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Gründen aus der Wissenschaft: Wechseln Sie vom Hörsaal in den Chefsessel

Sie sind (angehender) Wissenschaftler und wollen das Wissen, das Sie an Ihrer Uni gewonnen haben, direkt nutzen, um sich selbstständig zu machen? Sie haben im Rahmen Ihres Studiums, Ihrer Doktorarbeit oder Ihrer beruflichen Tätigkeit an einer Hochschule Erkenntnisse gesammelt, die sich kommerziell nutzen lassen, und hätten auch schon eine passende Idee? Dann sollten Sie sich frisch ans Werk und Ihre Träume wahr machen: Es spricht nichts dagegen, direkt von der Uni aus in das Abenteuer Selbstständigkeit zu starten…

Gründen aus der Wissenschaft: Wechseln Sie vom Hörsaal in den Chefsessel

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Alle lieben Gründungen aus der Wissenschaft

Wissensbasierte Gründungen allgemein und Ausgründungen aus Universitäten im Besonderen stehen hoch im Kurs. Sie gelten als innovativ, wachstumsstark und als Impulsgeber für den gesellschaftlichen Wandel.

Für die Universitäten sind erfolgreiche Ausgründungen ein bedeutender Imagefaktor. Wer mit innovativen Spin-offs glänzen kann, steht im nationalen und internationalen Hochschul-Wettbewerb gut da. Zudem gibt ihnen das Hochschulrahmengesetz vor, dass die Förderung des Wissens- und Technologietransfers zu ihren originären Aufgaben gehört.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass seit einigen Jahren verstärkte Anstrengungen unternommen werden, den Transfer von Wissen in die Wirtschaft auch durch die Förderung von universitären Ausgründungen anzukurbeln.

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Spin-off oder Ausgründung: Wo ist der Unterschied?

Es gibt verschiedene Wege, aus einer Universität oder einer Forschungseinrichtung heraus ein Unternehmen zu gründen.

Von einem waschechten Spin-off kann man sprechen, wenn die Unternehmensgründung auf die Vermarktung von Forschungsergebnissen abzielt, die an der Universität gewonnen wurden. In diesem Fall beteiligt sich die Universität in Regel in irgendeiner Form an der Gründung und es besteht eine enge vertragliche, räumliche und personelle Verbindung zwischen dem neuen Unternehmen und der Universität.

Ein Beispiel ist das Startup X-Spectrum, das aus dem Forschungszentrum DESY in Hamburg ausgegründet wurde. X-Spectrum vertreibt spezielle Röntgenkameras, die vor allem in der Materialforschung Anwendung finden. Gesellschafter der GmbH ist neben den vier Wissenschaftlern und einer Wissenschaftlerin, die gemeinsam den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, auch das Forschungszentrum DESY.

Wie viele echte Spin-offs pro Jahr in Deutschland gegründet werden, lässt sich nicht genau beziffern. Ihre Zahl dürfte irgendwo im dreistelligen Bereich liegen. Deutlich höher ist die Zahl der universitären Ausgründungen, wenn man den Begriff weiter fasst und auch jene Gründungen durch Wissenschaftler einbezieht, die nicht direkt aus einem wissenschaftlichen Projekt hervorgegangen sind.

Häufig sind es die für das Klima an Hochschulen typischen Merkmale – eine offene Atmosphäre, ein intensiver fachlicher Austausch und das systematische Denken – die Wissenschaftler dazu bringen, innovative Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen.

So ist auch die Tübinger Biotech-Firma CureVac, die mit vielversprechenden Fortschritten bei der Suche nach einem Covid-19-Impfstoff für Schlagzeilen sorgte, aus einer Doktorarbeit hervorgegangen.

Ihr Gründer Ingmar Hoerr entwickelte im Rahmen seiner Dissertation ein gentechnisches Verfahren, das bislang vor allem in der Krebstherapie zur Anwendung kam, aber auch im Kampf gegen das neuartige Corona-Virus eine entscheidende Rolle spielen könnte. Das Spin-off beschäftigt heute über 450 Mitarbeiter und hat allein für die Suche nach einem Covid-19-Impfstoff öffentliche Fördergelder in Höhe von 42 Millionen Dollar erhalten.

