Rede halten - Alle wichtigen Tipps - Rede Hochzeit Geburtstag Einleitung
Eine gute Rede halten zu können, ist Kunst. Die Zuhörer sollen schließlich gebannt und aufmerksam lauschen und nicht gelangweilt vom Stuhl rutschen oder sich aus dem Raum stehlen, um die Ansprache zu umgehen. Einigen Menschen ist dieses Talent in die Wiege gelegt worden, und es gelingt ihnen scheinbar spielend leicht, ihr Publikum zu fesseln. Sollten Sie sich nicht dazu zählen, brauchen Sie aber auch nicht gleich panisch werden, wenn Sie eine Rede halten müssen. Ein guter Vortrag ist keine Rakentenwissenschaft. Mit der richtigen Vorbereitung und unseren Tipps wird auch Ihre Rede zum Erfolg...

Rede halten: In welcher Situationen befinden Sie sich?

Bevor wir uns mit der eigentlichen Rede beschäftigen, ist es entscheidend, sich den Anlass der Rede vor Augen zu führen. Nicht jede Redeform passt zu jedem Anlass, und die Art und Weise der Vorbereitung und Präsentation hängen stark davon ab, in welchem Zusammenhang Sie die Rede halten werden.

Die Situationen können vielfältig sein. Denken Sie zum Beispiel an...

  • Die Rede einer Führungskraft (vor der Belegschaft).
  • Die Rede auf einer Hochzeit.
  • Eine Geburtstagsrede.
  • Eine Begrüßungsrede.
  • Eine Abschiedsrede.
  • Die Rede auf einer Jubiläums-Feier.
  • Die Rede auf einer Informationsveranstaltung.
  • ...

Solche Gelegenheiten finden sich zuhauf. Aber schon diese Beispiele machen klar, dass unterschiedliche Anlässe verschiedene Redestile verlangen. Profis unterscheiden hier übrigens zwischen einer...

  • Anlassrede (Hochzeit, Geburtstag, ...)
  • Gelegenheitsrede (Stegreifrede, Tischrede)
  • Informationsrede (Meeting, Kundenpräsentation, Belegschaft)
  • Überzeugungsrede (Kongress-Kenyote, Debatte, Plenum)

Es ist eben nicht das Gleiche, ob Sie als Manager vor Ihren Mitarbeitern sprechen, oder auf der Hochzeit Ihres besten Freundes eine Rede halten.

Für die folgenden Tipps gilt also:

Überlegen Sie bitte zuerst, welchen Anlass Ihr Vortrag hat, welche Bühne man Ihnen dafür bietet, wie groß das Publikum ist - und nicht zuletzt: Was die Zuhörer und Zuschauer erwarten.

Die verschiedenen Phasen einer Rede

Rede halten Hochzeit Geburtstag Einleitung BegrüßungBevor Sie eine (spontane) Rede halten, können Sie an den vier klassischen Phasen eines Vortrags orienieren. Dieser Aufbau kann Ihnen auch als Gedächtnisstütze bei einem Rede-Blackout helfen...

  1. Die Einleitung.

    Am Anfang Ihrer Rede geht es darum, die Aufmerksamkeit Ihres Publikums zu gewinnen und das Interesse zu wecken. Der erste Teil ist daher besonders wichtig. Er muss sitzen und einen ersten Höhepunkt darstellen. Gelingt es einem Redner nicht, das Publikum hier abzuholen, bleibt das Interesse schon am Anfang gering und es besteht die Gefahr, dass kaum noch jemand zuhört.

  2. Der Hauptteil.

    Nachdem Sie das Interesse der Zuhörer geweckt haben, kommen Sie im zweiten Teil zum Kern der Rede. Hier bringen Sie die Punkte an, die Sie sich bei Ihrer Vorbereitung (in der Mindmap) und bei der Recherche überlegt haben. Es ist das Herzstück des Vortrags.

  3. Die Beispiele.

    Unterstützt wird der Hauptteil normalerweise durch einige plastische Beispiele aus der Praxis, die das Gesagte verdeutlichen. Diese können auch genutzt werden, um ein kompliziertes Themengebiet verständlicher zu gestalten. Wichtig dabei: Beschreiben Sie Situationen aus dem Alltag des Publikums - so holen Sie die Zuhörer auch emotional ab.

  4. Der Schluss.

    Den Schluss einer Rede bildet normalerweise eine Zusammenfassung von dem, was Sie gesagt haben - die Quintessenz eben (maximal drei Kernbotschaften). Das kann aber auch ein bisschen langweilig werden. Wiederholen Sie daher zwar die wichtigsten Punkte, damit diese in Erinnerung bleiben. Aber formulieren Sie auch eine Art Pointe, um einen letzten Höhepunkt zu erzeugen. Auch eine Handlungsaufforderung ans Publikum kann einen schönen Abschluss der Rede bilden. Abschließend bedanken Sie sich kurz (!) für die Aufmerksamkeit beim Publikum.

