Lebenslauf unterschreiben? So geht es richtig

Jede Bewerbung wird unterschrieben. Und zwar beide Dokumente: Anschreiben und Lebenslauf. Mit vollem Namen und mit Ort und Datum. Dies hat drei Gründe: Die Unterschrift im Anschreiben zeigt, dass es sich um ein persönliches Schreiben handelt, keine Massenware. Die Unterschrift im Lebenslauf dokumentiert, dass die gemachten Angaben richtig sind und der Wahrheit entsprechen. Ort und Datum wiederum bestätigen, dass die Daten aktuell sind. Fehlt die Unterschrift, sind Ihre Bewerbungsunterlagen deshalb nicht weniger wert. Aber sie wirken auf viele Personaler weniger authentisch und individuell. Zudem verleiht die Unterschrift Ihrer Bewerbung eine persönliche Note. Wir zeigen Ihnen hier, wo und wie Sie den Lebenslauf richtig unterschreiben…

Lebenslauf unterschreiben? So geht es richtig

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Muss ich Anschreiben und Lebenslauf unterschreiben?

Natürlich handelt es sich hierbei nur um ein Detail in der Bewerbung. Jedoch eines mit Wirkung: Ihre schriftliche Bewerbung beziehungsweise den Lebenslauf zu unterschreiben, versichert noch einmal, dass Ihre Angaben korrekt sind und dass Sie diese selbst verfasst haben. Eine einheitliche Meinung oder gar feste Regel dazu, ob der Lebenslauf unterschrieben werden MUSS, gibt es allerdings nicht. Manche sagen, das Anschreiben trage doch schon eine Unterschrift. Die müsse reichen…

Sicher, auch ein nicht unterschriebener Lebenslauf wird von den meisten Personalern gelesen. Kaum ein Bewerber dürfte wegen einer fehlenden Unterschrift aussortiert werden. Aber die eigenhändige Unterschrift gilt heute als Standard und wird von den meisten Personalentscheidern stillschweigend erwartet. Sie macht Ihre Bewerbungsunterlagen zugleich einzigartig und unverwechselbar. Die Unterlassung fällt also mindestens auf. Meistens aber negativ.

Auch arbeitsrechtlich macht es kaum einen Unterschied, wenn Sie im Lebenslauf gelogen und sich beispielsweise einen Doktor-Titel angedichtet haben, den Sie gar nicht besitzen. Die Angaben im Lebenslauf müssen immer richtig und wahr sein – unabhängig von einer Signatur. Der Arbeitgeber kann Sie in diesem Fall fristlos kündigen – egal, ob Sie den Lebenslauf zuvor unterschrieben haben oder nicht.

Die wichtigste Regel: Unterschreiben Sie immer leserlich und mit vollem Namen, also mit Vorname und Nachname.

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Wohin gehört die Unterschrift im Lebenslauf?

Unterschreiben Sie nicht einfach irgendwo. Die Unterschrift sollte im tabellarischen Lebenslauf so platziert sein, dass sie das Dokument abschließt. Üblicherweise werden dazu

  • Ort und Datumsangaben links gemacht.
  • Die Unterschrift sitzt rechts unten im Dokument.

Genauso zulässig ist die Variante, bei der am Ende des Lebenslaufs zwei Leerzeilen gelassen werden. Dann folgen – linksbündig – Ort und Datum, darunter die Unterschrift mit Vor- und Zuname. Beispiel:


Besondere Kenntnisse
Sprachen Deutsch (Muttersprache)
Englisch (Verhandlungssicher)
Spanisch (Grundkenntnisse



Beispielstadt, den TT.MM.JJJJ
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel



Letztlich gibt das Lebenslauf-Design vor, wo die Unterschrift am besten passt.

Größe der Unterschrift

Als Faustregel können Sie sich merken: Die Unterschrift sollte im Idealfall nicht größer sein als die Höhe von zwei gedruckten Zeilen im Dokument.

Muss jede Seite unterschrieben werden?

Die Meinungen gehen darüber auseinander, ob jede einzelne Seite des Lebenslaufs oder nur die letzte Seite unterschrieben werden muss. Unsere Meinung dazu: Es handelt sich immer noch (nur) um eine Bewerbung und keine notariell beglaubigte Urkunde, geschweige denn um streng geheime NATO-Codes. Eine einzige Unterschrift im Lebenslauf reicht also völlig – auf der letzten Seite.

