Kondolenzschreiben: Aufbau, 55 Formulierungen und Beispiele

Mit einem Kondolenzschreiben werden Anteilnahme und Mitgefühl ausgedrückt, wenn ein Mensch aus dem Leben geschieden ist. In dieser Situation scheint es keine passenden Formulierungen zu geben. Ein Mensch ist gestorben, da wirken alle Worte banal und bedeutungslos. Trotzdem sollten Sie ein Schreiben mit Beileidswünschen verfassen. Es kann ein wenig Trost und Beistand in einer unsagbar schweren Zeit spenden. Das gilt nicht nur privat, sondern auch im beruflichen Umfeld. Hier erklären wir, wie das Kondolenzschreiben aufgebaut ist und liefern Ihnen zahlreiche Beispiele für Formulierungen…

Kondolenzschreiben: Aufbau, 55 Formulierungen und Beispiele

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Was ist ein Kondolenzschreiben?

Das Wort Kondolenz hat seinen Ursprung im Lateinischen. Es stammt vom Verb „condolere“ ab, was übersetzt „Mitleid haben“ oder „mitleiden“ bedeutet. Mit einem Kondolenzschreiben (auch als Trauerschreiben, Trauerbrief oder Beileidskarte bezeichnet) drücken Sie trauernden Angehörigen und Hinterbliebenen schriftlich Ihr Mitgefühl für deren Verlust aus.

Im Unterschied zu einer Trauerkarte bietet ein Kondolenzschreiben oder ein Kondolenzbrief mehr Raum, um Ihre Anteilnahme auszudrücken. Gerade im geschäftlichen Kontext wird das Kondolenzschreiben bevorzugt, weil es einen formelleren Eindruck erweckt.

Richtlinien für Kondolenzschreiben

Es gibt keine festen Regeln oder Vorgaben, die unbedingt befolgt werden müssen. Trotzdem sollten Sie einige Aspekte beim Kondolenzschreiben beachten:

  • Individuell verfassen.
    Es gibt unzählige vorgefertigte Karten und Texte, die als Kondolenzschreiben genutzt werden können. Das ist zwar nicht grundsätzlich verkehrt – aufrichtiger und für die Hinterbliebenen wertvoller ist es jedoch, wenn Sie das Schreiben individuell und persönlich verfassen.
  • Handschriftlich erstellen.
    Das wirkt viel persönlicher als ein am PC verfasster und ausgedruckter Text. Zudem ist es ein Zeichen von Respekt und Anerkennung, dass Sie sich Zeit und Mühe machen. Achten Sie darauf, dass Ihre Handschrift leserlich genug ist – aber natürlich zählt die Geste viel mehr als perfekte Handschrift.
  • Hochwertiges Papier verwenden.
    Einfaches Druckpapier macht keinen schönen Eindruck. Es wirkt nicht wertig, sondern billig. Verwenden Sie hochwertiges Papier und einen schönen Stift. Vorzugsweise empfiehlt sich ein Tintenfüller mit schwarzer oder blauer Tinte, ein schöner Kugelschreiber funktioniert aber ebenso.
  • Keinen schwarzen Rand nutzen.
    Briefumschläge und Briefpapier mit schwarzem Rand sollten Sie nicht für Ihr Kondolenzschreiben verwenden. Diese Symbolik ist den Angehörigen vorbehalten, wenn ein Todesfall oder der Zeitpunkt für die Beerdigung bekanntgeben werden. Auch Dank für erhaltene Beileidsbekundungen kann mit einem schwarzen Rand verschickt werden.
  • Nicht zu lange warten.
    Sie sollten das Kondolenzschreiben zwar mit Bedacht verfassen, aber nicht lange warten, bis Sie dieses den Hinterbliebenen zukommen lassen. Drücken Sie Ihre Anteilnahme möglichst zeitnah aus, nachdem Sie vom Trauerfall erfahren haben.
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Aufbau und Formulierungen für Kondolenzschreiben

Das Kondolenzschreiben folgt in der Regel einem typischen Aufbau, auch wenn Sie grundsätzlich freie Hand haben und persönlich entscheiden können, wie Sie Ihr Mitgefühl zum Ausdruck bringen wollen. Orientieren Sie sich an der klassischen Gestaltung, wird das Schreiben in verschiedene Teile gegliedert.

