SWOT-Analyse erstellen: Anleitung, Beispiele, Vorlagen

Bekannt ist die SWOT Analyse in erster Linie aus der Unternehmensstrategie. Sie soll dabei helfen Pläne zu entwickeln, mit denen Chancen genutzt und Gefahren gleichzeitig minimiert werden. Doch auch Arbeitnehmer und ganz besonders Bewerber können ebenfalls von der SWOT-Analyse profitieren, um die eigenen Chancen auf beruflichen Erfolg zu steigern – sei es nun der anvisierte Traumjob, für den Sie eine Zusage erhalten wollen oder die längst überfällige Beförderung, die bisher ausgeblieben ist. Der Grundgedanke bleibt dabei erhalten: Sie analysieren Stärken, Schwächen und das Umfeld, um die erfolgsversprechendsten Schritte daraus abzuleiten. Hier erfahren Sie, wie die SWOT-Analyse funktioniert, wie Sie Ihre persönliche SWOT-Analyse erstellen und welche Strategien sich daraus für die jeweilige Situation ergeben…

SWOT-Analyse erstellen: Anleitung, Beispiele, Vorlagen

SWOT-Analyse: Definition, Matrix, Beispiel

SWOT Analyse Definition Stärken Schwächen StrategienDie SWOT-Analyse in ihrer heutigen Form wurde in den Sechzigerjahren an der Harvard Business School entwickelt. Die Wissenschaftler erschufen dabei ein Modell, das geeignet ist, die aktuelle Lage eines Unternehmens zu analysieren und durch Betrachtung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken passende Strategien zu wählen, die zum Erfolg beitragen.

Der Begriff SWOT ist ein sogenanntes Akronym beziehungsweise eine Abkürzung für die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe: Strenghts (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken). Alle vier zusammen bilden vier Quadranten einer Matrix, in denen die jeweiligen Punkte abgebildet werden.

In der Praxis werden die vier Quadranten der SWOT-Matrix also mit den Erkenntnissen der jeweiligen und vorherigen Analyse gefüllt (siehe Beispiel/Grafik):

SWOT-Analyse erstellen: Beispiel Vorlage Definition

Der Grundgedanke hinter der SWOT-Analyse geht jedoch noch weiter zurück. So wird dem chinesischen Militärstrategen und Philosophen Sunzi, der bereits vor 2500 Jahren lebte und vor allem durch sein Buch „Die Kunst des Krieges“ in Erinnerung geblieben ist, dieses Zitat zugeschrieben:

Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.

Die SWOT-Analyse folgt letztlich denselben Prinzipien. Nur wer sowohl die eigenen Stärken und Schwächen kennt als auch Bescheid weiß, welchen Herausforderungen er sich gegenübersieht, kann letzten Endes erfolgreich sein – ob nun in einer Schlacht im alten China oder im Wettbewerb zwischen Unternehmen, Mitarbeitern oder Bewerbern in der heutigen Zeit.

Auch wenn es bei der SWOT Analyse zunächst um Unternehmensstrategien ging, wurde das Konzept längst auch auf einzelne Personen übertragen (siehe Bewerber-Beispiel weiter unten).

SWOT-Analyse erstellen: Schritt für Schritt Anleitung

Die SWOT Analyse sollte immer mit einer möglichst konkreten Zielsetzung beginnen. Überlegen Sie sich, was Sie erreichen wollen und welche Ergebnisse Sie sich von der Analyse erhoffen. Für Unternehmen sind dies beispielsweise Wachtumsziele, das Abhängen eines direkten Konkurrenten oder auch eine Gewinnsteigerung für das kommende Jahr. Nutzen Sie die SWOT Analyse hingegen für sich selbst, können Sie sich beispielsweise als Ziel setzen, einen Job innerhalb von drei Monaten zu bekommen oder Sie fangen etwas kleiner an und wollen drei Einladungen zu Vorstellungsgesprächen erhalten.

Diese Ziele und angestrebte Soll-Zustände sind wichtig, um aus der Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse wirklich passende Maßnahmen ableiten zu können, anstatt nur allgemein zu bleiben und sich innerhalb der theoretischen Grenzen des Modells zu verlieren.

Sind die Ziele klar, können Sie damit beginnen, Ihre SWOT Analyse zu erstellen. An diesen drei Schritten sollten Sie sich dabei orientieren:

  • Analysieren Sie die Rahmenbedingungen

    Zunächst führen Sie eine externe Analyse durch. Auf Unternehmensebene bedeutet das: Was macht die Konkurrenz? Wie sieht der Wettbewerb aus? Welche Veränderungen durchläuft die Branche? Welche Trends sind zu beobachten? Auch für Bewerber ist es wichtig, sich zunächst die äußeren Rahmenbedingungen klar zu machen. Schauen Sie sich den Arbeitsmarkt an, auf dem Sie sich befinden und analysieren Sie, mit welchen anderen Bewerbern Sie um Positionen konkurrieren.

    Achten Sie besonders aufmerksam darauf, was die externe Analyse für Sie persönlich bedeutet. Hier gibt es kein eindeutiges und allgemeines richtig oder falsch. Was für den einen durchaus hilfreich und positiv sein kann, stellt für einen anderen Probleme dar, für die eine Lösung gefunden werden muss.


  • Erstellen Sie ein Stärken-Schwächen-Profil

    Der zweite Schritt ist die interne Analyse. Hier braucht es eine gründliche Selbstreflexion und auch die nötige Ehrlichkeit, um sich die eigenen Schwachstellen einzugestehen. Fragen Sie sich, in welchen Bereichen Sie besonders gut sind, worauf Sie stolz sein können und wo es auf der anderen Seite noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

    Bei der internen Analyse geht es um Ihre persönlichen Kompetenzen und Qualifikationen, dennoch kann es helfen, sich hierbei auch an der Konkurrenz zu orientieren. Durch einen direkten Vergleich können Sie sehen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Vielleicht haben Sie vielen anderen bereits wichtige Erfahrung voraus, schneiden aber bei den Durchschnittsnoten schlechter ab.


