Jobwechsel Gehalt: Wie viel Prozent mehr sind drin?

Die meisten Jobwechsel lohnen sich auch finanziell: Wer seinen Job wechselt, kann im Durchschnitt eine Gehaltserhöhung von 5-20 % herausschlagen. Bei einer Abwerbung sind teilweise auch 30 % drin. Das Jobwechsel-Gehalt hängt jedoch von mehreren Faktoren ab: Job, Region, Branche, mehr Verantwortung und Aufgaben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie beim Jobwechsel das beste Gehalt herausholen und worauf Sie in der Gehaltsverhandlung achten müssen…

Gehalt Bei Jobwechsel Prozent Wieviel Geld Fordern

Jobwechsel Gehalt: Wie viel Prozent mehr verlangen?

Für viele Arbeitnehmer ist die Aussicht auf eine satte Gehaltserhöhung das Hauptmotiv für einen Jobwechsel. Und es stimmt: Wer sich hierbei beruflich verbessert, steigert häufig auch sein Gehalt deutlich:

Anlass

Gehaltsplus

Jobwechsel intern + 5-9 %
Beförderung + 10-16 %
Jobwechsel extern + 10-20 %
Abwerbung + 20-30 %

Laut einer McKinsey-Studie (Human capital at work) können externe Jobwechsler von einem Lohnplus von bis zu 30 % profitieren. Sogar Gehaltssprünge von bis zu 46 % seien möglich – wenn Qualifikationen und Leistungen stimmen. Bevor Sie in die Gehaltsverhandlung einsteigen, sollten Sie sich jedoch zunächst die Rahmenbedingungen genau ansehen! Diese entscheiden maßgeblich darüber, ob und wie sehr sich der berufliche Schritt finanziell auszahlt.

Gehaltsveränderungen je nach Anlass

  • Aufstieg

    Ist die neue Stelle mit einem Aufstieg – mehr Verantwortung für Personal oder Budget – verbunden, dann können Sie oft – je nach Position – bis zu 20 % mehr Jahresgehalt (brutto) verlangen.

  • Arbeitgeberwechsel

    Wer auf eine gleichrangige Position innerhalb der Branche, also nur zu einem anderen Arbeitgeber wechselt, kann ein Gehaltsplus zwischen 5-10 % herauszuholen.

  • Abwerbung

    Wer das Privileg hat, von einem anderen Arbeitgeber oder einem Headhunter abgeworben zu werden, kann häufig zwischen 20-30 % mehr Gehalt durchsetzen. Viele erhalten bereits ein gutes Angebot als zusätzliche Motivation für den Wechsel.

  • Quereinstieg

    Ein Jobwechsel in eine andere Branche, womöglich in einen ganz anderen Beruf, kann hingegen eher zu Abstrichen beim Gehalt führen. Die wenigsten Quereinsteiger können hierbei mit ihren Erfahrungen, ihrem Know-how oder Kontakten punkten. In diesem Fall müssen Sie abwägen, wie viel Sie bereit sind, herunterzugeben – bis zu 10 % minus können es aber sein.

Ich will einen Job, der zu mir passt!

Unglücklich im Job und ohne klares Ziel? Dann nutzen Sie unser bewährtes Coaching zum erfolgreichen Jobwechsel: Wir begleiten Sie auf dem einfachen Weg zum Wunschjob, der perfekt zu Ihnen passt:

Mehr darüber erfahren

Anzeige

Jobwechsel mit weniger Gehalt? Gute Gründe

Nach dem Jobwechsel weniger Gehalt verdienen? Das schließen die meisten Arbeitnehmer und Bewerber in der Regel kategorisch aus. Es kann jedoch gute Gründe geben, trotz geringerer Bezahlung den Arbeitgeber zu wechseln. Allen voran, wenn Sie im jetzigen Job unglücklich sind oder bereits die eigene Gesundheit darunter leidet. Ein höherer Verdienst wiegt das nicht auf. Ist es Ihnen privat und finanziell möglich, sollten Sie auch bei weniger Gehalt einen neuen Job suchen. Für das Jobwechsel-Gehalt lohnt sich ohnehin immer eine langfristige Perspektive: Vielleicht verdienen Sie anfangs weniger, dafür aber auf lange Sicht mehr – weil die Entwicklungschancen im neuen Beruf und beim neuen Arbeitgeber deutlich besser sind. Wer geschickt verhandelt, kann im Gehaltsgespräch manchmal schon ein gestaffeltes Gehalt aushandeln, das in den kommenden Jahren automatisch steigt, etwa nach bestandener Probezeit oder schon nach dem ersten erfolgreichen Jahr.

