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Problemlöser: Diese 5 Eigenschaften zeichnen sie aus

Ein typischer Chef-Satz: Ich will keine Probleme, ich will Lösungen! Es gibt nur ein kleines Problem mit den Problemen: Ihre Lösung fällt äußerst schwer und funktioniert nicht auf Knopfdruck, sondern mit Anstrengung und Strategie. Was es braucht, sind echte Problemlöser! Aber was zeichnet diese Menschen aus? Das sind zentrale Eigenschaften eines Problemlösers und wichtige Methoden, die Sie kennen sollten…



Problemlöser: Diese 5 Eigenschaften zeichnen sie aus

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Jedes Team braucht Problemlöser

In Teams wird oft von Leistungsträger gesprochen, die mit ihrem Engagement die anderen mitziehen und maßgeblich für Erfolge verantwortlich sind. Natürlich sind Top-Performer wichtig, doch mindestens genauso notwendig sind gute Problemlöser in jeder Abteilung. Der wichtige Grund: Jeden Tag müssen im Job Probleme gelöst, Hindernisse überwunden und Schwierigkeiten bewältigt werden.

Ohne einen Problemlöser stehen viele Teams still. Alle bestaunen das Problem, keiner hat eine pfiffige Idee zur Lösung. Genau deshalb braucht es Mitarbeiter, die gerade in den schwierigen Situationen die passende Strategie entwickeln und Herausforderungen aus der Welt schaffen, bevor diese zu ernsten Konsequenzen in Projekten führen.

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Problemlöser schaffen Neues

Um alltägliche Aufgaben zu meistern, wenden wir in der Regel Methoden an, die bereits bekannt sind. Aufgaben erfordern daher „nur“ reproduktives Denken. Mit den bekannten Denkmustern und Fähigkeiten erledigen wir jeden Tag unsere ToDos im Job. Wir rufen ab, was wir wissen und können. Treten unerwartete Hindernisse auf, reicht genau das aber nicht aus.

Wer echte Probleme lösen will, muss etwas ganz Neues erschaffen. Problemlöser denken weiter. Oder wie bereits Albert Einstein sagte: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

IDEAL-Modell zur Problemlösung

Auch wenn Problemlöser sich nicht an feste Routinen halten können, so gibt es doch typische Phasen, um von einer problematischen Situation zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Das vom US-Psychologen John Bransford und seinen Kollegen Sherwood und Sturdevan entwickelte IDEAL-Modell zeigt fünf Phasen der Problemlösung (jeweils dem Anfangsbuchstaben entsprechend):

  • Identifying the existence of a problem
    Zu Deutsch etwa: Identifizieren beziehungsweise Erkennen des Problems.
  • Defining the problem
    Definieren des Problems, indem man eine Abweichung zwischen Ist- und Soll-Zustand feststellt.
  • Evaluating available alternatives
    Evaluieren der möglichen Optionen und Alternativen.
  • Applying the best alternative
    Anwenden der am besten erscheinenden Lösung.
  • Looking back = evaluating the outcome
    Rückblick auf die Effekte und Konsequenzen.

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5 wichtige Eigenschaften für Problemlöser

Ganz bestimmte Eigenschaften helfen auf dem Weg zur Lösung. Zum Beispiel diese vier…

1. Simplizität

Von Problemlösern erwartet man oft kreative Feuerwerke, die berühmte Out-of-the-box-Denke. Nicht immer zu Unrecht. Aber: Problemlösung verlangt vor allem, sich auf das Offensichtliche zu konzentrieren, die Dinge herunterzubrechen. Beispiel: Ein technischer Redakteur löst ein Problem, indem er – mit viel Hirnschmalz, Planung und Einsatz – anspruchsvolle technische Zusammenhänge möglichst simpel und klar formuliert. Daraus macht er eine für jedermann verständliche Bedienungsanleitung. Problem gelöst. Ein Werbetexter erdichtet einen originellen Claim, der den größten Vorteil des beworbenen Produkts herausstellt, nicht jedes Detail ausbreitet. Problem gelöst. Komplex denken, einfach lösen. Keep it simple!