Besonderheiten von universitären Ausgründungen

Die rasante Entwicklung von CureVac ist sicherlich außergewöhnlich und kann nicht als Maßstab gelten. Gleichwohl belegen mehrere Untersuchungen, dass Ausgründungen aus einer Hochschule oder einer Forschungseinrichtung besonders erfolgreich verlaufen. Das kann darauf zurückgeführt werden, dass wissensbasierte Gründungen wettbewerbsfähiger sind und bessere Wachstumschancen bieten, als Durchschnitts-Gründungen.

Aber auch die Tatsache, dass die Gründerteams durch die gemeinsame Arbeit an der Uni besser eingespielt sind, mag eine Rolle spielen.

Dennoch hat diese Form der Existenzgründung auch ihre Tücken:

  • Universitäre Ausgründungen basieren auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und weisen einen hohen Innovationsgrad auf. Das bringt einerseits Wettbewerbsvorteile und gute Umsatzprognosen mit sich, andererseits aber auch große Unsicherheit. Die Gründer können auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen und wissen meist nicht einmal, ob es überhaupt einen Markt für ihr Produkt oder ihre Dienstleistung gibt.
  • Universitäre Ausgründungen haben oft einen sehr hohen Kapitalbedarf. Bis ihre Produkte oder Verfahren marktreif sind, sind aufwändige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erforderlich. Für die Anlaufphase bis zum Break-even-Punkt brauchen sie überdurchschnittlich viel Zeit und Kapital.
  • Aus den beiden bisher genannten Punkten (hohe Unsicherheit und hoher Kapitalbedarf) ergibt sich, dass die Finanzierung ein besonderer Kraftakt ist. Es braucht gute Argumente, um Investoren davon zu überzeugen, trotz des Risikos mit viel Geld in das Vorhaben einzusteigen. Die Anforderungen an den Businessplan sind daher hoch.
  • Hinzu kommt, dass universitäre Ausgründungen rechtlich vertrackt sind. Die zentrale Frage ist: Wem gehört die Idee – der Uni oder dem Forscher? Grundsätzlich gilt: Forschungsergebnisse, die an einer Universität erzielt wurden, gehören der Universität. Um sie kommerziell nutzen zu können, müssen entsprechende Verträge geschlossen werden.

Da für Hochschulen erfolgreiche Ausgründungen als Teil der politisch gewollten Transferstrategie wichtiger werden, sind sie im Hinblick auf Nutzungs- und Eigentumsrechte in den letzten Jahren umso aufgeschlossener und lösungsorientierter.

Trotz der genannten Herausforderungen besteht jedoch kein Anlass, den Mut zu verlieren. Denn auch das Unterstützungs- und Beratungsangebot ist groß. Mit solider Vorbereitung und einem kompetenten Team haben Sie beste Erfolgsaussichten, wenn Sie aus einem wissenschaftlichen Kontext heraus ein Unternehmen gründen.

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Gründungsberatung an Hochschulen

An fast allen Hochschulen gibt es heute Gründungberatungen oder ganze Zentren, die es sich zum Ziel gesetzt haben, bei ihren Absolventen, Studierenden und Mitarbeitenden eine Begeisterung fürs Unternehmertum zu wecken und den Wissenstransfer aus dem akademischen Elfenbeinturm in die Gesellschaft zu fördern.

Die Ansprechpersonen dort wissen, vor welchen Aufgaben Sie als angehender Unternehmer stehen, und können mit umfassenden Informationen zu den Themen Businessplan, Patent- und Nutzungsrecht, Finanzierung und Förderung weiterhelfen.

Fast noch hilfreicher sind die umfangreichen Kontakte, die die hochschuleigenen Beratungsstellen vermitteln können.

Ungeachtet dessen kann es sich lohnen, auch über den Tellerrand zu blicken und zusätzliche Expertise hinzuziehen. Je nach Geschäftsidee und Branche können auch außeruniversitäre Beratungsangebote dabei helfen, Ihre Geschäftsidee auszuarbeiten und umsetzen.

Die Gründerplattform hat rund 500 Partner, unter anderem Gründungsförderer und Finanzierungspartner, die kostenlose Beratungen zu Geschäftsidee, Businessplan und Finanzierung anbieten. Hier finden Sie viele Infos zum Thema Gründungsberatung und Kontaktdaten von Einrichtungen, die Ihnen bei der Gründung weiterhelfen.

