Danke sagen: So einfach kann es gehen

Ein einfaches „Danke“ oder „Dankeschön“ ist wie ein Luxusgut: Jeder hätte es gern, aber kaum eine(r) mag es sich leisten. Dabei ist Danke sagen kinderleicht – es kostet allenfalls ein wenig Überwindung (und etwas Erinnerung an gute Manieren). Dabei ist Danke sagen weit mehr als eine Frage des Anstandes: Es drückt ebenso Verbundenheit aus (für erhaltene Hilfe oder Unterstützung) wie es Demut vor dem Ergebnis belegt. Angenehmer Nebeneffekt: Wer sich derart klein macht, gewinnt an Größe. Doch warum fällt das Dankesagen dann so vielen Menschen so schwer oder ist ihnen gar unangenehm? Ist es Scham oder Stolz? Wir zeigen, warum Danke sagen so wichtig ist und haben auch gleich ein paar Beispiele im Gepäck…

Danke sagen: So einfach kann es gehen

Danke sagen: Schmiermittel sozialer Interaktion

Die meisten von dürften das Dankesagen mit der Kinderstube gelernt haben. Schon Mama und Papa mahnten, wenn wir etwas bekommen haben: „Wie sagt man da? Danke!“ Klar, manchmal war das lästig, unangenehm, peinlich, fast schon öffentliche Nötigung. Aber notwendig. Um das Dankesagen zu üben – und zu verinnerlichen, dass es kein Nehmen ohne Geben gibt. Eine wichtige Lektion!

Tatsächlich gibt es im Leben unzählige Situationen, in denen Menschen sich bedanken können und sollten, weil andere zugleich Dank erwarten. Zurecht. Vielleicht ging dem eine Gabe voraus, ein Geschenk, eine Zuwendung, ein Bonus. Vielleicht war es aber auch etwas Immaterielles: die Unterstützung bei einem Projekt, unverhoffte Hilfe, ein offenes Ohr oder ein Kompliment.

So etwas wie selbstverständlich hinzunehmen, kommt einem Affront gleich. Es entwertet die Freundlichkeit, Zeit und Mühe des anderen, Motto: War doch nix, nicht der Rede wert. Kurz: Es ist unaufmerksam und empathielos. Eine indirekte Beleidigung.

Danke sagen gehört daher nicht einfach nur zu den guten Umgangsformen – es ist das Schmiermittel sozialer Interaktion. Es ist Ausdruck von Achtung, Wertschätzung und gegenseitigem Respekt. Das ist gerade in Beziehungen, zwischen Freunden, mehr aber noch bei Paaren und in der Liebe extrem wichtig.

Und nicht zuletzt ist ein Weg, wenigstens etwas seinem Wohltäter zurück zu geben – und sei es eben nur ein Wort, garniert mit einem Lächeln.

Warum fällt Danke sagen vielen so schwer?

Danke zu sagen, gehört zwar zum guten Ton. Doch beherrschen den längst nicht alle Menschen. Warum also fällt es manchen so schwer – dieses Wort „Dank“ über die Lippen zu bringen (oder Dankbarkeit sonstwie auszudrücken)?

Tatsächlich hat sich auch die Verhaltensforschung mit der Frage beschäftigt und ist zu recht unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Zusammengefasst: Wenn es Menschen schwer fällt, Danke zu sagen, kann das verschiedene Gründe haben…

  • Hochmut: Jemand fühlt sich einer anderen Person überlegen und erachtet ein Dankeschön als seiner unwürdig. Der Grund ist also schlicht Arroganz.
  • Erziehung: Die Betroffenen habend nie gelernt, danke zu sagen. Weder zuhause durch das Elternhaus, noch durch ihr späteres soziales Umfeld.
  • Scham: Jemand hat Unterstützung erhalten, weiß aber nicht wie er oder sie sich dafür bedanken soll. Wenn beispielsweise große Geldsummen im Spiel sind (etwa als Geschenk von den Eltern oder von Onkel/Tante), ist es vielen Menschen besonders unangenehm, Danke zu sagen. Sie schämen sich – und schweigen aus Scham.
  • Missachtung: Die Betroffenen erachten die Hilfe oder die Zuwendung als selbstverständlich oder als gerechte (Gegen-)Leistung für etwas, das sie dieser Person mal erwiesen haben. Oder als Verdienst. Kurz: Nichts, wofür man sich bedanken müsste.
  • Misstrauen: In dem Fall vermuten die Betroffenen hinter der Freundlichkeit oder Unterstützung eine Art Manipulationsversuch. Der Schenkende oder Helfer ist womöglich gar nicht so selbstlos, sondern möchte so anschließend (durch Schuldgefühle) eine Gegenleistung erzwingen.
  • Unsicherheit: Keine Frage, ein Danke drückt Anerkennung aus. Insbesondere bei einer Hilfestellung gesteht der Empfänger damit aber zugleich ein, Hilfe benötigt zu haben. Nicht wenige Menschen hassen jedoch das Gefühl, hilflos (gewesen) zu sein – oder sie haben Angst davor, auf andere ohnmächtig, unfähig oder gar unselbständig zu wirken.
  • Gedankenlosigkeit: Und nicht zuletzt sind manche auch einfach nur schusselig, unachtsam und gedankenlos – und vergessen schlicht, Danke zu sagen. Das macht es zwar nicht besser, kommt aber vor.

