Unseriöse Webseiten erkennen: Checkliste mit 10 Warnzeichen

Leider tummeln sich im Internet viele Nepper, Schlepper, Bauernfänger, die Besucher in Abofallen locken, Kunden abzocken oder es schlicht auf Ihre Daten abgesehen haben, um diese weiter zu verkaufen. Kurz: Es gibt zahlreiche Abzocker. Wie Sie unseriöse Webseiten erkennen, zeigt ihnen die folgende Checkliste mit 9 + 1 Warnzeichen…

Unseriöse Webseiten erkennen: Checkliste mit 10 Warnzeichen

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Unseriöse Webseiten erkennen: 10 Warnzeichen

Die folgenden Kriterien können Hinweise auf eine unseriöse Webseiten geben. Ein Beweis für unlautere Absichten des Webseiten-Betreibers sind sie nicht. Manche Seiten sind auch nur unsauber oder mit mangelnden Kenntnissen programmiert oder umgesetzt. Grundsätzlich aber gilt: Treffen mehrere der folgenden Warnzeichen auf eine Webseite zu, sollten Sie äußerste Vorsicht walten lassen, auf die Eingabe sensibler Daten verzichten und sich nach Alternativen umsehen.

Bei folgenden Warnzeichen bitte vorsichtig bleiben:

1. Fehlendes Impressum

Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum sollte Sie immer stutzig machen. Laut § 5 Telemediengesetz sind gewerbliche Anbieter verpflichtet, Namen und Anschrift sowie bei juristischen Personen, zudem die Rechtsform im Impressum anzugeben. Gewerblicher Anbieter ist bereits, wer nur eine einzige bezahlte Anzeige auf seiner Website anzeigt. Wer also beim Impressum mehr verschleiert, als er enthüllt, will womöglich nicht identifiziert werden. Ein ausländischer Firmensitz ist zwar nicht zwingend ein Warnsignal, bei Reklamationen oder der Rücksendung von Waren kann das aber zu einem Problem werden.

2. Keine Kontaktmöglichkeiten

Ähnliches gilt für die angebotenen Kontaktmöglichkeiten, insbesondere bei Online-Shops. Sind diese deutlich sichtbar platziert? Ist unter der angegebenen Telefonnummer jemand erreichbar? Ist die E-Mail-Adresse noch aktiv, und gibt es die angegebene Postanschrift überhaupt? Schauen Sie doch mal auf Google Maps nach, wie das Haus unter der angegebenen Adresse aussieht. Sieht alles seriös aus, ist das ein gutes Zeichen. Ansonsten: Obacht – es könnte eine unseriöse Webseite sein! E-Mail-Adressen von kostenlosen Anbietern können, müssen allerdings kein Warnzeichen sein.

3. Unklare AGB

An lange, komplizierte allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) haben sich Kunden heute gewöhnt. Das mag zwar keine Begeisterung wecken, lässt sich aufgrund zahlreicher rechtlicher Bestimmungen jedoch oft nicht vermeiden. Die AGB müssen allerdings vorhanden und auf der Webseite einsehbar sein. Ist das nicht der Fall, liegt der Verdacht nahe, dass der jeweilige Anbieter etwas zu verbergen hat.

4. Kein Widerrufsrecht

Die Abtretung des Widerrufsrechts ist in Deutschland nicht zulässig. Sollte auf einer Webseite dennoch genau darauf hingewirkt werden, ist das ein sicheres Zeichen für einen unseriösen Anbieter. In diesem Fall sollten Sie die Seite sofort verlassen und auch andere Kunden davor warnen.

5. Viele Textfehler

Auch die textliche Gestaltung einer Homepage kann ein Indiz für eine unseriöse Webseite sein. Typische Werbetexte, die auch hervorragend auf einen Wochenmarkt passen würden, sollten Sie hellhörig machen. Wenn vor lauter Sonderangeboten und Rabattaktionen die eigentliche Webseite in den Hintergrund tritt, ist das ebenfalls ein Warnsignal.

