Bewerbung optimieren: Tipps für Anschreiben + Lebenslauf

Man kann jede Bewerbung optimieren. Vor allem dann, wenn Sie immer nur Absagen erhalten. Zwar sind Arbeitgeber und Personaler heute sparsam mit Feedback – wenn sie überhaupt eine Absage schicken. Trotzdem gibt es verschiedene Strategien und Methoden zur Bewerbungsoptimierung, die Sie nutzen sollen, wenn die Bewerbungsunterlagen bisher so gar nicht zünden wollen und die Einladung zum Vorstellungsgespräch ausbleibt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Bewerbung optimieren, Anschreiben und Lebenslauf verbessern und so Ihr Bewerbungschancen steigern…

Bewerbung optimieren: Tipps für Anschreiben + Lebenslauf

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Bewerbung optimieren: Ist es Zeit?

Häufige Bewerbungsabsagen sind ein starkes Indiz dafür, dass etwas mit der Bewerbung nicht stimmt. Wenn Sie selten oder gar keine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten, sollten Sie zuerst Ihre Bewerbungsstrategie überprüfen:

Schöpfen Sie alle Möglichkeiten aus?

Vor allem: Nutzen Sie wirklich alle Wege zur Bewerbung oder lassen Sie wertvolles Potenzial ungenutzt? Es gibt nicht nur die klassische Bewerbungsmappe oder moderner als eMail-Bewerbung beziehungsweise Online-Bewerbung! Ebenso eignen sich zur Jobsuche zahlreiche Jobmessen, die Initiativbewerbung (für den verdeckten Stellenmarkt) oder Linkedin und Bewerbungsvideos für die passive Bewerbung oder kreative Bewerbung.

Beschränken Sie sich bitte nie auf nur EINE Suchstrategie. Nutzen Sie möglichst viele funktionierende Wege und Kanäle – insbesondere die, auf denen Sie Ihre Zielgruppe erreichen. Online wie offline.

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Bewerbung optimieren: Layout + Design

Das Layout der Bewerbung prägt entscheidend den ersten Eindruck. Viele Personaler ziehen daraus Rückschlüsse auf die Sorgfalt und Persönlichkeit eines Bewerbers. Mit einem ebenso übersichtlichen wie ansprechenden Layout können Sie Ihre Bewerbungschancen deutlich erhöhen.

Rund zwei Drittel der Personaler sagen in einer Studie der Ruhr-Universität Bochum, dass die Optik der Bewerbung eine große Rolle spielt. Ganze 75 Prozent meinten, ein professionelles und übersichtliches Layout sei ein großer Pluspunkt bei der Bewerbung. Das gilt sowohl für das Bewerbungsschreiben wie auch für den tabellarischen Lebenslauf.

Nicht wenige achten dabei auf Details, wie das Format der Bewerbung, die Betreffzeile, Überschriften, das Bewerbungsfoto, Deckblatt oder Motivationsschreiben.

Wichtige Regeln für das Bewerbungslayout

Ein professionelles Layout und Design erzeugt grundsätzlich einen positiven Gesamteindruck. Egal, ob Gestaltungselemente wie Schriftarten, Farben und Fettdruck oder Formalia wie die DIN 5008: Wenn Sie Ihre Bewerbung optimieren wollen, bedeutet das: Das perfekte Bewerbungslayout…

  • ist einheitlich (alle Unterlagen passen harmonisch zusammen).
  • strukturiert schlüssig den Inhalt.
  • überzeugt durch hohe Übersichtlichkeit.
  • betont relevante Kompetenzen für die Stelle.
  • passt im Stil zu Beruf und Branche.
  • ist fehlerfrei (Aufbau & Inhalt).
  • ist einzigartig und besitzt hohen Wiedererkennungswert.

Funktional, einfach, übersichtlich, unverwechselbar – das alles sind wichtige Auswahlkriterien für Ihre Bewerbung. Lassen Sie diese Chance nicht ungenutzt. Wenn Sie damit so gar nicht weiterkommen, ist es übrigens keine Schande, sich eine professionelle Bewerbung von Bewerbungsprofis schreiben zu lassen oder sich von einem Bewerbungsberater helfen zu lassen.

Die Bewerbungskosten dafür können Sie sogar von der Steuer absetzen.

