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Demut: Wer sich kleinmacht, gewinnt Größe

Demut ist nicht nur Tugend, sondern Haltung. Ein demütiger Mensch nimmt sich selbst nicht so wichtig, ist bereit zu dienen oder nimmt Dinge bereitwillig an, die er oder sie ohnehin nicht ändern kann. Demut ist eine Form der Genügsamkeit, Dankbarkeit und Hingabe, die zu mehr Ausgeglichenheit, Gesundheit und Lebensfreude führt. Demut kann aber auch eine veritable, aber unverdächtige Machtstrategie sein. Wer sich fügt, führt ganz oft. Nicht nur moralisch…

Demut: Wer sich kleinmacht, gewinnt Größe

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Demut Bedeutung – einfach erklärt

Demut ist eine Haltung, kein Gefühl. Dahinter steht die Bereitschaft zum Dienen und begründete Ergebenheit, etwas Notwendiges hinzunehmen oder sich selbst als eher unwichtig zu betrachten. Demut zählt in vielen Religionen zu den wichtigsten Tugenden, nicht nur in der Bibel. Meist bedeutet Demut hier die Anerkennung der Allmacht Gottes und eine generell unterwürfige innere Einstellung des Menschen zu seinem Gott und Schöpfer.

Demut Synonyme

Für die Kardinalstugend gibt es zahlreiche ähnliche Begriffe und Synonyme: Anspruchslosigkeit, Bescheidenheit, Devotion, Duldsamkeit, Ergebenheit, Fügsamkeit, Genügsamkeit, Hingabe, Mäßigung, Nachgiebigkeit, Opferbereitschaft, Unterwürfigkeit und Zufriedenheit.

Der Begriff Demut geht auf das althochdeutsche „diomuoti“ zurück. Das bedeutet so viel wie „dienstwillig“ zu sein. Darin steckt ebenso das Wort Mut, was wiederum zeigt: Zum demütigen Dienen braucht es nicht nur Hingabe und Selbstüberwindung, sondern auch eine gute Portion Courage.

Demut Spruch Weisheit kleinmachen

Was ist das Gegenteil von Demut?

Das Gegenteil von Demut ist Hochmut – und hat meist fatale Konsequenzen: „Hochmut kommt vor dem Fall“, heißt es nicht umsonst im Sprichwort. Auch für diesen Begriff gibt es einige Synonyme und artverwandte Eigenschaften: Affektiertheit, Eitelkeit, Hochnäsigkeit, Respektlosigkeit, Selbstgefälligkeit, Selbstüberschätzung oder Wichtigtuerei. Allein die Liste zeigt: Ohne ein gewisses Maß an Demut ist das Auskommen mit anderen Menschen schwer. Demut und Hochmut sind die zwei Extrempole, die unsere Persönlichkeit, den Charakter und die Attitüde eines Menschen massiv prägen.

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Was zeichnet demütige Menschen aus?

Wahrhaft demütige Menschen besitzen eine Reihe positiver Eigenschaften und Verhaltensweisen. Dazu gehören unter anderem:

  • Selbstliebe und Akzeptanz der eigenen Schwächen.
  • Wertschätzung und Respekt gegenüber allen Lebewesen.
  • Genügsamkeit und maßvolles Wünschen.
  • Dankbarkeit für Erreichtes und nicht Selbstverständliches.
  • Toleranz gegenüber anderen Meinungen.
  • Offenheit für neue Impulse und Sichtweisen.
  • Bereitschaft zu Dienen und Verantwortung zu übernehmen.
  • Authentizität und Anstand.
  • Ehrlichkeit und Bescheidenheit.
  • Höflichkeit, Freundlichkeit und Rücksichtnahme.

Umgekehrt besitzt ein Mensch, der demütig ist, weder Anspruchsdenken noch die Arroganz alles zu wissen oder den Wunsch, andere durch Privilegien zu beeindrucken oder zu manipulieren und zu unterdrücken.

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Demut Psychologie: Wahr oder falsch?

Obwohl der Begriff Demut positiv besetzt ist, wird zwischen wahrer und falscher Demut unterschieden. Und letztere ist natürlich negativ. Sie ist eine Form der Heuchelei und (strategischen) Unterwürfigkeit – aber überaus erfolgreich! Leider ist der Unterschied nicht immer leicht zu erkennen. Es ist ein Irrglaube, echte Demut zeige sich daran, dass eine(r) selbstlos handelt oder scheinbar keine persönlichen Interessen verfolgt. Auch die moralische Überlegenheit kann einen egozentrischen Hintergrund haben.