Was sind die häufigsten Gründe für eine Gehaltserhöhung?

Anlass

Gehaltsplus

Jobwechsel zum neuen Arbeitgeber 18 %
Tariferhöhung 17 %
Interne Beförderung 16 %
Positive Unternehmensentwicklung 11 %
Zielerreichung 10 %
Beschäftigungsdauer 8 %
Zusätzliche Aufgaben 6 %
Neuer Vorgesetzter 4 %

Voraussetzung für mehr Gehalt beim Jobwechsel

Voraussetzung für eine Gehaltssteigerung von 10 oder 20 % ist jedoch meist ein Wechsel aus einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis: Sie suchen aktiv eine neue Herausforderung, einen Karriereschritt – müssen aber nicht wechseln! Wer sich dagegen aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt, ist häufig in einer schwächeren Verhandlungsposition. Das wissen auch Arbeitgeber und drücken entsprechend das Gehalt.

Bei einer Kündigung ohne neuen Job sollten Sie bereit sein, einen Kompromiss einzugehen, um den Einstieg ins Arbeitsleben zu schaffen und einen Fuß in die Tür zu bekommen. Auch in diesem Fall sollten Sie versuchen, eine automatische Gehaltserhöhung herauszuhandeln, nachdem Sie Ihre Leistungskraft unter Beweis gestellt und den neuen Arbeitgeber überzeugt haben. Ein guter Zeitraum hierfür sind 6-12 Monate.

Anzeige

Gehaltsfaktoren: Wovon hängt das Jobwechsel-Gehalt ab?

Neben Beruf und Branche gibt es weitere Faktoren, die Ihr neues Gehalt oder das jeweilige Durchschnittsgehalt beeinflussen. Tatsächlich verdienen Arbeitnehmer in identischen Jobs und Branchen noch lange nicht dasselbe! Folgende Einflussgrößen bestimmen, wie viel mehr Arbeitnehmer verdienen können:

Branche

Trotz gleichem Jobtitel und vergleichbarer Tätigkeit werden in der Pharmabranche, in der chemischen und erdölverarbeitenden Industrie deutlich mehr bezahlt als z.B. in der Dienstleistungsbranche oder in sozialen Berufen. Das liegt teils schon an den Tarifverträgen. Zu den bestbezahlenden Branchen gehören seit Jahren Pharma, Chemie, Maschinenbau, Finanzen, Energie und IT. Abgehängt sind hingegen Berufe im Handel (speziell Einzelhandel), Sozialbereich, in der Bildung, Tourismus und Gastronomie.

Qualifikation

Je höher die Bildung und Spezialisierung, desto können Sie verdienen (siehe: Bildungsrendite). Akademiker erhalten im Schnitt 20.000 € pro Jahr mehr als Angestellte mit einer Ausbildung. Ein Masterabschluss wiederum bringt im Jahr im Schnitt 6.000 Euro mehr als ein Bachelor.

Position

Berufseinsteiger verdienen logischerweise weniger als erfahrene Fach- oder Führungskräfte. Statistisch erreichen die meisten Berufstätigen in Deutschland mit 52 Jahren das durchschnittliche Maximalgehalt von 58.539 €. Danach sinkt das Gehalt häufig, weil viele beruflich kürzer treten (siehe: Downshifting). Die größten Gehaltssprünge machen Arbeitnehmer zwischen 30 und 40 Jahren.

Einstufung

Insbesondere im öffentlichen Dienst und TVöD spielt es eine Rolle, wie Ihre bisherige Berufserfahrung oder Qualifikation eingestuft wird. Nicht selten werden (studierte) Sozialpädagogen als Erzieher eingestellt – und bekommen somit auch nur ein Erziehergehalt. Achten Sie deshalb unbedingt auf eine korrekte Einstufung!

Bundesland

In Deutschland herrscht ein sog. Süd-Nord-Gefälle: In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden die höchsten Gehälter gezahlt. In Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern die niedrigsten.

Region

In großen Städten und Ballungsgebieten wird mehr bezahlt als auf dem Land oder in strukturschwachen Regionen. In Großstädten wie München, Frankfurt oder Stuttgart herrscht in Deutschland das höchste Gehaltsniveau – gleichzeitig sind hier aber auch die Lebenshaltungskosten und Mieten deutlich höher als etwa in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern.

