Danke sagen: So einfach kann es gehen

Wie oft kommt es vor, dass einem Menschen genau im richtigen Augenblick zur Seite springen und helfen: Gott sei Dank, entfährt es so manchem in Gedanken. Nicht immer wird sofort etwas gesagt. Der Unterstützte ist gerade im Stress, der Unterstützer macht nicht viel Aufhebens von seiner Hilfe. Aber natürlich sollte der richtige Dank nicht hintenüberfallen. Wer danke sagen will, mag sich manchmal etwas genieren – wenn es vielleicht länger gedauert hat als geplant. Oder dass er überhaupt hilfebedürftig war und die Situation nicht allein bewältigt hat. Allerdings ist das oftmals falsche Scham und Ihr Helfer wird sich über Ihren Dank in jedem Fall freuen. Wie Sie danke sagen können…

Danke sagen: So einfach kann es gehen

Danke sagen: Unterschiedliche Anlässe

Es gibt unzählige Situationen, in denen Menschen sich bedanken und in denen andere Dank erwarten. In irgendeiner Form ist dem zuvor eine Gabe vorausgegangen. Das kann ganz physisch ein Geschenk gewesen sein, ebenso gut aber eine Gabe im übertragenen Sinn, beispielsweise Unterstützung bei einem Projekt oder ein Kompliment.

Zu den guten Umgangsformen gehört es, anschließend danke zu sagen. Sagt der Beschenkte nichts – auch nicht nach Verstreichen einer gewissen Karenzzeit – wird der Schenkende womöglich verschnupft reagieren und zukünftig seine Gaben, das heißt Hilfe, Geschenke und Freundlichkeit, für sich behalten.

Danke sagen ist also das Schmiermittel sozialer Interaktion. Wir lernen es normalerweise von klein auf: Die Oma schenkt etwas zum Geburtstag und im Gegenzug sagen wir danke. Wir lernen, dass danke sagen und Freundlichkeit zusammengehören.

Meistens überreichen wir mit einem Lächeln ein Geschenk und auch das Entgegennehmen der Gabe veranlasst viele zu lächeln. Kleine Kinder werden regelrecht süchtig danach, anderen eine Freude zu machen und malen voller Enthusiasmus innerhalb kürzester Zeit fünf Bilder. Und für jedes einzelne muss der Beschenkte natürlich gebührend danke sagen.

Danke sagen fällt nicht allen leicht

Danke zu sagen gehört zum guten Ton. Dabei beherrschen ihn längst nicht alle Mitmenschen. Danke ist eigentlich ein kleines Wörtchen, dass nicht viel kostet, und dennoch werden sich vermutlich einige Leser noch an Zeiten erinnern, in denen beispielsweise an Supermarktkassen kaum ein Wort gewechselt wurde – weder zur Begrüßung, noch zum Abschied.

Die Endsumme wurde genannt, es wurde gezahlt und vielleicht sagte der Kunde bei Erhalt des Wechselgeldes danke – aber nicht automatisch. Gerade in Großstädten, in denen es etwas anonymer zugeht, war das keine Selbstverständlichkeit.

Mittlerweile wird Verkaufspersonal stärker darauf geschult, an Kassen zu begrüßen und zu verabschieden, auch von Kundenseite ist nun häufiger etwas zu hören.

Woran liegt es, dass manche Menschen dennoch seltener danke sagen? Es kann verschiedene Gründe geben:

  • Empfundene Hierarchieunterschiede: Jemand fühlt sich einer anderen Person überlegen und erachtet ein Dankeschön als seiner unwürdig.
  • Mangelnde Erziehung: Sie habend nie gelernt danke zu sagen.
  • Schlechtes Gewissen: Jemand hat Unterstützung erhalten, weiß aber gar nicht wie er danke sagen soll – beispielsweise, wenn große Geldsummen im Spiel sind, ist es vielen Menschen besonders unangenehm.
  • Geringes Empfinden: Sie erachten die Hilfe als selbstverständlich oder als gerechte Leistung für etwas, das Sie beispielsweise dieser Person mal erwiesen haben.
  • Vermuteter Zwang: Sie haben den Eindruck, dass der Schenkende/Helfer Ihnen nicht wirklich helfen beziehungsweise etwas schenken wollte, sondern sich nur verpflichtet fühlt.
  • Starke Befürchtung: Sie haben Angst, auf andere hilflos, unfähig oder unselbständig zu wirken.

Danke sagen: Kollegen und Mitarbeiter motivieren

Wie sagt man so schön? Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Danke sagen ist so ein kleines Geschenk – es muss nicht immer gleich der dicke Blumenstrauß sein. Gerade, wenn Sie im Team sich tagelang die Köpfe heiß geredet und um eine Lösung gerungen haben, kann danke sagen so viel bedeuten.

Es ist gewissermaßen das ausgesprochene Signal dafür, dass eine Sache nun wirklich beendet ist; beispielsweise das Produkt, an dessen Feinheiten noch bis zuletzt getüftelt wurde. Das Dankeschön gleicht hier vermutlich eher einem Stoßseufzer, wenn eine schwierige Phase endlich vorbei ist und alle aufatmen.

In so einem Fall, wenn die Kollegen und Mitarbeiter bis an ihre Grenzen gegangen sind, darf danke sagen auch ganz real bedeuten: Ich gebe heute einen aus, ich lade alle auf ein Feierabendbier ein.