1. Anrede
2. Einleitung
3. Beileidsbekundung
4. Würdigung
5. Hilfsangebot
6. Wünsche
7. Grußwort

Ihr Kondolenzschreiben muss nicht zwangsläufig alle Punkte abdecken und auch Änderungen in der Reihenfolge sind möglich. Um Ihnen zu zeigen, wie das Kondolenzschreiben aussehen kann, haben wir in der folgenden Übersicht viele Beispiele und Formulierungen für die einzelnen Bausteine zusammengestellt:

1. Anrede

Ihr Kondolenzschreiben beginnt mit einer persönlichen Anrede an die Hinterbliebenen. Für welche Form Sie sich entscheiden, hängt davon ab, wie nahe Sie dem Verstorbenen und auch seinen Angehörigen standen. Verzichten sollten Sie auf eine Anrede „an die Trauerfamilie“ oder „an das Trauerhaus“ – dies wird heute nicht mehr genutzt. Möglich sind hingegen:

  • „Liebe (Frau)/Lieber (Herr) NACHNAME,“
  • „Liebe Angehörige,“
  • „Meine liebe VORNAME,
  • „Sehr geehrte Frau/Sehr geehrter Herr NACHNAME,“
  • „Liebe Familie NACHNAME,“
  • „Sehr geehrte NACHNAME,“

2. Einleitung

Die ersten Worte fallen oft besonders schwer. Sie können die Einleitung nutzen, um darauf einzugehen, wie Sie die Nachricht des Todes erfahren haben. Gleichzeitig können Sie bereits hier Ihre Erschütterung über das schreckliche Ereignis zum Ausdruck bringen. Denkbar sind Formulierungen wie zum Beispiel:

  • „der unerwartete Tod Deiner Frau/Deines Mannes hat mich tief erschüttert.“
  • „mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Ihrer (Deiner)/Ihres (Deines) geliebten ____ erfahren.“
  • „leider ist es ein trauriger Anlass, weshalb ich/wir Ihnen (Dir) diese Zeilen schreibe/n.“
  • „die Nachricht vom Tod deiner Lebensgefährtin/deines Lebensgefährten hat mich schwer getroffen.“
  • „durch einen Anruf von ____ habe ich erfahren, was passiert ist.“
  • „es ist sehr schwer, sich von einem Menschen zu trennen, der das Zentrum des eigenen Lebens war.“
  • „ich habe geweint, als ich vom Tod Ihrer (Deiner)/Ihres (Deines) erfahren habe.“
  • „mit großer Bestürzung habe ich heute vom Tod deines Mannes/deiner Frau erfahren.“

3. Beileidsbekundung

In diesem Teil fassen Sie Ihre Anteilnahme in Worte und sprechen Ihr Beileid aus. Dabei ist es völlig in Ordnung, wenn Sie im Kondolenzschreiben auf Ihre eigenen Gefühle und empfundene Trauer über den Verlust eingehen. Das zeigt, dass Sie wirklich mitfühlen. Bei den Formulierungen kommt es auch hier darauf an, wie eng Ihr Verhältnis zum Verstorbenen und seiner Familie ist.

