Personal Branding: Definition, Vorteile, Tipps und Beispiele

Personal Branding – für einige fügt sich dieser Begriff nahtlos in die Reihe der zahlreichen und überstrapazierten Buzzwords der letzten Jahre ein. Tatsächlich beschreibt das Personal Branding ein bekanntes Prinzip, das jedoch oft ignoriert oder falsch verstanden wird: Es geht dabei nicht um Unternehmen oder Marken, sondern darum, die eigene Person, Persönlichkeit und fachlichen Kompetenzen darzustellen sowie die individuellen Anliegen sichtbar zu machen. Der Aufbau einer Eigenmarke und positiven Reputation steht im Zentrum dieser Personal-Branding-Strategie. Für Bewerber, Berufstätige und Freelancer erschließt sich der potenzielle Nutzen daraus recht schnell: Sie werden im Netz gefunden, gelten bald als Fachkräfte oder gar Experten auf ihrem Gebiet – und bekommen Jobs oder Aufträge. Aber wie funktioniert das Personal Branding? Das erklären wir in unserem umfangreichen Dossier…

Personal Branding: Definition, Vorteile, Tipps und Beispiele

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Definition: Was ist Personal Branding?

Als Personal Branding wird der Aufbau einer (meist digitalen) Personenmarke bezeichnet. Durch verschiedene Strategien und Maßnahmen soll nicht ein Produkt oder eine Unternehmensmarke, sondern die eigene Person vermarktet werden. Nicht Merkmale oder Vorteile von Produkten, sondern individuelle Persönlichkeit, Kompetenzen und Erfahrungen stehen im Fokus.

Jedoch gibt es teilweise unterschiedliche Definitionen. Mal bezieht sich das Personal Branding rein auf die digitale Eigenmarke, mal geht es um den Aufbau einer Reputation im Allgemeinen. Weitgehende Einigkeit herrscht hingegen bei einigen Eckpunkten:

  • Ursprung
    Der legendäre Management-Vordenker Tom Peters verwendete den Begriff „Personal Branding“ im Jahr 1997 zum ersten Mal. In Deutschland tauchte er erstmals in einer WirtschaftsWoche-Titelgeschichte („Karrierekiller Google“, 11/2006, Autor: Jochen Mai) auf. Der digitale Wandel und die zunehmende Präsenz von Profilen im Internet und Sozialen Netzwerken eröffnete schon damals für die Online-Reputation nicht nur zahlreiche Chancen, sondern eben auch Risiken, wenn man online mit den „falschen“ Attributen verbunden wurde. Es ging anfangs vor allem um die Googlability einer Person.
  • Inhalt
    Personal Branding ist die digitale Form der Marke Eigenbau. Beim Personal Branding geht es also jeweils um eine Person und deren Bild (Image) und Reputation (Personenmarke) in der Öffentlichkeit. Personal Branding ist damit ein Teilbereich des Reputationsmanagements. Teilweise wird auch die Eigenmarke im Beruf, also die Wahrnehmung von Chef und Kollegen, unter dem Begriff erfasst.
  • Ziele
    Warum betreibt jemand überhaupt Personal Branding? Ganz einfach: Ziel des Image- und Reputationsaufbaus ist, sowohl die eigenen Qualifikationen, Kompetenzen und Erfolge nach außen zu kommunizieren und sich selbst zu positionieren (etwa um seine beruflichen Chancen zu verbessern) oder aber über die gezielte Inszenierung, ausgewählte Darstellung und Selbstvermarktung einen Expertenstatus sowie eine nachhaltige Meinungsführerschaft zu erlangen.
  • Zielgruppen
    Personal Branding eignet sich vor allem für Personen des öffentlichen Lebens (Prominente, Sportler, Politiker), für Selbstständige und Führungskräfte – aber auch für Berufseinsteiger, Karrierewillige, Coaches und Künstler. Den Betroffenen wird dabei nicht selten Eitelkeit unterstellt (was in Teilen auch zutrifft), gerade bei Freiberuflern und Kleinunternehmern ist die Reputation und Auffindbarkeit im Internet aber schlicht umsatzentscheidend.
  • Bausteine
    Die wesentlichen Bestandteile einer starken Personenmarke sind – neben einer klaren Botschaft: Ein oder mehrere Alleinstellungsmerkmale, für die jeweilige Zielgruppe relevante Inhalte, ein individueller Stil sowie ein glaubhafter, weil konsistenter und verlässlicher Auftritt. Und natürlich wachsende Referenzen und Kontakte, die den Expertenstatus bestätigen.

