Unterbezahlt? Anzeichen, Gründe und Tipps

Gute Leistungen sollten gut und fair bezahlt werden. Der These stimmt wohl jeder zu, die Realität sieht jedoch anders aus. Viele Arbeitnehmer haben das Gefühl, unterbezahlt zu sein. Das Resultat: Unzufriedenheit, Motivationsverlust und Zweifel an Job oder Arbeitgeber. Es leicht, dem Arbeitgeber die Schuld für eine Unterbezahlung zu geben, doch ganz unbeteiligt war man selbst schließlich auch nicht – und so können Sie selbst auch aktiv werden, um etwas an der Unterbezahlung zu ändern. Anzeichen, dass Sie unterbezahlt sind und Tipps, wie Sie das ändern…

Unterbezahlt? Anzeichen, Gründe und Tipps

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Anzeichen: Daran erkennen Sie, dass Sie unterbezahlt sind

Niemand wird Ihnen direkt auf die Nase binden, dass Sie eigentlich vollkommen unterbezahlt in Ihrem Job sind. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, um eine zu geringe Bezahlung aufzudecken. Allen voran sollten Sie dabei auf Ihr Gefühl achten. Die meisten Menschen haben einen sehr guten Radar dafür, ob sie für die eigenen Leistungen, die eingesetzte Energie und die geforderten Ergebnisse fair und ausreichend bezahlt werden.

Hadern Sie regelmäßig mit dem Gehalt, beklagen Sie sich immer wieder bei Freunden und Familie, dass Sie für den Aufwand und Ihre Performance trotz großem Stress und hoher Erwartungshaltung viel zu wenig verdienen, sollten Sie dieser Intuition folgen. Oft ist diese Wahrnehmung ein guter Fingerzeit, dass Sie tatsächlich unterbezahlt sind.

Zusätzlich gibt es weitere Anzeichen, die Ihnen verdeutlichen können, dass Sie im Job unterbezahlt sind:

  1. Sie haben schon lange keine Gehaltserhöhung bekommen

    Mit Ihrer Berufserfahrung und Ihren Fähigkeiten sollte im Normalfall auch das Gehalt steigen und sich entwickeln. Nicht zwangsläufig jedes Jahr, aber doch regelmäßig. Warten Sie hingegen schon sehr lange vergeblich auf eine Gehaltserhöhung, spricht einiges dafür, dass Sie mittlerweile am Ende des Monats zu wenig auf Ihr Konto überwiesen bekommen.

  2. Die Kollegen verdienen mehr

    Ein eindeutiges Zeichen, dass Sie unterbezahlt sind: Zwar wird in deutschen Büros eher ungern über Geld gesprochen, wenn Sie aber doch erfahren, dass die Kollegen, die eigentlich die gleiche Position haben, mehr verdienen, ist jede Unsicherheit beseitigt. Sie sind unterbezahlt und könnten – sollten vielleicht sogar – mehr verdienen. Hier kommt es dann aber auf die Frage an: Wie kommt es zu der Diskrepanz?

  3. Gehalt ist kein Thema beim Chef

    Haben Sie schon versucht, Ihr Gehalt anzusprechen und der Chef hatte dafür nur ein knappes „Jaja, darüber sprechen wir bei Gelegenheit mal“ übrig? Das könnte ein Anzeichen sein, dass die Führungsetage sich nur allzu gern vor Gehaltsgesprächen drücken möchte, weil dem Chef durchaus bewusst ist, dass Sie aktuell unterbezahlt sind. Wenn das Thema Geld grundsätzlich abgewürgt wird, sollten Sie umso mehr darauf achten.

  4. Entwicklungen zeigen sich nicht finanziell

    Eigentlich läuft es gut im Job: Der Chef gibt gutes Feedback, Sie bekommen mehr Verantwortung, größere Projekte, wichtigere Kunden – alle Zeichen stehen auf Aufstieg. Nur am Verdienst ändert sich nichts. Das ist ein klares Indiz, dass Sie unterbezahlt sind.

