Warmherzigkeit: Besser Führen mit Herz

Wer an Vorgesetzte und deren Stärken denkt, dem fällt wohl kaum als erstes Warmherzigkeit ein. Zu den meist genannten Begriffen zählen eher Entscheidungsstärke, Durchsetzungsvermögen, Kompetenz, Führung, Verantwortung oder auch Kontrolle. Irgendwie verständlich, aber auch ziemlich kaltherzig. Tatsächlich ist Warmherzigkeit eine der meist unterschätzten Führungsqualitäten – ist sie doch eng verwandt mit Empathie und sozialer Kompetenz. Nicht wenige Manager führen allein mit dem Verstand, doch bleibt dabei das Herz auf der Strecke…

Warmherzigkeit: Besser Führen mit Herz

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Warmherzigkeit Definition: Vorteile und Gefahren

Warmherzigkeit gilt weltweit als Tugend. Hinter ihr verbergen sich laut Definition noch eine Reihe weiterer positiver Charaktereigenschaft, wie Mitgefühl, Milde oder Einfühlungsvermögen. Wer warmherzig ist, der zeigt gegenüber seinen Mitmenschen vor allem Wohlwollen – aber eines, das von Herzen kommt. Nichts aufgesetztes.

Warmherzigkeit ist sofort spürbar. Wem sie begegnet, der fühlt sich angenommen, verstanden, geliebt. Den Betroffenen wird sprichwörtlich „warm ums Herz“ – daher auch der Name und die Bedeutung der Warmherzigkeit. Oft genannte Synonyme der Warmherzigkeit sind: Freundlichkeit, Herzlichkeit, Sanftmut, Güte, Verbundenheit, Liebenswürdigkeit, Gefühlswärme, Herzenswärme, Herzensgüte, Anteilnahme, Innigkeit.

Warmherzige Menschen werden gerne ausgenutzt

Der Warmherzige ist zwar grundsätzlich von dem Wunsch beseelt, das Gute in Menschen zu sehen und Gutes in den Mitmenschen zu bewirken. Darin liegt aber auch eine Gefahr. Die, ausgenutzt oder gar betrogen zu werden. Nur weil man selber anderen warmherzig begegnet, heißt das nicht, dass die Mitmenschen dieses Verhalten spiegeln.

Deshalb benötigt Warmherzigkeit – schon zum Selbstschutz – stets so etwas wie einen kühlen Kopf und Besonnenheit, die – bei aller Liebe zu den Menschen – Grenzen ziehen und vor Selbstausbeutung bewahren.


Wenn du nicht weißt, ob du auf deinen Kopf oder Bauch hören sollst: Hör auf dein Herz! Das liegt genau dazwischen und hat meistens recht.


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Warmherzigkeit Bedeutung: Wir wollen dazugehören

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wir alle sehnen uns ein Leben lang danach, geliebt, gehört und verstanden werden. Angenommen werden, so wie wir sind. Kurz: nach Zugehörigkeit. Dazugehören zu wollen, ist uns angeboren:

  • Kinder brauchen die Nestwärme ihrer Eltern und knüpfen schon früh Freundschaften zu anderen. In der Schule Zeit verbringen sie viel Zeit mit den Mitschülern ihrer Clique oder treten einem Sportverein bei.
  • Als Erwachsene bauen sie Netzwerke aus Freunden, Arbeitskollegen, Familienmitgliedern und Bekannten auf, mit denen sie sich gerne umgeben. Es ist das Bedürfnis, ein Teil von etwas zu sein, sich auf die Gruppe verlassen zu können.

Solch innige Bindungen schaffen Vertrauen untereinander und schweißen zusammen. Es entsteht Loyalität und die Bereitschaft, sich umgekehrt auch für die anderen einzusetzen.

Auch der umgekehrte Fall wurde untersucht. Das Schlimmste was uns passieren kann, ist: nirgendwo dazuzugehören. Sozialer Ausschluss, Verbannung, Nichtbeachtung und Einsamkeit kommen einer Höchststrafe gleich, die wir möglichst vermeiden – auch mithilfe sozialer Medien und dem Internet. Neurowissenschaftler um Naomi Eisenberger von der Universität von Kalifornien in Los Angeles konnten in Untersuchungen sogar nachweisen, dass wir regelrecht Schmerzen spüren, wenn wir ausgeschlossen werden.

An der Stelle kommt die Warmherzigkeit ins Spiel. Sie vermittelt uns unmittelbar genau das: „Du gehörst dazu, du bist angenommen, ich verstehe dich, du kannst mir vertrauen…“ Wer das spürt, entspannt sofort und gewinnt Energie zurück. Energie, die sonst dazu benötigt wird, Sympathien zu gewinnen, beliebt(er) zu werden.

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Warmherzigkeit: Eine wesentliche Stärke für Führungskräfte

Was im Privaten stimmt, gilt auch im Berufsleben. So deuten zahlreiche Studien darauf hin, dass Warmherzigkeit der wesentliche Weg ist, Menschen zu erreichen – erst recht solche, die man führen will oder soll. Warmherzigkeit schafft eine wichtige Voraussetzung für die Annahme der Führung und der Einflussnahme: Vertrauen.