  • Leiten Sie entsprechende Schritte ab

    Abschließend werden die beiden Analysen in der SWOT-Matrix gegenübergestellt. Aus der fertigen SWOT Analyse ergeben sich im Anschluss verschiedene Maßnahmen und Strategien für die unterschiedlichen Bereiche. Stärken sollten ausgebaut und eingesetzt werden, um Chancen zu nutzen. Schwächen gilt es hingegen auszugleichen oder gänzlich zu vermeiden.

    Wichtig dabei ist: Das Ergebnis der SWOT Analyse ist nicht eine einzige Strategie oder Handlungsempfehlung. Aus der SWOT-Matrix ergeben sich unterschiedliche Maßnahmen für verschiedene Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Zum Erfolg führt deshalb eine Kombination mehrerer Strategien, um das volle Potenzial zu nutzen.

SWOT Analyse Vorlagen: als WORD, PDF oder Excel-Datei downloaden

SWOT Analyse Vorlagen: Als WORD-Datei, PDF oder Excel-Dokument herunterladenUm Ihnen die Strategieplanung zu erleichtern, stellen wir Ihnen hier noch eine kostenlose Vorlage für eine SWOT-Analyse zur Verfügung. Ob Sie nun eine SWOT-Matrix schnell und einfach in Excel erstellen oder sich das Ganze als PDF speichern und ausdrucken wollen oder als Werkzeug lieber eine MS WORD-Datei nutzen… Sie finden hier gleich drei kostenlose Varianten der SWOT-Analyse zum Download – allesamt gratis.

SWOT Analyse: Strategien für jede Situation

Die SWOT-Matrix ist zwar immer gleich aufgebaut und kann deshalb gut als Vorlage verwendet werden, die einzelnen Inhalte der verschiedenen Bereiche und die Analysen sind jedoch höchst individuell. Zwar gibt es in einigen Punkten immer wieder Überschneidungen, doch werden Sie wohl kaum jemanden finden, der komplett identische Stärken und Schwächen mitbringt.

Aber was sind nun die richtigen Maßnahmen, um aus der SWOT Analyse auch wirklich erfolgreiche Schritte abzuleiten, die dem eigenen Ziel näher bringen? Die Antwort darauf finden Sie in der Matrix, genauer gesagt in der Betrachtung von jeweils zwei gemeinsamen Bereichen – Stärken und Chancen, Stärken und Risiken, Schwächen und Chancen, Schwächen und Risiken.

Für jede dieser vier Kombinationen empfiehlt die SWOT-Analyse eine andere Strategie:

  • SWOT Analyse: Die SO-Strategie – Ausbauen

    Dieser Bereich ist im Idealfall besonders groß. Wenn Ihre Stärken auf Chancen treffen, können Sie Ihre Fähigkeiten sehr gewinnbringend einsetzen, die sich bietenden Möglichkeiten nutzen und sich so einen Vorteil verschaffen. Stellen Sie Ihre Qualitäten den identifizierten Chancen gegenüber und versuchen Sie Anschlusspunkte zu finden – dabei handelt es sich um sogenannte Matching-Strategien.


  • SWOT Analyse: Die ST-Strategie – Absichern

    Ihre Stärken können nicht nur hilfreich sein, um Chancen zu nutzen, sondern auch um Risiken abzumildern und Gefahren zu vermeiden. Im Fokus steht bei diesen Strategien, erkannte Risiken durch die eigenen Fähigkeiten zu verhindern.


  • SWOT Analyse: Die WO-Strategie – Aufholen

    Nicht jeder ist ein Experte in genau den Bereichen, die die größten Chancen versprechen. Die Devise lautet deshalb: Aufholen und gezielt daran arbeiten. Durch Umwandlungsstrategien sollen Schwächen in Stärken verwandelt werden, um die sich bietenden Chancen besser wahrnehmen zu können. Besonders wichtig ist dies, wenn die Konkurrenz sich bereits einen Vorsprung erarbeitet hat.


  • SWOT Analyse: Die WT-Strategie – Vermeiden

    Fallen Schwächen und Risiken zusammen, droht Gefahr. Diesen Bereich gilt es deshalb so klein wie möglich zu halten. Das ist allerdings nicht immer möglich und so geht es bei den Vermeidungsstrategien im Kern darum, möglichen Schaden zu verhindern, während an den Schwächen gearbeitet wird, um langfristig in eine bessere Situation zu kommen.

SWOT-Analyse: Fallbeispiel für Bewerber

SWOT-Analyse für BewerberZwar stammt die SWOT-Matrix ursprünglich aus dem Management beziehungsweise der strategischen Unternehmensführung. Das heißt aber nicht, dass sich die Analyse nicht auch für andere Zwecke einsetzen ließe – für die Bewerbung zum Beispiel.

Tatsächlich können Sie – wie das folgende Grafik-Beispiel zeigt – mithilfe einer SWOT-Analyse ebenso Ihre persönliche Bewerbungsstrategie optimieren. Oder auch gezielt Argumente für sich suchen, die Sie wiederum im Bewerbungsschreiben einsetzen.

So oder so: Sehen Sie sich die exemplarischen Quadranten der SWOT-Matrix einfach mal genauer an. Sicher fallen Ihnen noch andere Bereiche ein wie Sie die SWOT-Analyse im Alltag nutzen können…

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[Bildnachweis: LuckyImages by Shutterstock.com]
10. Mai 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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