2. Beharrlichkeit

Problem lösen: Schon das Wörtchen Problem zeigt an, dass Ihnen die Lösung nicht einfach so in den Schoß fallen wird. Dass es Rückschläge geben wird, Fehler, Missverständnisse, Hindernisse, Frust. Mit der WEGE-Methode können Sie Ziele erreichen und Probleme lösen: Sie beinhaltet die Bausteine: Wirklich wollen, einfach halten, ganz verschreiben, eins nach dem anderen. Tatsächlich sind Computerspiele eine gute Übung, da der Denk- und Lernprozess hier nach dem gleichen Prinzip funktioniert.

Sie müssen sich dem Spiel ganz verschreiben, ein Level nach dem anderen bewältigen, alle Energiereserven mobilisieren, aus Fehlern lernen und der Lösung des Problems – sprich dem Endgegner – Schritt für Schritt näher kommen. Wer zu früh aufgibt, wird das Spiel nicht gewinnen, das Problem nicht lösen. Übrigens auch ein Baustein des Erfolgs: Selbstbestätigung. Forscher der Carnegie Mellon wiesen nach, dass kleine Akte der Selbstbestätigung – eine kurze Besinnung auf eigene Stärken etwa – die Fähigkeit, Probleme zu lösen, spürbar verbessert, vor allem in Stresssituationen.

3. Analytik

Bransfords Modell zur Problemlösung beinhaltet mindestens drei Schritte, die analytische Fähigkeiten erfordern: Ein Problem identifizieren, es definieren sowie Lösungswege bedenken und umreißen. Erst danach erfolgt die Umsetzung. Problemlöser sind also keine Vollstrecker mit Brechstange in der Hand, keine reinen Praktiker. Sie sind – auch – Theoretiker. Problemlösung erfordert Vorbereitung, Nachbereitung, Zeit und Geduld. In dem Zusammenhang ebenfalls wichtig: Priorisieren können. Welche Schritte sind erforderlich? Welchen gehe ich als ersten? Welche Variable ist für das Gesamtproblem besonders wichtig, welche Konsequenz will ich unter allen Umständen vermeiden?

4. Flexibilität

Dogmatisch nach Handbuch vorgehen – das kann ein Problem zwar auch lösen. Aber nur, wenn es sich zum Beispiel um die Inbetriebnahme einer Mikrowelle geht. Kommen aber verschiedene Variablen zusammen, erhöht sich die Zahl der Optionen und Fehlerquellen – ähnlich wie bei Rubiks Zauberwürfel: Zweimal nach links, einmal nach rechts, wieder zurück und von vorne. Wichtig für Problemlöser: Lateral denken, also querdenken, alte Verbindungen abreißen und neue herstellen. Oder anders formuliert: Verlassen Sie Ihre ausgetrampelten Pfade, aber seien Sie bereit, jederzeit wieder auf sie zurückzukehren.

5. Selbstvertrauen

Sie wird gern übersehen, ist aber eine grundlegende Eigenschaft für jeden erfolgreichen Problemlöser: Ohne das nötige Selbstvertrauen und den Glauben an die eigenen Ideen, endet jeder Versuch, bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Wollen Sie ein Hindernis meistern, müssen Sie davon überzeugt sein, es schaffen zu können. Wer bereits mit Selbstzweifeln beginnt, kommt schnell an seine Grenzen.

