Kondolenzschreiben: Die richtigen Worte finden

Kondolenzschreiben spielen im öffentlichen Leben eine große Rolle, wenn eine Person aus dem Leben scheidet. Häufig ist es für Vorgesetzte und Personalverantwortliche nicht ganz einfach, die passenden Worte zu finden. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Mensch verstorben ist, erscheinen die meisten Wörter banal und wie leere Phrasen. Trotzdem sollten Sie ein Kondolenzschreiben verfassen, wenn eine Person aus Ihrem Mitarbeiterstamm oder Kundenkreis gestorben ist. Um Ihnen die schwierige Aufgabe etwas zu erleichtern, finden Sie hier Formulierungsbeispiele und Hinweise zum Verfassen…

Kondolenzschreiben: Die richtigen Worte finden

Kondolenzschreiben: Was versteht man darunter?

Kondolenzschreiben: Was versteht man darunter?Unser Wort Kondolenz hat seinen Ursprung im Lateinischen. Es stammt von dem lateinischen Verb condolere was übersetzt Mitleid haben oder mitleiden bedeutet.

Daher gibt das Kondolenzschreiben, das auch unter den Begriffen Trauerschreiben, Trauerbrief oder Beileidskarte bekannt ist, die Möglichkeit, den Angehörigen und Trauernden sein Mitgefühl auszudrücken.

Und genau darum geht es auch in den Briefen oder Karten, die wir schreiben, wenn eine Person in unserem näheren Umfeld oder ein beruflicher Kontakt verstorben sind. Wir möchten den Hinterbliebenen unsere Anteilname aussprechen und das Leben und die Verdienste des Verstorbenen würdigen.

Im Unterschied zu einer Trauerkarte bietet ein Kondolenzschreiben oder ein Kondolenzbrief mehr Raum, um Ihre Anteilnahme auszudrücken. Gerade im geschäftlichen Kontext wird das Kondolenzschreiben bevorzugt, weil es einen formelleren Eindruck erweckt.

Geschäftliches Kondolenzschreiben: Wer sollte die Trauerkarte schreiben?

Wenn Sie die Aufgabe haben, den Angehörigen eines ehemaligen Geschäftspartners oder Mitarbeiters zu kondolieren, ist das meist ein schwieriges Unterfangen. Viele Menschen fühlen sich hilflos und wissen nicht recht, wie sie sich trauernden Angehörigen gegenüber verhalten sollten.

Bitte bedenken Sie aber: Die Familie des Verstorbenen weiß in den meisten Fällen die Anteilnahme zu schätzen. Gerade wenn Sie eine engere Beziehung zu der Person hatten, sollten Sie nicht zu lange warten, bis Sie Ihr Beileid aussprechen.

Bei engen Geschäftspartnern und Mitarbeitern ist es außerdem angebracht, wenn Vorgesetzte und der Firmenlenker zunächst mündlich kondolieren. Eine schnelle Reaktion zeugt von Wertschätzung und ist daher angebracht.

Da die Hinterbliebenen jedoch gerade in den ersten Tagen nach dem Tod mit vielen organisatorischen Aufgaben beschäftigt sind, sollte einige Tage später oder zur Trauerfeier ein Kondolenzschreiben überreicht werden.

Viele schätzen die Geste und sehen sich Karten und Briefe auch noch einige Zeit nach dem Begräbnis wieder an. Ein gut formuliertes und ernst gemeintes Kondolenzschreiben kann so auch noch nach Monaten Trost spenden und Achtung vor dem Verstorbenen ausdrücken.

Sollte die gesamte Belegschaft kondolieren wollen, nehmen Sie bitte davon Abstand, mit mehreren Personen auf einer Beileidskarte zu unterschreiben. Das macht keinen guten Eindruck. Wenn Sie mit mehreren Personen gemeinsam Ihr Beileid aussprechen möchten, ist eine Traueranzeige dafür der geeignete Rahmen. Hier ist es üblich, dass auch Kollegen und Vorgesetzte anderer Abteilungen gemeinsam kondolieren.

