Wirklich gute Führungskräfte und Manager sind eher die Ausnahme als die Regel. Manch ein Arbeitnehmer kann sein gesamtes Berufsleben vergeblich darauf warten, unter einem Chef zu arbeiten, der sein Handwerk versteht und dazu in der Lage ist, ein Team wirklich zu führen, anstatt nur den Platz im Chefsessel zu belegen und den größten Schreibtisch der Abteilung für sich zu beanspruchen. Viele wollen an die Spitze. Mehr Verantwortung, mehr Ansehen und nicht zuletzt natürlich mehr Geld. Doch längst nicht jeder bringt die nötigen Managerqualitäten mit, die es braucht, um als Führungskraft erfolgreich zu sein - und nicht nach kurzer Zeit von den Mitarbeiter in die Wüste gewünscht zu werden. Zwar erfordert jede Situation individuelle Eigenschaften, doch gibt es einige generelle Managerqualitäten, die zu den wichtigsten Kompetenzen von guten Führungskräften gehören...

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Managerqualitäten: Eine Grundvoraussetzung oder erlernbare Eigenschaften?

Je höher die Position in der Hierarchie eines Unternehmens, desto höher die Anforderungen, die an mögliche Kandidaten gestellt werden. Soll heißen: Wer Manager werden will, braucht das gesamte Paket: Managerqualitäten, langjährige Berufserfahrung in den richtigen Abteilungen, die richtigen Förderer und Referenzen, um das nötige Vitamin B zu bekommen. Alles andere als leicht, all diesen Erwartungen gerecht zu werden, um den Job überhaupt zu bekommen und dann auch noch gut darin zu sein.

Da taucht immer wieder die Frage auf: Braucht es überhaupt all die immer wieder thematisierten Managerqualitäten? Andere Arbeitnehmer bringen schließlich auch nicht zwangsläufig von Anfang an ausgefeilte Fähigkeiten in allen Bereichen mit, die für den Job wichtig sein könnten. Die Grundausbildung ist vorhanden, die Qualifikationen stimmen - vieles wird aber auch erst im Job wirklich erlernt und verstanden. Learning by doing in Reinform.

In der Führungsebene sehen das viele anders. Hier heißt es: Du hast es oder du hast es eben nicht. Aber sind Managerqualitäten wirklich eine zwingende Voraussetzung oder können auch Führungskräfte im Job noch dazulernen?

Die Antwort muss dabei differenziert werden: Natürlich können angehende Führungskräfte viele Managerqualitäten erlernen und werden dies mit der Zeit auch tun. Es ist ganz normal, in eine Rolle hineinzuwachsen und den Anforderungen dabei gerecht zu werden, die sich zum Teil erst später ergeben.

Hohe Anforderungen an Chefs sind aber nicht nur nachvollziehbar, sondern zum Teil schlichtweg notwendig. Zu viel hängt von den Fähigkeiten und Managerqualitäten ab. Abteilungen und Unternehmen können es sich nicht erlauben darauf zu warten, dass der Neue im Chefsessel sich eingearbeitet hat und endlich über die Eigenschaften verfügt, um das Team zu leiten.

So bleibt der Schluss: Ohne Managerqualitäten keine Führungsposition. Die gute Nachricht ist jedoch, dass viele dieser Qualitäten lernbar sind - selbst wenn Sie also nicht zum Chef geboren sind, können Sie sich alles nötige aneignen.

Wie Manager und Führungskräfte Mitarbeiter vergraulen

Managerqualitäten Eigenschaften Top Manager KompetenzenVorgesetzte sind einer der häufigsten Gründe, warum Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen. Die Aufgaben können noch so spannend, herausfordernd und abwechslungsreich sein, wenn der Chef jeden Tag zur Hölle auf Erden werden lässt, suchen Angestellte schnell das Weite. Für Mitarbeiter bedeutet das Frust und einen beruflichen Neuanfang, für das Unternehmen eine teils langwierige und vor allem teure Neubesetzung der freigewordenen Position.

Oftmals ist es der Führungsstil oder die Persönlichkeit einer Führungskraft, mit der Arbeitnehmer einfach nicht zurecht kommen. Ein Choleriker als Vorgesetzter oder ein Mikromanager machen die Zusammenarbeit schwer bis unmöglich.

