Selbstpräsentation Assessment Center: Tipps + Aufbau

Die Selbstpräsentation im Assessment Center (AC) ist heute eine Standardaufgabe – oder Prüfung. Wer zum AC eingeladen wird, muss sich dabei kurz vorstellen: Innerhalb weniger Minuten gilt es, den eigenen Werdegang, relevante Erfahrungen und Erfolge vorzustellen sowie über die eigene Motivation zu sprechen, warum Sie sich hier beworben haben. Die Selbstvorstellung ist also Selbstlob pur – in freier Rede. Viele Bewerber haben davor Angst oder sind unsicher. Müssen Sie aber nicht! Wir zeigen, wie Sie die Selbstpräsentation im AC perfekt meistern…

Selbstpräsentation Assessment Center: Tipps + Aufbau

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Selbstpräsentation im Assessment Center: Nur Mut!

Wer zum Assessment Center eingeladen wird, darf erst einmal selbstbewusst sein: Die Bewerbung hat offenbar überzeugt – Sie sind in der engeren Wahl für den Job. Die Selbstpräsentationen ist zudem eine reine Formsache, die sich daheim und in der Vorbereitung gut üben und trainieren lässt. Genießen Sie also den Teilsieg und Vertrauensvorschuss.

Vielen Kandidaten ist die offene Selbstdarstellung unangenehm. Einige Bewerber empfinden das als pure Prahlerei, andere haben einfach nur Lampenfieber davor. Ist eben nicht jede(r) ein geborener Entertainer…

Aber darum geht es im Assessment Center auch gar nicht. Das Wichtigste in der Selbstpräsentation ist Authentizität. Die Selbstvorstellung sollte souverän sein, ja. Aber ebenso echt sein und Ihre Persönlichkeit spiegeln. Wie das gelingt, zeigen wie Ihnen jetzt – Schritt für Schritt.

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Tipps für die Selbstpräsentation im Assessment Center

1. Vorbereitung

Der erste Schritt für eine erfolgreiche Selbstpräsentation im Assessment Center ist gründliche Recherche. Versuchen Sie vorab zu viele Informationen wie möglich über den potenziellen Arbeitgeber in Erfahrung zu bringen: Welche Werte hat das Unternehmen? Welche Produkte, Dienstleistungen, Standorte gibt es? Was sagen die Führungskräfte in Medien-Interviews über künftige Pläne oder Märkte? Was sind die besonderen Anforderungen des Jobs, auf den Sie sich bewerben? Und: Gibt es auf der Firmenseite oder in sozialen Netzwerken Hinweise auf bisherige Assessment Center? Worauf legen die Prüfer besonders wert?

Je mehr Informationen Sie kennen, desto besser können Sie sich vorbereiten – und desto sicherer werden Sie sich später fühlen. Die Prüfungsangst kann sich dann gar nicht erst breit machen.

2. Selbstreflexion

Im zweiten Schritt geht es immer noch nicht um die eigentliche Selbstpräsentation im Assessment Center, sondern um SIE. Ermitteln Sie (mithilfe des Lebenslaufs), welche Stärken und Qualifikationen Sie besonders auszeichnen und zur angestrebten Position perfekt passen. Kurz: Die Selbstreflexion soll helfen, Ihre Alleinstellungsmerkmale zu identifizieren.

Gleichen Sie dazu die Anforderungen in der Stellenanzeige mit Ihrem Werdegang ab. Welche Fähigkeiten sind für das Unternehmen besonders relevant? Was war Ihre Motivation, sich hier zu bewerben? Warum sind Sie der oder die richtige Kandidat/in für diesen Job? Ziel ist, genau diese Argumente und Alleinstellungsmerkmale später in der Selbstpräsentation einzubauen und zu betonen.

3. Aufbau

Die Vorbereitung ist nun abgeschlossen, ab jetzt planen Sie den Aufbau der Selbstpräsentation. Diese dauert in der Regel drei bis maximal fünf Minuten und ist eine freie Rede. Soll sie länger dauern, können sie dazu Medien wie eine Powerpoint-Präsentation oder Keynote (Apple) einsetzen. Die trägt zur Auflockerung eines längeren Vortrags erheblich bei.

Wie Sie Ihre Selbstpräsentation aufbauen, hängt in erster Linie von persönlichen Vorlieben und dem Werdegang ab. Dies kann ein chronologischer Aufbau sein oder ein thematischer. Der Aufbau sollte nur stringent, strukturiert und nachvollziehbar sein. Der rote Faden muss für den Personaler erkennbar sein, sonst kann er der Präsentation nicht folgen. Wer die Rede besonders originell halten will, kann die Selbstpräsentation auch an seinem persönlichen Leitmotiv entlang erzählen. Hier ein Beispiel für eine chronologische Selbstpräsentation im Assessment Center:

Selbstpräsentation Inhalt Aufbau Beispiel

  1. Name, Alter, persönlicher Hintergrund
  2. Ausbildung/Studium, höchster Abschluss
  3. Fachrichtung, Schwerpunkte
  4. Werdegang: Erfahrungen + Erfolge
  5. Zusatzqualifikationen: Praktika, Zertifikate
  6. Hobbys, Interessen, Soft Skills
  7. Motivation für diesen Job

4. Training

Nachdem der Aufbau steht, folgt die Generalprobe: Üben Sie Ihre Selbstpräsentation solange, bis Sie diese frei erzählen können. Es darf aber nicht auswendig gelernt oder vorgetragen klingen. Merken Sie sich daher nur die wichtigsten Eckpunkte und Schlüsselbegriffe. Den Rest erzählen Sie live dazu. Trainieren Sie die Präsentation zudem vor dem Spiegel, vor der Handykamera oder vor Freunden. Deren Feedback ist besonders wertvoll: Wie haben Sie gewirkt? War alles schlüssig dargelegt? Stimmte die Körpersprache dabei?

