Marktwert berechnen: In 7 Schritten zum Wunschgehalt

Den eigenen Marktwert berechnen, fällt vielen Arbeitnehmern schwer. Trotzdem bleiben da diese Fragen: Bekomme ich ein angemessenes Gehalt? Was ist meine Arbeit wirklich wert? Wie viel Gehalt kann ich erwarten? Ob Sie Ihre Gehaltsvorstellungen in der Bewerbung nennen oder realistische Gehaltsforderungen in der nächsten Gehaltsverhandlung stellen: Wer sich nicht unter Wert verkaufen will, muss vorher seinen aktuellen Marktwert ermitteln. Wir zeigen Ihnen, welche Faktoren und Argumente dafür entscheidend sind und mit welchen Tipps und Schritten Sie ganz einfach Ihren Marktwert berechnen können…

Marktwert berechnen: In 7 Schritten zum Wunschgehalt

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Marktwert: Welches Gehalt kann ich erwarten?

Wer seinen Marktwert kennt, kann im Gehaltsgespräch wesentlich selbstbewusster auftreten. Damit argumentieren Sie automatisch aus einer Verhandlungsposition der Stärke. Generell gilt: Wer geschickt verhandelt, kann bei einem Jobwechsel zwischen 5 und 20 Prozent mehr herausholen. Vor allem wenn Sie abgeworben werden.

Wie hoch kann eine Gehaltserhöhung sein?

Als Faustregeln können Sie sich folgende Durchschnittswerte beim Jobwechsel-Gehalt merken:

  • Berufseinsteiger: plus 3 bis 5 Prozent.
  • Mehr Verantwortung und Aufgaben: plus 5 bis 7 Prozent.
  • Höhere (Führungs-)Position: plus 10 bis 15 Prozent.

Wie berechne ich meine Gehaltsvorstellung?

Gehalt ist nicht gleich Gehalt. Trotz vergleichbarer Position und Job kann die Höhe regional enorm variieren. Ein Durchschnittsgehalt ist eben nur das: durchschnittlich. Wie groß die Schwankungen zwischen den Gehältern sind, müssen Sie leider immer individuell ermitteln. Folgende Einflussgrößen bestimmen die Höhe des Gehalts:

  • Position
    Berufseinsteiger verdienen weniger als erfahrende Fach- oder Führungskräfte. Statistiken zufolge erreichen die meisten Menschen mit 52 Jahren ihr Maximalgehalt. Durchschnittlich 58.539 Euro.
  • Qualifikation
    Je besser ausgebildet, je höher qualifiziert und spezialisiert Sie sind, desto mehr verdienen Sie. Studierte erhalten im Schnitt 20.000 Euro im Jahr mehr als Angestellte mit „nur“ einer Ausbildung (siehe „Bildungsrendite„).
  • Unternehmensgröße
    In großen, internationalen Konzernen liegen die Gehälter oft höher als in kleinen und mittelständischen Familienunternehmen.
  • Mitarbeiterzahl
    Ab 500 Mitarbeitern ist gegenüber dem Branchendurchschnitt ein Mehrgehalt von bis zu 50 Prozent erzielbar.
  • Standort
    In der Stadt und anderen Ballungsgebieten wird mehr bezahlt als auf dem Land oder in strukturschwachen Regionen. Dafür sind hier auch die Lebenshaltungskosten höher.
  • Bundesland
    In Deutschland herrscht ein Süd-Nord-Gefälle: In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden die höchsten Gehälter gezahlt. In Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten.
Gehalt Lohn Einkommen Unterschiede Glossar

Brutto vs. Netto: Wie viel bleibt vom Gehalt?

Mit dem Arbeitgeber verhandeln Sie bitte immer Ihr Brutto-Jahresgehalt. Also das Gehalt ohne Abzüge. Was bei Ihnen am Ende auf dem Konto landet, ist das Nettogehalt beziehungsweise der Nettolohn. Der ist abhängig von Ihrem individuellen Steuersatz und diversen Abzügen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Steuern: Lohnsteuer, Kirchensteuer (optional)
  • Beiträge: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung

Bis zu einem Einkommen von 450 Euro im Monat („Minijob„), ist das Gehalt steuerfrei. Wie viel netto von Ihrem Bruttogehalt übrig bleibt, können Sie ganz einfach und kostenlos mit unserem Brutto-Netto-Rechner ermitteln:

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Wie kann ich meinen Marktwert berechnen?