Personal Branding Canvas Bausteine Grafik

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Darum braucht heute jeder eine Personal Branding Strategie

Ein tadelloser Ruf ist wie Magie – online wie offline: Er ist in der Lage, den Geist anderer zu verzaubern oder gar zu vernebeln. Im Internet funktioniert das nicht anders wie im realen Leben: Eine gute Online-Reputation und Personenmarke schützt vor Ruf-Attacken (vulgo: Shitstorm) genauso wie es dabei hilft, Headhunter und potenzielle Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen.

Positionierung der Präsenz ist für manche Berufe und Experten so selbstverständlich wie für andere eine Visitenkarte. Kurz: Personal Branding ist längst ein Massenphänomen. Wir leben im Zeitalter der Inszenierung und der medialen Selbstdarstellung. In der Öffentlichkeit ein kompetentes Image und hohes soziales Ansehen zu genießen, ist ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Persönlichkeit und des beruflichen Erfolgs. Ob als Bewerber, Kollege, Chef oder potenzieller Geschäftspartner – wir alle werden gegoogelt und über das Internet beurteilt.

Gleich an mehreren neuralgischen Punkten einer Laufbahn nimmt unser Personal Branding daher Einfluss:

Wer nicht auffällt, fällt durchs Raster

Personal Branding ist längst nicht mehr nur ein Zusatznutzen, sondern grundlegende Notwendigkeit. Die Anzahl der Netzaktivisten, die sich gezielt einen Namen machen und die Bedeutung der digitalen Eigenmarke nehmen immer weiter zu. Klingt nach Bedrohung, bietet aber viele Chancen. Indem Sie wichtige Faktoren selbst beeinflussen und Ihre Online-Reputation verbessern, arbeiten Sie an Ihrem zukünftigen Erfolg.

Das Geflecht aus Xing-Profil, Linkedin-Profil, Twitter-Account und eigenem Blog wirkt wie ein virtuelles Treibnetz: Einmal geknüpft und ausgeworfen, lassen sich darin Aufmerksamkeit und Reichweite ebenso fangen wie Prestige oder Ruhm.

„Heute ist jedes Individuum eine Art Ich-AG“, sagt zum Beispiel Reid Hoffman, Mitgründer von Linkedin.

Mit jedem Arbeitgeber und Kunden, für den man arbeitet, baut man sein Geschäft, seine Kontakte und Fähigkeiten aus. Selbst wenn man drei oder vier Jahre für einen Arbeitgeber tätig ist, identifiziert man sich nicht mehr so stark. Es ist wichtiger, die eigene Marke aufzubauen und zu pflegen.

Aus dem Bonmot „Es geht nicht darum, was du weißt, sondern wen du kennst“ hat das Internet längst eine neue Ableitung geformt. Sie lautet jetzt: „Es geht nicht darum, wen du kennst, sondern darum, wer dich kennt.“

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Grundlagen: 3 Fragen, bevor Sie Ihre Personen-Marke bilden

Personal Branding beginnt immer bei einem selbst und mit Selbstreflexion. Bevor Sie die ersten Schritte zum Reputationsaufbau unternehmen, sollten Sie sich unbedingt diese Fragen beantworten:

  1. Wofür soll Ihre Marke stehen?

    Eine Marke wird nur dann stark, wenn sie sich von anderen unterscheidet und positiv abhebt. Konzentrieren Sie sich also nicht auf Breite, sondern auf das Besondere, auf Ihre individuellen Stärken (jeder hat welche!): Was können oder wissen Sie im Gegensatz zu anderen? Werden Sie hierfür zum Experten und stellen Sie diese Expertise in den Vordergrund. Gerne belegt durch Fachartikel, Interviews, Referenzen, Kontakte.