Rede halten: Auf die Vorbereitung kommt es an

Vorbereitung ist die halbe Miete - so ist es auch bei einer Rede. Wer aus dem Stehgreif und ohne eine gründliche Vorbereitung eine Rede halten kann, ist ein echtes Ausnahmetalent.

Für alle anderen gilt: üben, üben, üben - und gründlich vorbereiten. Denn früher oder später werden Sie in Ihrem Berufsleben vor Leuten sprechen müssen - sei es im Meeting vor Kollegen, bei der Präsentation vor Kunden oder bei der Selbstpräsentation im Assessment Center.

Die gute Nachricht ist: Die Kunst des freien Sprechens lässt sich lernen. Auch wenn Sie andere dafür bewundern oder gar beneiden: In den meisten Fällen steht vor einer gelungenen Ansprache eine lange Phase der Vorbereitung und nicht selten viel Erfahrung. Letzteres können Sie sich nur mit der Zeit aneignen, doch auch mit einer guten Vorbereitung können Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Rede legen.

Die zwei wichtigsten Fragen, die Sie während Ihrer Rede-Vorbereitung stellen müssen, sind:

  • Welches Thema hat die Rede?
  • Was wollen Sie dem Publikum mitgeben?

Um Ihre Rede inhaltlich zu planen, können Sie etwa mit einer Mindmap arbeiten. So sehen Sie ausgehend von Ihrer Grundidee, welche Themen noch mit hinein müssen.

Haben Sie diese Punkte geklärt, können Sie sich daran machen, Ihre Ideen zu konkretisieren und eine erste Gliederung zu erstellen. So bekommt die Rede eine erste Struktur.

Sind Sie mit der Reihenfolge Ihrer Rede zufrieden, geht es im nächsten Schritt um die Formulierungen: Je genauer Sie mögliche Formulierungen bereits im Kopf haben, desto leichter wird es Ihnen fallen, diese während Ihrer Rede einzubinden.

Übertreiben Sie es dabei aber nicht und geben Sie sich bitte kein allzu enges Korsett. Eine vollständig auswendig gelernte Rede kann schnell künstlich und steril wirken. Effekt: Die Zuhörer langweilen sich. Spulen Sie also keine Rede ab, sondern lassen Sie sich immer noch genug Raum zur Spontaneität.

Um das zu vermeiden, sollten Sie sich während der Rede lieber an Karteikarten oder Präsentationsfolien orientieren. Wählen Sie Ihre passende Gedankenstütze aber bitte nach dem Anlass aus. Für eine launige Hochzeit ist eine lange Powerpoint-Präsentation vermutlich eher geeignet.

Rede halten Checkliste: Diese Redefallen drohen

Rede halten Geburtstag Hochzeit Begrüßung Einleitung BeispielDie Rede stören oder gar torpedieren, kann nicht nur eine schlechte Vorbereitung - manchmal sind es auch die Rahmenbedingungen, die zur Redefalle mutieren. So manche Rede ist schon gescheitert, weil zum Beispiel die Technik versagte.

Oder es gibt akustische Tücken: Ein Saal, gefüllt mit 70 Leuten, bedarf einer anderen Unterstützung der Akustik durch Lautsprecher als ein Konferenzraum mit zehn Mitarbeitern. Falls Sie Einfluss darauf haben, sollten Sie das vorab unbedingt bedenken oder sogar testen.

Zur Checkliste einer Rede gehört auch:

  • Mikrofon

    Sprechen Sie lieber frei und bewegen Sie sich gerne auf der Bühne - dann sollten Sie den Veranstalter um ein Headset bitten, zumindest aber um ein Funkmikrofon. Wer dagegen eher schüchtern ist und sich lieber irgendwo festhält, achtet auf ein Stehpult mit festem Mikrofon.

  • Hilfsmittel

    Stellen Sie sicher, dass alles da ist, was Sie brauchen: Flipchart, Stifte, Beamer, Laptop, Laserpointer, eventuell Kabel, Adapter und Ersatzakkus.

  • Handouts

    Je nachdem wie weitreichend und lehrreich (im Wortsinn) die Rede sein soll, ist es sinnvoll, den Zuhörern auch darüber hinaus noch etwas mitzugeben - sogenannte Handouts zum Beispiel. Die sollten aber selbstredend und -erklärend sein. Wer also seine Präsentationsfolien eher knapp hält und lediglich mit Symbolbildern spickt, muss hier noch mal Erklärtext nachlegen.

