Podiumsdiskussion: Eine Runde brillieren

Sie wollen sich in einem fachlichen Rahmen – und öffentlich wirksam – als Experte für Ihr Thema positionieren? Dann sind Podiumsdiskussionen für Sie hervorragende Chancen. Sie finden meist im Rahmen von Konferenzen und Messen statt, ziehen ein großes Publikum an, sind mit Experten und Spezialisten besetzt und werden oft in den sozialen Netzwerken begleitet. Noch dazu dauern Podiumsdiskussionen im Schnitt nur 30 und 45 Minuten. Ein schneller Weg also, um sich zu positionieren. Schnell jedoch nicht einfach. Erst mit den richtigen Strategien können Sie brillieren.

Podiumsdiskussion: Eine Runde brillieren

Podiumsdiskussion: Klare Positionierung unter erschwerten Bedingungen

Wer bereits den einen oder anderen Vortrag gehalten hat und sich vor Publikum sicher fühlt, sieht eine Podiumsdiskussion möglicherweise als einfache Übung. Doch Podiumsdiskussionen sind anders. Einen Vortrag gestalten Sie – im Rahmen der zeitlichen und thematischen Vorgaben – selbst und nach Ihrem Rhythmus.

Eine Podiumsdiskussion wird von einem, hoffentlich kompetenten, Moderator geleitet. Neben Ihnen nehmen noch andere Personen an der Diskussion teil. Manche davon sind echte Experten, andere nur Schaumschläger. Im schlechtesten Fall sind auch Viel-Redner dabei, die der Moderator nicht in den Griff bekommt. Doch das ist noch längst nicht alles. Bei einer Podiumsdiskussion…

  • … können vom Publikum Fragen gestellt werden, die Sie nicht beantworten können, ein anderer Diskussionsteilnehmer jedoch schon.
  • … können Sie mit anderen Diskussionsteilnehmern aneinander geraten, weil Sie beispielsweise einen völlig anderen Standpunkt vertreten.
  • … können Sie vom Moderator die schlechtesten und langweiligsten Fragen aller Teilnehmer bekommen.
  • … können Ihre Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und in den sozialen Netzwerken falsch wiedergegeben werden.

Diesen Risiken und Nachteilen stehen natürlich die hohe Sichtbarkeit und die potenziell wertvollen Kontakte gegenüber, die Sie durch eine passende Podiumsdiskussion nutzen können. Es kann sich also durchaus lohnen dabei zu sein. Sie sollten dann nur gut vorbereitet hingehen.

Wählen Sie passende Podiumsdiskussionen

Einladungen und Anfragen zu Podiumsdiskussionen sind in der Regel erstmal ein Grund zu Freude. Sie zeigen, dass Ihre Positionierung funktioniert, Sie Ihre Reputation wie gewünscht aufbauen und sichtbar werden. Gratulation. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie jede Einladung annehmen sollten.

So schmeichelhaft manche Anfrage auch sein mag, nicht jede bietet Ihnen Vorteile. Manche können sogar kontraproduktiv sein. Eine erste Einschätzung können Sie bereits anhand der Einladung vornehmen.

  • Ist die Einladung persönlich gestaltet und an Sie adressiert?
  • Passt das Thema zu Ihrer Kernkompetenz und Ihrem Profil?
  • Sind die Konditionen für die Teilnahme – Erstattung von Reisekosten und ähnliches – akzeptabel?
  • Ist die Rahmenveranstaltung der Podiumsdiskussion für Sie interessant?
  • Teilt der Veranstalter mit, wie er die Podiumsdiskussion dokumentieren und medial begleiten wird?

Neben diesen Aspekten können auch die anderen Diskussionsteilnehmer eine Rolle spielen. Kennen Sie diese? Ist deren Reputation für Sie positiv oder negativ? Wollen Sie mit ihnen auf der gleichen Bühne sitzen?

Können Sie die meisten dieser Fragen positiv beantworten, sollten Sie an der Podiumsdiskussion teilnehmen und sich klar positionieren. Richtig genutzt kann eine solche Podiumsdiskussion auch langfristig positiv nachwirken.

Podiumsdiskussion: Brillieren im Rampenlicht

Sie sind zu einer passenden Podiumsdiskussion eingeladen und wollen öffentlich brillieren? Die wichtigste Voraussetzung: Treten Sie als Experte auf.

Nein, Sie sollen sich nicht selbst Experte nennen. Das haben Sie nicht nötig. Zeigen Sie statt dessen durch Ihre Kommunikation vorab und Ihr Auftreten vor Ort, dass Sie ein echter Experte für das Diskussionsthema sind. Dafür gibt es einige bewährte Strategien:

  • Gestalten Sie Ihre Vorstellung

    Viele Veranstalter und Moderatoren sind froh, wenn sie die Diskussionsteilnehmer mit geringem Aufwand vorstellen können. Das können Sie für sich nutzen und dem Veranstalter eine kurzer Vorstellung – zwei bis vier Sätze – Ihrer Person zukommen lassen. Idealerweise haben Sie diese Vorstellung, nur zur Sicherheit, am Tag der Podiumsdiskussion noch mal dabei und können Sie dem Moderator überreichen.