  2. Wen wollen Sie erreichen?

    Im Marketingsprech könnte die Frage auch lauten: Wer ist Ihre Zielgruppe? Entscheidend ist, dass Sie sich klar machen, wonach Ihre Leser, Hörer, Zuschauer suchen. Betreiben Sie das Selbstmarketing etwa zur Jobsuche, dann sollte Ihre Online-Präsenz entweder Personaler im Allgemeinen oder spezifisch die Recruiter Ihres Zielunternehmens ansprechen und überzeugen. Egal, wonach diese auch suchen – Sie liefern die Antworten!

  3. Was sind die Hauptkeywords?

    Um bei dem Beispiel zu bleiben: Personaler suchen Kandidaten aufgrund spezifischer Kompetenzen und Qualifikationen: Zum Beispiel „Fachmann für…“ Entsprechend sollten Ihr Xing- oder Linkedin-Profil, besser aber noch Ihr eigenes Blog entsprechende Suchbegriffe enthalten. Und nicht zu knapp. Das gelingt zum Beispiel besonders gut, indem Sie Fachaufsätze dazu publizieren oder aber solche kuratieren (sogenannter Curated Content), also verlinken, zitieren, kommentieren.

Personal Branding Canvas

Als weitere Hilfe zur Markenfokussierung kann Ihnen der folgende Personal Branding Canvas dienen (zum Vergrößern bitte anklicken). Er hilft Ihnen die wichtigsten Bausteine zu identifizieren, sich selbst ehrlicher einzuschätzen und die anschließende Positionierung zu optimieren:

Personal Branding Canvas Klein

Die wichtigsten ersten Schritte finden Sie auch in diesem kostenlosen PDF zum Download!


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Checkliste: Dos und Don’ts im Personal Branding

Nicht jeder ist ein Naturtalent, wenn es darum geht, sich eine Marke um die eigene Person zu erschaffen. Damit Ihnen der Start in den Aufbau Ihrer Personenmarke möglichst leicht fällt, haben wir die zahlreiche Tipps und Beispiele, wie Sie vorgehen können, in einer Personal Branding Checkliste für Sie zusammengefasst.

Dos beim Personal Branding

Allgemeines

  • Machen Sie sich klar, wofür Sie stehen wollen: Was ist Ihre Botschaft? Was ist Ihre Expertise?
  • Entwickeln Sie einen passenden Markennamen – oder nutzen Sie Ihren Vor- und Nachnamen.
  • Registrieren Sie Ihren eigenen Namen als URL. Falls das nicht mehr möglich ist, prüfen Sie zumindest Variationen oder die Verbindung mit Ihrem Markennamen.
  • Schauen Sie beim DENIC nach, ob die entsprechende URL Ihres Markentitels noch frei ist, registrieren Sie diese und eröffnen Sie dort ein Blog oder eine Webseite. Nur nichts Statisches: Die Menschen müssen dort mit Ihnen kommunizieren können. Reine Showseiten sind Konzepte von gestern.
  • Entwickeln Sie ein einheitliches Design-Konzept für Ihren Namenszug und alle Markenbestandteile. Sie müssen sich in der URL Ihrer Webseite, in Ihrer E-Mail-Adresse und anderen Erscheinungsorten spiegeln.
  • Entwickeln Sie gegebenenfalls einen persönlichen Claim, ein Motto, was auf Ihrer Webseite sowie in der Signatur Ihrer E-Mail erscheint.
  • Vergessen Sie auch nicht die Signaturen in Foren oder Sozialen Netzwerken.
  • Gestalten Sie ein eigenes Logo mit Wiedererkennungswert.
  • Machen Sie ein professionelles Foto von sich und fertigen Sie daraus einen generellen Avartar, einen sogenannte Gravatar für das Internet.
  • Schauen Sie sich um, wer in Ihrem Marken-Markt noch aktiv ist. Nehmen Sie Kontakt zu den Besten (und Sympathischsten) auf.
  • Versuchen Sie Ihre Botschaft auf mehreren Kanälen zu distribuieren: Schreiben Sie nicht nur ein Blog, sondern produzieren Sie auch Videos oder Podcasts und streuen Sie diese auf Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und so weiter – wo es Ihre Zielgruppe erreicht.
  • Sorgen Sie dafür, dass man Sie leicht erreichen kann: per E-Mail, per Skype, per Kontaktformular im Blog oder per Handy.