Bitte verstehen Sie diese Liste aber nicht falsch: Es sind Erklärungen dafür, warum manche Menschen kein „Danke“ über die Lippen bringen – keine Entschuldigung oder gar Rechtfertigung. Nicht Danke zu sagen, bleibt nach wie vor unhöflich und unaufmerksam.

Überdies berauben wir uns selbst dem empfundenen Glück, zu wissen: Da sind auch noch andere, die für mich einstehen, die mir zur Seite stehen und helfen, wenn ich es brauche. Dankbarkeit ist nicht nur ein besonders edler Weg zu mehr Glück und Zufriedenheit. Es ist sogar ein Schlüssel zu mehr Erfolg.

Danke sagen Spruch Zitat

Und umgekehrt: Wer ein Danke hört, fühlt sich honoriert – irgendwie „bezahlt“ im Wortsinn. Es ist wie der Applaus bei Schauspielern nach einer guten Vorstellung. Auch wenn das Publikum Eintritt bezahlt hat – der Applaus zeigt an, dass der gezeigte Einsatz und die Mühe mehr wert waren und eben nicht selbstverständlich.

Ein „Danke“ schenkt nicht nur Ehre und herzliche Worte – es verbindet.

Danke sagen: Kollegen und Mitarbeiter motivieren

Wie sagt man so schön? Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Danke sagen ist so ein kleines Geschenk. Es muss nicht immer der dicke Blumenstrauß sein. Gerade, wenn Sie im Team sich tagelang die Köpfe heiß geredet und um eine Lösung gerungen haben, kann danke sagen so viel bedeuten.

Es ist gewissermaßen das ausgesprochene Signal dafür, dass eine Sache nun wirklich beendet ist; beispielsweise das Produkt, an dessen Feinheiten noch bis zuletzt getüftelt wurde. Das Dankeschön gleicht hier vermutlich eher einem Stoßseufzer, wenn eine schwierige Phase endlich vorbei ist und alle aufatmen.

In so einem Fall, wenn die Kollegen und Mitarbeiter bis an ihre Grenzen gegangen sind, darf danke sagen auch ganz real bedeuten: Ich gebe heute einen aus, ich lade alle auf ein Feierabendbier ein.

Außerdem setzt danke sagen unglaubliche Energien frei. Menschen wollen anderen Menschen gefallen, das lässt sich auch bei Erwachsenen beobachten. Gebührender Dank ist daher ein Mittel der Motivation.

Je nach Einsatz und Größenordnung, kann der Vorgesetzte die Leistung eines Mitarbeiters unterschiedlich würdigen und auf seine Art und Weise Danke sagen:

  • Lob

    Wer bereitwillig Überstunden macht, auf wen immer Verlass ist und wer sich vielleicht sogar in komplexe Materie eingearbeitet hat, um seinen Chef zu unterstützen, hat wohl mindestens Lob und Anerkennung verdient.

    Indem Vorgesetzte bei solchen Mitarbeitern danke sagen, signalisieren sie, dass sie die Person und ihre Leistung sehr wohl sehen. Das Danke kann mündlich, beispielsweise mit einem Schulterklopfen oder Händeschütteln erfolgen. Ebenso gut und schnell erledigt ist es, wenn Sie eine E-Mail schreiben.

    Sie können auch danke sagen, indem Sie den etwas formelleren Weg gehen und eine Karte schreiben. Viele Menschen mögen den haptischen Charakter und eine schön ausgewählte Karte landet auch gerne mal als sichtbares Symbol des Danks stolz auf dem Schreibtisch.


  • Geschenk

    Kleinere Aufmerksamkeiten wie ein Blumenstrauß, eine gute Flasche Wein oder eine gute Schokolade kommen in der Regel ebenfalls gut an. Geht die langjährige gute Seele des Unternehmens in den wohlverdienten Ruhestand, ist das meist eine Gelegenheit, nochmals für die guten Dienste in all den Jahren danke zu sagen.

    Hat ein Mitarbeiter einen wichtigen Kunden für das Unternehmen gewinnen können, an dem etliche zukünftige Einnahmen hängen, fällt das Dankeschön vermutlich üppiger aus. In solchen Fällen wird gerne auch mal auf Konzertkarten oder ähnlich große Geschenke zurückgegriffen.


