Definition: Was bedeutet Egomarketing?
Egomarketing bezeichnet die gezielte und systematische Vermarktung der eigenen Person. Dabei machen Sie Ihre Stärken, Fähigkeiten, Eigenschaften, Leistungen oder Dienstleistungen mit Strategien aus dem Marketing sichtbar und vermitteln anderen, wofür Sie stehen.
Häufig werden dafür ähnliche Begriffe verwendet:
- Selbstvermarktung
- Eigenmarketing
- Selbstpositionierung
- Selbstmarketing (Self-Marketing)
Vorteile: Gute Gründe für Egomarketing
In einer Welt voller Angebote und Informationen bieten Marken Orientierung. Das gilt für Produkte und Dienstleistungen ebenso wie für Menschen. Mit gutem Egomarketing weiß Ihr Gegenüber nicht nur, wer Sie sind, sondern auch, was Sie auszeichnet und worauf man sich bei Ihnen verlassen kann.
Das ist für Selbstständige, Freiberufler und Freelancer ebenso wertvoll wie für Angestellte und Bewerber. Letztlich geht es darum, Ihre Leistungen, Fähigkeiten und Kenntnisse so zu vermitteln, dass Sie bei den richtigen Menschen wahrgenommen werden.
Egomarketing bedeutet, die Werbetrommel für sich selbst zu rühren. Sie kommunizieren, worin Sie gut sind, was Sie von anderen unterscheidet und warum es sich lohnt, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Nicht um anzugeben, sondern um beruflich voranzukommen. So verbessern Sie Ihre Chancen auf neue Aufträge, eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung oder die Zusage für einen neuen Job.
Das Problem: Vielen Menschen widerstrebt es, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Sie fürchten, aufdringlich, egoistisch oder anbiedernd zu wirken. Frauen fällt die Eigenwerbung häufig noch schwerer als Männern. Wir wollen bescheiden auftreten und nicht ständig über uns selbst reden. Was zwischenmenschlich durchaus sympathisch ist, kann im Beruf zum Nachteil werden. Denn die Konkurrenz schläft nicht und macht die eigenen Leistungen sichtbar.
Tipps: So klappt das Egomarketing
Erfolgreiches Egomarketing beginnt mit einem gesunden Selbstbewusstsein. Dafür müssen Sie Ihre Stärken und Schwächen kennen. Gerade daran hapert es häufig: Manche Menschen konzentrieren sich vor allem auf ihre Defizite und können sofort aufzählen, was sie alles nicht beherrschen. Damit lässt sich die eigene Person jedoch schlecht vermarkten. Mit diesen fünf Tipps bauen Sie Ihr Egomarketing gezielt auf:
1. Betreiben Sie Selbstreflexion
Um ein umfassendes Bild von sich selbst zu gewinnen, hilft eine Stärken-Schwächen-Analyse. Stellen Sie sich grundlegende Fragen: Worin bin ich besonders gut? Was fällt mir leicht? Was unterscheidet mich von anderen? Auch ein Blick in Ihren Lebenslauf oder frühere Arbeitszeugnisse hilft, bisherige Erfolge und besondere Fähigkeiten zu erkennen. Ebenso wichtig ist die Einschätzung anderer Menschen, die Sie gut kennen. Welche Stärken sehen Kollegen, Freunde oder Vorgesetzte bei Ihnen? Erst aus Selbst- und Fremdwahrnehmung entsteht ein möglichst vollständiges Bild Ihrer Person.
2. Identifizieren Sie Ihre Zielgruppe
Wen möchten Sie mit Ihrem Egomarketing erreichen? Was erwarten diese Menschen von Ihnen? Als Bewerber sollten Sie sich etwa genau mit dem Unternehmen beschäftigen, bei dem Sie sich bewerben. Passen Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen zu den Anforderungen? Vergleichen Sie Ihre Stärken mit den Erwartungen Ihrer Zielgruppe. Fehlen Ihnen wichtige Kompetenzen, können Sie gezielt daran arbeiten und die erforderlichen Business-Skills erwerben. So verbinden Sie Ihre beruflichen Ziele mit dem tatsächlichen Bedarf.
3. Treten Sie in Erscheinung
Gehen Sie unter Leute und knüpfen Sie Kontakte. Nur wenn Sie Gelegenheit haben, Ihre berufliche Expertise zu zeigen, werden andere darauf aufmerksam. Private Treffen sind schön, bringen Sie beruflich aber nicht immer weiter. Besuchen Sie beispielsweise Jobmessen, Fachtagungen oder Kongresse. Übernehmen Sie im Unternehmen eine Präsentation, wenn Sie ein wichtiges Thema vorstellen können. Ergreifen Sie in Meetings das Wort und bringen Sie Ihre Ideen ein. Oft wissen Vorgesetzte gar nicht genau, welche Fähigkeiten in ihren Mitarbeitern stecken.
