Zitate in der Bewerbung: Blickfang oder Langweiler?

„Zitat oder nicht Zitat“, das ist für viele Bewerber tatsächlich DIE Frage. Zitate in der Bewerbung können diese schmücken und ein Anschreiben von der Masse abheben. Mit großen Worten und klugen Sätzen glänzen – wer will das nicht? Der Schuss kann aber genauso nach hinten losgehen. Wie heißt es so ironisch: „Zitate benutzen nur Menschen, die nicht in der Lage sind, selbst die richtigen Worte zu finden.“ Und schließlich bewerben sich ja auch nicht Einstein, Goethe oder Ringelnatz bei dem Arbeitgeber, sondern Sie! Wann also sind Zitate in der Bewerbung wirklich klug – und wie zitiert man korrekt?

Zitate in der Bewerbung: Blickfang oder Langweiler?

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Zitate in der Bewerbung: Ja oder nein?

An der Frage, ob man Zitate in eine Bewerbung einbauen sollte oder nicht, scheiden sich die Geister. Die einen halten es für den größtmöglichen Beweis sprachlicher Raffinesse. Die anderen empfinden derlei Profilsprüche als pures Wortgeklingel und Zeichen für Unsicherheit oder gar fehlende Reife.

Eine eindeutige Antwort darauf gibt es nicht – oder die übliche in solchen Fällen: „Es kommt darauf an.“ Vor allem auf Ihre Zielbranche und Ihre Persönlichkeit. Rechnen Sie in jedem Fall damit, dass man Sie im Vorstellungsgespräch darauf anspricht.

Das spricht für Zitate in der Bewerbung

🟢 Sind Sie beispielsweise ein kreativer und spielerischer Mensch, spricht nichts dagegen, im Anschreiben oder Lebenslauf von der Norm abzuweichen und mit Zitaten zu experimentieren. Auch wer sich in einem Verlag bewirbt, kann seine Bewerbungsunterlagen mit einem Zitat aus einem aktuellen Buch des Verlages schmücken. Immerhin beweisen Sie so, dass Sie die Produkte kennen und schätzen.

Gleiches gilt für Zitate von Vorständen Ihres Wunscharbeitgebers mit denen Sie sich identifizieren oder deren Werte Sie teilen. Zitate müssen nicht immer von Dichtern und Denkern stammen. Auch Wirtschaftsbosse können als Vorbild dienen. Ideal sind sie immer dann, wenn Sie damit einen Bezug zum Unternehmen herstellen können oder wenn das Zitat etwas über Sie, Ihre Werte oder Arbeitsweise aussagt.

Das spricht gegen Zitate in der Bewerbung

🔴 Die Grundregel für Zitate in der Bewerbung lautet: Bitte nichts Abgedroschenes, was schon tausendfach verwendet wurde. Auch ein Zitat, das für große Lebenserfahrung steht, kann im Bewerbungsschreiben eines jungen Schulabgängers unfreiwillig komisch wirken. Ebenso sollten Sie Stilblüten vermeiden, die entstehen, wenn Sie ein Zitat mit einer unpassenden Aussage im Lebenslauf verknüpfen.

Kurz: Entweder das Zitat ist ein maßgeschneiderter Knaller – oder ein Killer.

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Richtig zitieren in der Bewerbung

Egal, welche Lebensweisheiten oder Zitate Sie am Ende in der Bewerbung nutzen: Nennen Sie unbedingt immer den Verfasser und Urheber. Nur dann „zitieren“ Sie. Alles andere wäre der Versuch, sich mit fremden Federn zu schmücken.

Je nach Quelle kann es vorkommen, dass der Verfasser des Zitates unklar ist, weil der Spruch beispielsweise zwei Autoren zugeschrieben wird. Oder der Urheber ist unbekannt. Dann schreiben Sie das ebenfalls dazu. Zum Beispiel in Klammern „Unbekannt“ oder „Anonymer Verfasser“. So sind Sie auf der sicheren Seite und erwecken nicht den Eindruck, Sie würden ein Zitat als persönliche Erkenntnis ausgeben.

