Egomarketing: Mit Strategie zum Erfolg

Im ersten Moment führt der Begriff Egomarketing womöglich auf die falsche Fährte – Ego, das klingt schließlich verdächtig nach Egoismus und Egozentrik. Dabei heißt lateinisch ego erstmal weiter nichts als „ich“; wer Egomarketing betreibt, stellt also seine Person in den Mittelpunkt seiner Bemühungen. Und das kann aus den verschiedensten Gründen und in etlichen Situationen sehr wichtig sein. Denn aus der Masse herauszustechen und gesehen zu werden, ist entscheidend fürs berufliche Vorankommen. Wir zeigen Ihnen, wie das gelingt…

Egomarketing: Mit Strategie zum Erfolg

Selbstvermarktung Definition: Was bedeutet Egomarketing?

Selbstvermarktung Definition EgomarketingDas Kind hat viele Namen:

  • Selbstvermarktung,
  • Self Marketing oder eben
  • Egomarketing.

Gemeint ist in allen Fällen dasselbe. Es geht um die gezielte und systematische Selbstvermarktung der eigenen Person. Erreicht wird dies, indem die eigenen Produkte oder Dienstleistungen mit Strategien aus dem Marketing öffentlichkeitswirksam angepriesen werden.

Auf politischer Ebene ist bei kontroversen Aussagen, die in einer breiten Öffentlichkeit Widerstand provozieren, zumindest Aufmerksamkeit sicher. Es darf allerdings hinterfragt werden, ob diese Vorgehensweise auch für die eigene Person in beruflichen Kontexten gilt.

Wozu Egomarketing?

In einer Welt des Überflusses bieten Marken Orientierung im Angebot. Ganz gleich, ob es um Konsumprodukte wie bestimmte Lebensmittel oder Elektrogeräte geht oder um Dienstleistungen: Mit entsprechendem Egomarketing weiß Ihr Gegenüber, womit er es zu tun hat, womit er bei Ihnen rechnen kann.

Das ist wertvoll für Selbständige, Freiberufler und Freelancer, funktioniert aber auch als Mitarbeiter im Unternehmen und für Bewerber. Letztlich geht es immer darum, dass Sie sich und das, was Sie können, Ihre Arbeitsleistung, Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse so transportieren, dass Sie den gewünschten Effekt erzielen.

Das kann je nachdem ein Auftrag, eine Beförderung oder eben der Arbeitsplatz an sich sein. Das Problem: Nicht wenigen Menschen widerstrebt es, die Werbetrommel für sich selbst zu rühren.

Frauen sind besonders betroffen davon, weil sie traditionell dazu erzogen werden, bescheiden aufzutreten. Aber längst nicht nur sie haben Probleme mit zu großer Bescheidenheit. Ganz allgemein wird es nicht sonderlich geschätzt, wenn Personen ausschließlich von sich reden.

Was für zwischenmenschliche Bereiche seine Berechtigung hat, kann in beruflichen Kontexten nachteilig wirken, weil hier die Konkurrenz unter Umständen deutlich stärker ist.

Wie gehen Sie die Selbstvermarktung an?

Wenig verwunderlich: Für ein erfolgreiches Egomarketing ist ein gesundes Selbstbewusstsein zielführend. Das setzt voraus, dass Sie sich Ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind. Gerade hier hakt es oft – einige Menschen sind eher defizitorientiert und schnell darin aufzuzählen, was sie nicht beherrschen.

Ihr Egomarketing bauen Sie folgendermaßen auf:

  • Betreiben Sie Selbstreflexion

    Um sich ein umfassendes Bild der eigenen Person machen zu können, ist eine Stärken-Schwächen-Analyse hilfreich. Dabei hilft nicht nur ein Blick in den Lebenslauf oder ins Arbeitszeugnis, welche Erfolge Sie in der Vergangenheit für sich verbuchen konnten, sondern ganz allgemein eine Antwort folgende Fragen:

    • Was fällt Ihnen leicht, worin sind Sie gut?
    • Bei welchen Tätigkeiten vergeht die Zeit wie im Flug?

    Ebenso wichtig ist auch die Einschätzung anderer Menschen, die Sie gut kennen. Was halten die von Ihnen, wo sehen die Ihre großen Stärken?

  • Identifizieren Sie Ihre Zielgruppe

    Wen wollen Sie überhaupt ansprechen? Was suchen diese Leute? Als Bewerber heißt das, dass Sie sich genau mit dem Unternehmen auseinandersetzen, bei dem Sie sich bewerben. Vor dem Hintergrund Ihrer Selbstreflexion sollten Sie schnell abschätzen können, ob sich Nachfrage und Angebot hier überhaupt treffen. Decken sich Ihre Fähigkeiten nicht mit Ihren Zielen und dem, was am Markt nachgefragt ist, geht es in einem nächsten Schritt darum, sich die Fähigkeiten und Business Skills draufzuschaffen, die Sie für erfolgreiches Egomarketing brauchen.