Soziale Netzwerke

  • Legen Sie einen Account in Business-Netzen wie Xing oder Linkedin an. Reichweitenstark sind auch Facebook, Twitter und Instagram (vorausgesetzt, Sie machen viele gute Bilder). Melden Sie ruhig Profile in mehreren Netzen an. Achten Sie aber auf einen einheitlichen, mindestens verwandten Auftritt: gleicher Name, selbes Profilbild.
  • Verlinken Sie die Seiten untereinander und geben Sie die Links dazu ebenso überall an, mindestens aber in Ihrer E-Mail-Signatur an.
  • Wer will und schon etwas Reichweite hat, kann zudem ein eigenes Soziales Netzwerk für Gleichgesinnte eröffnen. Kostenlos und kinderleicht geht das zum Beispiel bei Tixxt oder Ning.

Marketing

  • Melden Sie sich in branchenrelevanten Foren oder Sozialen-Netzwerk-Gruppen an und steuern Sie dort hilfreiche Informationen bei. Liefern Sie Denkanstöße und bleiben Sie immer freundlich. Denken Sie stets daran: erst geben, dann nehmen!
  • Kommentieren Sie Artikel in relevanten Blogs. Nur bitte kein Blabla! Das ist der Lackmustest Ihrer Kompetenz. Wenn Sie dort wiederholt als hilfsbereiter und informierter Experte auftauchen, kommen die Leute später von alleine zu Ihnen.
  • Beteiligen Sie sich an Initiativen, die Ihr Thema behandeln und in Ihrem Interesse sind – auch wenn andere Ihnen mit der Idee zuvorkamen. Arbeiten Sie nie gegen Wettbewerber im Netz, sondern mit Ihnen. Der Viraleffekt ist so größer.
  • Starten Sie einen Newsletter über Ihre Themen.
  • Schreiben Sie ein Buch – oder ein eBook, dass Sie auf Ihrer Webseite kostenlos zum Herunterladen anbieten. Erzählen Sie ruhig von dessen Erscheinung – via Twitter, Blog oder Pressemitteilung.
  • Überlegen Sie, wie Sie Ihr Wissen mit anderen teilen können. Starten Sie etwa auf Ihrer Webseite ein Diskussionsforum zu Ihren Themen.
  • Weisen Sie Ihre Leser auf empfehlenswerte Produkte oder Webseiten von Kollegen hin. Die werden sich darüber freuen – und sich vielleicht revanchieren. Rechnen Sie aber nie damit.

Medieneinsatz

  • Erstellen Sie Studien, Umfragen oder andere nachrichtenträchtigen Ergebnisse und geben Sie diese an die Presse und befreundete Mitstreiter.
  • Geben Sie Interviews. Bieten Sie ebenso relevante wie amüsante Themen an.
  • Schreiben Sie Gastbeiträge in prominenten Blogs mit Multiplikatorenwirkung (das müssen nicht immer die Ranglisten-Besten sein).
  • Starten und moderieren Sie Experten-Chats zu Ihrem Thema. Versuchen Sie damit in erster Linie anderen zu helfen oder brennende Fragen zu beantworten.
  • Führen Sie Interviews mit prominenten Vertretern, Trendsettern, Zelebritäten aus Ihrer Branche und publizieren Sie diese über Ihre Kanäle.
  • Besuchen Sie einschlägige Messen, Kongresse, Barcamps – und berichten Sie darüber (per Artikel, Interview, Podcast, auf Video).
  • Geben Sie anderen Menschen aus Ihrer Branche einen Grund, über Sie etwas Positives zu berichten. Der beste Grund ist: Sie helfen wirklich.