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Bewerbung optimieren: Aufbau + Inhalt

Der Lebenslauf ist DAS zentrale Element der Bewerbung. Er wird von vielen Personalern oft zuerst gelesen, weil Kandidaten im Werdegang ihre grundsätzliche Eignung für den angestrebten Job belegen. Beginnen Sie also damit, Ihren Lebenslauf zu optimieren.

Einschlägige Berufserfahrungen, vorhandene Qualifikationen und besondere Kenntnisse liefern nicht nur einen einzigartigen Mehrwert. Sie machen deutlich: Sie beherrschen den Job, auf den Sie sich bewerben. Schließlich wollen Personaler eine Fehlbesetzung ausschließen. Achten Sie beim Optimieren Ihrer Bewerbung daher unbedingt auf folgende Fundamentaldaten:

Qualifikationen

Wie gut erfüllen Sie das Anforderungsprofil? Sind die verlangten Muss-Anforderungen für Personaler auf den ersten Blick ersichtlich? Wenn in der Stellenanzeige steht, Kandidaten müssen zwei Jahre Berufserfahrung in dem Bereich haben, sollten Sie das im Lebenslauf herausarbeiten. Gleiches gilt für Sprachkenntnisse oder EDV-Kenntnisse. Vergessen Sie auch die sogenannten Kann-Qualifikationen nicht! Sie sind zwar kein Muss, aber gewünscht – und steigern daher Jobchancen.

Bildungsabschluss

Es entscheidet oft der höchste Bildungsabschluss. Manche Masterstudiengänge haben aber Namen, die Personaler (noch) nicht kennen und einordnen können. Doof, wenn man Sie deshalb aussortiert. Schreiben Sie also nicht nur die englische Bezeichnung in den Lebenslauf, sondern erklären Sie diese mit ein, zwei Zeilen. Vielleicht gibt es ein Äquivalent als Diplom? Hinschreiben: „Vergleichbar mit…“! Schaden kann das nicht. Das gilt übrigens auch für kryptische Jobtitel.

Erfolge

Die meisten Bewerber listen im Lebenslauf nur bisherige Stationen und Aufgaben auf, Motto: „Was ich alles gemacht habe…“ Nicht falsch. Überzeugender aber wirkt, wenn Sie dazu belegbare Erfolge nennen. Denn das zeichnet wahre Leistungsträger und Top-Talente aus: Sie bewirken etwas im Job. Schreiben Sie also dazu, was Sie verändert, optimiert, erweitert, verbessert haben – idealerweise unterfüttert mit (Prozent-)Zahlen. Beispiel:

Lebenslauf Berufserfahrung Erfolge Beispiel Formulierung

Bewerbungsvorlagen: 120+ kostenlose Muster
Nutzen Sie zur Bewerbung unsere professionellen Bewerbungsdesigns und kostenlosen Bewerbungsmuster. Profitieren Sie von mehr als 120 Vorlagen im Designpaket – inklusive Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf – alle als Word-Datei zum Bearbeiten. Sorgen Sie für den perfekten ersten Eindruck Ihrer Bewerbung.

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Lebenslauf optimieren: Typische Fehler

Unsere Erfahrung zeigt: Die meisten Bewerber machen schon Vieles richtig. Sie scheitern aber regelmäßig an typischen Fehlern und echten Bewerbungskillern – meist aus Unwissenheit. Achten Sie bei der Bewerbungsoptimierung auch auf:

Persönliche Daten

Ihre persönlichen Daten im Lebenslauf, Kontaktdaten im Bewerbungsanschreiben und die Empfänger-Daten MÜSSEN absolut fehlerfrei sein. Flüchtigkeitsfehler oder Zahlendreher führen dazu, dass man Sie bei Interesse nicht erreicht. Ein falsch geschriebener Firmenname, Ansprechpartner oder Referenzgeber sind tödlich. Da ist jeder Personaler sofort beleidigt.

Zeitangaben

Der Lebenslauf sollte nicht nur vollständig – er muss auch lückenlos sein. Das gilt als Indiz für Ehrlichkeit. Leider kommen manche Bewerber auf die Idee, Lücken im Lebenslauf zu verschleiern, indem Sie bei ihren Stationen nur Jahreszahlen angeben. Riesenfehler! Erstens ist der Trick genauso naiv wie veraltet. Zweitens wissen Personaler jetzt erst recht, dass Sie nicht mit offenen Karten spielen. Ein Vertrauensbruch noch vor der Einstellung. „Danke, Nächste(r) bitte!“ Zeitangaben im Lebenslauf daher IMMER nach diesem Muster: MM/JJJJ – MM/JJJJ. Tage interessieren dagegen keinen.