Berufserfahrung

Erfahrungen und Expertise können zu einem höheren Gehalt führen – aber nur, wenn die Berufserfahrungen für den Job relevant sind. Einschlägige Praktika werden selten honoriert. Umgekehrt: Je weniger Sie dem Anforderungsprofil im Stellenangebot entsprechen, desto geringer das Gehalt. Quereinsteiger und Bewerber mit Defiziten (z.B. lange Arbeitslosigkeit) müssen mit Abschlägen von bis zu 10 % kalkulieren.

Unternehmensgröße

In internationalen Konzernen liegen die Gehälter meist 10-20 % höher als in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Faustregel: Ab 500 Mitarbeitern ist gegenüber dem Branchendurchschnitt oft ein Mehrgehalt von bis zu 20 % möglich.

Wirtschaftslage

Umsatzwachstum, Auftragslage und Konjunktur beeinflussen die Bezahlung. Geht es dem Unternehmen gut, haben Sie in der Gehaltsverhandlung bessere Karten. In einer Rezession berufen sich Chefs gerne auf fehlende Budgets.

Nachfrage

Angebot und Nachfrage bestimmen auch das Gehalt. Gibt es mehr Bewerber als freie Stellen (sog. Arbeitgebermarkt), sinken die Gehaltschancen. Zählen Sie hingegen zu den raren und gesuchten Fachkräften mit hoher Spezialisierung (sog. Bewerbermarkt), können Sie Ihr Wunschgehalt meist einfach durchsetzen.

Kontakte

„Beziehungen schaden nur dem, der keine hat.“ – Das gilt auch beim Gehalt: Wer per Empfehlung abgeworben wird, kann seinen Marktwert praktisch immer steigern. Ein gutes Netzwerk sowie hohe Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken (z.B. Linkedin) führen häufig zu einem zusätzlichen Gehaltsplus von 5-10 %.

Anzeige

Vor dem Jobwechsel-Gehalt stets den Marktwert recherchieren!

Bevor Sie in der Bewerbung Ihre Gehaltsvorstellungen formulieren oder im Gespräch den Gehaltswunsch nennen, müssen Sie unbedingt einen realistischen und eigenen Marktwert ermitteln. Nur so wissen Sie genau, was Sie wert sind und verlangen können! Unsere Umfragen und Erfahrungen zeigen immer wieder: Wer mit 20 % über einem realistischen Wert überreizt, erhält in 90 % der Fälle eine Absage. Entweder, weil solche Fantasiezahlen naiv und unvorbereitet wirken – oder einfach zu gierig.

Bei der Ermittlung Ihres Marktwerts helfen Ihnen z.B. unsere Gehaltstabellen oder Gehaltsvergleiche im Internet. Ebenso die Angaben Online-Jobbörsen bzw. Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben. Oder der kostenlose Gehaltsrechner des Statistischen Bundesamtes. Ein weiterer Trick ist, seinen absoluten Minimallohn zu nehmen und zu verdoppeln. Die Methode liefert zwar nur einen Näherungswert, führt in der Praxis aber zu erstaunlich realistischen und durchsetzbaren Werten.

Mehr Gehalt gehört nicht in den Vordergrund

Der Gehaltssprung sollte im Bewerbungsprozess überdies nie im Vordergrund stehen. Auch wenn das bisher unfaire Gehalt für Sie ausschlaggebend war: Den Job wechseln Sie bitte offiziell nie wegen des Geldes! Der neue Arbeitgeber sucht keine Söldner, sondern neue Leistungsträger und intrinsisch motivierte Teamspieler. Wer für mehr Geld kommt, geht auch beim nächstbesten Angebot wieder. Solche Mitarbeiter stellt kein Unternehmen ein.

Fallen Sie deshalb nicht schon zu Beginn des Bewerbungsgesprächs oder beim Headhunter-Gespräch mit der Gehaltstür ins Haus: In den meisten Fällen müssen Jobwechsler das Thema gar nicht aktiv ansprechen. Spätestens im zweiten Vorstellungsgespräch wird der Arbeitgeber die Gehaltsfrage stellen.

