Headhunter Gespräch: Ablauf, Tipps, Fragen

Ein Headhunter Gespräch erfolgt nicht immer mit Ankündigung. Meldet sich am Telefon plötzlich und unerwartet ein Headhunter, wechseln sich Aufregung und Angst mit Stolz und Schmeichelei ab. Es spricht für Sie und Ihre Leistungen, wenn ein Headhunter zum Gespräch bittet – doch stehen Sie nun vor der Herausforderung, die ungewohnte Situation zu meistern. Wir erklären Ihnen, was im Headhunter Gespräch auf Sie zukommt und geben Tipps, wie Sie sich richtig verhalten, Fehler vermeiden und die wichtigsten Fragen klären…

Headhunter Gespräch: Ablauf, Tipps, Fragen

Headhunter Gespräch: Kein Grund zur Panik

Manch einem Arbeitnehmer verschlägt es regelrecht die Sprache, wenn das Telefon klingelt und ein Headhunter in der Leitung ist. Die Überraschung ist so groß, weil solche Anrufe nicht selten ohne vorherige Ankündigung und während der Arbeitszeit erfolgen.

Ihre Nervosität ist nachvollziehbar, doch gibt es keinen Grund, vor einem Headhunter Gespräch in Panik zu verfallen. Es handelt sich bei diesem Gespräch um einen völlig unverbindlichen Erstkontakt. Sie müssen keine endgültigen Entscheidungen treffen, Verhandlungen führen oder kurzfristig Ihren gesamten Karriereweg überdenken.

Im Kern geht es beim Headhunter Gespräch darum, Ihnen von einem möglichen Jobangebot zu berichten und Ihr grundsätzliches Interesse an einem solchen Wechsel zu erfragen.

Verschiedene Arten von Headhunter Gesprächen

Headhunter Gespräch Arten UnterschiedEin solch telefonischer Erstkontakt ist eine häufige und verbreitete Variante von Headhunter Gesprächen. Die Hintergründe können bei solchen Anrufen verschieden sein: Einige Headhunter suchen Kontakt zu interessanten Kandidaten – auch wenn es aktuell keinen Auftrag von Unternehmen und damit keine konkrete Position gibt, die zu besetzen ist.

Es wird vielmehr ein Pool an Mitarbeiter aufgebaut, um sofort eine Auswahl bieten zu können, wenn ein Unternehmen sich auf Mitarbeitersuche begibt und den Headhunter mit der Aufgabe betraut.

Solche telefonischen Headhunter Gespräche werden allerdings auch bei einem vorliegenden Suchauftrag geführt. Hier erhalten potenzielle Kandidaten bereits Informationen zum Stellenangebot, bevor bei Interesse ein weiteres Gespräch vereinbart wird.

Neben dieser Art von Headhunter Gespräch gibt es die Möglichkeit, dass Sie zu einem persönlichen Austausch und Kennenlernen eingeladen werden. Diesen stehen oftmals als nächster Schritt an, nachdem Sie am Telefon Ihr Interesse bekundet haben.

Persönliche Headhunter Gespräche finden meist in den Büroräumen des Personalberaters statt, unter Umständen kann das Treffen auch in einem Hotel stattfinden, in das Sie eingeladen werden. Es handelt sich dabei um eine Art von Vorstellungsgespräch, in dem noch einmal Ihre Eignung und Motivation überprüft wird. Headhunter führen viele solcher Gespräche, bevor passende Kandidaten bei Unternehmen vorgestellt werden.

In seltenen Fällen findet das persönliche Gespräch auch gleich beim potenziellen neuen Unternehmen statt. Oftmals ist der Headhunter anwesend, weil er am Prozess der Personalfindung und -auswahl beteiligt ist. Bei dieser Form werden Sie gleich dem möglichen Arbeitgeber vorgestellt und müssen im Auswahlgespräch überzeugen.

Ablauf: Was kommt auch mich zu?