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Zitate in der Bewerbung: Eine Auswahl

Nicht jedes Zitat eignet sich für eine Bewerbung. Trotzdem haben wir – zur Anregung und Inspiration – hier ein paar Zitate zusammengestellt, die je nach beruflicher Erfahrung und Ambitionen genutzt werden könnten.

Motivationszitate für die Bewerbung

  • „Es ist nie zu spät, der zu werden, der du hättest sein können.“ (George Elliot“
  • „Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.“ (Thomas Alva Edison)
  • „Am Mute hängt der Erfolg.“ (Theodor Fontane)
  • „Gehe du deinen Weg und lass‘ die Leute reden.“ (Dante Alighiri)
  • „Leben heißt handeln“ (Albert Camus)
  • „Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.“ (Giuseppe Mazzini)
  • „Wer sein Ziel kennt, findet einen Weg“ (Laotse)

Zitate für Berufserfahrene

  • „Mit dem, was Du selbst tun kannst, bemühe nie andere.“ (Thomas Jefferson)
  • „Erfolg ist eher von Dauer, wenn man ihn erreicht, ohne die eigenen Prinzipien zu untergraben.“ (Walter Cronkite)
  • „Arbeitsschweiß an Händen hat mehr Ehre als ein goldener Ring am Finger.“ (Unbekannt)
  • „Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, um so besser wird sie bezahlt.“ (Mark Twain)
  • „Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muss dir gelingen, das zu tun, was erforderlich ist.“ (Winston Churchill)
  • „Wer aufgehört hat, besser zu werden, der hat aufgehört gut zu sein.“ (Philip Rosenthal)

Zitate im sozialen Bereich

  • „Sicherlich wird niemand sich um denjenigen kümmern, der sich um niemanden kümmert.“ (Thomas Jefferson)
  • „Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben – aber dem Tag mehr Leben.“ (Unbekannt)
  • „Du kannst dein Leben nicht verlängern und du kannst es auch nicht verbreitern. Aber du kannst es vertiefen.“ (Unbekannt)

Zitate für den beruflichen Neuanfang

  • „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ (Franz Kafka)
  • „Steile Gegenden lassen sich nur durch Umwege erklimmen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  • „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ (Henry Ford)
  • „Um Erfolg zu haben, brauchst du nur eine einzige Chance.“ (Jesse Owens)
  • „Und plötzlich weißt Du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“ (Meister Eckhardt)

Zitate für ehrgeizige Bewerber

  • „Die Dinge gelingen am besten den Menschen, die das Beste aus den Dingen machen.“ (John Wooden)
  • „Erfolgreich zu sein setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  • „Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will.“ (Frank Lloyd Wright)
  • „Man muß von jedem fordern, was er leisten kann.“ (Antoine de Saint-Exupéry)
  • „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.“ (Francis Picabia)
  • „Eine mächtige Flamme entsteht aus einem winzige Funken.“ (Dante Alighiri)
  • „Eine Chance zu sehen ist keine Kunst. Die Kunst ist, eine Chance als erster zu sehen.“ (Benjamin Franklin)
  • „Es zählt nicht das, worauf du schaust, sondern das, was du siehst.“ (Unbekannt)
  • „Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt.“ (Francois Truffaut)
  • „Um große Dinge zu erreichen, müssen wir sowohl träumen als auch handeln.“ (Anatole France)


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Nutzen von Zitaten in der der Bewerbung?

Sie merken schon: So ganz überzeugt sind wir nicht von den Zitaten in der Bewerbung. Ganz ablehnen wollen wir sie nicht, empfehlen aber auch nicht. Das Risiko, eine unglückliche Wahl zu treffen, übersteigt einfach den Nutzen. Ein perfektes Zitat kann sicher positiv auffallen. Es ersetzt aber nie einschlägige Erfahrungen oder relevante Qualifikationen. Ein Zitat kann das Ruder nicht herumreißen, wenn der Rest nicht passt.

Ihr Hauptaugenmerk sollte daher darauf liegen, eine professionelle Bewerbung zu schreiben und diese immer weiter zu optimieren. Zitate spielen dabei allenfalls die Rolle von etwas Konfetti.

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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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