Immer Bruttojahresgehalt verhandeln

Verhandelt wird bei einem Jobwechsel immer das Bruttojahresgehalt. Sie können und sollten aber nachfragen, ob darin schon Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld oder mögliche Bonuszahlungen enthalten sind. Andernfalls lohnt es sich, zusätzliche Gehaltsbestandteile wie vermögenswirksame Leistungen oder steuerfreie Extras gesondert zu verhandeln.

Tipps: Wie kann ich mehr Gehalt beim Jobwechsel bekommen?

Nicht wenige Arbeitnehmer tun sich schwer damit, über ihr Gehalt zu sprechen. Ganz zu schweigen davon, eine höhere Bezahlung zu verhandeln. Lösen Sie sich bitte hierbei von falscher Scham! Gehaltsverhandlungen werden Sie das ganze Berufsleben lang begleiten. Betrachten Sie die Verhandlung als Übung und Daueraufgabe, um das Beste für sich herauszuholen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, mehr Gehalt beim Jobwechsel auszuhandeln:

1. Nennen Sie keine Gehaltsspanne

Ungeübte Verhandler nutzen gerne Gehaltsspannen, etwa: „Meine Vorstellungen liegen zwischen 40.000 und 50.000 €“. Damit signalisieren Sie jedoch schon die erste Unsicherheit – und natürlich werden Sie mit dem Personaler jetzt nur noch am unteren Ende der Spanne verhandeln. Wenn Sie Ihren Marktwert kennen und fundiert recherchiert haben, sollten Sie diesen selbstbewusst nennen: „Gemäß meiner Qualifikationen und Erfahrungen halte ich ein Gehalt von 45.880 € für angemessen.“

2. Machen Sie das Eröffnungsangebot

Machen Sie immer das Eröffnungsgebot. Studien beweisen: Wer anfängt, endet signifikant näher an seinem Wunschergebnis. Was dabei wirkt, ist der sogenannte Ankereffekt. Indem Sie Ihre Gehaltsforderung (plus 10 %) präzise nennen, ankern Sie das Gespräch um diesen Wert.

3. Relativieren Sie Ihren Gehaltswunsch

Setzen Sie Ihre Gehaltsvorstellung in Relation zu einer höheren Zahl. Sagen Sie zum Beispiel, dass man Fachkräften wie Ihnen im Durchschnitt 49.000 € bezahlt. Dann nennen Sie ein etwas niedrigeres Wunschgehalt: Schon klingen Ihre 46.900 € in Relation zu 49.000 € nicht mehr so hoch – und auch der Personaler muss sich jetzt finanziell auf Sie zubewegen.

4. Verhandeln Sie selbstbewusst

Vor allem Frauen starten die Gehaltsverhandlung oftmals zu schüchtern und defensiv. Kennen Sie Ihren Marktwert, dürfen Sie diesen selbstbewusst einfordern: „36.800 € im Jahr halte ich für angemessen.“ Natürlich dürfen Sie dabei nicht unverschämt werden, aber auch nicht zum Bittsteller schrumpfen. Sie verhandeln kein Almosen, sondern nicht weniger als den Gegenwert für Ihre Arbeit in den kommenden Jahren!

5. Vermeiden Sie den Konjunktiv

Bei einem Gespräch über eine Gehaltserhöhung ist der Konjunktiv absolut tabu. „Wäre es möglich“ oder „Würden Sie in Erwägung ziehen“ schwächt jedes Argument. Mit derart vagen Forderungen werden Sie nicht bekommen, was Sie verdienen. Liegt das Gegenangebot deutlich unter Ihren Vorstellungen, sollten Sie das nicht akzeptieren. Sie können dann immer noch über Alternativen wie mehr Urlaubstage, bezahlte Weiterbildungen, Jobticket oder betriebliche Altersvorsorge verhandeln. Oder Sie sagen deutlich, dass das Angebot unter Ihren Vorstellungen liegt und bitten um Bedenkzeit. In den seltensten Fällen wird man in einem Job glücklich, in dem man sich permanent unterbezahlt fühlt.

Bonus-Tipp: Sprechen Sie im Gespräch möglichst immer von einer „Gehaltsanpassung“, nicht von einer „Gehaltserhöhung“. „Erhöhung“ klingt zu sehr nach mehr Geld bezahlen ohne Grund. Bei einer „Anpassung“ schwingt mit, dass etwas bisher nicht korrekt war und deshalb mit dem Jobwechsel angepasst werden muss.


Was andere dazu gelesen haben