Don’ts beim Personal Branding

Auf der anderen Seite werden beim Personal Branding immer wieder typische Fehler gemacht. Diese sollten Sie deshalb unbedingt vermeiden:

  • Sie wählen nicht mit Bedacht aus

    Manche wählen ihre Themen und Schwerpunkte ohne vorherige Reflexion oder Analyse. Sie positionieren sich so zu Themen, bei denen Sie vielleicht gar nicht (so) kompetent sind, die nur geringe Sichtbarkeit ermöglichen oder schlimmer: kaum Zukunftspotenzial haben. So sind sie dann festgelegt auf Inhalte, die morgen keinen mehr interessieren.

  • Sie entscheiden sich für die falschen Kanäle

    Die entsprechen dann zwar vielleicht den eigenen Vorlieben und Gepflogenheiten, nicht aber denen der Zielgruppe. Oder anders formuliert: Sie publizieren an Ihrer Zielgruppe vorbei. Das Personal Branding bleibt ohne Wirkung.

  • Sie bringen keine Kontinuität hinein

    Eine Marke verpflichtet. Kontinuierliche Kommunikation ist entscheidend für den Reputationsaufbau. Wer schwach anfängt und dann auch noch stark nachlässt, schadet seiner Marke langfristig mehr als hätte er oder sie gar nichts unternommen. Wer aus Zeitgründen nur wenig machen kann, sollte lieber mit einer geringen Frequenz starten, die aber durchhalten.

  • Sie übertragen das Personal Branding anderen

    Andere lassen die Arbeit von einer Personal Branding Agentur übernehmen. Keine Frage, das spart Zeit, kostet aber. Und: Die Qualität kann deutlich variieren. Wer sich seelenlosen und austauschbaren SEO-Content erstellen lässt, wird vielleicht gefunden, überzeugt aber niemanden. Es braucht echte Leidenschaft und Kompetenz – fehlen diese Aspekte, ist der Ruf bald ein anderer als der geplante. Lassen Sie sich immer Beispiele zeigen – und lesen Sie sich die Artikel genau durch: Wie wirken diese auf Sie? Würden Sie sich so positionieren lassen wollen?

11 weitere Fehler haben wir in unserem PDF zu den Todsünden des Personal Branding für Sie zum Download bereit gestellt!

Vorteile von Personal Branding im Netz

Personal Branding hat zahlreiche Vorteile. Grundsätzlich gilt deshalb: Es lohnt sich immer, an der persönlichen Eigenmarke im netz zu arbeiten. Nicht als aufgesetzten Fake, als Fassade mit etwas Ego-Schminke, sondern als Echo der eigenen Persönlichkeit, des Könnens und Wissens – wenngleich positiv beschienen.

Es geht nicht um eine Maskerade. Schauspieler, die lediglich versuchen, Erwartungen oder einem Image zu entsprechen, fliegen früher oder später auf. Nachhaltiges Personal Branding setzt immer auf Authentizität und versucht, die vorhandene Persönlichkeit trennschärfer herauszuarbeiten.

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Allerdings geht es beim Personal Branding eben auch darum: zu agieren statt zu reagieren! Mit wachsender Zahl der Selbstdarsteller steigt der Handlungsbedarf. Denn im Gegensatz zu den unendlichen Weiten des Webs sind die dortigen Markenplätze endlich und begrenzt. Die Domains „ottonormal.de“ oder „wunschprodukt.de“ gibt es nur einmal. Statt Ihnen landen Interessenten dann bei der Konkurrenz. „Wenn Sie heutzutage nicht über Google gefunden werden, ist es beinahe so, als existierten Sie nicht“, sagt auch der Bestseller-Autor Jeff Jarvis.

