Personenmarke: So lässt sie sich aufbauen

Um in der Arbeitswelt erfolgreich zu sein, muss man sich von den anderen abheben. Was so leicht und selbstverständlich klingt, stellt in der Realität viele vor ein großes Rätsel. Denn egal wie gut qualifiziert man ist, welche Zeugnisse man vorweisen kann, ob man den Bachelor, Master oder Praktika gemacht hat – es gibt immer jemanden, der die gleichen oder gar bessere Qualifikationen mitbringt. Was es braucht, ist eine Personenmarke, die Ihre Stärken darstellt und einen entsprechenden Ruf vertritt. Wie Sie von einer Personenmarke profitieren können und wie es gelingt, eine solche aufzubauen…

Personenmarke: So lässt sie sich aufbauen

Personenmarke: Was haben Sie davon?

Viele Bewerber und auch Arbeitnehmer glauben, dass Sie keine Personenmarke bräuchten. Sie halten die eigene berufliche Position für zu klein oder unbedeutend und glauben, dass sich eine Personenmarke erst im gehobenen Management lohnt oder aufbauen lässt.

Diese Einstellung zeigt nicht nur die Unterschätzung des eigenen Wertes, sondern ist auch ein Irrglaube. Sich selbst zu einer Marke zu machen, kann sich für jeden lohnen – besonders dann, wenn er dieses Vorhaben richtig umsetzt und genau die Seiten von sich präsentiert, die er anderen zeigen will.

  • Sie zeigen Ihre Stärken und Persönlichkeit, wodurch Sie aus der Masse hervorstechen.
  • Sie entwickeln ein konkretes Profil, mit dem Sie in Verbindung gebracht werden.
  • Sie erarbeiten sich einen Ruf in Ihrem Bereich, von dem Sie langfristig profitieren können.
  • Sie bauen sich ein wachsendes und funktionierendes Netzwerk auf.
  • Sie bestimmen selbst, wie Sie Ihre Personenmarke gestalten wollen.

In der heutigen Zeit gilt mehr denn je: Fast jeder ist austauschbar. Dies gilt umso mehr für die unzähligen namenlosen Mitarbeiter, die zwar wichtige Arbeit leisten, aber nie einen Status erreichen, der sie von all den anderen abheben könnte, die die wichtige Arbeit ebenso erledigen könnten. Mit einer Personenmarke im Rücken gewinnen Sie also auch Macht über die eigene Situation.

Indem Sie sich auf Ihr Gebiet konzentrieren und Ihren Namen möglichst eng mit einem Themengebiet verweben, werden Sie vom austauschbaren Mitarbeiter zur gefragten Fachkraft und Experten – was nicht nur bei Bewerbungen ein großer Vorteil sein kann, sondern auch den beruflichen Weg in höhere Stationen ebnen kann.

Personenmarke aufbauen: So klappt es

Ihre Personenmarke spielt im Job eine wichtige Rolle und kann auch dort geformt werden. Indem Sie sich auf spezielle Aufgaben und Projekte konzentrieren, entsprechende Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten knüpfen und sich einen Namen erarbeiten. Einer großer und in vielen Fällen der wichtigere Teil findet jedoch online statt. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich konkret zu positionieren, Ihren Namen mit einem Bereich, einem Produkt oder einem Keyword zu verbinden und Ihre Online-Aktivitäten darauf auszurichten.

Zusätzlich erreichen Sie hier ein deutlich größeres Publikum und Ihnen stehen die unterschiedlichsten Plattformen zur Verfügung, um Ihre Marke aufzubauen: Gerade in sozialen Netzwerken und Foren, die sich mit Ihrem Thema beschäftigen, lohnt sich eine gezielte Aktivität, um an Ihrer Personenmarke zu arbeiten.

Wer sich mit Ihrer Branche beschäftigt, sollte dabei auf Sie stoßen. Dies können Ihre Kommentare sein, mit denen Sie relevante Artikel oder Beiträge kommentieren, noch besser sind allerdings eigene Artikel zum Thema, die Sie auf Ihrem Blog veröffentlichen und selbst in den sozialen Medien verbreiten. Der Grundsatz für eine Personenmarke lautet daher: Raus aus der Anonymität – werden Sie stattdessen auffindbar.

