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Wer gerade die Schule beendet hat und eifrig mit der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz beschäftigt ist, fragt sich womöglich, wie so ein Bewerbungsprozess eigentlich abläuft: Man schreibt nach besten Wissen Bewerbungen und hofft sehnsüchtig darauf, dass eine vom Erfolg gekrönt sein möge. Aber was passiert eigentlich dann? Folgt sofort das Vorstellungsgespräch? Tatsächlich gibt es zwar gewisse Standards, allerdings muss sich so ein Bewerbungsprozess nicht immer identisch gestalten. Wir erläutern Ihnen den Ablauf und mögliche Abweichungen...

Bewerbungsprozess Definition: Verschiedene Phasen der Bewerbung

Bewerbungsprozess Ablauf Bewerbungsprozess englisch Bewerbungsprozess Definition Bewerbungsprozess SynonymDer Begriff Bewerbungsprozess, synonym könnte man auch von Bewerbungsverlauf sprechen, deutet es bereits an: Etwas ist im Gange, nämlich Ihre Bewerbung.

Jede Bewerbung, die ein Bewerber abschickt und im Grunde genommen bereits die Vorbereitungen darauf, sind Schritte, die ihn seinem Job näher bringen.

Der Bewerbungsprozess, englisch application process, unterteilt sich in unterschiedlichen Phasen und ist abhängig von der Unternehmensgröße oder der Organisation, aber auch von der ausgeschriebenen Position.

Grob lässt sich sagen: Je höher in der Hierarchie die ausgeschriebene Stelle, desto differenzierter und umfangreicher der Bewerbungsprozess.

Bewerbungsprozess Ablauf: Bewerbungsprozess allgemein

  1. Phase Bewerbungsprozess: Das Prüfen

    Egal, ob Sie eine Online-Bewerbung verfasst, sich klassisch auf postalischem Wege oder per E-Mail beworben haben: Hier trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Für alle Formate gilt: Rechtschreibfehler oder Nachlässigkeiten in der Recherche (etwa falsch geschriebener Name des Ansprechpartners) können bereits ein K.O.-Kriterium sein.

    Auch die oft zitierten Eselsohren in den Papierunterlagen einer Bewerbungsmappe hinterlassen keinen guten Eindruck. Aber es lauern weitere Gefahren formaler Art: Sogenannte CV-Parsing-Programme kommen bei größeren Unternehmen zum Einsatz und treffen bereits eine Vorauswahl elektronischer Bewerbungsunterlagen, noch bevor ein menschliches Auge einen Blick auf Ihre Bewerbung geworfen hat.

    Wer hier die "falschen" Formate, Schriften oder Grafiken benutzt, wer wichtige Keywords nicht erkannt und ähnliche Lebenslauf-Sünden hat, wird ausgemustert. Als nächstes geht es um den inhaltlichen Abgleich: Passen Abschluss, Zertifikate und ähnliches zum Anforderungsprofil der neuen Stelle?

    Auch hier gilt: Wer sich auf gut Glück beworben hat und nicht einmal die Muss-Qualifikationen erfüllt, für den endet der Bewerbungsprozess nach diesem Teilschritt. Für diejenigen, deren formalen und inhaltlichen Angaben die Kriterien des Unternehmens erfüllen, folgt spätestens ab diesem Punkt eine Auswahl durch den Personaler, der bei Bewerbern eine Einteilung in drei Kategorien vornehmen kann:

    • A-Bewerber: Potenzielle Kandidaten für die Stelle, deren Profil absolut mit der Ausschreibung übereinstimmt und die sofort zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden können.
    • B-Bewerber: Kandidaten, die eine hohe Übereinstimmung mit der Ausschreibung aufweisen und eventuell nachrücken können.
    • C-Bewerber: Kandidaten, deren Profil zu geringe Übereinstimmung mit der Ausschreibung aufweist und die weniger in Frage kommen.
  2. Phase Bewerbungsprozess: Das Telefoninterview

    Wer mit seinen Bewerbungsunterlagen das Interesse des Unternehmens geweckt hat, wird als nächstes eventuell zu einem Telefoninterview eingeladen. Die Vorteile für das Unternehmen liegen auf der Hand: Diese Vorauswahl spart Zeit und Kosten und gibt dem Personaler die Gelegenheit, sich ein runderes Bild vom Bewerber zu machen.