Dahinter steckt die richtige Schlussfolgerung: „Wer warmherzig ist, der meint es gut mit mir, der will mich letztlich fördern – auch wenn er oder sie fordert oder gar kritisiert.“ Leider haben viele Chefs das noch nicht erkannt und verinnerlicht. Sie führen qua Amt oder mittels Zuckerbrot und Peitsche. Ihr Management gleicht einem Regieren, statt einem Führen.

Die Haltung sorgt regelmäßig für ein mangelndes Wir-Gefühl, für innere Kündigung und Dienst nach Vorschrift. Die Unternehmenskultur ist geprägt von der Annahme: „Wir hier unten gegen die da oben.“

Bei fehlender Warmherzigkeit wird das Team nur von oben herab gelenkt. Es geht um Hierarchien und Kompetenzen. Die Menschlichkeit bleibt am Ende auf der Strecke. Sicher können Führungsstile so gestaltet werden, aber ob sie dauerhaft erfolgreich sind, darf bezweifelt werden.

Warmherzigkeit wird oft mit Schwäche gleichgesetzt

In Managerkreisen wird Warmherzigkeit häufig mit Schwäche gleichgesetzt. Das Gegenteil ist aber richtig: Die Tugend beugt emotionaler Verarmung in der Unternehmenskultur vor, steigert Leistungsbereitschaft, Produktivität und Loyalität und sorgt zugleich für weniger Reibungsverluste über diverse Hierarchieebenen hinweg. Nicht zuletzt weil alle weniger gegeneinander arbeiten oder mit Stuhlbeinsägen beschäftigt wären, sondern Zeit und Energie für den eigentlichen Job haben.

Warmherzigkeit Führungsstil Bedeutung Definition

Die Mitarbeiterbindung, die Kommunikation, Kreativität, Motivation und die gesamte Leistung leiden spürbar, wenn der Chef keine Beziehung zu seinem Team aufbauen kann. Nicht Fachkenntnisse, keine beeindruckenden Lebensläufe und bewundernswerte Erfolge rufen dies hervor, sondern Warmherzigkeit, Anteilnahme und der erkennbar Wille zur (emotionalen) Verbundenheit.

Gelingt es Vorgesetzten, Mitarbeitern dies zu vermitteln (auch und gerade neuen Mitarbeitern), wird auch die Bereitschaft steigen, unliebsame Entscheidungen mitzutragen oder Verständnis für Überstunden und Mehrarbeit aufzubringen. Zudem fühlen sich die Angestellten zugehörig und sind aufgrund der Zuwendung bereit, ihren Chef zu unterstützen.

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Mehr Warmherzigkeit im Job: So geht’s

Wie aber lässt sich Warmherzigkeit im Job, insbesondere im Management zeigen und leben? Der Versuch, hieraus eine Methode oder Technik abzuleiten, wäre ein Widerspruch in sich. Warmherzigkeit kommt von innen heraus, sie ist eine Entscheidung und Haltung – mehr Attitüde, kein Mittel zum Zweck. Menschen spüren, ob Herzlichkeit echt oder aufgesetzt ist.

Was es gibt, sind Formen oder Verhaltensweisen, in denen sich wahre Warmherzigkeit offenbart. Wer mehr davon leben will, tut also gut daran, diese Verhaltensmuster bei sich zu suchen oder zu trainieren. Aber nicht nur oberflächlich, sondern als Folge eines Sinneswandels:

  1. Geben Sie positives Feedback

    Die meisten Manager geizen nicht gerade mit Kritik. Getarnt wird diese gerne als „Feedback“ oder Feedbackgespräch. Aber fragen Sie sich: Geben Sie wirklich immer konstruktive Kritik? Und wie sieht es auf der anderen Seite aus mit Lob, Anerkennung, Wertschätzung. Wohlgemerkt: Hierbei geht es nicht um eine hübsche Tadel-Verpackung wie bei der Sandwich-Kritik. Es geht darum, sich die Zeit zu nehmen, positive Dinge zu erwähnen und zu würdigen – persönlich und mit einem freundlichen Lächeln. Nicht nur per Mail.

  2. Nutzen Sie Ihre Position nicht aus

    Ja, Sie sind der Chef, stehen höher in der Hierarchie und haben das letzte Wort. Dafür tragen Sie ja auch die Bürde der Verantwortung. Trotzdem müssen Sie das nicht dauernd betonen und per Exempel dokumentieren. Wer so agiert, gewinnt allenfalls Vasallen und eine veritable Vetternwirtschaft, aber keine fähigen und engagierten Mitarbeiter im Wortsinn. Klüger ist, wer seine Untergebenen auch mal um Rat bittet und deren Stärken und Expertise nutzt. Das waren schließlich mal die Gründe, warum man die Fachkräfte eingestellt hat.

  3. Interessieren Sie sich

    Und zwar für die Belange, Sorgen und Bedürfnisse der Mitarbeiter. Statt den Kollegen einzubimsen, wie die den Job zu machen haben, fragen Sie lieber einmal: „Was brauchst du, um deinen Job besser zu machen?“ Sie werden erstaunt sein, was dabei herauskommt. Ganz nebenbei verbessern sich dabei Interaktion und Kommunikation und sie vermitteln das Gefühl, wirklich ansprechbar und fürsorglich zu sein – eben Verantwortung zu tragen.

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[Bildnachweis: inimalGraphic by Shutterstock.com]

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