Diese Tipps können Ihnen helfen, Ihre Personenmarke zu finden und diese aufzubauen:

  1. Welches Ziel haben Sie?

    Wenn Sie eine Personenmarke aufbauen wollen, müssen Sie sich zunächst Gedanken machen, welche Ziele Sie damit verfolgen. Wollen Sie sich beispielsweise als Experte auf dem Markt etablieren, um Kunden anzulocken oder sind Sie auf der Suche nach einem neuen Job? Nur wenn Sie Ihr Ziel kennen, können Sie Ihre Personenmarke auch wirklich nutzen.

  2. Was ist Ihre Personenmarke?

    Die vielleicht wichtigste Frage: Was genau ist Ihre Marke – was zeichnet Sie aus und wofür stehen Sie? Machen Sie sich Ihre Stärken bewusst und finden Sie Aspekte, wie Sie sich von allen anderen unterscheiden.

  3. Wer ist Ihre Zielgruppe?

    An wen richtet sich Ihre Personenmarke? Häufig sind es Personaler, um einen Job zu finden oder Kunden, um Aufträge zu generieren. Ihre Personenmarke und die damit verbundenen Handlungen sollten sich immer an Ihrer Zielgruppe orientieren. Fragen Sie sich: Was soll die Zielgruppe von mir wissen und wie kann ich darauf antworten?

  4. Wie können Sie diese erreichen?

    Haben Sie Ihre Zielgruppe identifiziert, müssen Sie diese auch noch erreichen. Die großen Social Media Plattformen haben hierbei großes Potenzial, allerdings sollten Sie auch darüberhinaus gehen, um sich auch in anderen Foren zu beteiligen und dort zu positionieren.

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PersonenmarkeNeben den obigen Tipps haben wir für Sie ein umfangreiches und zugleich kompaktes ABC zur Personenmarke zusammengestellt, dass Sie HIER als PDF kostenlos herunterladen können.

Darin finden Sie in alphabetischer Reihenfolge zahlreiche Tipps und Tricks sowie wertvolle Beispiele zum Aufbau Ihrer Personenmarke.

Personenmarke für Bewerber: 5 wichtige Fähigkeiten

Gerade Bewerber können von einer Personenmarke profitieren, um die Chancen auf einen Job zu erhöhen. Neben Zeit und Engagement sind dabei auch einige Skills und Fähigkeiten gefragt, die Bewerber im besten Fall bereits mitbringen oder die sich diese während des Aufbaus der Personenmarke aneignen.

Der zweite Vorteil: Die Fähigkeiten, die für den Aufbau einer Personenmarke wichtig sind, bringen auch im späteren Arbeitsverhältnis weitere Vorteile, da sie von Arbeitgebern teilweise vorausgesetzt, zumindest aber an einem Mitarbeiter geschätzt werden.

  1. Kritikfähigkeit

    Es erfordert ein gewisses Selbstvertrauen, vor allem aber ein Bewusstsein der eigenen Stärken und Kenntnisse. Nur wenn Sie über Kritikfähigkeit verfügen, können Sie Ihre Personenmarke authentisch vertreten.

  2. Empathie

    Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis sind gefragt. Für Ihre Personenmarke ist Empathie vor allem wichtig, um die Anforderungen und Erwartungen von Unternehmen und Personalern im Vorfeld zu erfassen und entsprechend darauf reagieren zu können.

  3. Ausdauer

    Eine Personenmarke baut sich nicht in einer Woche aus, Bewerber brauchen also Ausdauer, Geduld und die Motivation, um durchzuhalten. Es sollten daher keine sofortigen Ergebnisse erwartet werden.

  4. Leidenschaft

    Ihre Personenmarke basiert im Idealfall auf Ihrer Leidenschaft. Was wollen Sie machen oder erreichen und wofür wollen Sie stehen? Nutzen Sie Ihre Leidenschaft als Antrieb und Grundlage – sowohl für Ihre Personenmarke als auch für Ihre Jobsuche. Bewerber, die Ihre ihre Leidenschaft vermitteln können, haben größere Chancen, Personaler zu überzeugen.

  5. Lernbereitschaft

    Wer eine Personenmarke aufbauen und pflegen will, muss bereit sein, immer weiter zu lernen und die neuen Erkenntnisse in sein Handeln einfließen zu lassen. Ausprobieren und herausfinden, was funktioniert – und was eben nicht – ist zwar nicht immer leicht, doch ein effektiver Weg, um Ihre Personenmarke langfristig zu erhalten.

Mitarbeiter als Marke: Beispiel Maria Pettersson?