Werden Sie zu einem persönlichen Headhunter Gespräch eingeladen, haben Sie einige Zeit, sich darauf vorzubereiten. Sie wissen, wie Sie sich präsentieren wollen, können sich noch einmal Ihren Lebenslauf vor Augen führen und das Gespräch üben.

Anders sieht es beim unangekündigten Anruf aus. Die gute Nachricht: Solche Headhunter Gespräche laufen immer nach einem ähnlichen Muster ab. Das können Sie bei einem Anruf vom Headhunter erwarten:

  • Vorstellung des Headhunters

    Das Headhunter Gespräch beginnt damit, dass Ihr Gesprächspartner sich Ihnen vorstellt. Sie wissen anfangs schließlich nicht, wer genau am anderen Ende der Leitung sitzt. Hier erfahren Sie Namen und auch die mögliche Beratung oder Agentur, mit der ein Headhunter zusammenarbeitet. Es kann hilfreich sein, sich diese Daten aufzuschreiben.

  • Frage nach Zeit und Diskretion

    Bevor es um Details geht uns das eigentliche Headhunter Gespräch beginnt, wird fast immer gefragt, ob Sie gerade Zeit für ein kurzes Gespräch haben und ob es Ihnen gerade passt. Wenn Kollegen oder gar der Chef direkt neben Ihnen sitzen, wollen Sie schließlich nicht über einen möglichen Wechsel reden. Falls die Situation gerade schlecht ist, können Sie einen späteren Zeitpunkt für einen Rückruf vereinbaren.

  • Schilderung der Position

    Ruft der Headhunter vor dem Hintergrund einer konkreten Stelle an, wird es Ihnen die wichtigsten Informationen schildern. Dazu gehören Arbeitgeber, genaue Position, möglicher Arbeitsbeginn und die voraussichtlichen Aufgaben.

  • Frage nach Interesse

    Ein wichtiger Punkt des Gesprächs, ist die Frage, ob Sie überhaupt Interesse daran haben, Ihren aktuellen Job zu wechseln. Headhunter sind natürlich auf der Suche nach Kandidaten, die an andere Unternehmen vermittelt werden können. Fehlt bei Ihnen diese Bereitschaft, ist das Headhunter Gespräch für beide Seiten nicht zielführend.

  • Vereinbarung eines weiteren Gesprächs

    Sind Sie grundsätzlich interessiert und haben ein gutes erstes Headhunter Gespräch geführt, kann zum Abschluss ein weiterer Termin vereinbart werden.

Headhunter Gespräch Ablauf Tipps

Tipps für das Headhunter Gespräch

Beim Headhunter Gespräch haben Sie von Anfang an gute Karten: Immerhin ist der Anrufer auf Sie aufmerksam geworden, hält Sie innerhalb eines Unternehmens oder gar der Branche für einen besonders interessanten und guten Mitarbeiter. Trotzdem liegt es an Ihnen, sich im Headhunter Gespräch professionell zu präsentieren.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, das Headhunter Gespräch erfolgreich zu meistern und den richtigen Eindruck zu hinterlassen:

  • Agieren Sie nicht zu überrascht

    Im ersten Moment kommt der Anruf vom Headhunter unerwartet, doch sollten Sie sich Überraschung nicht anmerken lassen. Besser ist es, wenn Sie selbstbewusst auftreten. Sie haben seit einiger Zeit Erfolge gesammelt, Leistungen erbracht und gutes Eigenmarketing betrieben – so war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Headhunter auf Sie aufmerksam werden musste.

    Auf der anderen Seite sollten Sie nicht arrogant werden. Das macht unsympathisch. Sie dürfen sich geschmeichelt fühlen, denn ein Headhunter Gespräch ist ein Kompliment für Ihre Arbeit, übertriebene Eitelkeit und Starallüren sind hingegen ein Tabu.