Relevanz

Viel hilft viel? Denkste! Ein Lebenslauf sollte die maximale Seitenzahl von drei DIN A4 Seiten nicht übersteigen. Wer schon viele Berufserfahrungen gesammelt hat, muss also auswählen und kürzen. Alle anderen aber auch: Ausführlich beschrieben werden nur jene Stationen, Jobs und Qualifikationen, die für die angestrebte Position relevant sind. Beim Rest fassen Sie sich kurz. Sie liefern keinen Mehrwert und zeigen nur: Der Bewerber weiß Wichtiges von Unwichtigem nicht zu unterscheiden (oder hat sich nicht gründlich mit dem Job beschäftigt). Ein echter Lebenslauf-Killer!

Video-Tipp: Master-Lebenslauf erstellen!

Reihenfolge

Generell haben Sie die Wahl, ob Sie Ihren Lebenslauf chronologisch oder amerikanisch aufbauen. Letzteres ist heute Standard und bedeutet: Sie beginnen jeden Abschnitt mit der aktuellsten Position zuerst und gehen dann zeitlich zurück („antichronologischer“ Aufbau). Diese Reihenfolge müssen Sie aber konsequent durchhalten. Beim beruflichen Werdegang ebenso wie beim Bildungsweg oder den besonderen Kenntnissen und Interessen. Bitte niemals mixen. Das sieht chaotisch aus und wirft ein negatives Licht auf Ihre Arbeitsweise.

Hobbys

Ganze 82 Prozent der Personaler in unserem Arbeitgebercheck sagen, sie lesen Hobbys im Lebenslauf, weil die das Profil des Bewerbers abrunden. Aber: Geben Sie hier nicht „Lesen, Laufen, Kino“ an. Langweilig! Wählen Sie Hobbys aus, die im Subtext wichtige Soft Skills belegen. Zum Beispiel Führungserfahrung als Leiter(in) einer Sportmannschaft. Vorsicht dagegen bei Extremsportarten wie Fallschirmspringen. Hier wittern Personaler Adrenalin-Junkies und Unfallgefahr (und entsprechende Arbeitsausfälle).

Kontrolle

Je intensiver Sie sich mit Ihren Bewerbungsunterlagen beschäftigen, desto eher bekommen Sie den gefürchteten Tunnelblick – und übersehen kleine (Tipp-)Fehler. Lassen Sie deshalb immer Ihren Lebenslauf korrekturlesen. Mindestens aber sollten Sie vor dem Abschicken eine Nacht drüber schlafen.

Lebenslauf optimieren: Das können Sie streichen

In fast jedem Lebenslauf finden sich Angaben und Informationen, die gestrichen werden können. Sie sind gefährlich, weil Sie von den wirklich wichtigen Angaben ablenken oder Ihre Alleinstellungsmerkmale verwässern. Durch das Weglassen der folgenden Informationen können Sie den Lebenslauf deutlich optimieren:

Streichen Sie überdies alle unwahren Angaben. Wer Bewerbungsunterlagen fälscht, riskiert die fristlose Kündigung wegen arglistiger Täuschung. Wurden offizielle Dokumente gefälscht, begehen Bewerber Urkundenfälschung. Die kann sogar mit bis zu fünf Jahren Haft oder einer saftigen Geldstrafe geahndet werden.

Selbst wenn es nicht sofort zur Kündigung kommt, liefern Sie so einen billigen Kündigungsgrund, falls Sie später in Ungnade fallen. Falsche Angaben in der Bewerbung sind ein günstiges Druckmittel, um Sie loszuwerden – per Aufhebungsvertrag und ohne Abfindung.


Anschreiben optimieren: Präzise + prägnant

Neben dem Lebenslauf ist das Anschreiben das zweite wichtige Dokument in Ihrer Bewerbung, das Sie optimieren können. Das Bewerbungsanschreiben liegt in der Bewerbungsmappe immer oben auf und erklärt, warum Sie sich überhaupt bewerben: Was ist Ihre Motivation? Welchen Mehrwert können und wollen Sie schaffen? Warum sind Sie die Idealbesetzung?

