DATA-Formel in der Bewerbung: So funktioniert sie

Wenn es darum geht, für sich ein planvolles Vorgehen für die berufliche Entwicklung zu entwerfen, kann Ihnen die DATA-Formel in der Bewerbung helfen. Sie eignet sich zur Identifikation möglicher Tätigkeitsfelder bei der beruflichen Neuorientierung. Auch während des Bewerbungsprozesses hilft die DATA-Formel, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, um das für das Unternehmen herauszuarbeiten. Wie sie funktioniert…

DATA-Formel in der Bewerbung: So funktioniert sie

DATA-Formel: Was ist das?

Ganz gleich, ob Sie wissen, in welchem Bereich Sie tätig werden möchten oder noch dabei sind, Ihr Tätigkeitsfeld zu identifizieren: Sowohl für Bewerbungsschreiben als auch bei der beruflichen Neuorientierung kommen Sie an den Punkt, sich mit Ihren Stärken und Schwächen auseinandersetzen zu müssen.

Dabei geht es während des Bewerbungsprozesses immer wieder um die zentralen Fragen: Wer bin ich, was kann ich, was will ich? Die Ergebnisse müssen wiederum so verpackt werden, sodass der potenzielle Arbeitgeber in Ihnen genau den Kandidaten erkennt, den er für sein Unternehmen braucht. Diesen Reflexionsprozess unterstützt die DATA-Formel.

Data Formel Bewerbung Grafik

Das Akronym DATA ist dabei nur die Krücke, um die einzelnen Schritte besser erinnern zu können:

  • D wie Desires (Wünsche)

    Es gilt sich zu sortieren. Dazu müssen Sie für sich herausfinden, worauf Sie den Schwerpunkt legen:

    • Was ist Ihnen besonders wichtig: Geht es Ihnen um die große Karriere mit viel Geld? Oder eher um Selbstverwirklichung?
    • Wie wollen Sie leben: Sind Sie ein digitaler Nomade, der sich überall wohlfühlt, solange er das Laptop aufklappen kann? Sind Sie eher ein Stadt- oder eher ein Landmensch? Sind Sie bereit, lange Dienstreisen und Pendelei auf sich zu nehmen?
    • Was wollen Sie erreichen: Wieviel Energie und Zeit sind Sie bereit zu investieren? Wie stellen Sie sich Ihr Leben in zehn Jahren vor? Wenn Sie später einmal auf Ihr Leben zurückblicken: Was wollen Sie dann erreicht haben?

    Hierbei geht es nicht einfach nur um eine Wunschliste, auf der Sie wahllos alles aufschreiben. Es geht darum herauszufinden, welche Dinge Ihnen so wichtig sind, dass Sie dafür bereit sind, hart zu arbeiten, Entbehrungen in Kauf zu nehmen und notwendige Änderungen einzuleiten.

  • A wie Abilities (Fähigkeiten)

    Überlegen Sie sich, worin Sie wirklich gut sind. Was könnten Sie von morgens bis abends machen, weil es Ihnen Spaß macht? Um der Frage noch mehr auf den Grund zu gehen, reicht es nicht, sich lediglich an irgendwelche Jobs zu klammern, Motto: Ich bin Journalist, also kann ich gut schreiben. Vielmehr geht es darum, sich mit den Fähigkeiten auseinanderzusetzen, die außerdem damit verbunden sind, beispielsweise:

    • Ich bin gut im recherchieren, ich kann mich immer wieder in neue Themen einarbeiten.
    • Ich bringe die notwendige Empathie mit, um auf die Bedürfnisse der Leser oder Interviewpartner eingehen zu können.
    • Mir macht es Spaß, anderen Dinge so zu erklären, dass sie von einer anderen Seite beleuchtet werden.
    • Ich kann mühelos vor anderen Menschen Reden halten.

    Einige Fähigkeiten erwerben wir während der Ausbildung oder des Studiums. Andere wiederum schaffen wir uns durch Hobbys und learning by doing selbst drauf. Diese dürfen in Ihrer Aufzählung natürlich ebenso wenig fehlen wie die beruflich erworbenen. Vielleicht haben Sie Ihre Leidenschaft fürs Nähen auf ein derart hohes Niveau gebracht, dass andere bereits von Ihrem Wissen profitieren?