Deshalb, daher und darum: Das sind die auf einen Nenner gebrachten Vorteile der Positionierung einer eigenen Marke im Netz:

  • Sie zeigen, was Sie wissen und können.
  • Sie schärfen Ihr fachliches und berufliches Profil.
  • Sie differenzieren sich.
  • Sie werden unverwechselbar.
  • Sie machen aus Ihren Interessen eine Markenprodukt.
  • Jetzt bestimmen vor allem Sie, was man über Sie im Netz liest.
  • Sie beweisen zugleich Engagement.
  • Sie schützen sich wirkungsvoll vor Rufschädigung.
  • Sie sammeln parallel neues Wissen.
  • Sie generieren aus Ihrem Wissen neue Ideen.
  • Sie entwickeln Fähigkeiten, von denen Sie bisher nichts ahnten.
  • Und mutieren mit der Zeit zum Experten.
  • Vielleicht sogar zum beachteten Trendsetter mit Ihrem Thema.
  • Sie finden bislang unbekannte Gleichgesinnte, andere Experten.
  • Sie bekommen Unterstützer.
  • Sie gewinnen ein wertvolles Netzwerk.
  • Sie inspirieren andere.
  • Sie bekommen ebenso Inspiration und Anregungen zurück.
  • Sie werden einflussreich.
  • Sie gewinnen Respekt und mediale Präsenz – etwa durch Interviews.
  • Sie werden unabhängiger.
  • Auch gegenüber Arbeitgebern.

Mögliche Nachteile von Personal Branding im Internet

Eine Marke prägt. Sie entwickelt Leuchtkraft und bildet so ihr eigenes Gravitationszentrum. Das soll sie ja auch. Aber – und das ist ihr größter Nachteil – sie legt damit zugleich fest. Angenommen Sie positionieren sich in jungen Jahren als Experte für Social Media und die Digitalisierung und das gelingt Ihnen auch, dann können Sie zunächst all die oben beschriebenen Vorteile ausschöpfen. Aber nach zehn oder 15 Jahren wollen Sie sich beruflich völlig neu erfinden und streben dazu einen Berufs- und Branchenwechsel an – dann haben Sie womöglich ein Problem:

Ihr Personal Branding brandmarkt sie. Sie sind eben bekannt als Experte für Social Media und Digitalisierung, nicht für Ihr neues Ding. Genau den Spezialisten für diesen Bereich suchen Personaler aber. Ihre etablierte Marke wird jetzt zum Bremsklotz und Handicap, egal wie positiv sie besetzt ist.

Personal Rebranding: In 3 Schritten zum neuen Online-Image

Teil der Personal Branding Strategie kann es deshalb sein, vom bisherigen Image loszukommen und sich eine ganz neue neue berufliche Reputation und Profession aufbauen. Für diesen Fall sollten Sie die folgenden Empfehlungen beherzigen:

  1. Definieren

    Für Jobwechsel kann die Online-Marke zur Belastung werden. Das Internet vergisst eben nichts. Wer sich neu erfindet möchte, braucht ein Personal Rebranding. Der erste Schritt dazu: Definieren Sie Ihre neue Marke. Nutzen Sie die erste Zeit in der Versenkung zur Standortbestimmung und Selbstanalyse. Wie wollen Sie sich neu positionieren?

  2. Konstruieren

    Für den Imagewechsel ebenfalls wichtig: eine gute und glaubhafte Geschichte. Diese Art Selbsterklärung sollte aber nie nach Rechtfertigung klingen, sondern nach einem geplanten Aufbruch. Es muss ein roter Faden entstehen, der die Flicken zusammenhält. Gut, wenn zudem zwischen dem Beenden und Beginnen Zeit vergeht. Eine Phase der Besinnung verleiht dem Imagewechsel Bedeutungsschwere. Und damit die Legendenbildung vollends wirkt, sollten Sie schon etwas Konkretes in petto haben. Also vorher im Verborgenen neue Online-Profile und -Präsenzen aufbauen.

