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Karrierewechsel: Umsatteln in 10 Schritten

Ein Karrierewechsel ist ein großer Schritt: Ein Ingenieur wird Unternehmer; ein Polizist wird Coach; ein Verkäufer wird Vollzeit-Blogger… Keine Frage, der Wechsel in einen ganz neuen Beruf, ein völlig anderes Fachgebiet, erfordert Mut und die Bereitschaft, sein (berufliches) Leben komplett neu zu denken. Nicht wenige Menschen träumen davon – vom Aussteigen, Umsteigen und neu Anfangen. Aber nur wenige trauen sich und setzen es um. Eine Studie sagt: Das liegt vor allem an unserer Persönlichkeit. Wir zeigen gute und schlechte Gründe für einen Karrierewechsel – und geben Ihnen die besten Tipps, damit dieser gelingt…

Karrierewechsel: Umsatteln in 10 Schritten

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Karrierewechsel: Beruflicher Neuanfang mit Hindernissen

Ein Karrierewechsel ist die komplette berufliche Neuorientierung. Es ist die zweite Karriere in einem völlig neuen Bereich. Trotz hoher Unzufriedenheit im Job und innerer Kündigung ist ein solcher Schritt aber die große Ausnahme. Viele denken daran, trauen sich letztlich aber doch nicht.

Fest steht: Es ist in keinem Fall leicht. Wer den radikalen Neuanfang wagt, mutiert vom Profi zum Anfänger. Sie können vom bisherigen Werdegang, Ihren Qualifikationen, dem Netzwerk, Branchenkenntnissen und Erfahrungen nicht weiter profitieren. Die Unsicherheit ist groß. Hinzu kommen bei einem Karrierewechsel gerade zu Beginn meist einige Abstricht – beim Gehalt, der Position oder auch dem Ruf.

Wichtige Einflussfaktoren für den Karrierewechsel

Gibt es Faktoren, die beeinflussen, ob Menschen einen Karrierewechsel machen oder nicht? Dieser Frage sind Sally Carless und Jessica Arnupa von der Monash University in Australien nachgegangen. Besonderer Fokus lag dabei auf der Persönlichkeit der Befragten und den Ausprägungen der sogenannten Big Five:

Karrierewechsel Ocean Modell Big Five

Das Ergebnis zeigte ein paar auffällige Gemeinsamkeiten Laut Studie steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Karrierewechsel bei Menschen, die diese Eigenschaften besitzen:

  • Gesellig, gesprächig und tatkräftig (Extraversion)
  • Neugierig und kreativ waren (Offenheit)
  • Höherer Bildungsabschluss
  • Jüngeres Alter und noch wenige Berufsjahre
  • Unsicherer Job
  • Männer eher als Frauen

Zufriedenheit und aktuelles Einkommen hatten hingegen keinen messbaren Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit für einen Berufswechsel.

Positive Effekte des Karrierewechsels

Fast noch bemerkenswerter sind die Folgen des Karrierewechsels bei den Befragten: Diese zeigen durchweg positive Effekte nach einem solch großen Karriereschritt. Ein Jahr nach dem Wechsel berichteten die Studienteilnehmer von größerer Zufriedenheit mit der Arbeit, einem sichereren Job und sogar weniger Arbeitszeit in der Woche.

Oder anders formuliert: Aussteigen, Umsteigen und sich neu zu erfinden, machte fast immer glücklicher. Vermutlich auch, weil man so das Gefühl und die Gewissheit hat, eben nicht ausgeliefert zu sein, sondern sein Leben selbst in der Hand zu haben und die eigene Zukunft gestalten zu können.

Nicht analysiert wurde hingegen ein langfristiger Effekt über mehrere Jahre. Gerade hier droht aber Frust mit einem neuen Job – das erklärt der Honeymoon-Hangover-Effekt:

Mehr lesen: Honeymoon-Hangover-Effekt


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Die häufigsten Gründe für einen Karrierewechsel

Die Wechselbereitschaft bei vielen Arbeitnehmern ist groß. Gerade in den letzten Jahren spielen immer mehr Berufstätige mit dem Gedanken an einen Jobwechsel – vielleicht nur zu einem anderen Unternehmen, möglicherweise aber auch in einen neuen Beruf. In der modernen Arbeitswelt werden solche Karrierewechsel häufiger. Erwerbsbiographien verlaufen nicht mehr nur bei einem Arbeitgeber, sondern werden aktiver gestaltet, um eigene Ziele und Vorstellungen zu verfolgen.