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Gründungsförderung für mehr Gründungen aus der Wissenschaft

Da die Bundesregierung um den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Wert wissensbasierter Unternehmensgründungen weiß, hat sie schon vor Jahren ein besonderes Förderprogramm aufgelegt, mit dem die Zahl der Ausgründungen aus Universitäten und Hochschulen gesteigert werden soll: EXIST Existenzgründungen aus der Wissenschaft ist ein spezielles Förderprogramm des Ministeriums für Wirtschaft und Energie. Zwei Bausteine sind für Sie besonders relevant:

  • Mit dem Baustein EXIST Forschungstransfer werden herausragende wissensbasierte Gründungen gefördert. Die Mittel dienen dazu, die Kosten für die häufig sehr teuren und risikoreichen Entwicklungsarbeiten zu finanzieren.
  • Das EXIST Gründungsstipendium dient hingegen dazu, den persönlichen Lebensunterhalt der Gründer in der Anfangsphase zu finanzieren, solange noch keine ausreichenden Gewinne erwirtschaftet werden.

Das ist aber noch längst nicht alles. Die EXIST-Förderung wird ergänzt durch Bundesförderprogramme mit bestimmten Schwerpunkten (zum Beispiel Life Sciences oder Green Startups) und durch eine ganze Reihe von Landesprogrammen, mit denen Gründungen aus Wissenschaft und Forschung unterstützt werden.

Die wichtigsten Förderprogramme für Ihre Gründung zeigt Ihnen der Förder-Finder der Gründerplattform an.

Außerdem haben die großen Forschungseinrichtungen wie die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft oder die Fraunhofer-Gesellschaft Instrumente geschaffen, um die Zahl der Ausgründungen aus ihren Instituten zu erhöhen.

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Anleitung: Von der ersten Idee bis zur Ausgründung

Wir haben gesehen, dass der Staat einiges unternimmt, um Wissenschaftler dazu zu ermuntern, ihre Erkenntnisse für Unternehmensgründung zu nutzen. Wie das gelingt, haben wir in sieben Schritten für Sie zusammengefasst:

  1. Schritt: Prüfen Sie, ob Ihre Erfindung nicht schon genutzt wird

    An vielen Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit wird fleißig geforscht. Da kann es durchaus passieren, dass mehrere Personen die gleiche Erfindung machen. Deshalb sollten Sie zunächst genau überprüfen, ob Ihre Idee wirklich die bahnbrechende Neuheit ist, für die Sie sie halten, oder ob sie nicht vielleicht doch schon genutzt wird bzw. geschützt ist. Dazu eignen sich neben den einschlägigen Journals auch die nationalen und internationalen Datenbanken der Patentbehörden.

  2. Schritt: Klären Sie, ob Ihre Innovation für eine Existenzgründung taugt

    Nicht jede zündende Idee ist eine gute Geschäftsidee. Diese Fragen sollten Sie sich zu Beginn Ihrer Planung stellen:

    • Welches Problem möchten Sie mit dem neuen Produkt oder der neuen Dienstleistung lösen? Worin liegt der Nutzen für die Kunden?
    • Wie ist der Markt beschaffen (Marktgröße, Konkurrenz, Zielgruppe, Trends)?
    • Wie lässt sich mit dem Produkt oder der Dienstleistung Geld verdienen (wofür bezahlen die Kunden? Wie viel Geld lässt sich verdienen? Und wie schnell)?
    • Testen Sie Ihre Annahmen frühzeitig, z. B. über einen Prototypen oder MVP (Minimal Viable Product)

    Tipp: Auf der Gründerplattform können Sie von den Gründungsstorys anderer Unternehmer lernen oder nachlesen, wie die sogenannten Unicorns der Startup-Szene zu ihren Geschäftsideen gekommen sind.

  3. Schritt: Machen Sie sich Ihre Stärken und Schwächen bewusst

    Ein exzellenter Wissenschaftler ist nicht automatisch auch ein guter Unternehmer. Stellen Sie sich selbstkritisch die Frage, ob Sie neben Ihrem ausgewiesenen Fachwissen auch die nötigen Managementfähigkeiten mitbringen, um Ihr Unternehmen in eine rentable Zukunft zu führen. Ebenso wichtig ist die Gabe, Trends früh zu erkennen und unternehmerische Visionen zu entwerfen, die über Ihre Ursprungsidee hinausreichen. Achten Sie darauf, dass in Ihrem Team alle drei Rollen eines Unternehmers – Manager, Experte und Visionär – besetzt sind und gleichermaßen gehört werden.

