Kurzvorstellung: So punkten Sie bei der Selbstvorstellung

Die Kurzvorstellung ist der Teil im Bewerbungsgespräch, der unerfahrenen Bewerbern die Spucke wegbleiben und dafür einen Kloß im Hals wachsen lässt: In einer möglichst kurzen Zeit eine zutreffende Selbstvorstellung hinzubekommen, scheint eine Herausforderung zu sein. Dabei rechnet es sich, zuvor eine Kurzvorstellung der eigenen Person verfasst zu haben, denn diese Vorarbeit leisten Sie einmal und dann reicht es für eine gewisse Zeit. Erst für den Fall entscheidender neuer Abschlüsse oder eines Berufswechsel können Sie die Kurzvorstellung neu überarbeiten. Wie Sie sich knapp und überzeugend präsentieren, erklären wir Ihnen hier…

Kurzvorstellung: So punkten Sie bei der Selbstvorstellung

Kurzvorstellung der eigenen Person: Kurz und knapp

Immer wieder wird es Momente in Ihrem Leben geben, in denen Sie über sich etwas erzählen müssen. Die Kurzvorstellung der eigenen Person ist längst nicht nur Teil von Vorstellungsgesprächen.

Andere Einsatzbereiche können das gesellschaftliche und das berufliche Parkett sein. Generell im Kontakt mit Unternehmen, etwa als Geschäftspartner oder auf Messen, werden Sie Ihrem Gegenüber erklären wollen, mit wem er oder sie es zu tun hat. Dabei geht es darum, die eigene Expertise überzeugend herauszuarbeiten.

Da es schlichtweg unhöflich wäre, Ihren Gesprächspartner zehn Minuten lang mit Ihrer kompletten Berufsbiographie zu langweilen, müssen Sie sich kurz fassen. Bei einer Kurzvorstellung (englisch = short introduction) geht es in erster Linie darum, den anderen kurz auf den Stand zu bringen, damit dieser sich einen ersten Eindruck verschaffen kann:

  • Mit wem habe ich es zu tun?
  • Wieso ist diese Person für mich interessant?
  • Über welche Fähigkeiten verfügt sie?
  • Welchen Vorteil habe ich von dieser Bekanntschaft?
  • Wie können wir uns gegenseitig behilflich sein?

Kurzvorstellung Vorstellungsgespräch: Überzeugen mit dem Elevator Pitch

Der Elevator Pitch beschreibt das Prinzip der Kurzvorstellung am besten. Die Idee stammt von amerikanischen Vertrieblern, die den Ehrgeiz hatten, potenzielle Kunden in der sechzigsekündigen Fahrt mit dem Aufzug (amerikanisch: elevator) von ihrem Produkt zu überzeugen.

Für die Selbstvorstellung in Bewerbungsgesprächen ist dieses Prinzip ideal, denn erfahrungsgemäß haben Personaler nicht die allermeiste Zeit und die Kurzvorstellung macht nur einen Teil des Bewerbungsgespräches aus. Darin sollten Sie allerdings nicht einfach Ihren Lebenslauf eins zu eins aufsagen.

Wichtig ist für die Kurzvorstellung, dass Sie es schaffen, den Unternehmensbezug herzustellen. Die gleichen Fragen wie oben interessieren auch den Personaler in leicht modifizierter Form: Warum sollte er Sie einstellen, über welche Fähigkeiten verfügen Sie, die für das Unternehmen von großem Interesse sind?

Im Idealfall stellt sich die Kurzvorstellung als Win-win-Situation heraus: Der Personaler erkennt in Ihnen großes Potenzial und Sie haben den Job. Sie wiederum haben eine Stelle, bei der Sie große Förder- und Aufstiegsmöglichkeiten entdeckt haben.

Kurzvorstellung für Unternehmen und Bewerbung

Es ist gar nicht so schwer, die Kurzvorstellung auf den Punkt zu bringen, hat man sich einmal die Mühe gemacht. Je nach Einsatzbereich sollten Sie verschiedene Versionen für Ihre kurze persönliche Vorstellung parat haben. Denn natürlich sind für einen Personaler andere Informationen relevant als wenn Sie sich abends vor dem Theater der Frau Ihres Sportkameraden vorstellen.

Aber egal, ob Sie in beruflichen Zusammenhängen oder in privaten anderen Menschen begegnen: Bei Ihrer Kurzdarstellung geht es immer um Selbstmarketing. Sie wollen kompetent, sympathisch, vertrauenswürdig herüberkommen und das Interesse des anderen wecken, so dass sich beispielsweise Nachfragen ergeben.

Situationen, in denen Sie eine Kurzvorstellung brauchen:

  • Berufliches Umfeld

    Die Kurzvorstellung brauchen Sie, wenn Sie auf Messen unterwegs sind, eine neue Stelle anfangen oder sich einem neuen Kollegen vorstellen, ebenso bei Kunden und Lieferanten.