Hinter der Entscheidung für einen Karrierewechsel stehen dabei oft ähnliche Gründe:

Karrierewechsel Wechselgründe Grafik

Diese Gründe sind allerdings kein Freibrief zur vorschnellen Kündigung. Jeder Karrierewechsel sollte gut überlegt und geplant sein. Falls der Schritt für Sie infrage kommt, sollten Sie sich zunächst überlegen: Warum genau wollen Sie wechseln und wohin soll die Reise gehen? Denn für einen Wechsel der Karriere gibt es sowohl gute, aber eben auch schlechte Gründe:

Gute Gründe für einen Karrierewechsel

  • Gesundheit
    Es gibt Jobs, die machen krank: Es herrscht Permastress, der Chef vergiftet die Atmosphäre, die Kollegen mobben. So etwas kann und sollte kein Mensch auf Dauer ertragen. Das Geld mag wichtig sein – die Gesundheit ist wichtiger.
  • Langeweile
    Gemeint ist weniger das angebliche Phänomen Boreout. Dagegen lässt sich etwas unternehmen. Wenn aber der Job keinerlei Herausforderungen bietet und Sie dort auch nichts mehr lernen oder erreichen können, wird es Zeit, den Job zu wechseln – intern oder extern.
  • Stillstand
    Und zwar in jeder Hinsicht: Es fehlen sowohl Karriereperspektiven als auch finanzielle. Und der Laden entwickelt sich auch nicht weiter. Gut, Sie haben einen Job. Aber wie lange noch? Und wo bleibt da der Anreiz und Spaß?
  • Unsicherheit
    Zugegeben, kein Job ist heute noch sicher. Dafür verändern sich Märkte und Branchen zu schnell. Aber wenn Sie in Dauerangst um Ihre berufliche Existenz oder Zukunft leben, ist das nur noch kräftezehrend – und macht auf Dauer krank (siehe oben.)
  • Vetternwirtschaft
    Sie rackern sich jeden Tag und hören nicht mal ein „Danke“. Geringschätzung wäre schon so ein Grund zu gehen. Aber wenn das dann noch mit Günstlingswirtschaft zusammenfällt, ist das Maß voll.

Schlechte Gründe für einen Karrierewechsel

  • Frust
    Wir haben alle mal einen schlechten Tag im Job. Manchmal hält der Unmut auch ein paar Tage an. Aber das ist kein Grund, vorschnell aufzugeben. Frusttage gibt es auch in anderen Jobs und Unternehmen. Das Gesamtbild im Jahresverlauf ist entscheidend.
  • Kritik
    Okay, der Chef war mit Ihrer Leistung so gar nicht zufrieden und hat sie ordentlich gefaltet. Nicht die beste Art, sicher. Aber eher ein Grund zur Selbstreflexion, wo Sie sich verbessern können. Erst wenn die Kritik destruktiv, haltlos und chronisch wird, spricht das für einen Karrierewechsel.
  • Fehler
    Und zwar ein richtig schwerwiegender. Sie haben es so richtig vermasselt, das kommt das Unternehmen teuer zu stehen. Die Scham ist groß, und es kann sein, dass man Sie dafür feuert. Klüger aber wäre die Haltung von IBM-Gründer Tom Watson: „Die Firma hat gerade mehrere Hunderttausend Euro in Ihre Ausbildung investiert. Warum sollte jemand anderes diese Erfahrung gratis bekommen?“ Also übernehmen Sie Verantwortung und lernen Sie daraus.
  • Chef
    Man sagt, Mitarbeiter kommen für Jobs und gehen wegen Chefs. Das stimmt – zum Teil. Denn mal ehrlich: Die wenigsten Chefs sind perfekt. Wir ja auch nicht. Aber auch Manager lassen sich managen – nur subtiler.