Bei einem engen Verhältnis können diese Formulierungen angebracht sein:

  • „In dieser schweren Zeit bist Du nicht allein.“
  • „Mein Herz ist gebrochen und Worte können nicht beschreiben, wie sehr ich mit dir trauere.“
  • „Mein tiefstes Mitgefühl und mein aufrichtiges Beileid gelten Dir und Deiner gesamten Familie.“
  • „Aus tiefstem Herzen möchte ich Dir mein Mitgefühl aussprechen.“
  • „Ich weiß, dass Worte in dieser Situation keine Linderung bieten. Trotzdem möchte ich dir von Herzen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.“
  • „Auch wir betrauern Euren Verlust und möchten Euch unsere tiefste Anteilnahme aussprechen.“
  • „Wir fühlen mit Euch in dieser schweren Zeit und sind in Gedanken bei Euch.“

Bei einem weniger engen Verhältnis empfehlen sich folgende Formulierungen:

  • „Ich möchte Ihnen mein aufrichtiges Mitgefühl und unsere tiefe Anteilnahme aussprechen.“
  • „Ich/wir fühle/n mich/uns Ihnen in tiefer Trauer verbunden.“
  • „Meine/unsere Gedanken sind bei Ihnen und Ihrer Familie.“
  • „Meine/unsere aufrichtige Anteilnahme gehört Ihnen und Ihrer Familie.“
  • „Ich/wir möchten Ihnen mein/unser tief empfundenes Beileid aussprechen.“

4. Würdigung

In einem Kondolenzschreiben können Sie Ihre Wertschätzung ausdrücken, die Sie dem Verstorbenen entgegenbringen. Für die Trauernden können gerade diese Worte ein großer Trost sein. Es sind oftmals Erinnerungen und besondere Merkmale, die Sie mit der Person verbinden. Ein wenig Trost liefert die Gewissheit, dass die geliebte Person nicht in Vergessenheit gerät. Im Kondolenzschreiben sollten Sie dies noch einmal betonen.

  • „Ich werde nie wieder jemanden treffen, der mich so sehr beeindrucken wird.“
  • „In unserer Erinnerung wird er/sie noch lange weiterleben.“
  • „Als besten Freund, den ich je hatte, werde ich ihn mein ganzes Leben in Erinnerung behalten.“
  • „Seine positive Einstellung wird für uns alle ein Vorbild bleiben.“
  • „Ich bin unendlich dankbar, dass ich ihn/sie zu meinen Freunden zählen durfte.“
  • „Ihre Lebensfreude war ansteckend für jeden, der Sie kennengelernt hat.“
  • „Er/sie ist vielleicht nicht mehr hier – doch bleibt er/sie unvergessen.“
  • „Ein geliebter Mensch stirbt nie wirklich. Er lebt in unseren Herzen weiter.“
  • „Der Gedanke an unsere gemeinsamen Abende bringt mir selbst in dieser schwersten Zeit ein Lächeln.“
  • „Seine zuverlässige Arbeitsweise und seine Ehrlichkeit und Offenheit werden uns schmerzlich fehlen.“
  • „Wir sind sehr betroffen darüber, einen derart geschätzten und zuverlässigen Kollegen und Mitarbeiter zu verlieren.“
  • „Seine herzliche Art wird uns sehr fehlen.“
  • „Vor allem sein ansteckendes Lachen konnte jeder Situation in etwas Wunderbares verwandeln.“

5. Hilfsangebot

Mit dem Kondolenzschreiben drücken Sie Anteilnahme aus, können aber zeitgleich Ihre Hilfe anbieten. Angehörige sind gerade in der Zeit nach einem Trauerfall oft mit der Situation überfordert und emotional aufgewühlt. Schon kleine Gesten können helfen. Sie können Aufgaben übernehmen oder ein Gespräch anbieten. Hier einige Beispiele und Formulierungen:

  • „Wenn es irgendetwas gibt, dass ich für dich tun kann, dann sag bitte Bescheid.“
  • „Bitte zögere nicht, mich anzurufen, wenn ich dir helfen kann.“
  • „Ich bin jederzeit erreichbar, wenn du etwas brauchst.“
  • „Ruf mich an, wenn du reden möchtest. Ich komme sofort vorbei.“
  • „Sollten wir Sie in dieser Zeit unterstützen können, lassen Sie es uns bitte wissen.“
  • „Wenn du Hilfe brauchst, sind wir für dich da.“

6. Wünsche

Nach dem Tod eines geliebten Menschen ist nicht daran zu denken, doch das Leben geht weiter. Das Kondolenzschreiben gibt Ihnen die Chance, ein wenig Hoffnung zu spenden und den Hinterbliebenen alles Gute für die schwere Zeit zu wünschen.