Mehr als 504.000 Fans mit nur 652 Beiträgen. Der Ryanair-Pilotin Maria Pettersson ist dieses Kunststück auf Instagram (Ihr Profil) gelungen. Die 32-jährige Schwedin lebt eigentlich auf Sizilien, liebt Yoga und postet regelmäßig Impressionen aus dem Cockpit und von den Destinationen, die sie anfliegt – auch in ihrem Blog mit dem hübschen Titel „Happylandings„. Zahlreiche Medien – darunter „Focus“ und „Spiegel“ – berichteten schon über die „schöne Kopilotin“. Manche halten Sie gar für ein Paradebeispiel für gelungenes Employer Branding.

Seit inzwischen rund zwei Jahren arbeitet Pettersson als Koilotin auf einer Boeing 737-800 für RyanAir. Leicht war es aber nicht, dorthin zu kommen. Die Schwedin musste insgesamt rund 65.000 Euro für ihre Pilotenlizenz investieren. Das Geld musste sie sich mühsam zusammensparen. Nach der Ausbildung aber ging es nicht sofort ins Cockpit – Pettersson war erst einmal zwei Jahre lang arbeitslos.

Es folgte ein veritabler Bewerbungsmarathon. Bei nahezu jeder Fluglinie auf der Welt habe sie sich beworben. Im Jahr 2014 landete schließlich ihren Traumjob beim Billigflieger Ryanair. Im November 2015 startete sie – angeblich aus eigener Motivation – ihre Selfie-Serie auf Instagram.

Und die zeigt vor allem eines: Jede Menge Spaß im Cockpit: Mal posiert Maria mit Selfie-Stick am Cockpitfenster; mal beim Instrumenten-Check; mal gibt’s Maria mit Crew beim Grimassen schneiden; mal Maria in Siegerpose über den Wolken…

Für Ryanair ist die blonde Schwedin ein Glücksfall. Nicht nur weil die Pilotin – trotz Niedriglöhnen bei Ryanair – scheinbar immer noch im Job viel Lächeln kann, sondern auch weil sie mit ihren Bildern mehr als dreimal so erfolgreich ist wie ihr Arbeitgeber: Ryanair schafft es auf Instagram gerade mal auf knapp 87.000 Follower. Und sie schafft es damit in zahlreiche Medien – weltweit.

Erfolgsrezept: Attraktivität und Authentizität

Ein klassischer Fall von Viralmarketing und gelungenem Content Marketing wie es zurzeit alle versuchen?

Ja und Nein. Sicher enthält die Erfolgsgeschichte zahlreiche Ingredienzien für eine erfolgreiche Kampagne im Internet. Nicht zuletzt, weil die attraktive Blondine eben nicht nur Bilder aus dem Cockpit sendet, sondern ihre Selfies mit dem garniert, was bei Instagram generell gut läuft: Urlaubsstimmung und viel nackte Haut:

Woop Woop pull up,  island life is calling ?☀️?

Ein von Maria (@pilotmaria) gepostetes Foto am

So verwundert es auch nicht, dass ausgerechnet die Bikini-Yoga-Bilder regelmäßig die meisten Klicks und Herzchen kassieren.

Hinzu kommt, dass Maria Pettersson – angeblich – aus eigenem Antrieb heraus handelt. In einem Interview erzählte sie dem Magazin „Industry Rules“, das Projekt sei aus ehrlicher Begeisterung für ihren Beruf entstanden. In ihrem Blog schreibt Sie selbst: „Sei der allerbeste Co-Pilot und genieße jeden Arbeitstag.“

Und beides lässt sich schlecht kopieren: Attraktivität und Authentizität.

Da können sich die Marketing-Strategen noch so schönen Content und coole Clickbaits ausdenken – man spürt stets die Absicht und ist verstimmt. Zumal es ohnehin immer mehr Unternehmen versuchen und so nur eine Content-Inflation schaffen – ein Rattenrennen um Relevanz, Interessanz und Autorität.

Content-Inflation-Schock

Verstehen Sie den Hinweis aber bitte nicht falsch. Aus dem Beispiel der Pilotin lässt sich für das Employer Branding (und Personal Branding) immer noch genug lernen:

  • Authentischer und positiver Content schlägt jede Marketing-Botschaft.
  • Statt Storys zu kreieren, finde die Mitarbeiter (Botschafter), die echte, begeisternde Geschichten haben.
  • Fokussiere dich weniger auf die Marke, sondern vielmehr die Mitarbeiter als Marke.
  • Werde selbst zur Marke.
[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]
25. August 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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