  5. Unternehmenserfolg schlägt sich nicht im Gehalt nieder

    Wenn es im Unternehmen oder in einer Abteilung wirklich gut läuft, großes Wachstum erzielt wurde und ein Erfolg nach dem anderen eingefahren gelingt, sollte dies im besten Fall auch an die Mitarbeiter weitergegeben werden – die sind schließlich maßgeblich daran beteiligt. Leider ist eine solche Mentalität nicht in jedem Unternehmen gegeben, was ein Zeichen dafür sein kann, dass Sie für Ihre Leistungen unterbezahlt sind.

  6. Sie verdienen unter Ihrem Marktwert

    Ob Sie nun in einer Jobbörse stöbern, weil Sie aktiv auf der Suche nach einem neuen Job sind oder schauen wollten, welche Qualifikationen in Ihrer Branche aktuell besonders gefragt sind oder Ihren Marktwert gezielt herausfinden wollen – fällt Ihnen auf, dass Positionen, die Ihrer sehr ähnlich sind, im Schnitt deutlich besser bezahlt werden, sollten Sie genauer recherchieren, da sie eine zu geringe Bezahlung bekommen.

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Unterbezahlung: Häufige Gründe

Ob Sie Ihrem Gefühl vertrauen oder andere deutliche Anzeichen feststellen, dass Sie unterbezahlt sind – es stellt sich in jedem Fall die Frage: Wie konnte es zu Ihrer Unterbezahlung kommen? Bei einer Einstiegsposition mag Ihnen die eher unterdurchschnittliche Bezahlung durchaus bewusst sein. Auch wenn Sie einen Job annehmen, um einen Fuß in die Tür des Unternehmens zu bekommen und Kontakte zu knüpfen. Hier steht weniger das Gehalt im Vordergrund, sondern die mit dem Job verbundenen Chancen.

Nur leider sind es oft eben nicht diese Positionen, sondern erfahrene Mitarbeiter und qualifizierte Fachkräfte, die sich über das eigene Gehalt wundern und die sich mit den Zweifeln herumschlagen, ob nicht eigentlich ein paar Hundert Euro mehr jeden Monat auf der Gehaltsabrechnung stehen sollten.

Aber welche Gründe stehen dahinter? Die wohl häufigste Erklärung: Der Arbeitgeber will sparen und drückt deshalb das Gehalt. In einigen Fällen stimmt das, doch zu jedem Gehalt gehören immer zwei Parteien und bei der Gehaltsverhandlung haben Sie der Bezahlung zugestimmt. Außerdem ist es zu einfach, die Schuld nur von sich zu weisen und in die Opferrolle zu schlüpfen. Oft sind es vielmehr eigene Fehler Ursache der Unterbezahlung:

  • Sie haben schlecht verhandelt
    Gehaltsverhandlungen fallen nicht jedem leicht und so kann es sein, dass Sie gleich das erste Angebot angenommen haben – ob das auch wirklich ein faires und das bestmögliche Angebot des Unternehmens war, bleibt fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass Sie dabei deutlich hinter Ihren Möglichkeiten geblieben sind. Selbstbewusstes Auftreten in der Verhandlung kann einen großen Unterschied machen. Arbeitgeber haben oft einen gewissen Spielraum. Wer sofort zustimmt, bekommt am Ende weniger als Kollegen, die sich hier besser schlagen.
  • Sie kennen Ihren eigenen Wert nicht
    Ausbildung, Berufserfahrung, Leistungen: Es gibt verschiedene Faktoren, die den eigenen Marktwert bestimmen. Sollten Sie diesen nicht kennen – sondern erst später erfahren – kann es passieren, dass Sie sich beim Gehalt mit weniger zufrieden gegeben haben und zu einem späteren Zeitpunkt bemerken, dass Sie eigentlich unterbezahlt sind. Dies ist dann der Preis, den man zahlt, weil man seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.
  • Sie lassen sich verunsichern
    Selbst wenn sie eine Vorstellung davon haben, was Sie verdienen wollen, lassen sich Arbeitnehmer in Verhandlungen verunsichern. Argumente wie „Das ist eine branchenübliche Bezahlung“ können schnell aus dem Konzept bringen. Leider nutzen Chefs viele Tricks, um um das Ergebnis der Gehaltsverhandlungen zu eigenen Gunsten zu beeinflussen. Sollte herauskommen, dass der Arbeitgeber bewusst ein zu niedriges Gehalt ansetzt, sollten Sie sich jedoch fragen, ob Sie ansonsten fair behandelt werden.