Aus dem Mittelalter gibt es ein schönes Beispiel: Heinrich II. liebte die ostfränkische Stadt Bamberg und wollte dort ein Bistum gründen. Allerdings gab es in der Kirche Widerstände. Vor allem der Bischof von Würzburg sah dadurch seine Macht bedroht. In der entscheidenden Kirchensynode im Jahr 1007 wandte Heinrich deshalb einen demütigen Trick an: Jedes Mal wenn seine Gegner gute Argumente ins Spiel brachten, warf er sich demütig und flach auf den Boden und verharrte dort, bis ihm der Erzbischof aufhalf. Effekt: Die Rhetorik der Widersacher verpuffte, die Leute sahen nur noch die Geste der Selbsterniedrigung – und Heinrich bekam sein Bistum.

Demut Beispiele in der Politik

Auch wenn sie sich heute nicht mehr auf den Boden werfen: Die Demutsgeste beherrschen Politiker bis heute aus dem Effeff: So erklärte Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel noch vor ihrem Amtsantritt: „Ich will Deutschland dienen.“ Ein scheinbar demütiger Satz. Dabei demonstrierte sie aber de facto ihre Macht, nicht weniger als einem ganzen Volk dienen zu können. Wer kann das schon?! Auch Karl-Theodor zu Guttenberg entschuldigte sich „in Demut“ nach seiner Plagiatsaffäre. Und welche Politiker und Manager beschwören nicht „mehr Maß“ und „Bescheidenheit“, wenn die Scheinwerfer auf ihre monströsen Gehälter und die heimliche Gier gerichtet sind?

Wahre Demut ist schwer zu erkennen. Aber wenn, dann offenbart sie sich daran, dass der wahrhaft Demütige seinen persönlichen Interessen weniger Bedeutung schenkt und dabei auch nicht selektiv vorgeht: Es geht ihm nicht darum, sich durch sein demütiges Verhalten zu profilieren oder buchstäblich abzuheben und zu erhöhen. Man könnte auch sagen: Wahre Demut verfolgt keinen Zweck.

Demut Sprüche und Zitate

  • „In aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den anderen in Liebe.“ (Epheser 4:2)
  • „Demut ist die Fähigkeit, auch zu den kleinsten Dingen des Lebens empor zusehen.“ (Albert Schweitzer)
  • „Stolz fragt: Wer hat Recht? Demut fragt: Was ist das Richtige?“ (Unbekannt)
  • „Demut heißt: Niemals über jemandem zu stehen – aber auch nicht darunter. (Unbekannt)
  • „Demut macht unverwundbar.“ (Unbekannt)
  • „Es gehört oft mehr dazu, seine Meinung zu ändern, als daran festzuhalten.“ (Unbekannt)
  • „Demut bedeutet nicht, weniger von sich selbst zu denken. Es bedeutet, weniger an sich selbst zu denken.“ (C.S. Lewis)
  • „Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege. Der eine ist die Liebe, der zweite ist die Genügsamkeit, der dritte ist die Demut.“ (Laotse)
  • „Such nicht immer, was dir fehlt. Demut fülle deine Seele, Dank erfülle dein Gemüt. Alle Blumen, alle Blümchen, und darunter selbst ein Rühmchen, haben auch für dich geblüht!“ (Theodor Fontane)
  • „Den Ruhm kennen, doch sich die Demut bewahren: So wird man zum Tal der Welt.“ (Laotse)
  • „Ich könnte jetzt Kompetenz beweisen – aber ich lasse es.“ (Unbekannt)
  • „Wahre Weisheit führt zu Demut. Demut führt zu Sanftmut. Sanftmut führt zu Frieden.“ (Alexandra Herdt)


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Bedeutet Demut unterwürfig zu sein?

Viele Menschen glauben: Wer demütig ist, macht sich klein oder ist generell unterwürfig und devot. Das ist falsch. Unterwürfigkeit kann eine Variante der Demut sein, aber keine zwingende. Auch sollten Sie Demut nicht mit einer Demütigung verwechseln. Vielmehr sind Gesten, die Unterwürfigkeit dokumentieren, dazu gedacht, andere in Sicherheit zu wiegen. Motto: „Ich bin dir kein ebenbürtiger Gegner, von mir droht keine Gefahr.“ Demut macht unverdächtig, weckt Respekt und Sympathien – vor allem aber raubt sie Gegnern ihre Macht: Man tritt nicht den, der sich beugt.

Die Macht der Demut kann daher ein perfektes Täuschungsmanöver sein, dem insbesondere Narzissten gerne auf den Leim gehen. Denken Sie beispielsweise an Columbo, den trotteligen TV-Inspektor im ewig schmuddeligen Trenchcoat! Die Haare zerzaust, die Kleidung zerknittert, der Habitus unterwürfig, bewundernd, zerstreut – das ist seine Masche! Vor allem im Milieu der Schönen und Reichen. Von ihm lässt sich hervorragend lernen, wie man Arroganz durch Demut besiegt. Oder gewinnt, indem man unterschätzt wird: Seine Gegner sind meist hochintelligent, erfolgreich und haben ein wasserdichtes Alibi. Doch genau dieser Stolz ist ihre Schwäche: Columbo verstärkt ihre Überheblichkeit indem er sich demütig gibt – bis sich die Täter selbst verraten.

