Problemlösungskompetenz: Definition und 4 essentielle Tipps

Problemlösungskompetenz wird zu einem immer wichtigeren Erfolgsfaktor: Kunden ändern kurzfristig ihre Meinung, der Chef verlangt Alternativen für den Projektablauf und die Kollegen sind eher Teil des Problems als der Lösung. Kurz: Es läuft nicht rund. Darüber kann man lang und breit jammern und in Selbstmitleid versinken. Oder man rollt die Ärmel hoch und löst die Probleme. Genau diese „Hands-on“-Einstellung suchen Arbeitgeber. Doch braucht es auch die nötige Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern. Worauf es bei der Problemlösungskompetenz ankommt und wie Sie besser darin werden, Probleme an der Wurzel zu packen und aus der Welt zu schaffen…

Problemlösungskompetenz: Definition und 4 essentielle Tipps

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Definition: Was bedeutet Problemlösungskompetenz?

Es gibt einige sehr trockene Definitionen von Problemlösungskompetenz. Allgemein bedeutet es die durchdachte und systematische Auseinandersetzung mit Problemen und Herausforderungen, um diese zu überwinden. Wikipedia spricht beispielsweise von der Überführung eines Ist-Zustandes gegen Widerstände in einen Soll-Zustand.

Vereinfacht ausgedrückt und auf den beruflichen Alltag übertragen, bedeutet Problemlösungskompetenz Folgendes: Schwierigkeiten sofort zu erkennen, schnell darauf zu reagieren und eine passende Lösung zu finden, bevor weiterer Schaden daraus entsteht. Problemlösungskompetenz ist keine einzelne Handlung oder Entscheidung. Sie zeigt sich in einem Prozess, der aus mehreren Schritten besteht, die aufeinander aufbauen:

Identifikation

Zunächst einmal geht es bei der Problemlösungskompetenz immer darum, das Problem zu identifizieren. Wo genau ist etwas schief gelaufen? Warum wurde ein Ergebnis nicht erreicht oder aus welchen Gründen wurden Erwartungen nicht erfüllt? Wichtig ist, dass Sie diesen Punkt nicht vorschnell überfliegen.

Viele machen es sich sehr leicht und zeigen schnell mit dem Finger auf ein Problem. Um jedoch im weiteren Verlauf eine wirkliche Lösung zu finden, müssen Sie das Problem genau identifizieren und definieren. Wer hier nur an der Oberfläche kratzt, zielt wahrscheinlich auch mit seiner Problemlösung in die falsche Richtung.

Analyse

Die Analyse eines Problems sollte nicht nur auf der Schuldfrage geklärt werden. Natürlich ist es wichtig herauszufinden, wer an der Entstehung des Problems beteiligt war und wen es alles betrifft. Doch reine Schuldzuweisungen werden in keinster Weise zur Lösung beitragen. Stellen Sie bei der Analyse lieber die klassischen W-Fragen, allen voran nach dem Grund: Warum konnte das Problem entstehen? Warum haben wir es nicht früher gemerkt? Woran liegt es, dass wir das Problem noch nicht beheben konnten?

Kreativität

An diesem Punkt wird es für die meisten besonders knifflig. Ein Problem ist meist schnell als solches ausgemacht Wenn es allerdings darum geht, passende Lösungsvorschläge zu machen, verstummen selbst diejenigen, die vorher am lautesten gemeckert haben. Probleme zu erkennen bedeutet eben noch lange nicht, es auf Anhieb besser machen zu können.

Wichtig ist hier vor allem eine kreative Herangehensweise. Schon Albert Einstein hat gesagt: Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Trauen Sie sich deshalb, unkonventionelle Vorschläge einzubringen und über den oft sehr begrenzten Tellerrand zu blicken.

Umsetzung

Problemlösungskompetenz zeigt sich vor allem in der Praxis. Denn was bringt die schönste Theorie, wenn am Ende nichts unternommen wird, um tatsächlich Hindernisse aus der Welt zu schaffen? Zuvor sollten die Beteiligten aus den verschiedenen Lösungsansätzen den vielversprechendsten auswählen. Dabei können Sie sich auf bisherige Erfahrungen berufen oder im Team gemeinsam diskutieren.

Ein wichtiger Teil der Problemlösungskompetenz ist der Mut und das Verantwortungsbewusstsein, um die Umsetzung in die Hand zu nehmen. Leider machen viele den Fehler, sich vor einem Problem zu verstecken und darauf zu warten, dass dieses sich von selbst in Luft auflöst.

Kontrolle

Die meisten Probleme lassen sich nicht sofort mit der ersten umgesetzten Idee vollkommen lösen. Deshalb ist die Kontrolle der letzte, aber essenzielle Schritt der Problemlösungskompetenz. Nur wenn Sie verstehen, welche Wirkungen Ihre Maßnahme hatte, können Sie weiterhin darauf reagieren und falls nötig weitere Änderungen einleiten.