Was bleibt Netto vom Brutto?

Selbst wenn Sie nicht unterbezahlt sind, müssen vom Bruttogehalt leider noch viele Abzüge gemacht werden. Wollen Sie herausfinden, was netto vom Gehalt übrig bleibt? Dann nutzen Sie unseren kostenlosen Brutto-Netto-Gehaltsrechner.

So können Sie zum Beispiel feststellen, wie viel von der angepeilten Bruttoerhöhung nach dem Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen auf dem Bankkonto netto ankommt. Einfach Ihren aktuellen Bruttolohn eingeben, Lohnsteuerklasse, Kirchensteuer und weitere Angaben. Schon berechnet das kostenlose Tool Ihr Nettogehalt.


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Unterbezahlt? 5 Tipps!

Es ist eine unangenehme, aber wichtige Erkenntnis: Ich bin unterbezahlt. Gleichzeitig wirft sie Fragen auf: Was hätte ich anders machen sollen? Wie viel mehr hätte ich verdienen können? Der Blick zurück ist unvermeidlich, für eine Lösung müssen Sie aber nach vorne schauen. Entscheidend ist: Was können Sie jetzt tun?

Wir haben Tipps und Strategien, die Ihnen weiterhelfen können, wenn Sie unterbezahlt sind:

  1. Beginnen Sie neue Gehaltsverhandlungen

    Sollten Sie unterbezahlt sein, obwohl Ihre Qualifikationen und Leistungen stimmen, können Sie die Chance nutzen und eine neue Gehaltsverhandlung beginnen. Dies geht allerdings nur, wenn seit der letzten Gehaltsvereinbarung einige Zeit vergangen ist. Zeigen Sie diesmal auf, welchen Mehrwert und Nutzen Sie dem Unternehmen bringen, von welchen Leistungen Ihr Arbeitgeber profitiert und wie viel Ihre Fähigkeiten am Markt wert sind.

  2. Verbessern Sie Ihre Position

    Vielleicht verdienen andere auch mehr, weil sie andere Qualifikationen mitbringen. Finden Sie heraus, ob Sie sich durch eine Fortbildung für eine Gehaltserhöhung empfehlen oder mehr Verantwortung bei Projekten übernehmen können. Je wichtiger Ihre Position im Unternehmen, desto besser ist der Ausgangspunkt für eine Gehaltsverhandlung, da Ihr Chef Sie nur ungern an die Konkurrenz verlieren möchte.

  3. Vereinbaren Sie Ziele mit dem Chef

    Eine gute Strategie, um bei der nächsten Verhandlung beste Chancen zu haben, sind klare Ziele, die Sie bereits jetzt mit Ihrem Chef vereinbaren. Wenn Sie mit den entsprechenden Leistungen überzeugen, halten Sie alle Trümpfe in der Hand. Der Nachteil: Sie müssen sich noch einige Zeit gedulden, was schwer fallen kann, wenn Sie unterbezahlt und unzufrieden sind.

  4. Wechseln Sie das Unternehmen

    Haben Sie das Gefühl, bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber aufgrund der Unterbezahlung unzufrieden zu sein und auch keine Besserung in Sicht ist, bleibt nur noch der Wechsel zu einem anderen Unternehmen. Hier sollten Sie sich jedoch vorher informieren, um nicht noch einmal in die gleiche Falle zu tappen. Bei einem Jobwechsel wollen Sie nachher schließlich mehr verdienen und ein faires Gehalt bekommen – nicht wieder unterbezahlt sein.

Ein zusätzlicher Tipp für die nächste Verhandlung: Erstellen Sie eine Leistungsmappe! Das folgende Video zeigt, worauf es dabei ankommt:




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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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