Rede halten Einleitung - Grafik

Tipps für die perfekte Rede

Ob launige Hochzeitsrede, eine Ansprache zum 50. Geburtstag, oder den Abschied eines Kollegen - letztlich zählt, dass Sie positiv bleiben und jeder etwas Inspiration mitnehmen kann.

Darüber hinaus haben wir noch diese Tipps für eine gelungene Rede:

  1. Setzen Sie mit der Einleitung einen Knall.

    Die Einleitung der Rede ist Ihre Visitenkarte - und vielleicht der wichtigste Teil der Rede. Überlegen Sie sich also genau, wie Sie einsteigen wollen. Ein tristes Ich rede heute über... wird kein Interesse wecken. Eine einnehmende Rede beginnt daher eher mit einem persönlichen Bezug zum Publikum, Gemeinsamkeiten, gemeinsame Erfahrungen, einer spannenden Gedankenreise ("Stellen Sie sich vor...", "Angenommen..."). Sie können den Einstieg auch mit einer offenen Frage gestalten. Die erzielt hohe Aufmerksamkeit und generiert auch Reaktionen - muss dafür aber wirklich originell und extraordinär sein.

  2. Bauen Sie Kontakt zum Publikum auf.

    Natürlich stehen bei der Rede Sie selbst im Mittelpunkt. Es schadet aber nicht, seine Zuhörer hier und da mit einbeziehen. Dies funktioniert zum Beispiel durch (rhetorische) Fragen oder durch emotionale Formulierungen, wie: Sie kennen doch sicher auch das Phänomen... oder Sie wissen bestimmt, wie es ist, wenn... Die Ansprache ans Publikum hält dessen Aufmerksamkeit und Interesse hoch und sorgt nachweislich für ein besseres Verständnis.

  3. Kommen Sie zum Punkt.

    Sinn und Zweck der Rede ist es vermutlich, Wissen zu vermitteln oder eine Botschaft zu transportieren. Machen Sie es also nicht unnötig kompliziert. Gerade Führungskräfte neigen dazu, in ihren Reden um den heißen Brei herumzureden oder Ihre Aussagen in endlosen Schachtelsätzen zu verpacken. Bleiben Sie lieber kurz und prägnant: Kurze Hauptsätze, einfache Worte, keine Fachsprache. Wer etwas wirklich Wichtiges zu sagen hat, braucht keinen Schnickschnack drumherum. Der ist eher ein Indiz für das Gegenteil.

  4. Würzen Sie die Rede mit Humor.

    Zugegeben, nicht jeder ist zum Entertainer geboren und letztlich zählen die Inhalte und dass Sie authentisch bleiben. Wer mag, sollte aber dennoch versuchen die Rede hier und da etwas aufzulockern. Das funktioniert am besten mit Humor, Selbstironie und Situationskomik. Bitte keine Witze erzählen - das machen allenfalls Anfänger. Letztlich steht Ihr Intellekt im Vordergrund. Geben Sie also lieber eine launige Anekdote zum Besten.

  5. Variieren Sie Ihre Körpersprache.

    Der Erfolg und die Überzeugungskraft der Rede hängen zu einem Großteil von der Körpersprache und Mimik des Redners ab. Variieren Sie diese also ruhig ein bisschen und halten Sie möglichst viel Blickkontakt zu den Zuhörern. Wer sich hinter seinen Notizen versteckt, wirkt nicht besonders kompetent oder selbstbewusst. Füllen Sie lieber mit Ihrer Stimme und souveränen Gesten den Raum

  6. Lassen Sie sich nicht aus dem Konzept bringen.

    Nicht jede Rede wird perfekt werden - auch mit all den Tipps dazu. Entsprechend kann es passieren, dass Sie kurzzeitig den roten Faden verlieren oder einen Blackout haben. Lassen Sie sich davon aber bitte nicht aus dem Konzept bringen. Die meisten Zuhörer werden das gar nicht bemerken.

    Erröten Blackout in der Rede

    Gehen Sie mit einem Lächeln über das kurze Stottern hinweg, atmen Sie oder nutzen Sie die Sprechpause, um sich kurz an Ihren Unterlagen zu orientieren. Danach machen Sie einfach weiter. Solche kleinen Fehler lassen Sie nur sympathischer erscheinen.

Hier noch einmal die wichtigsten Tipps und Rederegeln in einer kompakten Infografik:

Rede halten - Tipps Regeln Rezepte

Rede halten: Beispiel

Da bei einer Rede Mimik und Gestik eine große Rolle spielen, eignet sich ein Video dazu, entscheidende Punkte nachvollziehen zu können. Im folgenden Beitrag erklärt Axel Rittershaus anhand von Beispielen, wie Sie Ihre Präsentation garantiert zu einem Desaster machen - oder Sie beherzigen einfach das Gegenteil...

[Bildnachweis: Matej Kastelic by Shutterstock.com]

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