit dies gelingt, versuchen sie heimlich anderen Steine in den Weg zu legen. Werden sie aber offen darauf angesprochen, sehen sie ihre eigene Karriere in Gefahr. Der richtige Weg, um das intrigante Verhalten zu stoppen, ist der offene Umgang. Am besten gelingt das übrigens im Team, suchen sie sich also Gleichgesinnte.

  • Der Egoist

    Der Egoist sieht in jedem Kontakt nur seinen eigenen Vorteil. Daher ist bei jeder Interaktion mit diesem Typ große Achtsamkeit geboten. Er wird nicht davor zurückschrecken, Sie auszubeuten, wenn er darin einen Nutzen für sich selbst sieht. Was den Egoisten zu einem besonders anstrengenden Zeitgenossen macht, ist seine Sturheit. Es ist fast unmöglich, ihn davon zu überzeugen, dass eine Beziehung zwei Seiten hat und auch für beide Seiten Vorteile bringen kann. Egoisten beharren auf dem Standpunkt, die eigenen Ziele über die von anderen zu stellen. Oft besteht der einzige Weg darin, dem Egoisten aus dem Weg zu gehen, um mit umgänglicheren Kollegen am Erfolg zu arbeiten.

  • Der Besserwisser

    Egal ob im Job oder im Privatleben – niemand braucht einen Besserwisser, der zu jeder Entscheidung und jedem Thema seinen Senf dazu gibt. Ein großes Wissen kann zu tollen Gesprächen oder hervorragenden Ergebnissen führen. Doch es darf nicht dazu missbraucht werden, andere bloßzustellen. Ansonsten wirkt es nur noch demotivierend für alle anderen und stellt den Besserwisser selbst in ein schlechtes Licht. Wer es dennoch mit einem chronischen Besserwisser zu tun hat, sollte auf eine einfache Strategie vertrauen: Ignorieren Sie ihn. Erhält ein Besserwisser keine Reaktion mehr auf sein Verhalten, kann er dadurch auch sein eigenes Ego nicht weiter pushen. In der Regel vergeht ihm dann schnell die Lust daran, andere zu verbessern.

[Bildnachweis: Elnur by Shutterstock.com]
3. Oktober 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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