    Auch auf Bewerberseite hat ein Telefonat Vorteile: Der Aufwand ist auch für Sie geringer, schwitzige Hände dürften kein Problem darstellen, ebenso wenig fallen Mikrogesten ins Gewicht. Der Personaler kann sich allein auf Ihre Stimme und das, was Sie sagen, konzentrieren. Der Nachteil ist andererseits, dass Sie mimisch und gestisch wenig signalisieren können, das heißt, Sie müssen Ihre Begeisterung und Freude dementsprechend in Ihre Stimme legen.

    Denn wie Sie reagieren, sei es spontan auf kritische Fragen oder auch vorbereitet auf Fragen zum Unternehmen, lässt Rückschlüsse zu. Anhand solcher Beobachtungen kann ein Personaler bereits einschätzen, ob Sie beispielsweise ins Team passen oder wie gut Sie mit potenziellen Kunden klarkommen werden. Das Telefoninterview ist nicht zu unterschätzen, denn es besitzt natürlich bereits eine höhere Aussagekraft als eine leblose Bewerbungsmappe.

    Hier kann sich bereits entscheiden, ob Bewerber und Unternehmen sehr wahrscheinlich harmonieren oder ob ein anderer Arbeitsplatz beziehungsweise anderer Kandidat die bessere Wahl ist. So gesehen ist ein Telefongespräch für beide Seiten eine Chance zu überprüfen, ob man sich sympathisch ist und sich eine gemeinsame Zusammenarbeit vorstellen kann.

  3. Phase Bewerbungsprozess: Das Vorstellungsgespräch

    Teilweise entfällt das Telefoninterview und es folgt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch unmittelbar nach Sichtung der Unterlagen. Auch diejenigen Bewerber, die im Telefonat überzeugen konnten, werden nun zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Wie oben erläutert, liegt hier der Vorteil darin, dass Sie mit Ihrer Mimik und Gestik überzeugen können.

    Das bedeutet andererseits allerdings auch, dass Sie auf Ihre Körperhaltung achten sollten: Nicht nur die Kleidung verrät etwas über Sie, sondern auch, ob Sie wie ein Schluck Wasser in der Kurve mit zusammengesackten Schultern im Stuhl sitzen oder mit geradem Rücken. Je nach Unternehmensgröße werden Sie hier mit dem Personaler, Ihrem zukünftigen Vorgesetzten und/oder dem Geschäftsführer Ihr Gespräch führen.

    Wenn Sie das Anforderungsprofil des Unternehmens erfüllen und sich beide Seiten sympathisch sind, wird Ihre Bewerbung hier ein positives Ende haben und der Bewerbungsprozess für Sie abgeschlossen sein. Abhängig von der zu besetzenden Position, aber auch von der Unternehmensgröße kann ein zweites Vorstellungsgespräch folgen oder aber Sie statt des ersten Vorstellungsgesprächs ein Assessment-Center erwarten.

  4. Phase Bewerbungsprozess: Das Assessment-Center

    Das Assessment-Center ist kein zwingender Schritt im Bewerbungsprozess. Außerdem kann er dem Vorstellungsgespräch vorgeschaltet sein, das heißt, auch die Reihenfolge ist beliebig - ebenso wie die Gestaltung.

    Ein Assessment-Center besteht aus mehreren Runden und kann bis zu drei Tage dauern. Sinn und Zweck ist es, den Bewerber noch besser kennen zu lernen und zwar in Situationen, die dem Arbeitsalltag oder zumindest beruflichen Problemstellungen nachempfunden sind. Die Beurteilung der Kandidaten kann einzeln oder in Gruppen durchgeführt werden.