Eher lässt sich darüber fachsimpeln, ob auch Ort und Datum handschriftlich ausgeschrieben werden. Unsere Meinung dazu: Wenn es geht – ja! Die Begründung:

  • Die letzte Zeile des Lebenslaufs sieht so einheitlicher aus (alles handschriftlich).
  • Es gibt der Bewerbung eine noch persönlichere Note.
  • Der Personaler bekommt von Ihnen ein umfangreicheres Schriftbild. Wer schön schreibt, kann hier also – wenn auch minimale – Pluspunkte sammeln.
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Unterschrift beim digitalen Lebenslauf

Spätestens beim digitalen Lebenslauf stellt sich die Frage, ob eine Unterschrift zwingend notwendig ist. Wenn Sie Ihre Bewerbung und den Lebenslauf per E-Mail verschicken, können Sie schlecht mit Tinte unterschreiben. Was also dann? In dem Fall können Sie sich eine Krücke basteln:

  • Unterschreiben Sie auf einem weißen Blatt Papier.
  • Machen Sie von der Unterschrift ein Foto oder scannen Sie diese ein.
  • Am besten bearbeiten Sie die Bilddatei in einem speziellen Programm (Gratis: Gimp) noch einmal nach.
  • Anschließend fügen Sie die digitale Unterschrift in das jeweilige Dokument (Anschreiben, Lebenslauf) ein und speichern das Ganze als PDF ab.

In reinen Online-Formularen (zum Beispiel bei der Online-Bewerbung) scheidet auch diese Variante aus. Es sei denn, Sie können eben solche Dokumente und PDFs hochladen. Aber das ist dann auch kein Handicap mehr.

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Wohin gehört die Unterschrift im Anschreiben?

Das Bewerbungsschreiben wird am Ende – nach der sogenannten Grußformel – unterschrieben. Allerdings vor den Anlagen. Das Ergebnis sieht dann zum Beispiel so aus:


Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel
ANLAGEN:
– Lebenslauf
– Zeugnisse
– Referenzen



Sie haben sicher bemerkt, dass hierbei Ort und Datum fehlen. Aus einem einfachen Grund. Die stehen schon oben im Kopf des Anschreibens – rechtsbündig, nach der Empfänger-Anschrift.

Verrät mich meine Handschrift?

Auch wenn die Graphologie, also die Lehre von der Handschrift, hierzulande eher ein Nischendasein führt: So manches, damit verbundenes Klischee hält sich hartnäckig. So verrät eine nach links geneigte Schrift angeblich den Narzissten, teamunfähige Menschen wiederum schreiben oft unregelmäßig, eigenwillig und in Form spitz auslaufender Bewegungen. Ob Sie daran glauben oder nicht: Sie wissen nicht, wie Ihr Leser darüber denkt. Also unterschreiben Sie am besten so, wie es jemand tun würde, der einen tollen Charakter hat: gleichmäßig, zur rechten Seite geneigt, nicht größer als zwei bis drei Zeilen der gedruckten Schrift. Alles darüber hinaus sieht protzig aus.

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Womit wird die Bewerbung unterschrieben?

Theoretisch haben Sie mehrere Schreibwerkzeuge zur Auswahl:

➠ Füllfederhalter
➠ Kugelschreiber
➠ Fineliner
➠ Filzstift
➠ Bleistift

Praktisch kommt davon aber nur eines infrage: der Füllfederhalter. Mit Bleistift wird nie unterschrieben. Der Kugelschreiber wirkt immer billig. Der Filzstift sowieso. Der Fineliner kommt dem Füller zwar recht nahe, man sieht aber an den durchweg gleich dicken Linien an, dass es eben kein Füller ist. Der aber drückt immer noch hohen Wert und Eleganz aus.

Ob Sie mit einem schlichten Schulfüller oder einem Dupont-Federhalter unterschrieben haben, sieht dagegen kein Mensch, wenn die Tinte trocken ist.

Damit sich die Unterschrift von der schwarzen Druckertinte farblich möglichst abhebt, empfiehlt es sich, eine andere Farbe zu verwenden. Vorzugsweise Blau. Das ist die Standardfarbe bei Unterschriften und sieht zu schwarz immer elegant aus. Alternativ ginge noch Grün. Auf keinen Fall aber Rot oder Lila. Ersteres erinnert an Korrekturnoten; Zweites wirkt infantil.

Soll ich die Unterschrift in Druckbuchstaben wiederholen?

Vielleicht haben Sie schon mal gesehen, dass die Unterschrift beziehungsweise Vor- und Nachname darunter in Druckbuchstaben wiederholt werden. Das gibt es so zum Beispiel in Verträgen oder in der Diplomatie, wo teilweise völlig unleserlich paraphiert wird. In der Bewerbung hat das nichts verloren. Unterschreiben Sie bitte leserlich, dann reicht auch die handschriftliche Unterschrift.

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Gibt es internationale Unterschiede bei der Unterschrift?

Falls Sie sich international und im Ausland bewerben, sollten Sie auf die jeweiligen Besonderheiten achten. Es gibt hierbei durchaus Unterschiede. So gilt bei der Bewerbung im Ausland und dem internationalen Lebenslauf:

  • Der britische CV (Curriculum Vitae) und das Resume in den USA werden beide nicht unterschrieben. Bei der Bewerbung auf Englisch wird nur der Cover Letter (Pendant zum Anschreiben) unterschrieben.
  • Wer sich innerhalb Europas bewirbt, kann einen sogenannten Europass Lebenslauf verwenden. Der wiederum bekommt wie auch der deutsche Lebenslauf eine eigenhändige Unterschrift.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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21. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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