Kurzvorstellung: Originelle Vorstellung von sich selbst

Die Kurzvorstellung ist der Teil im Bewerbungsgespräch, der Bewerbern oft einen Kloß im Hals wachsen lässt: In möglichst kurzer Zeit, 60-90 Sekunden, müssen sie eine überzeugende Selbstvorstellung präsentieren – inklusive wichtiger Stärken, Alleinstellungsmerkmale, Vorteile für Unternehmen oder Arbeitgeber. Das gelingt nur mit gründlicher Vorbereitung und einem cleveren Aufbau. Wir zeigen, wie Sie eine professionelle Kurzvorstellung erstellen, welche Inhalte hineingehören und wie Sie diese souverän darbieten…

Kurzvorstellung: Originelle Vorstellung von sich selbst

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Kurzvorstellung der eigenen Person: Kurz + knapp

Die Kurzvorstellung ist längst nicht nur Teil von Vorstellungsgesprächen. Immer wieder wird es Momente im Leben geben, in denen Sie sich vorstellen und etwas über sich erzählen müssen. Zum Beispiel gegenüber neuen Kunden oder Geschäftspartnern, auf Messen oder auf dem gesellschaftlichen Parkett oder als virtuelle Kurzvorstellung in einem Zoom-Meeting. Immer geht es darum, zu sagen, wer man ist und die eigene Expertise überzeugend herauszuarbeiten.

Weil es unhöflich wäre, Ihren Gesprächspartner 10 Minuten lang mit Ihrer kompletten Berufsbiographie zu langweilen, müssen Sie sich kurz fassen. Die Kurzvorstellung (englisch = short introduction) ist vergleichbar mit einem knackigen Werbespot: Sie dient dazu, den anderen kurz und kompakt auf den Stand zu bringen, damit sich dieser einen ersten Eindruck machen kann:

  • Mit wem habe ich es zu tun?
  • Wieso ist diese Person für mich interessant?
  • Über welche Fähigkeiten verfügt sie?
  • Welchen Vorteil habe ich von dieser Bekanntschaft?
  • Wie können wir uns gegenseitig behilflich sein?
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Inhalt: Was gehört alles in eine Kurzvorstellung?

Für jede Kurzvorstellung gilt: nicht labern – kommen Sie in wenigen Sätzen zum Punkt. Orientieren können Sie sich am sogenannten Elevator Pitch. Die Idee dazu stammt von amerikanischen Vertrieblern, die potenzielle Kunden in einer 60-sekündigen Aufzugfahrt (englisch: „elevator“) möglichst einprägsam überzeugen wollten.

Der Inhalt der persönlichen Vorstellung variiert allerdings je nach Einsatzbereich. Für einen Personaler im Vorstellungsgespräch sind andere Informationen relevant als wenn Sie sich abends vor dem Theater der Frau Ihres Sportkameraden vorstellen. Unabhängig vom Anlass: Eine originelle Vorstellung von sich selbst enthält immer folgende Elemente:

  • Persönliche Daten

    Nennen Sie zunächst immer Ihren Vor- und Nachnamen. Je nach Anlass können auch Informationen zum Alter oder zum Wohnort beziehungsweise zur Heimat (im Ausland) für Ihr Gegenüber nützlich sein. Beispiel: „Hallo, mein Name ist Max Muster, ich bin 36 und komme aus Köln…“

  • Beruflicher Hintergrund

    Bei offziellen Anlässen und im beruflichen Kontext ist die zweitwichtigste Information, welchen Beruf Sie ausüben. Dazu kommen 1-2 wesentliche Karrierestationen Ihrer Vita. Beispiel: „Ich bin Autor und habe schon 5 Bestseller geschrieben, vielleicht kennen Sie mein jüngstes Buch – die Karrierebibel?“ Achten Sie darauf, dass dieser Teil knapp ausfällt, da er sonst zu prahlerisch wirken kann.

  • Individuelle Stärken

    Nun arbeiten Sie heraus, was Sie auszeichnet, worin Ihre Stärken liegen, welche Erfolge für Ihr Gegenüber interessant sein könnten. Dies ist der längste und schwierigste Teil der Kurzvorstellung, weil Sie darin antizipieren müssen, was für Ihren Gesprächspartner von Interesse ist. Hier wecken Sie Neugier und Sympathien.