    Unabhängig davon, ob das Verfahren mit Einzelpersonen oder Gruppen durchgeführt wird, ist ein Assessment Center eine Kombination aus verschiedenen Tests, Übungen, Plan- beziehungsweise Rollenspielen und Auswahlgesprächen. Aufgeteilt ist das Assessment-Center in vier Stufen:

    • Selbstpräsentation: Sie schildern in etwa 15 Minuten Ihren bisherigen beruflichen Werdegang nebst wesentlichen Erfolgen, können Stärken nennen und diese mit der Stelle in Relation setzen.
    • Übungen: Darunter fallen Übungen wie die Postkorbübung, Intelligenz- und Konzentrationstests.
    • Rollenspiele: Hier warten Gruppendiskussionen und Fallstudien anhand von Wirtschaftsthemen. Erwartet werden von dem Bewerber Teamgeist und Problemlösungskompetenz.
    • Feedback: Anschließend folgt die Feedbackrunde mit den Beobachtern. Der Bewerber sollte hier durch eine gute Selbsteinschätzung überzeugen. Sie punkten, wenn Sie kritisch auf Dinge eingehen, die besser hätten laufen können, aber auch die Dinge nennen, die geglückt sind.

    Gerade bei größeren Konzernen sollten sich Bewerber auf ein Assessment-Center einstellen. Allerdings kann man sich gut darauf vorbereiten, da viele Unternehmen bereits im Internet auf ihrer Seite Informationen zum Bewerbungsprozess zur Verfügung stellen.

Bewerbungsprozess Dauer: Lange! Kurz!

Wie lange so ein Bewerbungsprozess sich gestaltet, lässt sich pauschal leider nicht beantworten, da viele Faktoren eine Rolle spielen:

  • Unternehmensgröße

    Vereinfacht ausgedrückt, sind kleine und mittelständische Unternehmen eher in der Lage, flexibel reagieren zu können. Sie schreiben meist nicht so häufig Stellen aus und der Personalapparat ist nicht so umfangreich, so dass der Chef selbst sich teilweise um alles kümmert.

  • Organisation

    Anders gestaltet sich die Dauer häufig, wenn es sich bei dem Unternehmen um einen großen Konzern handelt. Dort fallen unter Umständen mehrere hundert Bewerbungen auf eine Stellenausschreibung, die Auswahl kann dauern. Ebenfalls spielt es eine Rolle, ob Sie sich im öffentlichen Dienst bewerben: Hier muss eine Bewerbung noch durch verschiedene Gremien, bevor letztlich eine Entscheidung getroffen werden kann - auch das ist abhängig von bestimmten Terminen und nimmt insgesamt oft mehrere Monate in Anspruch.

  • Position

    Wie bereits angedeutet, steigt der Aufwand mit der zu besetzenden Position. Eine potenzielle Führungskraft wird den insgesamt längsten Bewerbungsprozess haben, ein Praktikant hingegen den kürzesten.

Wie lang einzelne Phasen eines Bewerbungsprozesses dauern, beispielsweise die Auswahl der Unterlagen, ein Telefonat oder das Vorstellungsgespräch, hängt ebenfalls von verschiedenen Gegebenheiten ab. Wie eingangs erwähnt, kommt es bei großen Unternehmen zum Einsatz von entsprechender Software - die beschleunigen den Bewerbungsprozess in der Regel.

Bei Telefonaten oder Vorstellungsgesprächen kommt es auf die Erfahrenheit und Vorbereitung des Personalers an. Jemand mit entsprechend großer Erfahrung wird sich bereits nach kurzer Zeit ein Bild machen können, da er bestimmte Erfahrungswerte besitzt, mit denen er abgleicht.

Ebenso wird er sich auf das Interview entsprechend vorbereiten, zuvor einige Notizen zur Person gemacht haben und auch während des Gespräches. So kann ein Vorstellungsgespräch entsprechend routiniert ablaufen. Andersherum kann eine Ausweitung bedeuten, dass er sich noch nicht endgültig sicher ist in seiner Entscheidung. Oder aber das Gespräch verläuft so gut, dass es auf menschlicher Ebene auf Anhieb klappt und für einen Augenblick die Bewerbungssituation in den Hintergrund rückt.

[Bildnachweis: Robert Przybysz by Shutterstock.com]



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