  • Gesellschaftliche Anlässe

    Wenn Sie beispielsweise anlässlich eines Firmenjubiläums eine Rede halten, ebenso, wenn Sie abends nach dem Theater oder auf gesellschaftlichen Empfängen anderen Menschen begegnen.

  • Netzwerktreffen

    Auf Treffen von Alumni-Gruppen, Barcamps, von Berufsverbänden und dergleichen begegnen Sie Menschen aus derselben Branche, die für Ihre weitere Entwicklung sehr wichtig sein können – umso besser, wenn Sie mit einer knackigen Selbstvorstellung überzeugen können.

  • Telefonate

    Ganz gleich, ob Sie sich irgendwo initiativ bewerben, mit einem Headhunter telefonieren oder bereits ein Telefoninterview haben: Mit einem Telefonat können Sie binnen kurzer Zeit vergleichsweise viele Menschen von sich überzeugen.

  • Vorstellungsgespräche

    Assessment Center wie auch das klassische Jobinterview kommen nicht ohne aus: „Erzählen Sie doch mal etwas über sich“ – so wird die Aufforderung zur Selbstvorstellung im Bewerbungsgespräch meist eingeleitet. Und dann gilt es, alle wichtigen Informationen in 60 bis 90 Sekunden unterzubringen.

  • Seminare

    Kaum ein Seminar, ganz gleich ob an der Uni, Volkshochschule oder anderen Bildungseinrichtungen, kommt ohne Kurzvorstellung aus.

Kurzvorstellung Inhalt: Am AIDA-Modell orientieren

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Innerhalb von 60 bis 90 Sekunden wollen Sie wesentliche Informationen über sich vermitteln. Orientieren können Sie sich dabei am AIDA-Modell, das Akronym steht für folgende Punkte:

  • Attention: Verschaffen Sie sich Aufmerksamkeit; noch vor Gesprächsbeginn kann eine offene Art durch Mimik und Körpersprache Redebereitschaft signalisieren. Mit dem, was Sie zu bieten haben, sollten Sie einen echten Mehrwert für das Unternehmen darstellen.
  • Interest: Wecken Sie die Neugier und das Interesse Ihres Gegenübers: Was braucht das Unternehmen, was Sie bieten können?
  • Desire: Streichen Sie Ihre Vorzüge klar heraus, so dass beispielsweise der Gewinn erkennbar ist, wenn das Unternehmen auf Sie und nicht auf den Mitbewerber oder Konkurrenten zurückgreift.
  • Action: Sie können Ihre Kurzvorstellung mit einer Frage oder Aufforderung beenden.

Kurzvorstellung schreiben: In der Kürze liegt die Würze

Es ist besser, sich vorab einige zentrale Punkte zu verdeutlichen, die Ihnen für den jeweiligen Anlass wichtig sind. Und so können Sie die Kurzvorstellung schreiben:

  • Persönliche Daten

    Im Vorstellungsgespräch werden Sie Ihren Namen nicht erneut nennen müssen, wohl aber, wenn Sie sich anderen Menschen auf Kongressen vorstellen wollen. Name und Beruf kommen zu Beginn.

  • Berufliche Stationen

    Hier liefern Sie einen Überblick über die wesentlichen Karrierestationen in Ihrer Vita. Achten Sie darauf, nur für die derzeitige Stelle relevante Informationen auszuwählen, da Sie sonst wertvolle Zeit verschwenden und dem Personaler eher einen wenig stringenten Eindruck vermitteln.

  • Authentische Art

    Wählen Sie Worte, die Sie üblicherweise benutzen, wenn Sie sich in diesem Umfeld bewegen. Wer plötzlich mit Begrifflichkeiten um sich wirft, die ihm wenig vertraut sind, wird Unbehagen empfinden und ausstrahlen. Stattdessen ist es wichtig, dass Sie bei Ihrer Kurzvorstellung so natürlich wie immer wirken und nicht einfach einen Vortrag herunterleiern.

  • Persönliche Stärken

    Arbeiten Sie heraus, was Sie ganz besonders auszeichnet, worin Ihre Stärken liegen, welche Erfolge Sie zu verzeichnen haben. Das sollte idealerweise zu dem Unternehmen passen, bei dem Sie sich gerade bewerben.

  • Überzeugte Präsentation

    Je mehr Sie selbst von dem überzeugt sind, was Sie tun, umso mehr Selbstsicherheit werden Sie ausstrahlen und umso eher werden Sie mit Begeisterung Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse vortragen können. Das wiederum wird sich in Ihrer Mimik und Art widerspiegeln und überträgt sich auf Ihren Zuhörer.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]

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25. Juni 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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