  3. Präsentieren

    Jetzt kommt der Überraschungseffekt. Sie sind wieder da – mit neuem Image, neuem Berufsprofil und neuen Online-Präsenzen. Kommunizieren Sie auf allen alten und neuen Online-Kanälen die neue Position und verlinken Sie diese. Passen Sie den Lebenslauf sowie die Kontaktdaten an und verändern Sie auch optisch etwas: Tauschen Sie Ihr Porträtfoto auf Xing, geben Sie Ihrer Facebookseite ein neues Design, Ihrem Twitter-Profil einen neuen Hintergrund, Ihrem Blog einen neuen Look. Und erwarten Sie nicht zu viel: Bis so ein Rebranding durch ist, können sechs bis zwölf Monate vergehen.


Buzz-Verstärker: Wie spricht man über Sie?

Mundpropaganda ist vielleicht die mächtigste Kommunikationsform in der Geschäftswelt. Was man sich über uns erzählt, prägt unseren guten – oder schlechten – Ruf: Kann man dem vertrauen?hilfsbereit, ein netter Kerl? Wie über Sie geredet wird, prägt die Wahrnehmung.

Im Englischen heißt solches Gerede kurz Buzz und hat zwei Funktionen:

  • Es transportiert Informationen („Hast du schon gehört …?
  • Es bewertet diese („Das ist großartig!“).

In einer immer komplexeren Informationswelt verringert es den Aufwand für bessere Entscheidungen über Produkte oder Menschen. Solches Gerede hört sich oft hohl an, dahinter aber stecken enormes Potenzial und große Gefahren.

Der amerikanische Buzz-Experte und Buchautor Jerry R. Wilson hat einmal branchenübergreifend untersucht, wie sich gute oder auch schlechte Kundenerlebnisse verbreiten. Ergebnis:

  • Positive Erlebnisse werden bis zu drei Mal weitererzählt.
  • Schlechte Erlebnisse jedoch bis zu 33 Mal.

Das Verhältnis macht deutlich, wie wichtig der Inhalt Geredes über Sie, Ihre Person und Leistungen ist. Gerüchte, Klatsch und Tratsch sind eine Art Darwinismus für Informationen: Nur die Starken überleben. Wenn Sie vorhaben, eine Marke aufzubauen oder selbst eine zu werden, ist solcher Gesprächsstoff sehr wichtig.

Vertrauen spielt im Geschäftsleben eine enorme Rolle. Üblicherweise basiert es auf gewachsenen Beziehungen. Doch dazu ist in unserer schnelllebigen Welt kaum noch Zeit. Also müssen wir es den Leuten, mit denen wir arbeiten oder Geschäfte machen wollen, schenken. Und das Einzige, womit wir uns dabei kurzfristig absichern können, ist deren Ruf, Reputation, kurz: deren Personal Branding.

Beispiel für guten Buzz

In einem Nordstrom-Kaufhaus in Seattle, USA, brachte einmal eine völlig aufgebrachte Frau einen Satz Reifen zurück und verlangte die Erstattung ihres Geldes. Sie war wirklich sehr wütend über diese Reifen, die in ihren Augen Minderware darstellten. Das Kaufhaus fackelte nicht lange und zahlte der Frau den vollen Kaufpreis. Völlig normal, denken Sie. Nur: Nordstrom verkauft gar keine Reifen! Die Kundin hatte sich in ihrer Wut schlicht beim Händler vertan.

Um negative Propaganda abzuwenden, entschied sich die Kaufhausleitung lieber für ein Minusgeschäft und eine zufriedene Kundin. Mit Erfolg: Die Aktion sprach sich herum, später berichtete sogar das Wall Street Journal darüber. Und Nordstrom heimste jede Menge Sympathie– und Vertrauenspunkte ein.

Personal Branding ABC: eBook als Gratis-Download

Neben der obigen Checkliste haben wir für Sie ein umfangreiches und zugleich kompaktes ABC zum Personal Branding als PDF zusammengestellt, dass Sie kostenlos herunterladen können:

Personal Branding ABC

Darin finden Sie in alphabetischer Reihenfolge zahlreiche Tipps und Tricks sowie wertvolle Beispiele zum Aufbau Ihrer Eigenmarke.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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