Immer wieder sind es aber auch fehlende Managerqualitäten und grobe Führungsfehler, die Mitarbeiter vergraulen. Wir haben die häufigsten und gravierendsten gesammelt:

  • Unzureichendes Konfliktmanagement

    Zu den Aufgaben eines jeden Chefs gehört es auch, Konflikte zu lösen - sei es zwischen Mitarbeitern, zwischen Kunden und der Belegschaft oder auch zwischen dem Team und der Führungsetage. Das ist zugegeben nicht immer einfach, ist ein Vorgesetzter jedoch nicht in der Lage, Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen beizulegen und einen gemeinsamen Konsens zu finden, wächst die Unzufriedenheit unter Mitarbeitern, bis es zu viel wird und ein Jobwechsel ansteht.


  • Den Chef raushängen lassen

    Ja, der Chef sitzt am längeren Hebel, doch gibt es kaum einen besseren Weg, um Mitarbeiter garantiert zu vergraulen, als den Chef raushängen zu lassen. Das wird so gemacht, weil ich das sage und der Chef bin... oder Entscheidungen einfach über den Kopf der Mitarbeiter hinweg zu treffen, zeugt nicht gerade von Managerqualitäten.


  • Keine Informationen

    Vorgesetzte verfügen meist über deutlich mehr Informationen als die Mitarbeiter. Bei ihnen laufen alle Fäden zusammen und so ist ein Informationsvorsprung ganz normal. Entscheidend ist jedoch, das alle wichtigen und relevanten Informationen weitergegeben werden. Haben Mitarbeiter das Gefühl, dass ihnen absichtlich etwas vorenthalten wird - sei es in Bezug zur direkten Arbeit oder zur Entwicklung des Unternehmens - geht das Vertrauen verloren.


  • Fehlende Wertschätzung

    Leider ist es in vielen Unternehmen so, dass Mitarbeiter und deren Leistungen als selbstverständlich angesehen werden. Daraus entsteht für Arbeitnehmer das Gefühl, austauschbar und nicht wirklich als wichtiger Teil des Unternehmens anerkannt zu sein. Das Ergebnis: Fehlt die Wertschätzung und Loyalität von einer Seite, geht sie auch auf der anderen verloren und Mitarbeiter suchen sich einen Arbeitgeber, der sie schätzt.

Die wichtigsten Managerqualitäten

Auf welche Managerqualitäten besonders großen Wert gelegt wird, unterscheidet sich je nach Unternehmen. Die Kultur ist eine andere, ebenso die Herausforderungen und Erwartungen. Das Rezept für die perfekte Führungskraft ist somit nicht allgemeingültig, sondern abhängig vom Arbeitgeber.

Trotzdem gibt es natürlich einige Managerqualitäten, die weithin gefragt sind und zum Repertoire der Kompetenzen erfolgreicher Führungskräfte zählen. Wir haben eine Liste mit Eigenschaften erstellt, die zu den wichtigsten Managerqualitäten zählen:

  • Verantwortungsbewusstsein

    Ob nun für ein Team, eine Abteilung oder das gesamte Unternehmen: Führungskräfte und Manager tragen die Verantwortung, müssen im Zweifelsfall den Kopf hinhalten und auch für Fehler gerade stehen. Leider ist es oftmals eine Managerqualität, nur bei Erfolgen den Ruhm zu beanspruchen, bei Fehlern und Misserfolgen jedoch nach einem Schuldigen zu suchen. Gute Führungskräfte stärken Mitarbeitern den Rücken und zeigen Verantwortungsbewusstsein, auch wenn es schwer fällt.


  • Disziplin

    Chefs fordern gerne Disziplin von ihren Mitarbeitern, noch wichtiger ist es jedoch, diese Managerqualität selbst mitzubringen. Führungspositionen sind kein Zuckerschlecken, sondern erfordern zum Teil schwere Entscheidungen oder auch hartes Durchgreifen. Wer nicht die nötige Disziplin mitbringt, kommt dabei schnell an seine Grenzen.


  • Frustrationstoleranz

    Die Position des Chefs ist beliebt - besonders wegen der guten Bezahlung und dem damit verbundenen Ansehen. Allerdings müssen Führungskräfte auch einiges einstecken und brauchen dafür ein entsprechend dickes Fell. Ob unzufriedener Mitarbeiter, genervter Kunde oder Erwartungen und Forderungen von noch höher gestellten Managern: Ohne Frustrationstoleranz reiben sich Vorgesetzte nach kurzer Zeit auf.