  • Authentische Art

    Damit die Vorstellung von sich originell und persönlich wirkt, sollten Sie nur Worte nutzen, die zum Umfeld passen (und möglichst wenige Fachbegriffe). Versteht man Sie nicht, empfinden die meisten Unbehagen oder finden Sie abgehoben. Je einfacher und natürlicher Sie sich vorstellen, desto mehr Selbstbewusstsein strahlen Sie aus. Und: immer lächeln und Blickkontakt halten!

  • Überzeugte Präsentation

    Bitte niemals die Vorstellung herunterleiern! Je mehr Begeisterung, Leidenschaft und Gefühle Sie dort hineinlegen, desto mehr springt davon über. So werden selbst Fähigkeiten, Kenntnisse und Zielvorstellungen spannend. Spiegeln Sie Ihre Freude und das Interesse an der Begegnung in Ihrer Mimik – und das Ganze überträgt sich auf Ihren Zuhörer.

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Kurzvorstellung Tipps für den Aufbau

Im Idealfall offenbart die Kurzvorstellung eine Win-win-Situation: Sie betreiben ein bisschen Werbung in eigener Sache – Ihr Gegenüber spürt, dass diese Begegnung für beide Seiten von Vorteil ist. Für den Aufbau einer Kurzvorstellung haben wir daher zwei Muster und Beispiele zusammengestellt, die sich schon oft bewährt haben.

Kurzvorstellung nach dem AIDA-Modell

Diese Form der Kurz- beziehungsweise Selbstvorstellung eignet sich vor allem für Bewerbungsgespräche oder Verkaufsgespräche. In beiden Fällen müssen Sie einen Unternehmensbezug herstellen und klarmachen, wie Ihr Gegenüber (Personaler, Kunde) von Ihrem Angebot (Dienstleistung, Produkt) profitiert. Kurz: Warum sollte man Sie einstellen oder von Ihnen kaufen?

Die sogenannte AIDA-Formel ist dafür ideal, weil Sie damit innerhalb von 60 bis 90 Sekunden perfekt Ihre Potenziale mit einem Call-to-action verbinden. Der Begriff ist ein Akronym, die Buchstaben stehen für die vier Schritte, mit denen Sie in der Kurzvorstellung überzeugen:

Kurzvorstellung Selbstvorstellung Aida Formel Elevator Pitch

  1. Attention
    Verschaffen Sie sich Aufmerksamkeit. Noch vor Gesprächsbeginn kann eine offene, sichere Art durch Mimik und Körpersprache einen echten Mehrwert für das Unternehmen signalisieren.
  2. Interest
    Kommen Sie direkt zum Punkt: Wecken Sie das Interesse Ihres Gegenübers: Was braucht das Unternehmen, was Sie bieten können? Beispiel: „Ich möchte Ihnen gleich zu Beginn drei Gründe nennen, warum Sie von mir als neuem Mitarbeiter profitieren werden: 1. … 2. … 3. …“
  3. Desire
    Streichen Sie Ihre Vorzüge heraus, sodass der Gewinn erkennbar ist, wenn das Unternehmen auf Sie und nicht auf den Mitbewerber oder Konkurrenten zurückgreift.
  4. Action
    Beenden sollten Sie Ihre Kurzvorstellung nach der AIDA-Formel stets mit einer Frage oder Aufforderung – dem sogenannten Call-to-action. Beispiel: „Klingt das interessant für Sie? Wie wollen wir weitermachen?“

Kurzvorstellung nach der 3-Schritte-Formel

Bei der Gliederung Ihrer Kurzvorstellung können Sie sich ebenso an der Formel „Ich bin – ich kann – ich will“ orientieren. Sie eignet sich ebenfalls für die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch.