Enge Kollegen sollten dagegen eher ein eigenes Kondolenzschreiben oder eine Trauerkarte verfassen. Gerade wenn Sie mehrere Jahre mit der verstorbenen Personen zusammengearbeitet haben, können Sie der Familie tröstende Worte sprechen. Vielleicht fällt Ihnen eine nette Anekdote ein, die Sie den Hinterbliebenen schreiben möchten? Oder Sie lassen die Familie wissen, wie sehr Sie die Zusammenarbeit mit dem Verstorbenen geschätzt haben. Beides spendet Trost und ist in einer derart traurigen Situation sehr willkommen.

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So verfassen Sie ein Kondolenzschreiben

Im besten Fall nehmen Sie sich viel Zeit für das Kondolenzschreiben und verfassen es handschriftlich. Das wirkt viel persönlicher als ein am PC verfasster und ausgedruckter Text. Daher sollte es Ihnen die zusätzliche Mühe wert sein. Gerade wenn Ihre Handschrift nicht zu den leserlichsten zählt, sollten Sie sich besonders viel Zeit lassen und das Kondolenzschreiben in aller Ruhe verfassen.

Falls Sie trotzdem im Nachhinein zu dem Ergebnis kommen, dass die Beileidsbekundungen schöner geschrieben sein könnten, machen Sie sich bitte nicht zu viele Gedanken darüber. Die Familie des Verstorbenen wird es mit Sicherheit zu würdigen wissen, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, ein gesamtes Kondolenzschreiben zu verfassen, statt einfach nur Ihre Unterschrift unter eine fertig vorformulierte und bedruckte Karte zu setzen.

Möchten Sie partout das Kondolenzschreiben nicht handschriftlich verfassen, schreiben Sie wenigstens die Anrede und die Grußformel von Hand in den Brief. Den Rest können Sie – aus Gründen der Leserlichkeit – am PC verfassen. In beiden Fällen gehört eine Unterschrift unter die Beileidsbekundung.

Achten Sie bei der Auswahl des Briefpapiers und des Umschlags auf hochwertige Qualität. Mit billigem Papier würden Sie vermutlich negativ auffallen. Und den Eindruck eines Pfennigfuchsers möchten Sie bestimmt nicht als letzten Gruß an einen Geschäftspartner oder langjährigen Mitarbeiter hinterlassen.

Bitte keinen schwarzen Rand am Kondolenzschreiben

Bitte keinen schwarzen Rand am KondolenzschreibenBriefumschläge und Briefpapier mit schwarzem Rand sollten Sie nicht für Ihr Kondolenzschreiben verwenden. Diese Symbolik ist den Angehörigen vorbehalten, wenn diese die Beerdigung bekanntgeben oder ihren Dank für die erhaltenen Beileidsbekundungen aussprechen wollen.

Kondolenzschreiben Vorlage: So verfassen Sie die Beileidsbekundungen

Es gibt keinen formalen Vorschriften, wie ein Kondolenzschreiben auszusehen hat. Auf der einen Seite ist das erfreulich, weil Sie bei Ihren Beileidsbekundungen freie Hand haben, auf der anderen Seite empfinden viele Personen gerade eine Vorlage für ein Kondolenzschreiben, das ihnen einen klaren Faden gibt, als sehr hilfreich.

Daher haben wir die wichtigsten Punkte einmal zusammengefasst:

  1. Die Anrede

    Dieser Punkt im Kondolenzschreiben ist noch recht einfach, denn die Anrede ist der eines herkömmlichen Briefes vergleichbar.

    • Liebe (Frau)/Lieber (Herr)…
    • Sehr geehrte Frau/Sehr geehrter Herr…
    • Liebe Familie…
    • Sehr geehrte Familie…

    sind als Anrede in einem Kondolenzschreiben möglich und denkbar. Es kommt darauf an, in welchem Verhältnis Sie zu dem Verstorbenen und seiner Familie standen.

    Die Anrede mit „Trauerfamilie“ dagegen wird heute nicht mehr verwendet.

  2. Die Einleitung

    Die Einleitung des Kondolenzschreibens ist die erste Möglichkeit für Sie, Ihre Anteilnahme über den Verlust auszudrücken.