  • Beförderung

    Danke sagen können Vorgesetzte natürlich auch indirekt, wenn dem langjährigen Mitarbeiter eine Beförderung winkt. Es ist nicht nur die Anerkennung der geleisteten Arbeit, sondern ein Vertrauensbeweis, denn der Arbeitgeber geht davon aus, dass der Mitarbeiter auch zukünftig gute Arbeit leistet.

    Verbunden mit der Beförderung ist zumeist eine attraktive Gehaltssteigerung und eine etwas andere Position mit mehr Verantwortung und mehr Handlungsspielraum. Diese Aussichten steigern die Mitarbeiterbindung ans Unternehmen.

Danke sagen: Text formulieren – bloß wie?

Wenn es darum geht, die richtigen Worte zu finden, überkommt viele Menschen die Schreibhemmung. Danke sagen – ja klar. Bloß wie formuliere ich, wenn es um Kollegen und Vorgesetzte geht, was sage ich zu welchem Anlass?

Es kommt immer auf das richtige Maß an. Allzu überschwängliche Lobeshymnen sind im beruflichen Kontext eher unangebracht und wirken unprofessionell. Das folgende Gedicht ist zum Beispiel eher für den privaten Gebrauch – also zwischen Bekannten, Freunden oder gut befreundeten Kollegen – geeignet:

D – Du bist einfach großartig
A – Arbeiten macht mit dir am meisten Spaß
N – Nie hast du den Mut aufgegeben
K – Klar, du warst immer für mich da
E – Ehrlich, ich möchte dir einfach Danke sagen

Gerade wenn sich Mitarbeiter beim Chef bedanken, könnte es schlimmstenfalls als Schleimerei empfunden werden.

Andersherum dürfen natürlich auch Chefs zu ihren Mitarbeitern danke sagen: Scheinbar passiert das viel zu selten und wenn, dann ist es eher ein Automatismus.

Dank, der nicht von Herzen kommt, kann man sich allerdings auch sparen. Wenn danke sagen zur Höflichkeitsfloskel mutiert, merkt das der andere und fühlt sich womöglich manipuliert.

Bei allen Gedanken zur Mitarbeitermotivation sollte also das Menschliche und die Wertschätzung im Vordergrund stehen.

Danke sagen an Mitarbeiter

Liebe Mitarbeiter,

ich möchte mich ganz herzlich für die tolle Zusammenarbeit bedanken! Ich weiß, das Jahr ist gerade mal zur Hälfte um, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, schon beim Betriebsausflug ein herzliches Danke auszusprechen.

Gerade die letzten Monate und die Arbeit an dem schwierigen Projekt haben wieder gezeigt, wie stark der Zusammenhalt ist. Ich wünsche uns allen viel Spaß und weiterhin gutes Gelingen.

Lieber Herr Meier,

für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr möchte ich mich zum Ende des Jahres nochmals herzlich bedanken. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Danke sagen für Hilfe

Lieber Max,

meine Dankbarkeit kennt keine Grenzen! Du hast mich echt aus dem Schlamassel gezogen, als Du noch so kurzfristig für mich eingesprungen bist. Du hast in jedem Fall was bei mir gut. Auf unsere Freundschaft, Dein…

Sehr geehrte Frau Schneider,

vielen Dank für Ihre tatkräftige Unterstützung. Ohne Ihren Einsatz hätte der Termin sicherlich verschoben werden müssen. Sehen Sie den Blumenstrauß als kleines Zeichen des Danks.

Danke annehmen: Dankeschön – Bitteschön!

Danke annehmen: Dankeschön - BitteschönJetzt haben wir zwar viel darüber geschrieben, warum Danke sagen so wichtig ist und warum es manchen Menschen so schwer fällt. Doch es gibt auch den umgekehrten Fall: Dank anzunehmen, ist manchen ebenso peinlich oder unangenehm. Vielleicht, weil Sie Ihre Tat eben doch für selbstverständlich halten – oder (irriger Weise) glauben, das „Dankeschön“ schmälere die gute Tat oder Selbstlosigkeit. Quatsch!

Wer freundlich, hilfsbereit und eben nicht berechnend unterstützt hat, darf den Dank ruhig annehmen – ohne schlechtes Gewissen. Natürlich auch nicht lapidar, sondern ebenfalls möglichst höflich. Zum Beispiel so:

  • Annehmen

    Wenn Ihnen jemand dankt, zieren Sie sich nicht – vorausgesetzt das Dankeschön war berechtigt. Nehmen Sie es an. Einfach so, ohne große Geste oder viele Worte.

  • Freuen.

    Zeigen Sie, dass Sie sich über die nette Geste – also das Danke sagen – freuen. Ein Lächeln oder Nicken genügt oft schon. Sie dürfen aber auch „Gern geschehen“ oder „Gerne wieder“ sagen.

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[Bildnachweis: WAYHOME studio by Shutterstock.com]
1. März 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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