  • „In dieser schwierigen Zeit wünsche ich dir viel Kraft.“
  • „Mögen Kraft und Mut dich durch diese Zeit begleiten.“
  • „Die Erinnerungen an eure wunderbare gemeinsame Zeit sollen die Kraft und Hoffnung spenden.“
  • „Nach der Zeit des Abschieds kommt eine Zeit, in der du nach vorne schauen kannst.“
  • „Ich hoffe du findest Trost in dem Gedanken, dass es ihm/ihr jetzt besser geht.“
  • „Trotz des schweren Verlusts wünsche ich dir die Kraft, um voller Hoffnung in die Zukunft zu blicken.“

7. Grußformel

Den Abschluss des Kondolenzschreibens bildet eine angemessene Grußformel. Die Wortwahl sollte hier entsprechend ausfallen, um erneut Anteilnahme zu zeigen und die schwierige Situation zu berücksichtigen, in der die Empfänger sich befinden. Das können Sie beispielsweise so machen:

  • „In Gedanken sind wir/bin ich bei Ihnen/Dir.“
  • „In herzlicher/aufrichtiger Anteilnahme.“
  • „Mit tiefem/aufrichtigem Mitgefühl.“
  • „Ein stiller Gruß“
  • „In liebevollem Gedenken“
  • „In tiefer Verbundenheit“
  • „Wir trauern mit Euch“
  • „Ich/wir denke/n an Euch/Dich und sind in Gedanken bei Euch/Dir.“
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Geschäftliches Kondolenzschreiben

Es ist eine schwierige Aufgabe, den Angehörigen eines ehemaligen Geschäftspartners oder Mitarbeiters zu kondolieren. Führungskräfte und auch Kollegen wissen nicht, wie sich sich trauernden Angehörigen gegenüber verhalten sollen und welche Formulierungen angebracht sind. Bitte bedenken Sie: Die Familie des Verstorbenen weiß in den meisten Fällen die Anteilnahme zu schätzen. Die Geste zählt und spendet Trost, die Wortwahl wird nicht auf die Goldwaage gelegt.

Noch vor einem Kondolenzschreiben kann es angebracht sein, wenn Vorgesetzte oder höhere Führungskräfte mündlich kondolieren. Das zeigt Mitgefühl und die Wertschätzung dem verstorbenen Mitarbeiter gegenüber. Kurz darauf oder zur Trauerfeier wird dann das Kondolenzschreiben überreicht. Stammt dieses vom Arbeitgeber, wird es in der Regel vom direkten Vorgesetzten erstellt.

Enge Kollegen sollten dagegen eher ein eigenes Kondolenzschreiben oder eine Trauerkarte verfassen. Gerade wenn Sie mehrere Jahre mit der verstorbenen Person zusammengearbeitet haben, können Sie der Familie tröstende Worte sprechen. Eine nette Anekdote, die Sie mit den Hinterbliebenen teilen wollen und Eigenschaften, die Sie am Verstorbenen geschätzt haben – beides spendet trost in einer derart traurigen Situation.

Kostenlose Muster für Kondolenzschreiben

Sie können sich hier außerdem kostenlose Vorlagen für Ihre geschäftlichen Beileidsbekundungen herunterladen:

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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5. November 2020 Julia Sima Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war für einige Monate für die Karrierebibel tätig.

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