  4. Schritt: Klären Sie alle rechtlichen Fragen

    Da die Vermarktung universitärer Forschungsergebnisse ein kompliziertes Terrain ist, sollten Sie sich möglichst früh mit dem Thema Rechte auseinandersetzen. Klären Sie, wer die Rechte an der Innovation hat, auf der Sie Ihr Geschäftsmodell aufbauen wollen. In aller Regel wird das die Universität oder Forschungseinrichtung sein, an der Sie forschen. Die Beratungsstellen Ihrer Hochschule können Ihnen sagen, ob und wie Sie diese Rechte erwerben können und welche Kosten auf Sie zukommen.

  5. Schritt: Machen Sie aus Ihrer Geschäftsidee ein Geschäftsmodell

    Viele Wissenschaftler schauen vor allem auf ihre Erfindung und sehen darin den Schlüssel zum Erfolg. Das genügt aber nicht! Um ein Unternehmen auf Erfolgskurs zu steuern, braucht es mehr als ein Produkt. Nämlich ein schlüssiges Geschäftsmodell, das zusätzlich zum Produkt auch das Nutzenversprechen, die Kostenstruktur, die Ertragsquellen und weitere Bausteine eines Unternehmens zu einer stimmigen Einheit zusammenfasst.

    Auf der Gründerplattform können Sie mit einem interaktiven Geschäftsmodell-Tool ganz einfach ein eigenes Geschäftsmodell entwerfen. Je besser Ihr Geschäftsmodell, desto mehr Umsatz werden Sie machen.

    Tipp: Sie sind auf der Suche nach innovativen Geschäftmodellen? Die Gründerplattform hält eine Fülle an Inspirationsquellen für Sie bereit. Schauen Sie sich die Geschäftsmodelle anderer Unternehmer an.

  6. Schritt: Schreiben Sie einen Businessplan

    Wenn Ihr Geschäftsmodell steht, ist es Zeit, einen ausführlichen Businessplan zu formulieren. Er stellt eine Art Fahrplan für Ihre Existenzgründung dar und beschreibt nicht nur, was Sie vorhaben, sondern auch, mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Ziele erreichen wollen.

    Anders als das Geschäftsmodell enthält der Businessplan sorgfältig recherchierte Zahlen zu den Kosten Ihrer Gründung sowie zu den erwarteten Umsätzen.

    Auf der Gründerplattform finden Sie eine Businessplan-Vorlage mit kurzen Leitfragen, die Sie einfach nur beantworten müssen. Kalkulationshilfen und Zahlenassistenten erleichtern die Finanzplanung, die als Herzstück des Businessplans gilt und gleichzeitig vielen Gründern große Schwierigkeiten bereitet.

  7. Schritt: Sorgen Sie für eine solide Finanzierung

    Innovative wissensbasierte Existenzgründungen sind häufig mit einem hohen Kapitalbedarf verbunden. Mit einer soliden Planung und einer überzeugenden Darstellung der Wachstumschancen Ihres Vorhabens wird es Ihnen jedoch gelingen, mutige Finanzpartner für sich zu gewinnen.

    Erkundigen Sie sich an Ihrer Hochschule nach Finanzierungs- oder Fördermöglichkeiten. Wie weiter oben dargestellt, gibt es ein breites Interesse daran, wissensbasierte Gründungen zu fördern und entsprechend umfangreich sind die Förder- und Beratungsangebote, die für Ihre Gründung infrage kommen.

Wissensgründer tragen maßgeblich zum Fortschritt unserer Gesellschaft bei. Sie entscheiden mit über Wohl und Wehe der Menschheit. Ob der ersehnte Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus oder Lösungen für den Klimawandel – ohne Menschen, die mit Unternehmergeist und Visionen, aber auch mit fundiertem Fachwissen und genialen Erfindungen auf die Herausforderungen unserer Zeit reagieren, wird es nicht gehen.

Als Unternehmer machen Sie aus Ihrem Wissen nicht Fachartikel für die Wissenschaft, sondern Produkte oder Services, deren Erfolg Sie reich und berühmt und die Gesellschaft ein Stückchen besser machen kann. Worauf warten Sie noch?

Planen Sie gleich los!


Über den Autor

Jan Evers hat sich mit Leib und Seele moderner Gründungsförderung verschrieben. Er ist Geschäftsführer des Startups BusinessPilot, das gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und der KfW die Gründerplattform aufgesetzt hat, um Gründen in Deutschland einfacher und digitaler zu machen. Die Gründerplattform wird öffentlich gefördert und ist daher für alle kostenfrei.

[Bildnachweis: Gorodenkoff by Shutterstock.com]
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6. Mai 2020 Anzeige Autor: Anzeige

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