Wie das obige Beispiel von kleinen Kindern zeigt, setzt danke sagen unglaubliche Energien frei, Menschen wollen anderen Menschen gefallen. Das lässt sich auch bei Erwachsenen beobachten; gebührender Dank ist ein Mittel der Motivation.

Je nach Einsatz und Größenordnung, kann der Vorgesetzte die Leistung eines Mitarbeiters unterschiedlich honorieren und auf seine Art und Weise danke sagen:

  • Lob

    Wer bereitwillig Überstunden macht, auf wen immer Verlass ist und wer sich vielleicht sogar in komplexe Materie eingearbeitet hat, um seinen Chef zu unterstützen, hat wohl mindestens Lob und Anerkennung verdient.

    Indem Vorgesetzte bei solchen Mitarbeitern danke sagen, signalisieren sie, dass sie die Person und ihre Leistung sehr wohl sehen. Das Danke kann mündlich, beispielsweise mit einem Schulterklopfen oder Händeschütteln erfolgen. Ebenso gut und schnell erledigt ist es, wenn Sie eine E-Mail schreiben.

    Sie können auch danke sagen, indem Sie den etwas formelleren Weg gehen und eine Karte schreiben. Viele Menschen mögen den haptischen Charakter und eine schön ausgewählte Karte landet auch gerne mal als sichtbares Symbol des Danks stolz auf dem Schreibtisch.


  • Geschenk

    Kleinere Aufmerksamkeiten wie ein Blumenstrauß, eine gute Flasche Wein oder eine gute Schokolade kommen in der Regel ebenfalls gut an. Geht die langjährige gute Seele des Unternehmens in den wohlverdienten Ruhestand, ist das meist eine Gelegenheit, nochmals für die guten Dienste in all den Jahren danke zu sagen.

    Hat ein Mitarbeiter einen wichtigen Kunden für das Unternehmen gewinnen können, an dem etliche zukünftige Einnahmen hängen, fällt das Dankeschön vermutlich üppiger aus. In solchen Fällen wird gerne auch mal auf Konzertkarten oder ähnlich große Geschenke zurückgegriffen.


  • Beförderung

    Danke sagen können Vorgesetzte natürlich auch indirekt, wenn dem langjährigen Mitarbeiter eine Beförderung winkt. Es ist nicht nur die Anerkennung der geleisteten Arbeit, sondern ein Vertrauensbeweis, denn der Arbeitgeber geht davon aus, dass der Mitarbeiter auch zukünftig gute Arbeit leistet.

    Verbunden mit der Beförderung ist zumeist eine attraktive Gehaltssteigerung und eine etwas andere Position mit mehr Verantwortung und mehr Handlungsspielraum. Diese Aussichten steigern die Mitarbeiterbindung ans Unternehmen.

Danke sagen: Text formulieren – bloß wie?

Wenn es darum geht, die richtigen Worte zu finden, überkommt viele Menschen die Schreibhemmung. Danke sagen – ja klar. Bloß wie formuliere ich, wenn es um Kollegen und Vorgesetzte geht, was sage ich zu welchem Anlass?

Es kommt immer auf das richtige Maß an. Allzu überschwängliche Lobeshymnen sind im beruflichen Kontext eher unangebracht und wirken unprofessionell. Gerade wenn sich Mitarbeiter beim Chef bedanken, könnte es schlimmstenfalls als Schleimerei empfunden werden.

Andersherum dürfen natürlich auch Chefs zu ihren Mitarbeitern danke sagen: Scheinbar passiert das viel zu selten und wenn, dann ist es eher ein Automatismus.

Dank, der nicht von Herzen kommt, kann man sich allerdings auch sparen. Wenn danke sagen zur Höflichkeitsfloskel mutiert, merkt das der andere und fühlt sich womöglich manipuliert.

Bei allen Gedanken zur Mitarbeitermotivation sollte also das Menschliche und die Wertschätzung im Vordergrund stehen.

Danke sagen an Mitarbeiter

Liebe Mitarbeiter,

ich möchte mich ganz herzlich für die tolle Zusammenarbeit bedanken! Ich weiß, das Jahr ist gerade mal zur Hälfte um, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, schon beim Betriebsausflug ein herzliches Danke auszusprechen.

Gerade die letzten Monate und die Arbeit an dem schwierigen Projekt haben wieder gezeigt, wie stark der Zusammenhalt ist. Ich wünsche uns allen viel Spaß und weiterhin gutes Gelingen.

Lieber Herr Meier,

für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr möchte ich mich zum Ende des Jahres nochmals herzlich bedanken. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Danke sagen für Hilfe

Lieber Max,

meine Dankbarkeit kennt keine Grenzen! Du hast mich echt aus dem Schlamassel gezogen, als Du noch so kurzfristig für mich eingesprungen bist. Du hast in jedem Fall was bei mir gut. Auf unsere Freundschaft, Dein…

Sehr geehrte Frau Schneider,

vielen Dank für Ihre tatkräftige Unterstützung. Ohne Ihren Einsatz hätte der Termin sicherlich verschoben werden müssen. Sehen Sie den Blumenstrauß als kleines Zeichen des Danks.

[Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]
1. März 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px

Andere Besucher lesen gerade diese Artikel:



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!