Problemlösungskompetenz in der Bewerbung

Problemlösungskompetenz ist auf dem Arbeitsmarkt eine gefragte und gern gesehene Fähigkeit bei Bewerbern und Mitarbeitern. Oft wird diese sogar in Stellenanzeigen explizit gefordert. Erkennen können Sie das an Formulierungen, in denen der Arbeitgeber eine „Hands-on-Mentalität“ wünscht. Um die Chance zu nutzen, sollten Sie darauf in Ihrer Bewerbung eingehen. Doch wie bei anderen Fähigkeiten gilt auch für die Problemlösungskompetenz, dass es nicht ausreicht, diese einfach nur zu erwähnen, um bei Personalern zu punkten.

Stattdessen sollten Sie sich im Vorfeld einige Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre Problemlösungskompetenz im Bewerbungsschreiben platzieren und verkaufen. Um Ihre Fähigkeit überzeugend zu nutzen, sollte diese so konkret wie möglich dargestellt werden. Soll heißen: Überlegen Sie sich ein oder zwei konkrete Beispiele, die zeigen, wie Sie Ihre Problemlösungskompetenz eingesetzt haben und wie diese Ihnen geholfen hat, das Beste aus einer Situation zu machen.

Im besten Fall haben Ihre Beispiele direkt einen Bezug zu dem Arbeitgeber, bei dem Sie sich bewerben. Denn das ist der zweite wichtige Punkt für Problemlösungskompetenz in der Bewerbung: Zeigen Sie, was das Unternehmen davon hat. Bringen Sie eine Idee ein, wie Ihr zukünftiger Chef von Ihrer Fähigkeit profitieren wird und wie Sie durch Ihre Problemlösungskompetenz dazu beitragen, das Unternehmen noch erfolgreicher zu machen.


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4 Tipps, wie Sie Ihre Problemlösungskompetenz verbessern

Manch einer blüht regelrecht auf, wenn er vor ein Problem gestellt wird. Diesen Menschen scheint weder Druck noch Frust durch ein Problem zuzusetzen. Stattdessen sprühen sie nur so vor Alternativvorschlägen und sind überzeugt, alles wieder gerade biegen zu können. Sie schaffen es, jedes Problem zu meistern, egal wie plötzlich dieses auftaucht oder wie groß es am Anfang erscheint.

Kompetenzstufen Lernphasen Modell Grafik

Eine solche Problemlösungskompetenz ist nicht jedem in die Wiege gelegt. Und manchmal verbirgt sich dahinter eher das Experten-Syndrom denn tatsächliche Expertise und durchschlagender Erfolg beim Problemlösen. Allerdings lässt sich die Fähigkeit lernen und die eigene Problemlösungskompetenz verbessern. Auf diese vier Punkte sollten Sie achten:

Erkennen Sie das wahre Problem

Für Ihre Problemlösungskompetenz ist es unerlässlich, dass Sie Problemen auf den Grund gehen und sich nicht einfach nur an Symptomen abarbeiten. Die wahre Ursache liegt meist tiefer, doch nur hier können Sie ein Problem wirklich langfristig lösen.

Es ist beispielsweise leicht, eine fehlerhafte Ausführung einer Aufgabe als Problem darzustellen, in vielen Fällen ist das jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Das wahre Problem könnte die dahinterstehende Kommunikation sein, weil Ziele und Erwartungen nicht klar formuliert wurden.

Bleiben Sie optimistisch

Sie werden nur dann Ihre Problemlösungskompetenz entwickeln und verbessern können, wenn Sie wirklich davon überzeugt sind, dass Sie Schwierigkeiten überwinden können. Wenn es schwierig wird, stecken viele einfach den Kopf in den Sand und geben auf. Sehen Sie sich selbst jedoch ausschließlich als hilfloses Opfer der Umstände, werden die Probleme immer größer, ohne dass Sie irgendetwas dagegen tun. Entwickeln Sie das nötige Selbstbewusstsein, um Probleme zu lösen und Hindernissen optimistisch entgegenzutreten.

Zeigen Sie nicht mit dem Finger auf andere

Problemlösungskompetenz bedeutet immer auch Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht ist bisher nicht alles perfekt gelaufen oder kurzfristige Änderungen stellen Sie vor ein Problem – verzichten Sie darauf, anderen die Schuld zu geben oder zu meckern, dass es Ihnen schwer gemacht wird. Gerade im Berufsleben machen Sie einen guten Eindruck, wenn Sie Eigeninitiative entwickeln und die Dinge in die Hand nehmen, anstatt es sich leicht zu machen, indem Sie Verantwortung immer von sich weisen.

Lassen Sie sich ruhig Zeit

Ein Aspekt, der immer wieder vergessen wird: Problemlösungskompetenz ist kein Wettrennen, bei dem die schnellste Zeit gewinnt. Sicherlich stehen Sie manchmal unter Druck, wenn Chef oder Kunden eine Lösung erwarten, doch grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich lieber etwas mehr Zeit, wenn Sie es dafür richtig machen.

Am Ende bringt es niemandem etwas, wenn Sie vorschnell und unbedacht reagieren. Das Problem bleibt nur weiterhin bestehen. Der Frust steigt und Sie haben Zeit für die Umsetzung einer völlig falschen Strategie verschwendet. Bewahren Sie einen kühlen Kopf, nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen und lösen Sie das Problem langfristig.

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