    In dem Moment, in dem Sie von der reinen Berufsposition abrücken und mehr definieren, was diese ausmacht, kommen Sie Ihren Fähigkeiten einen gewaltigen Schritt näher. Das wiederum ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit mit anderen Berufen.

  • T wie Temperament (Persönlichkeit)

    Hier geht es um Ihre Persönlichkeit. Was für ein Mensch sind Sie? Sehen Sie sich als einen Teammenschen? Mögen Sie Kundenkontakt oder arbeiten Sie lieber allein im stillen Kämmerlein? Treffen Sie schnelle Entscheidungen oder sind Sie eher der analytisch vorgehende Typ?

    Können Sie Aufgaben delegieren oder machen Sie es lieber selbst? Brauchen Sie detaillierte Anweisungen oder eher größtmögliche Entscheidungsfreiheit? Können Sie andere Menschen mitreißen? Was für ein Lerntyp sind Sie, wie gehen Sie an neue Dinge heran? Die ermittelten Persönlichkeitsmerkmale sind der Schlüssel zu einem Arbeitsplatz, der Ihnen zusagt.

  • A wie Assets (Persönliches Kapital)

    Neben Ihren ganz persönlichen Qualifikationen und Fähigkeiten gibt es noch eine Reihe weiterer Faktoren, die sich positiv auf Ihre Berufsfindung oder Jobsuche auswirken. Ihr persönliches Kapital kann bestehen aus:

    • Einem gut ausgebauten Netzwerk, sei es beruflich oder privat, das Sie pflegen.
    • Finanziellen Rücklagen, die Sie für Fortbildungen einsetzen können.
    • Interkultureller Kompetenz, die Sie aufgrund eines persönlichen Backgrounds oder Auslandserfahrungen mitbringen.

    Zu den Assets in der DATA-Formel gehören auch Ihr Aussehen und Ihre Kleidung. Ein bestimmter Habitus, etwa wenn Sie sich in höheren Kreisen mühelos bewegen können, weil Sie von klein auf damit vertraut waren. Die richtigen Benimmregeln können das Zünglein an der Waage sein, wenn es darum geht, mit den richtigen Leuten in Kontakt zu treten.

Veränderungsprozesse mit der DATA-Formel gestalten

Entwickelt wurde die DATA-Formel von dem amerikanischen Unternehmensberater William Bridges, der sich mit Fragen des Change Managements befasste. Da Veränderungsprozesse ein ständiger Begleiter im Leben von Menschen sind, suchte er nach einem Weg, wie solche Prozesse besser umgesetzt werden können.

Und was im Großen funktioniert, nämlich in Unternehmen, kann im Kleinen auch klappen. Beispielsweise bedeutet die berufliche Neuorientierung für viele Menschen eine große Umstellung. Die DATA-Formel in der Bewerbung ist eine Möglichkeit, im Zuge der Selbstreflexion Jobs zu identifizieren, die infrage kommen.

Das ist vor dem Hintergrund sich ständig verändernder Berufe von großer Bedeutung. Berufsbilder heutzutage entsprechen nicht mehr denen von vor zehn Jahren. Teilweise verschwinden Berufe ganz, dafür entstehen andere.

Selbst wer den gleichen Job in einem neuen Unternehmen ausübt, unterzieht sich einem Wandel: Ein neues Umfeld mit neuen Kollegen, inhaltlich andere oder weitere Schwerpunkte, eine andere Unternehmenskultur. Wichtig ist bei alledem immer, dass Sie Ihr persönliches Kapital mit dem Markt abgleichen.

Es reicht nicht, allein die Stärken und Qualifikationen anhand der DATA-Formel zu identifizieren, wenn unklar ist, inwieweit dies am Arbeitsmarkt gebraucht wird. Hierfür wird gerne auf das AIDA-Modell zurückgegriffen.

AIDA steht für Attention, Interest, Desire, Action. Also: Zuerst erzeugen Sie Aufmerksamkeit, dann wecken Sie das Interesse für Sie als Arbeitnehmer, dann den Wunsch, Sie kennenzulernen und schließlich folgt darauf die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

[Bildnachweis: All kind of people by Shutterstock.com]

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10. September 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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