4. Achten Sie auf Ihr Äußeres
Wer Egomarketing betreibt, steht stärker im Mittelpunkt. Achten Sie deshalb auf ein gepflegtes, zur Situation passendes Erscheinungsbild. Das bedeutet nicht, dass Sie sich verkleiden sollen. Bewahren Sie Ihre Authentizität. Wenn Sie bisher eher der Hoodie-Typ waren, müssen Sie nicht plötzlich jeden Tag im Anzug erscheinen. Ein solcher Stilwechsel wirkt schnell unglaubwürdig, wenn Sie sich selbst darin unwohl fühlen. Trotzdem lohnt es sich, Kleidung und Auftreten auf Ihre Zielgruppe und die angestrebte Position abzustimmen. Auch eine aufrechte Körperhaltung, Fitness und ein gepflegtes Erscheinungsbild unterstützen eine selbstbewusste Wirkung.
5. Nutzen Sie verschiedene Kanäle
Machen Sie Ihre Fähigkeiten und Interessen auch außerhalb persönlicher Begegnungen sichtbar. Tauschen Sie sich auf beruflichen Plattformen wie LinkedIn oder Xing aus und beteiligen Sie sich an fachlichen Diskussionen. Pflegen Sie aussagekräftige Profile, teilen Sie relevante Erfahrungen und zeigen Sie anhand konkreter Beispiele, wofür Sie stehen. So werden auch Menschen auf Sie aufmerksam, denen Sie bisher nicht persönlich begegnet sind. Erfolgreiches Egomarketing sorgt dafür, dass Ihre Zielgruppe Sie findet und Ihre Kompetenzen richtig einschätzen kann.
Egomarketing ist nicht gleichbedeutend mit Arroganz
Manche Menschen beherrschen die Selbstinszenierung besonders gut. Das gilt etwa für Politiker, deren öffentliche Auftritte stark auf Aufmerksamkeit und Wirkung ausgerichtet sind. Doch nicht jede Form der Selbstdarstellung ist ein gutes Vorbild. Wer ständig nur die eigene Bedeutung betont, wirkt schnell überheblich. Egomarketing hat nichts mit Arroganz oder reiner Selbstbeweihräucherung zu tun. Gute Werbung in eigener Sache basiert auf echten Leistungen und überzeugenden Inhalten. Wer nur heiße Luft produziert, fällt früher oder später negativ auf.
Egomarketing-Fehler vermeiden
Drei Fehler können den mühsamen Aufbau Ihres beruflichen Images besonders schnell zunichtemachen:
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Sie nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau
Glaubwürdigkeit ist eine wichtige Grundlage für erfolgreiches Egomarketing. Es macht einen Unterschied, ob Sie sich mit einem teuren Statussymbol schmücken oder über Ihre beruflichen Erfolge und Qualifikationen lügen. Wer Leistungen erfindet oder Kompetenzen vortäuscht, riskiert seinen Ruf und möglicherweise den Job. Auch im Vorstellungsgespräch sollten Sie bei Ihren tatsächlichen Fähigkeiten und Erfahrungen bleiben.
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Sie sind nicht bereit für Veränderungen
Wer sein Egomarketing verbessern will, hat meist einen Grund dafür: Bewerbungen bleiben unbeantwortet, die Beförderung bleibt aus oder das Geschäft läuft schleppend. Eine neue Strategie verlangt deshalb auch Veränderungen. Dafür müssen Sie Ihre Komfortzone verlassen und Dinge ausprobieren, die anfangs ungewohnt oder unangenehm sind. Wer immer nur das Gleiche macht, wird kaum andere Ergebnisse erzielen.
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Sie vertrauen nicht auf Ihre Wirkung
Aus mangelndem Selbstwertgefühl entsteht manchmal das Bedürfnis, ständig auf die eigenen Leistungen hinzuweisen. Dabei ist es durchaus wichtig, Erfolge sichtbar zu machen – gerade gegenüber dem Chef, der Ihre berufliche Entwicklung maßgeblich beeinflusst.Wer sich jedoch bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund drängt, wirkt auf Kollegen schnell arrogant. Kommunizieren Sie Ihre Erfolge selbstbewusst und mit konkreten Beispielen, aber übertreiben Sie es nicht. Gute Leistungen sprechen für sich, wenn Sie dafür sorgen, dass die richtigen Menschen davon erfahren.
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