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6 Methoden, die jeder Problemlöser kennen sollte

Problemlöser schaffen es oft schon durch Ihre Eigenschaften und Persönlichkeit, die aktuelle Situation aufzulösen und Schwierigkeiten zu bewältigen. Allerdings klappt das nicht immer so leicht. Bei komplexeren Herausforderungen braucht es entsprechende Methoden, um die Ursachen der Herausforderung zu analysieren und mögliche Lösungsideen zu finden. Wir stellen vier dieser Problemlösungsmethoden vor, die Sie als Problemlöser auf jeden Fall kennen sollten:

  1. 5Why-Methode

    Die 5Why-Methode startet eine Fragenkaskade, um der Wurzel eines Problems auf den Grund zu gehen. Fragen Sie immer weiter nach dem „Warum“ und haken Sie nach. Warum war der Kunde unzufrieden? Weil die Qualität des Ergebnisses nicht stimmte. Warum stimmte die Qualität nicht? Weil nicht genügend Zeit vorhanden war. Warum war nicht genügend Zeit vorhanden? Weil bei der Planung falsch kalkuliert wurde… Stellen Sie mindestens fünf Mal die Frage nach dem Warum, um die Ursache und Zusammenhänge bestmöglich zu verstehen.

  2. ABC-Analyse

    Mit der ABC-Analyse finden Sie heraus, was wirklich wichtig ist. Problemlöser können somit Prioritäten setzen und sich auf die Anliegen konzentrieren, die unbedingt gelöst werden müssen. Statt Zeit mit unwichtigen Nebensächlichkeiten zu verschwenden, packen Sie genau dort an, wo es zählt.

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  3. Prozessanalyse

    Bei der Prozessanalyse schauen Sie sich jeden Schritt vom Beginn eines Prozesses bis zum angestrebten Ziel möglichst genau an und suchen nach Abweichungen, Problemen, Verbesserungsmöglichkeiten und Schwachstellen. So erkennen Sie idealerweise sofort, was ein Problem verursacht und können gezielte Maßnahmen ergreifen, die schnell die gewünschte Wirkung erzielen.

  4. Ist-Soll-Analyse

    Eine einfache, aber trotzdem effiziente Methode für Problemlöser: Machen Sie einen möglichst genauen Vergleich zwischen der aktuellen Ist-Situation und dem gewünschten Soll-Zustand. Versuchen Sie, die Unterschiede zu verstehen und zu analysieren. Was genau weicht von der Vorstellung ab? Welche Gründe können dafür verantwortlich sein und welche Zusammenhänge spielen eine Rolle? Schon dieser Vergleich kann bei der Suche nach Lösungsansätzen enorm hilfreich sein.

  5. Mindmap

    Mindmaps eignen sich nicht nur zur kreativen Ideenfindung, sondern auch für Problemlöser. Die Visualisierung erleichtert das Erkennen von Ursache-Wirkung-Zusammenhängen und verdeutlicht, an welchen Stellschrauben gearbeitet werden muss, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

  6. Ishikawa-Diagramm

    Gerade wenn verschiedene Aspekte und Faktoren bei den Ursachen eines Problems zusammenspielen, kann das Ishikawa-Diagramm nützlich sein. Sie beginnen mit der Identifizierung und Benennung des konkreten Problems und arbeiten rückwärts zu den unterschiedlichen Gründen, die dazu geführt haben.

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Als Problemlöser in der Bewerbung präsentieren

Wie eingangs erwähnt, suchen Unternehmen allenthalben solche Problemlöser. Da gibt es zum einen den Beruf Problemlöser – als solche werden in der Regel Unternehmensberater bezeichnet. Deren Job ist es herauszufinden, wo es hakt, welche Prozesse sich noch optimieren lassen. Synonym zum Problemlöser beziehungsweise Unternehmensberater existiert noch der Begriff Consultant.

Daneben erwarten Unternehmen aber von Bewerbern insgesamt eine gewisse Hands-on-Mentalität. Sich als Problemlöser in der Bewerbung plausibel zu präsentieren, ist die Herausforderung. Dafür reicht keine reine Behauptung im Anschreiben. Vielmehr sollten Sie sich Gedanken darüber machen, welche Probleme und Herausforderungen Sie in Ihrem letzten Job gemeistert haben. Schildern Sie die Problemlösungsstrategie, die Sie dabei genutzt haben. Wenn Sie auf ganzer Linie überzeugen möchten, sollten Sie dabei Beispiele auswählen, die auch für Ihren potenziell neuen Arbeitgeber relevant sein könnten.



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