Demut richtig einsetzen und nutzen

Unterschätzt zu werden, öffnet Ihnen zahlreiche Optionen – bei Verhandlungen genauso wie bei Ränkekämpfen im Job: Machen Sie sich klein, stellen Sie kluge Fragen und lassen Sie so andere auf Ihre Idee kommen. Am Ende werden alle mit Freuden nach Ihrer Pfeife tanzen, solange sie den Eindruck behalten, dass sie den Taktstock dazu schwingen.

Ab und an sollten Sie Ihre wahren Fähigkeiten aufflackern lassen, damit die Kollegen zumindest ahnen, dass Sie die Mäßigung nur mimen. Das braucht Fingerspitzengefühl, ja. Sie wollen Ihren Chef und seine Höflinge ja nur verunsichern, ob sie sich in Ihnen vielleicht getäuscht haben. Mehr nicht.

Tipps: So werden Sie demütiger

Demut lässt sich lernen. In einer Ellenbogengesellschaft voller Egomanen fragt sich mancher vielleicht, warum das erstrebenswert sein sollte. Doch es lohnt sich! Demut bringt eine Reihe weiterer positiver Eigenschaften hervor, die Ihnen im Leben helfen. Sie gewinnen eine positivere Lebenseinstellung, mehr Zufriedenheit und Einklang mit sich selbst. Studien zeigen: Demütige Menschen sind seelisch und körperlich gesünder, hilfsbereiter und großzügiger und dankbarer. Überdies können Sie Ihre Gefühle und Impulse bewusst lenken und meistern so stressige Erlebnisse schneller und mit mehr Leichtigkeit.

Tipps, wie auch Sie mehr Demut lernen und trainieren:

Selbstakzeptanz

Wer sich selbst nicht akzeptiert und liebt, kann das von anderen nur schwer erwarten. Selbstakzeptanz heißt, dass Sie sich mit all Ihren Stärken UND Schwächen annehmen. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Dinge: Freunde, Familie, Beruf, Talente. Selbstakzeptanz heißt, dass Sie sich nicht trotz, sondern mit Schwächen liebenswert finden und dazu (demütig) stehen. Gleichzeitig dürfen Sie daran arbeiten.

Bescheidenheit

Durch Bescheidenheit demonstrieren wir, dass es uns nicht nur um uns selbst und den eigenen Nutzen oder Vorteil geht. Natürlich sind Ihre eigenen Bedürfnisse weiterhin wichtig. Aber nicht permanent. Teilen Sie Anerkennung und Aufmerksamkeit mit anderen, stellen Sie sich seltener in den Mittelpunkt. Bescheidenheit ist nicht nur materiell. Es bedeutet auch, anderen das Rampenlicht zu überlassen oder gönnen zu können. Zusätzlich sollten Sie lernen, sich auch über kleine Dinge zu freuen. Es muss nicht immer groß, teuer, aufwendig oder besonders sein. Dankbarkeit für das Unscheinbare und Alltägliche macht ebenfalls bescheidener und demütiger.

Wertschätzung

Wertschätzung kann sich in vielen Dingen zeigen: Sie betrachten Geschenke als kostbar, selbst wenn diese nicht Ihrem Geschmack entsprechen. Oder Sie schätzen die Person und Geste dahinter. Sie erkennen die Expertise anderer Kollegen an und äußern sich lobend darüber. Oder Sie haben häufiger ein nettes Wort für jemanden übrig, der es braucht. Wertschätzung heißt, Dinge nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Auch das steigert wieder die Dankbarkeit – zum Beispiel für die eigene Gesundheit, den Partner, einen Job oder Dach über dem Kopf. Mehr Demut zu zeigen, bedeutet, das Leben und die Arbeit grundsätzlich zu respektieren und anzuerkennen.

Größe

Sie widersprüchlich das klingt: Wer Demut beweist, gewinnt an Größe. Aber auch der umgekehrte Fall wirkt: Großzügigkeit und Größe beweisen, machen uns demütiger. Besonders deutlich wird das beim Verzeihen. Vielen Menschen fällt das schwer. Dahinter steckt oft eine (narzisstische) Kränkung, die aber ungesund ist. Vergeben und vergessen zu können, ist wahre Größe, denn es setzt einen bewussten Reflexionsprozess voraus. Wichtigster Effekt: Sie erkennen dabei, dass auch Sie fehlbar sind. Vielleicht ist Ihnen derselbe Fehler schon passiert. Diese Erkenntnis führt unmittelbar zur mehr Demut und hilft, seinen Frieden mit anderen zu schließen.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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