  • Entscheidungsfreude

    Wie soll bei einem Projekt vorgegangen werden? Welche Strategie verspricht die höchsten Gewinne? Wie lässt sich das Problem in der Produktion langfristig lösen? Welcher Mitarbeiter wird damit beauftragt? Manager treffen Entscheidungen. Weit mehr und weitaus wichtigere als in anderen Positionen. Unentschlossenheit steht dabei im Weg und kann ein großes Problem sein, wenn die Zeit knapp ist. Entscheidungsfreude auch wenn wenig Informationen zur Verfügung stehen ist daher eine gefragte Managerqualität.


  • Risikobereitschaft

    Wer immer nur die sichere Variante wählt, um jedes mögliche Risiko einen großen Bogen macht und den ersten Schritt immer anderen überlässt, ist in Führungspositionen falsch. Innovationen passieren schnell, noch schneller wird der Anschluss an die Konkurrenz verpasst. Risikobereitschaft zeichnet deshalb gute Führungskräfte aus - was nicht bedeutet, sich blind in die Gefahr zu stürzen, sondern Risiken zu analysieren und gewählt einzugehen.


  • Problemlösungskompetenz

    Den Job einer Führungskraft in zwei Worten beschreiben: Probleme lösen. Und zwar in allen denkbaren Varianten. Im Klartext bedeutet das: Probleme erkennen, analysieren, die nötigen Schritte einleiten, um es sie aus der Welt zu schaffen und im Anschluss möglichst die Ursache beheben. Klingt ganz einfach, ist in der Praxis aber harte Arbeit. Im Management ist Problemlösungskompetenz aber unverzichtbar und gehört somit zu den wichtigsten Managerqualitäten.


  • Authentizität

    Leider machen Vorgesetzte immer wieder den Fehler, sich im Job zu verstellen. Das eigene Verhalten wird dabei an den scheinbaren Erwartungen der Mitarbeiter ausgerichtet. Will heißen: Chefs verhalten sich so, wie sie glauben, dass die Mitarbeiter sich einen Chef vorstellen. Das ist nicht nur kompliziert, sondern auch unauthentisch. Das merkt auch das Team und fragt sich, was ihnen da eigentlich vorgespielt wird. Gute Führungskräfte überzeugen durch Authentizität und Persönlichkeit.


  • Delegieren

    Es ist ein Irrglaube, dass Führungskräfte alles alleine bewältigen müssten. Vielmehr ist es weder gut für das Ergebnis und schon gar nicht für die Arbeitsmoral im Team, wenn ein Chef alles alleine machen will und nicht in der Lage ist, Aufgaben und auch die dazugehörige Verantwortung abzugeben. Delegieren ist eine wichtige Managerqualität, ohne die Führung nicht möglich ist, weil alle Kapazitäten für die Aufgaben der Mitarbeiter verbraucht werden.

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  • Zuhören

    Kommunikation ist unerlässlich, um in Führungspositionen zu bestehen. Falsch wäre allerdings zu glauben, dass es dabei nur um eine gute Rhetorik geht. Oft ist es nicht das Reden, sondern das Zuhören, das eine wichtige Managerqualität ist. Dazu zählt ein offenes Ohr bei Fragen und Problemen, aber auch die Fähigkeit, Mitarbeiter um deren Meinung, einen Ratschlag oder direkt um Hilfe zu fragen.


  • Organisationstalent

    Wenn es drunter und drüber geht, der Stress zunimmt und der Zeitdruck zum Problem wird, müssen Chefs den Überblick behalten und alles auch im größten Durcheinander koordinieren. Das erfordert ein großes Organisationstalent und die Fähigkeit, das große Ganze zu sehen, anstatt sich in all den kleinen Details zu verlieren, um die sich gekümmert werden muss.


  • Anpassungsfähigkeit

    Anpassungsfähigkeit und Flexibilität sind heute mehr denn je eine wichtige Managerqualität. Noch nie war die Zeit so schnelllebig, innerhalb kürzester Zeitabstände müssen Unternehmen auf Veränderungen reagieren. Innovationen sind ein paar Monate später schon wieder veraltet. Wer es nicht schafft, sich jedem neuen Trend anzupassen, gerät ins Hintertreffen.


  • Kritikfähigkeit

    Als Managerqualität ist Kritikfähigkeit in beide Richtungen gemeint: Chefs müssen in der Lage sein, konstruktive Kritik zu geben und so die Arbeit von Mitarbeiter verbessern, ohne diesen zu nahe zu treten oder respektlos zu wirken. Gleichzeitig müssen Führungskräfte Kritik auch akzeptieren können, sich selbst hinterfragen und daraus lernen, um in Zukunft besser zu werden.

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

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