Diese 5 Fragen helfen bei der Orientierung

Die Motive zu gehen, variieren natürlich immer individuell. Am Ende läuft es doch meist auf vier wesentliche Fragen hinaus. Fragen, die jeder nur für sich beantworten kann, die aber eine deutliche Tendenz aufzeigen können, ob es Zeit ist, den Job zu wechseln:

  1. Tue ich das, was ich beruflich machen möchte und bin glücklich mit meiner Arbeit?
  2. Erwarte ich innerhalb der nächsten zwölf Monate eine wichtige Rolle im Unternehmen und in der Organisation zu spielen?
  3. Habe ich einen Chef, der mein Engagement wertschätzt und würdigt, der mich fördert und fordert, um mich weiterentwickeln zu können?
  4. Werde ich nicht nur meine Leistung, sondern auch meinen Marktwert durch meine Arbeit hier steigern können?
  5. Bin ich sicher, meine Fähigkeiten und Talente optimal einsetzen zu können, um nicht zuletzt den Wandel signifikant und aktiv zu begleiten, zu gestalten und den Herausforderungen begegnen zu können?

Diese Fragen fassen vereinfacht viele wichtige Bereiche zusammen, die Sie vor der Entscheidung für oder gegen einen Karrierewechsel berücksichtigen sollten.


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Die 10 besten Tipps für den Karrierewechsel

Wie gelingt der Sprung in ein neues berufliches Umfeld, in dem bisher keine oder bestenfalls kaum Erfahrungen gesammelt wurden? Wir habe dazu mehrere Experten, Branchenwechsler und Karriereberater befragt und daraus die zehn besten Tipps destilliert, die Ihrem Karrierewechsel zum Erfolg verhelfen können:

1. Finden Sie heraus, was Sie suchen

Vermutlich streben Sie einen Karrierewechsel an, weil Sie in Ihrem jetzigen Berufsfeld unzufrieden sind. Das allein reicht jedoch nicht aus. Sie müssen wissen, wonach genau Sie suchen und was Sie vom neuen, besseren Job erwarten. Welche Tätigkeiten machen Ihnen Spaß? Wie und wohin wollen Sie sich weiterentwickeln, was wollen Sie verdienen und was für ein Arbeitsumfeld suchen Sie? Nur wenn Sie Ihr klares Ziel kennen, können Sie dieses durch einen Karrierewechsel erreichen.

2. Kalkulieren Sie das notwendige Budget ein

Ein Karrierewechsel ist auch eine Frage der finanziellen Situation. Je knapper die Kasse, desto beschwerlicher kann ein Umstieg sein. Umso wichtiger, dass Sie das Budget kalkulieren. Welche Kosten kommen auf Sie zu: Weiterbildung, Umschulung, Lernmaterialien… Wie viel Geld haben Sie auf dem Konto und wie verändert sich in der Zeit Ihr Einkommen? Ein finanzieller Rahmen hilft, damit Sie sich voll und ganz auf den neuen Job konzentrieren können, ohne sofort in eine finanzielle Notlage zu geraten.

3. Lassen Sie die Entscheidung reifen

Durch die Macht der Intuition können Menschen in kürzester Zeit wichtige Entscheidungen treffen, bei einem Karrierewechsel gilt dennoch: Nehmen Sie sich die Zeit, um in einem längeren Denkprozess alle Pros und Cons gegenüberzustellen. Spielen Sie verschiedene Szenarien durch, wägen Sie ab und urteilen Sie erst zum Schluss. Legen Sie ein großzügiges Zeitlimit fest und fällen Sie erst dann die Entscheidung, wie es beruflich mit Ihnen weitergeht.