    So nehmen Sie diesem Arbeit ab und werden vom Veranstalter als Profi wahrgenommen. Ganz nebenbei lenken Sie den ersten Eindruck des Publikums von Ihnen schon mal in die richtigen Bahnen.

  • Recherchieren Sie andere Teilnehmer

    Gute Vorbereitung bedeutet auch, die anderen Diskussionsteilnehmer möglichst gut zu kennen. Sie müssen hier nicht Stunden an Recherche investieren, doch grundlegende Informationen zu den anderen Personen sollten Sie sich anlesen. Diese Recherche erfüllt drei Funktionen.

    Erstens fühlen Sie sich sicherer, wenn Sie nicht mit völlig Unbekannten diskutieren. Zweitens können Sie so zumindest teilweise vorhersagen, welche Standpunkte Sie erwarten. Und drittens können Sie kritische Themen vorab identifizieren und sich entsprechend vorbereiten.

  • Kommen Sie zum Punkt

    Wissen Sie, was bei Podiumsdiskussionen ganz enorm nervt? Schaumschläger und Phrasendrescher. Wer viel heiße Luft ohne relevanten Inhalt absondert, macht sich bei den anderen Diskussionsteilnehmern und, schlimmer, dem Publikum unbeliebt. Kommen Sie daher in jeder Ihrer Antworten auf den Punkt und beantworten Sie zuerst die gestellte Frage.

    Weitere, relevante(!), Ausführungen können Sie anschließen, wenn es zeitlich passt. Die Reihenfolge ist jedoch klar: Erst die konkrete Antwort, dann Zusatzinformationen.

  • Formulieren Sie klar und verständlich

    Woran erkennen Sie einen Schaumschläger und Pseudo-Experten? Oftmals an unnötig komplizierten Formulierungen und übertrieben vielen Fachbegriffen. Hier gilt das bekannte Zitat von Alberst Einstein: „Sie haben etwas nicht wirklich verstanden, so lange Sie es nicht Ihrer Großmutter erklären können.“

    Formulieren Sie Ihre Antworten klar und verständlich. Fachbegriffe sind okay – wenn sie sinnvoll sind. Ihre Kompetenz sollten Sie jedoch nicht über Formulierungen und Vokabular, sondern durch den Inhalt deutlich machen.

  • Zeigen Sie Interesse

    Egal ob die anderen Diskussionsteilnehmer nur hohle Phrasen dreschen oder die Fragen aus dem Publikum banal sind: Zeigen Sie Interesse. Hören Sie aufmerksam und aktiv zu und gehen Sie auf die verschiedenen Aspekte ein. Dazu gehört auch, dass Sie direkt mit dem Publikum sprechen. Selbst wenn Sie auf den Einwurf eines anderen Diskussionsteilnehmers reagieren.

    Wenn Sie einem Standpunkt zustimmen, machen Sie das differenziert deutlich. Begründen Sie, warum Sie zustimmen und bringen Sie Ihre Kompetenz in die Antwort ein.

  • Achten Sie auf Haltung und Sprechweise

    Auf vielen Bildern und Videos wirken Teilnehmer von Podiumsdiskussionen desinteressiert, lustlos und gelangweilt. Das liegt auch an der jeweiligen Körperhaltung. Wer völlig entspannt in den Sitz zurücksinkt, wirkt kaum interessiert und schon gar nicht aktiv oder aufmerksam.

    Achten Sie daher auf eine aktive Körperhaltung und eine klare Aussprache. Und sprechen Sie laut. Die meisten Mikrofone verzeihen eine etwas lautere Stimme eher als eine zu leise.

Mit diesen Strategien heben Sie sich nicht nur positiv von der Masse der Diskussionsteilnehmer ab, Sie können sich auch klar zu Ihren Themen positionieren. Gelingt Ihnen das, können Sie sich durch eine Podiumsdiskussionen Ihre Reputation als Experte ausbauen. und öffentlich brillieren.

Podiumsdiskussionen nachhaltig nutzen

Abschließend noch ein Tipp: Nehmen Sie wenn irgend möglich einen Freund oder Kollegen zu Ihrer Podiumsdiskussion mit und bitten Sie ihn darum, einige Fotos oder Videos zu machen. Möglicherweise kann er auch während der Podiumsdiskussion Ihre besten Zitate und Aussagen twittern, auf Facebook, Xing oder LinkedIn publizieren.

Außerdem sollten Sie versuchen, an das Material des Veranstalters zu kommen, wenn dieser aufzeichnet. Eine Podiumsdiskussion wird erst dann nachhaltig wirksam, wenn Sie diese auch in Ihrer Kommunikation nutzen.

Ein eigener Blogpost zur Diskussion ist auf jeden Fall sinnvoll. Wenn Sie diesen dann noch durch Bilder und Zitate anreichern können, wirkt er noch besser. Und er bietet Ihnen die Gelegenheit, noch mal mit den anderen Diskussionsteilnehmern in Kontakt zu treten und so Ihr Netzwerk auszubauen.

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[Bildnachweis: Halfpoint by Shutterstock.com]
5. September 2015 Autor: Christian Mueller

Christian Müller ist Coach und freier Autor. Bei der Karrierebibel schreibt er vor allem über Themen zu Social Media, Studium und Ausbildung.

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