Formal sollte auch das Anschreiben alle wichtigen Kriterien bei Aufbau und Inhalt erfüllen. Bedeutet:

  • Das Anschreiben ist nicht länger als 1 Seite.
  • Es enthält einen vollständigen Briefkopf und ein aktuelles Datum.
  • Die Überschrift (Betreffzeile) ist prägnant.
  • Die Anrede nennt den Ansprechpartner namentlich.
  • Der Einleitungssatz ist originell und weckt Neugier.
  • Im Hauptteil wiederholen Sie nicht den Lebenslauf.
  • Sie stellen einen Bezug zwischen Stärken und Stelle her.
  • Der Schlusssatz ist nicht im Konkunktiv geschrieben.
  • Falls verlangt, nennen Sie Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin.
  • Das Anschreiben endet mit Grußformel und eigenhändiger Unterschrift.

Da Sie Ihr Anschreiben optimieren (und nicht neu schreiben), haben Sie vermutlich schon an all das gedacht. Gut so! Trotzdem scheint es noch nicht zu überzeugen. Prüfen Sie bei der Optimierung Ihrer Bewerbung zum Beispiel, ob Sie noch zu viele Floskeln verwenden oder noch präziser und individueller auf die Stelle zugeschnitten formulieren können.

AIDA-Formel im Anschreiben

Schon vor mehr als einem Jahrhundert entwickelte der amerikanische Marketing-Spezialist Elmo Lewis das AIDA-Modell. Das aus der Werbepsychologie stammende Akronym setzt sich zusammen aus vier Begriffen:

  1. Attention (Aufmerksamkeit)
  2. Interest (Interesse)
  3. Desire (Verlangen)
  4. Action (Handlung)

Die AIDA-Formel beschreibt ein 4-stufiges Verfahren, das ein potenzieller Kunde durchlaufen soll, um schließlich zu kaufen. Es lässt sich aber genauso auf den Bewerbungsschreiben Aufbau anwenden und so die Chance auf ein Vorstellungsgespräch signifikant erhöhen. Hier ein Beispiel für den AIDA-Aufbau:

1. Attention

  • Ziel: Aufmerksamkeit gewinnen.
  • Ort: Die Betreffzeile.
  • Beispiel: Konkreter Bezug zur Stellenanzeige. Das Wort „Bewerbung“ muss fallen ebenso der angestrebte Jobtitel.

2. Interest

  • Ziel: Interesse des Arbeitgebers wecken.
  • Ort: Der erst Satz und Absatz.
  • Beispiel: Neugier wecken durch Problemlösung: „Ihr CEO sagte kürzlich in einem Presseinterview, er sieht die größte Herausforderung Ihres Unternehmens darin, dass… Genau hierbei will ich Sie gerne mit meinem Know-how unterstützen. Zum Beispiel, indem ich…“

3. Desire

  • Ziel: Wunsch für ein persönliches Kennenlernen wecken.
  • Ort: Hauptteil des Anschreibens.
  • Beispiel: Spinnen Sie einen roten Faden, damit Ihr Karriereschritt wirkt wie eine Chance für den Arbeitgeber. Betonen Sie unbedingt den außerordentlichen Mehrwert und relevante Alleinstellungsmerkmale, die Sie mitbringen.

4. Action

  • Ziel: Einladung zum Vorstellungsgespräch.
  • Ort: Schlussteil im Anschreiben.
  • Beispiel: Beenden Sie das Bewerbungsschreiben mit einem dramaturgischen Höhepunkt – einem sogenannten „Call-to-action“: „Gerne überzeuge ich Sie persönlich im Gespräch. Machen Sie einen Terminvorschlag dazu. Ich freue mich darauf.“

Das sind natürlich nur Anregungen. Das AIDA-Modell eignet sich aber hervorragend als Leitplanke – beim Formulieren eines Anschreibens und beim Bewerbungsschreiben Aufbau. Alternativ können Sie auch die sogenannte You-Me-We-Formel oder DATA-Formel nutzen.

Grundsätzlich gilt: Wer seine Bewerbung optimieren will, sollte diese IMMER individuell schreiben. Massenbewerbungen erkennen Personaler sofort – und sortieren sie meist sofort aus. Das macht mehr Mühe, ja. Eine Bewerbung ist aber vergleichbar mit einer Liebeserklärung für Job und Arbeitgeber. Sie verlieren massiv an Glaubwürdigkeit, wenn Sie klingen wie ein bedürftiger Gigolo, der es bei jeder mal probiert.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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