4. Holen sie die notwendigen Informationen ein

Vielleicht haben Sie schon eine fixe Idee, doch sollten Sie sich nicht gleich darauf versteifen. Besser: Sammeln Sie alle notwendigen Informationen über mögliche Berufsfelder, bevor Sie sich endgültig festlegen: Wie ist die Arbeit in Ihrem gewünschten Bereich, welche Anforderungen werden gestellt und wie sieht es mit der Bezahlung aus? Eine gute Vorbereitung ist für einen erfolgreichen Karrierewechsel unerlässlich. Achten Sie dabei auch auf Ihre sogenannte latente Prägung. Vielleicht übersehen Sie Bereiche, die sehr gut zu Ihnen passen würden.

5. Nutzen Sie gezielte Weiterbildungen

Bei einem Wechsel zwischen Branchen und Berufszweigen kommen Sie in vielen Fällen nicht um eine Fort- und Weiterbildung oder gar Umschulung herum. Einige vorhandene Fähigkeiten werden in jedem Job geschätzt, doch gibt es immer auch spezielle Fähigkeiten, die von Bewerbern erwartet werden. Fragen Sie bei Brancheninsidern und Arbeitgebern nach, was von Bewerbern erwartet wird und besuchen Sie die nötigen Weiterbildungen, um mit fachlicher Kompetenz zu überzeugen.

6. Knüpfen Sie Kontakte in die neue Branche

Im alten Bereich haben Sie bereits Kontakte geknüpft, für den neuen Job müssen Sie erst ein Netzwerk aufbauen. Fangen Sie möglichst früh an und bauen Sie neue Verbindungen auf. Besuchen Sie Fachevents oder Jobmessen, um ins Gespräch zu kommen. Vielleicht erfahren Sie auch gleich von einer Firma, die gerade auf Personalsuche ist oder kommen gleich mit einem passenden Personaler ins Gespräch.

7. Bauen Sie sich eine Marke auf

Durch Personal Branding und eine gute Online-Reputation können Sie Ihren Karrierewechsel vereinfachen. So können Sie sich bereits einen Namen als Fachkraft und Experte machen. Unerlässlich sind dazu gepflegte Profile in Business-Netzwerken wie Linkedin oder Xing. Aber auch ein eigenes Blog kann eine gute Ergänzung sein. Ja, das macht Arbeit und dauert länger im Aufbau – lohnt sich dafür aber über eine ganze Berufslaufbahn hinweg.

8. Aktualisieren Sie Bewerbung und Lebenslauf

Mal ehrlich: Ihr Lebenslauf ist nach einigen Jahren im Beruf vermutlich ein wenig verstaubt. Kaum jemand hält dies Bewerbungsunterlagen dauerhaft auf dem aktuellen Stand. Spätestens jetzt ist aber Zeit, um dies nachzuholen. Für Ihre neue Herausforderung brauchen Sie neue Unterlagen mit aktuellen Informationen – und auch einem modernen Design, das zu Ihnen passt. Nutzen Sie dazu unsere zahlreiche Dossiers, Ratgeber und Mustervorlagen:

Rubrik: Alles zur perfekten Bewerbung

9. Erwarten Sie nicht zu viel

Ein Karrierewechsel kann am Anfang immer auch ein Schritt zurück auf der Karriereleiter bedeuten. Sie beginnen mehr oder weniger von vorn und müssen sich einiges neu erarbeiten. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Auch eine Einstiegsposition kann der perfekte Anfang sein, um neu durchzustarten. Schauen Sie sich dazu am besten auch vorab auf dem Arbeitsmarkt um: Was wird gesucht? Was wird angeboten? Das hilft Ihnen dabei, Ihre Erwartungen anzupassen. Nutzen Sie dafür gleich unsere Jobbörse.

10. Bleiben Sie weiterhin flexibel

Da Sie sich beruflich verändern, sollten Sie auch die nötige Flexibilität mitbringen, die diese Entscheidung erfordert. Nicht jeder ist so glücklich und findet das neue berufliche Glück in der gleichen Stadt. Es kann durchaus nötig sein, eine weitere Anfahrt zum Job in Kauf zu nehmen oder sogar umzuziehen. Gerade für Familien ist das schwierig, doch es gilt: Je flexibler Sie sind, desto größer sind Ihre Chancen.

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[Bildnachweis: Golden Sikorka by Shutterstock.com]

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