  • Treten Sie in Erscheinung

    Gehen Sie unter Leute, netzwerken Sie. Nur wenn Sie Gelegenheit haben, Ihre berufliche Expertise an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen, wird man Sie wahrnehmen. Treffen im Freundeskreis sind zwar schön, aber in beruflicher Hinsicht oft nicht zielführend. Daher ist es hilfreich, wenn Sie sich beispielsweise auf Fachtagungen und Kongressen zu Ihren Themen zeigen. Ebenso gut können Sie bei sich im Unternehmen eine Präsentation übernehmen, wenn ein bestimmter Inhalt vorgestellt werden soll. Ergreifen Sie in Meetings das Wort, erkennen Sie Bedarfe und stellen Sie Ihre Ideen vor. So rücken Sie in den Fokus, denn manchmal wissen Vorgesetzte gar nicht so genau, was alles in ihren Mitarbeitern steckt.

  • Achten Sie auf Ihr Äußeres

    Wer Egomarketing betreibt, steht zwangsläufig im Mittelpunkt. Achten Sie auf ein ansprechendes Äußeres. Dabei geht es weniger darum, sich zu verkleiden, bewahren Sie Ihre Authentizität. Plötzlich nur noch in Anzügen herumzulaufen, während Sie eigentlich eher der Hoodie-Typ sind, kann einen zu starken Typwechsel darstellen, vor allem, wenn Sie sich nicht in der Kleidung wohlfühlen. Wenn Sie versuchen jemand zu sein, der Sie nicht sind, haben Sie ein Glaubwürdigkeitsproblem. Dennoch kann es sinnvoll sein, die eigene Kleidung im Hinblick auf Zielgruppe und angestrebte Position zu überdenken, denn Kleider machen bekanntlich Leute. Zum Äußeren gehören aber ebenso eine gute gesundheitliche Verfassung und eine gute Körperhaltung. Wer regelmäßig Sport treibt, stärkt beides positiv und das zahlt aufs Konto fürs Selbstbewusstsein.

  • Nutzen Sie verschiedene Kanäle

    Auch hier geht es letztlich darum, aktiv in Erscheinung zu treten, sich zu Ihren Interessensgebieten zu positionieren. Tauschen Sie sich auf Karriereplattformen wie Xing und Linkedin aus. Nutzen Sie Social Media, um Profile von sich anzulegen und so auch für Leute auffindbar zu sein, denen Sie nicht gerade auf einer Konferenz gegenüberstehen. Zum Egomarketing gehört, dass Sie Ihr Wissen klar kommunizieren, so dass Ihre Zielgruppe sich von Ihnen angesprochen fühlt.

Wer erfolgreiches Egomarketing betreibt, entwickelt sich als Marke. Als Grafik lässt sich das Ganze dann folgendermaßen darstellen:

Egomarketing Personal Branding Canvas Bausteine

Egomarketing ist nicht gleichbedeutend mit Arroganz

Es gibt Personen, die sind ganz groß im Egomarketing, etwa bestimmte Politiker. Mit Blick auf den amtierenden Präsidenten der USA mögen einem Assoziationen von Profilneurose und maßloser Selbstdarstellung in den Sinn kommen.

Auch wenn die Auftritte solcher Personen sehr medienwirksam sind: So werden Sie nicht wahrgenommen werden wollen. Zumal bestimmte Fehler den mühsamen Aufbau Ihrer Marke zunichte machen können:

  • Sie nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau.

    Wie oben angesprochen, ist Authentizität ein wichtiger Faktor. Nun ist es eine Sache, ob Sie sich eine Rolex kaufen, obwohl Sie nur ein kleines Angestelltengehalt haben oder über Ihre angeblichen Erfolge lügen, dass sich die Balken biegen. Lügen im Vorstellungsgespräch sind nur erlaubt, wenn es sich um Notlügen zu unzulässigen Fragen handelt. Wer sich hingegen so eine Stelle ergaunert, wird über kurz oder lang scheitern.

  • Sie sind nicht bereit für Veränderungen.

    Wer sich mit seinem Egomarketing auseinandersetzt, hat offenbar Handlungsbedarf erkannt. Irgendwas hat in der Vergangenheit nicht funktioniert: Die Bewerbungen blieben unbeantwortet, die Beförderung blieb aus, das Geschäft läuft schleppend. So oder so bedeutet Veränderung, dass Sie aus Ihrer Komfortzone heraus müssen. Dinge ausprobieren müssen, die vielleicht anfangs ungewohnt oder auch unangenehm sind – etwa Vorträge vor fremden Menschen zu halten.

  • Sie vertrauen nicht auf Ihre Wirkung.

    Aus mangelndem Selbstwertgefühl ist ein Verhalten geboren, das Ihren Zielen ebenfalls zuwiderläuft: Wenn Sie ständig jedem auf die Nase binden müssen, was Sie alles geschafft haben. Es ist wichtig, seine Leistungen zu erwähnen – gerade dem Chef gegenüber, denn der ist schließlich maßgeblich für Ihre berufliche Karriere. Sich und seine Leistungen allerdings bei nahezu jeder Gelegenheit in den Vordergrund zu spielen, könnte bei Kollegen tatsächlich den Eindruck von Arroganz erwecken.

[Bildnachweis: Dragon Images by Shutterstock.com]
18. Juni 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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