6. Übermäßige Werbung

Werbebanner und Anzeigen sind grundsätzlich kein Problem. Doch Pop-ups sind lästig und können ein Sicherheitsrisiko darstellen. Klicken Sie ein entsprechend präpariertes Pop-up-Fenster an, können Sie sich Schadsoftware (sogenannte „Malware“) auf Ihren Computer holen. Seriöse Seiten – wie die Karrierebibel – arbeiten daher nur mit Premium-Vermarktern zusammen.

7. Nutzlose Registrierungsaufforderungen

Zwar ist es in Online-Shops üblich, dass sich Kunden registrieren können und dazu aufgefordert werden. Auf seriösen Webseiten aber können Sie den Kaufvorgang immer auch anonym fortsetzen – ohne sich registrieren und private Daten preisgeben zu müssen (außer der Adresse natürlich). Hinterfragen Sie daher jede Registrierungsaufforderungen: Sind die Daten für den Einkauf wirklich erforderlich? Unseriöse Webseiten fordern Nutzer regelmäßig dazu auf, Geburtsdatum und weitere private Daten einzutragen. Oft verbunden mit Abofallen und der Erlaubnis, die Daten an Dritte (oder Newsletter) weiterzuleiten.

8. Wirres Layout

Auch Layout und Navigation der Website können Hinweise auf einen unseriösen Anbieter geben. Seriöse Seiten bevorzugen ein klares und übersichtliches Layout. Die Navigation ist in der Regel so angelegt, dass Sie sich schnell und weitgehend intuitiv auf der Webseite orientieren können. Ein wirres Design könnte auch bewusst dazu führen, dass Sie „aus Versehen“ einen kostenpflichtigen Link klicken. Das Problem: Sowohl ein übersichtliches Layout als auch eine klare Navigation sind bis zu einem gewissen Grad Geschmacksache und werden unterschiedlich wahrgenommen. Achten Sie daher vor allem auf Ihr Bauchgefühl.

9. Unsichere Datenübertragung

Wenn Sie bei einem Online-Shop Zahlungsdaten eingeben sollen, muss das über eine sichere Verbindung geschehen. Diese erkennen Sie in der URL-Zeile Ihres Browsers: Dort sollte zu Beginn das Kürzel „https“ stehen. In heutigen Browsern wie Firefox, Chrome oder Safari werden „sichere“ Seiten heute durch ein Schlosssymbol gekennzeichnet.

10. Eingeschränkte Zahlungsarten

Auch ein Blick auf die angebotenen Zahlungsarten kann helfen: Wird als einzige Zahlungsmethode Vorauskasse genannt, sollten Sie die Finger von der Seite lassen. Sicherer sind zum Beispiel Paypal mit Käuferschutz oder eine Überweisung (keine SEPA-Lastschrift beim Erstkontakt erlauben!).

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Unseriöse Webseiten & Anbieter: Achtung Abzocke!

In der Praxis ist es oft nicht schwer, unseriöse Webseiten zu erkennen. Das gilt zumindest für die schnell erstellten, nur auf Profit, Gewinnspiele oder Datensammlung ausgerichteten Angebote. Es gibt aber Seiten, die auch nach gründlicher Prüfung einen vertrauenswürdigen Eindruck machen und dennoch unlautere Absichten verfolgen.

In diesen Fällen hilft Ihnen häufig die Erfahrungen anderer Kunden weiter. Sollte es sich um ein unseriöses Angebot handeln, werden Sie schnell auf entsprechende Erfahrungsberichte und Beschwerden geprellter Kunden im Internet stoßen. Googeln Sie also im Zweifel mal nach dem Namen des Anbieter + „Erfahrungen“.

Generell gilt: Bleiben Sie wachsam.

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[Bildnachweis: pedrorsfernandes by shutterstock.com]
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30. November 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.

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