    Hierbei sind folgende Formulierungen denkbar:

    • der unerwartete Tod Deiner/Deines … hat mich tief erschüttert.
    • mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Ihrer (Deiner)/Ihres (Deines) geliebten … erfahren.
    • leider ist es ein trauriger Anlass, weshalb ich/wir Ihnen (Dir) diese Zeilen schreibe/n.
    • es ist sehr schwer, sich von einem Menschen zu trennen, der das Zentrum des eigenen Lebens war.
    • ich habe geweint, als ich vom Tod Ihrer (Deiner)/Ihres (Deines) erfahren habe.
  3. Die Beileidsbekundung

    Im nächsten Schritt geht es um das Eigentliche des Kondolenzschreibens: Sie bezeugen Ihre Anteilnahme. Bei den zu wählenden Formulierungen kommt es darauf an, wie eng Ihr Verhältnis zum Verstorbenen und seiner Familie ist.

      Bei einem engen Verhältnis können Sie sich zwischen einer der folgenden Formulierungen entscheiden
      • In dieser schweren Zeit bist Du nicht allein.
      • Mein tiefstes Mitgefühl und mein aufrichtiges Beileid gelten Dir und Deiner gesamten Familie.
      • Aus tiefstem Herzen möchte ich Dir mein Mitgefühl aussprechen.
      • Auch wir betraueren Euren Verlust und möchten Euch unsere tiefste Anteilnahme aussprechen.
      • Wir fühlen mit Euch in dieser schweren Zeit und sind in Gedanken bei Euch.
      Bei einem weniger engen Verhältnis können Sie zwischen einer (oder mehrerer) der folgenden Formulierungen wählen
      • Ich möchte Ihnen mein aufrichtiges Mitgefühl und unsere tiefe Anteilnahme aussprechen.
      • Ich/wir fühle/n mich/uns Ihnen in tiefer Trauer verbunden.
      • Meine/unsere Gedanken sind bei Ihnen und Ihrer Familie.
      • Meine/unsere aufrichtige Anteilnahme gehört Ihnen und Ihrer Familie.
      • Ich/wir möchten Ihnen mein/unser tief empfundenes Beileid aussprechen.
  4. Die Würdigung

    In ein Kondolenzschreiben gehört natürlich auch, dass Sie noch einmal die Wertschätzung ausdrücken, die Sie dem Verstorbenen entgegenbringen. Für die Trauernden können gerade diese Worte ein großer Trost sein.

    Für Sie als Vorgesetzter oder gar Geschäftsführer bedeutet das, dass Sie in sich gehen und genau überlegen sollten, wie der Verstorbene auf sein Umfeld gewirkt hat und welche positiven Eigenschaften Sie und die Belegschaft besonders an ihm geschätzt haben.

    Das können sehr persönliche Merkmale wie beispielsweise ein ansteckendes Lachen ebenso sein wie eine strukturierte und verlässliche Arbeitsweise.

    Diesen Punkt können Sie unter anderem so formulieren:

    • Seine zuverlässige Arbeitsweise und seine Ehrlichkeit und Offenheit werden uns schmerzlich fehlen.
    • Wir sind sehr betroffen darüber, einen derart geschätzten und zuverlässigen Kollegen und Mitarbeiter zu verlieren.
    • Seine herzliche Art wird uns sehr fehlen.
    • Vor allem sein ansteckendes Lachen werden wir noch sehr lange in guter Erinnerung behalten.
  5. Die Grußformel

    Natürlich darf auch eine angemessene Grußformel nicht fehlen, wenn Sie ein Kondolenzschreiben verfassen. Auch hier gilt, dass Sie wieder Ihre Anteilnahme und Ihr Mitgefühl ausdrücken sollten.

    Das können Sie beispielsweise so machen:

    • In Gedanken sind wir/bin ich bei Ihnen/Dir.
    • In herzlicher/aufrichtiger Anteilnahme.
    • Mit tiefem/aufrichtigem Mitgefühl.
    • Ich/wir denke/n an Euch/Dich und sind in Gedanken bei Euch/Dir.
[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
10. März 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.



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