Wenn Sie noch eine originelle Struktur für die Selbstpräsentation im Assessment Center suchen, können Sie sich auch an der Formel: „Ich bin… Ich kann… Ich will…“ orientieren. Danach erzählen Sie im ersten Teil etwas über sich selbst; im zweiten Teil über Ihre Stärken und besonderen Talente; im dritten schließlich wie Sie diese im Job nutzen wollen. Der Aufbau hat sich schon viele Male bewährt und kommt bei Personalern durchweg gut an.

5. Performance

Der große Tag ist da – nun heißt es die gründliche Vorbereitungen umzusetzen. Die Basics – angemessene Kleidung, ordentlicher Händedruck zur Begrüßung und anhaltender Blickkontakt – kennen Sie. Dazu bitte immer viel lächeln (macht sympathisch) und einen sicheren Stand einzunehmen. Bewahren Sie Haltung, im wahrsten Sinne des Wortes. Gerades Stehen vermittelt Selbstbewusstsein und sorgt für eine feste, klare Stimme.

Ein Tipp gegen Nervosität: Legen Sie nicht sofort los mit dem Vortrag, sondern sammeln Sie sich kurz, nehmen Sie mit einem Lächeln Ihre Position ein und atmen Sie langsam und tief durch. Je bewusster Sie das tun, desto ruhiger werden Sie (wirken). Und falls Sie per Whiteboard oder Flipchart präsentieren: Bleiben Sie im Mittelpunkt! Die Folien spielen nur eine unterstützende Nebenrolle. Am Ende des Vortrags bedanken Sie sich bei den Zuhörern für die Aufmerksamkeit und setzen sich wieder hin.

Assessment Center: Alternative Präsentationen

Neben der klassischen Selbstpräsentation können Sie im Assessment Center auch Varianten davon erwarten. Denkbar sind zum Beispiel:

  1. Teamvorstellung
    Hierbei werden vorab Teams gebildet, in denen sich die Bewerber nach kurzer Vorbereitungszeit gegenseitig vorstellen. Sie sprechen bei der „Selbst“-Präsentation also gar nicht über sich selbst, sondern über den Sitznachbarn oder das Teammitglied. Bei dieser AC-Übung interessiert die Personaler vor allem, WIE sie präsentieren: Auf welche Details achten Sie? Wo legen Sie Schwerpunkte? Ist der Vortrag charmant, wohlwollend, unterhaltsam und flüssig? Gerade weil es nicht um Sie selbst, sondern vielleicht einen Konkurrenten geht, sollten Sie besonders viel Teamplay beweisen.
  2. Gegenstand
    Bei dieser Variante wird erwartet, dass Sie sich mittels eines Bildes oder Gegenstandes selbst präsentieren. Die Selbstpräsentation wird damit zur spontanen Herausforderung, weil ein unerwartetes Element hinzugefügt wird. In dem Fall steht Ihre Flexibilität und Vorstellungskraft auf dem Prüfstein.
  3. Stehgreifpräsentation
    Sie sollen zu einem aktuellen Thema Stellung beziehen. Das kann beispielsweise der Klimaschutz oder ein Fahrverbot in Innenstädten sein. Oder eine aktuelle Entwicklung, die den Arbeitgeber betrifft (daher auch die gründliche Recherche vorab!). Bei dieser Präsentationsform prüfen Personaler, ob Sie der Stegreifrede einen roten Faden und Struktur geben können – und ob Sie die Zuhörer von Ihrer Argumentation überzeugen können. Diese Übung kommt öfter bei Beraterjobs oder im Vertrieb.


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Die Grenzen der Selbstpräsentation

Sie haben viel Zeit in Ihre Vorbereitung gesteckt, sich informiert, den Aufbau der Selbstpräsentation optimiert. Jetzt sollten Sie vor allem Ihre Souveränität trainieren. Es kann sein, dass Sie manche Recruiter durch Störmanöver wie kritische oder provokante Nachfragen aus der Reserve locken wollen. Versuchen Sie stets, professionell darauf zu antworten. Kein Gegenangriff, kein Beleidigtsein. Sie sind ganz Profi – und nehmen das als das, was es ist: eine sportliche Herausforderung und kurzer Stresstest.

Was Sie ohnehin nie beeinflussen können, sind Sympathie oder Erwartungen. Bei aller Vorbereitung: ein Restrisiko bleibt immer. Das ist aber nicht tragisch – den Mitbewerbern geht es genauso. Und sollte es nicht klappen: Sehen Sie es als wertvolle Übung und Generalprobe für den Traumjob, der noch kommt…

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[Bildnachweis: Vectorium by Shutterstock.com]

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