Um einen realistischen Gehaltswunsch zu formulieren (meist im zweiten Vorstellungsgespräch oder in der Gehaltsverhandlung, sollten Sie unbedingt einen realistischen Marktwert ermitteln. Dafür haben Sie gleich mehrere Optionen

Marktwert-Test: In 7 Schritten zum Wunschgehalt

  1. Gehaltstabellen
    Nutzen Sie verschiedene Gehaltstabellen und Gehaltsvergleiche im Internet. Auch bei uns finden Sie hierfür zahlreiche Angaben und Tabellen, etwa zum Einstiegsgehalt, zum TVöD oder Entgelttabellen.
  2. Online-Jobbörsen
    Viele Jobbörsen informieren ebenfalls über Berufsbilder und deren Gehälter. Auf unserer Jobbörse Karrieresprung.de finden Sie beispielsweise 400 Jobprofile aus verschiedenen Branchen mit Gehaltsangaben.
  3. Soziale Netzwerke
    Ein weiterer Weg, seinen Marktwert zu berechnen, sind Business Netzwerke wie Linkedin. Fragen Sie Branchenkollegen, ob die ungefähre Angaben dazu machen können, was sie für angemessen halten. Fragen kostet nichts.
  4. Stellenanzeigen
    Ebenso können Sie Stellenanzeigen auswerten. Suchen Sie nach Stellenangeboten in Ihrer Branche oder nach vergleichbaren Berufen. Manchmal werden dort Gehaltsspannen genannt.
  5. Kollegen
    Der Gehaltsvergleich unter Kollegen ist schwierig. „Über Geld spricht man nicht“, so denken viele. Manche plagt auch der Gehaltsneid. Zugegeben, das Thema ist heikel und in den meisten Fällen werden die Mitarbeiter vornehm schweigen. Versuchen sollten Sie es trotzdem. Das Entgelttransparenzgesetz sorgt für zusätzliche Lohntransparenz. Aber Vorsicht: Behandeln Sie alle Auskünfte unbedingt diskret!
  6. Gehalt berechnen
    Ein einfacher Trick, mit dem Sie Ihren Marktwert berechnen können, ist: Nehmen Sie Ihren absoluten Minimallohn – und verdoppeln Sie diesen. Zugegeben, die Methode liefert nur einen Näherungswert, führt in der Praxis aber zu erstaunlich realistischen und durchsetzbaren Werten.

7. Jetzt den kostenlosen Gehaltscheck anfordern!

Finden Sie heraus, was Sie verdienen können und nutzen Sie unseren kostenlosen Gehaltscheck! Sie erhalten einen individuellen und ausführlichen Gehaltsreport, der Ihre Berufserfahrung, Unternehmensgröße sowie Region und Firmenstandort berücksichtigt. Fordern Sie gleich hier kostenlos und unverbindlich Ihre Analyse an! So rückt die Gehaltserhöhung in greifbare Nähe…

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Marktwert ermitteln: Für jeden wichtig!

Ihr aktueller Marktwert entscheidet massiv darüber, was Sie verdienen können. Heute und in Zukunft. Daher sollten Sie sich regelmäßig einem Marktwert-Test unterziehen und checken, ob Sie Ihre Gehaltsvorstellungen erhöhen sollten und können. Ansonsten verschenken Sie im schlimmsten Fall eine Menge Geld.

Das lohnt sich für jeden, der seine Arbeit und Leistungen am Markt anbietet:

Selbstständige

Wer sich mit der eigenen Firma selbstständig macht, muss wissen, welche Preise am Markt durchsetzbar und konkurrenzfähig sind. Das gilt für Unternehmer wie Freiberufler. Hier bestimmt sich der Marktwert zudem an gefragten Alleinstellungsmerkmalen oder einer Art Monopol.

Arbeitnehmer

Je mehr Sie leisten, je tiefer Ihr Know-how und je höher (und seltener) die Spezialisierung, desto höher der Marktwert. Im Gehalt von Angestellten spiegelt sich nicht zuletzt auch die (monetäre) Wertschätzung für geleistete Arbeit. Wichtig ist, dass Sie nicht nur Ihren Marktwert berechnen können, sondern diesen auch klug argumentieren. Wir empfehlen hierzu, unbedingt eine sogenannte Leistungsmappe anzulegen.

Verkaufen Sie sich nie unter Wert! Diese Faktoren bestimmen vor allem Ihren Marktwert:

Bleiben Sie daher auch auf dem Laufenden, was die Entwicklung der Gehälter in Ihrer Branche und für Arbeitnehmer mit Ihren Qualifikationen angeht.

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Marktwert-Test: Bleiben Sie flexibel!

Wer in Verhandlungen hart bleibt, fährt damit zwar häufig besser. Ist aber wirklich kein Budget vorhanden, bleiben bei den Geldforderungen oft nur Alternativen. Bleiben Sie also grundsätzlich flexibel – Geld ist nicht alles. Verhandeln können Sie auch über: Erfolgsprämien, Jahresurlaub und Sonderurlaub, Homeoffice, Personalrabatte oder Benzingeld. Solche Extras sind für Arbeitgeber oft steuerfrei. Das macht sie attraktiver als eine Gehaltserhöhung. Und mit dem Entgegenkommen bringen Sie den Chef in eine moralisch unterlegene Position. Er muss sich jetzt ebenfalls bewegen, wenn er sich fair fühlen will.

Welche Sonderleistungen zum Gehalt sind möglich?

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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