  • Achten Sie auf Privatsphäre

    Bevor Sie lauthals antworten Ach, ein gutes Jobangebot bei einem tollen Arbeitgeber? Ja, das klingt wirklich interessant… sollten Sie sich vergewissern, dass Sie für das Headhunter Gespräch Ihre Ruhe haben. Ihr aktueller Chef hört bestimmt nicht gerne mit, dass Sie zur Konkurrenz wechseln wollen.

    Zudem ist beim ersten Gespräch noch gar nichts zum neuen Job sicher. Der negative Eindruck, den Vorgesetzte und Kollegen bekommen, bleibt aber in jedem Fall bestehen.

  • Antworten Sie ehrlich

    Sie müssen bei einem Headhunter Gespräch nicht aus Höflichkeit Interesse an einem Wechsel vorspielen. Wenn Sie sehr gerne in Ihrem jetzigen Job arbeiten, beim Arbeitgeber zufrieden sind oder aus anderen Gründen nicht an einer beruflichen Veränderung interessiert sind, ist es völlig in Ordnung, dies ehrlich zu sagen.

    Bleiben Sie dabei stets freundlich und professionell, bedanken Sie sich für den Anruf und das gezeigte Interesse und erklären Sie, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein Wechselwunsch besteht.

  • Hören Sie aufmerksam zu

    Trotz Nervosität beim Headhunter Gespräch ist es wichtig, dass Sie genau und aufmerksam zuhören. Sie erhalten in relativ kurzer Zeit viele wichtige Informationen. Um nichts zu verpassen, kann es sinnvoll sein, die wichtigsten Daten und Eckpunkte schriftlich festzuhalten und kurze Notizen zu machen.

    Sie erfahren im Headhunter Gespräch beispielsweise auch, wie Ihre Fremdwahrnehmung ist und wie Ihr aktueller Marktwert aussieht. Bei Unklarheiten oder wenn Sie unsicher sind, ist es völlig legitim, noch einmal nachzufragen und die Punkte zu klären.

  • Halten Sie es kurz

    Das erste Headhunter Gespräch sollte nicht ausufern. In der Regel reichen bereits ein paar Minuten aus, um die wichtigsten Rahmenbedingungen zu klären, das Interesse abzufragen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

  • Stellen Sie eigene Fragen

    Wenn Sie im Headhunter Gespräch noch offene Fragen haben, sollten Sie diese stellen. Vor allem, wenn diese entscheiden können, ob Interesse am Angebot besteht. Der Name eines Arbeitgebers plus der Titel der Position macht es schwierig, die eigenen Interessen abzuwägen.

    Fragen Sie nach, welche Aufgaben und Verantwortungsbereiche zur Stelle zählen, wie Ihr Bereich mit anderen zusammenarbeitet oder wo die Ziele des Unternehmens und speziell Ihres Jobs für die kommenden Monate und Jahre liegen. Je mehr Sie wissen, desto genauer können Sie einschätzen, ob ein Wechsel für Sie infrage kommt.

    Zusätzlich können Sie im Headhunter Gespräch bitten, dass Ihr Gesprächspartner Ihnen weitere Informationen per Mail zukommen lässt. Arbeiten Headhunter end mit Unternehmen zusammen, haben diese oftmals ein detailliertes Dossier zu Arbeitgeber und Position.

  • Tauschen Sie Kontaktinformationen aus

    Ist Ihr Interesse geweckt? Dann sollten Sie ein weiteres Headhunter Gespräch vereinbaren, um im Detail über die Möglichkeiten zu sprechen. Solche Folgegespräche finden entweder bei einem persönlichen Treffen oder bei einem weiteren Telefonat (über Ihre private Telefonnummer) statt.

    Sollte die angebotene Stelle für Sie nicht attraktiv sein oder kein akuter Wechselwunsch bestehen, ist es dennoch empfehlenswert, Kontaktinformationen mit dem Headhunter auszutauschen. Sie wissen nie, wie sich Ihre berufliche Situation verändert, ob in Zukunft ein besseres Angebot Ihres Traumjobs kommt oder ob sich Ihre Meinung bezüglich eines Wechsels ändert-

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
18. Juni 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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