  1. Ich bin
    Stellen Sie sich kurz mit Namen und Alter vor. Dann beschreiben Sie kurz Ihre aktuelle berufliche und persönliche Situation. Beispiel: „Ich bin Susanne Muster, 25 Jahre alt und werde in diesem Semester mein Studium an der Universität Münster mit dem Master abschließen. Das Thema meiner Thesis lautet: …“
  2. Ich kann
    Das ist der Hauptteil. Hier führen Sie die relevanten Stationen Ihres Lebenslaufs auf, nennen Kompetenzen und erzielte Erfolg. Beispiel: „Als Key Account Managerin war ich in den vergangenen zwei Jahren dafür verantwortlich neue Kunden im Bereich XYZ zu finden und diese nachhaltig zu betreuen. Dabei konnte ich nicht nur die Umsätze um rund zwei Millionen steigern, sondern auch einige Punkte im Kundenbeziehungsmanagement verbessern, was Sie in der ausgeschriebenen Position vor allem interessieren dürfte…“
  3. Ich will
    Zum Abschluss garnieren Sie Ihr Plädoyer noch mit den Motiven, warum Sie sich hier beworben haben und was Sie sich mit der Position versprechen oder welchen Mehrwert Sie bieten können. Beispiel: „Diese Erfahrungen möchte ich nun gerne nutzen, um mich in Ihrem Haus weiterzuentwickeln. Meine Stärken passen gut zu Ihrer Marke und den Herausforderungen der Position, die ich gerne so und so einsetzen würde…“
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Kurzvorstellung Beispiel (Bewerbung)

Können Sie sich bitte kurz vorstellen?

Klar. Mein Name ist Max Muster, ich bin 27 und komme aus München.

Ich habe an der LMU 10 Semester BWL studiert und mit dem Master abgeschlossen.

Während des Studiums habe ich mich vor allem auf den Bereich Marketing, insbesondere Online-Marketing spezialisiert.

Zusätzlich habe ich dieses Wissen in zwei Praktika bei namhaften Agenturen vertieft und dort unter anderem für Kunden die Facebook- und Instagram-Kanäle aufgebaut und betreut.

Bei einem 6-monatigen Auslandssemester konnte ich zuusätzlich Einblicke in die Arbeit einiger kalifornischer Startups gewinnen. Gerade im Bereich Social Media Marketing sind die uns weit voraus.

Diese praktischen Erfahrungen, vor allem im Bereich des lokalen und Micro-Influencer-Marketings, passen aus meiner Sicht sehr gut zu den Anforderungen dieser Stelle. Und ich glaube mein Wissen hier gewinnbringend für Sie einsetzen und erweitern zu können.

Kurzvorstellung: Wann braucht man sie?

Egal, ob Sie Menschen im beruflichen Zusammenhang oder in privater Atmosphäre begegnen: Bei der Kurzdarstellung geht es immer um Selbstmarketing. Sie wollen kompetent, sympathisch und vertrauenswürdig rüberkommen und das Interesse des anderen wecken, sodass sich beispielsweise Nachfragen ergeben. In diesen Situation profitieren Sie von einer überzeugenden Kurzvorstellung:

  • Berufliches Umfeld

    Die Kurzvorstellung hilft, wenn Sie auf Messen oder Kongressen unterwegs sind, eine neue Stelle anfangen oder sich einem neuen Kollegen vorstellen. Ebenso bei Kunden und Lieferanten.

  • Gesellschaftliche Anlässe

    Benötigt wird die Selbstvorstellung ebenfalls, wenn Sie zum Firmenjubiläum eine Rede halten. Oder wenn Sie abends nach dem Theater oder auf gesellschaftlichen Empfängen unbekannten Menschen begegnen.

  • Netzwerktreffen

    Auf Treffen von Alumni-Gruppen, Barcamps oder Berufsverbänden treffen Sie ebenfalls Menschen aus derselben Branche, die für Ihre weitere Entwicklung wichtig sein können. Umso besser, wenn Sie mit einer knackigen Kurzvorstellung glänzen können.

  • Telefonate

    Ganz gleich, ob Sie sich irgendwo initiativ bewerben, mit einem Headhunter telefonieren oder ein Telefoninterview haben: Jedes Telefonat beginnt damit, dass sich die Teilnehmer erst einmal kurz selber vorstellen. Der erste Eindruck dabei prägt meist den weiteren Gesprächsverlauf.

  • Vorstellungsgespräche

    Assessment Center wie das Jobinterview kommen nicht ohne aus: „Erzählen Sie doch mal etwas über sich“ – so wird die Aufforderung zur Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch meist eingeleitet. Dann gilt es, alle wichtigen Informationen in 60 bis 90 Sekunden unterzubringen.

  • Seminare

    Kaum ein Seminar, ganz gleich ob an der Uni, Volkshochschule oder anderen Bildungseinrichtungen, kommt ohne Kurzvorstellung aus. Bevor Sie Ihren Vortrag beginnen, stellen Sie sich prägnant und präzise vor.

Und jetzt wissen Sie auch, wie das geht. Wir wünschen: viel Erfolg!

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[Bildnachweis: Macrovector by Shutterstock.com]

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