Hobbys im Lebenslauf: Die bitte angeben – andere nicht

Lesen, laufen, kochen: Jeder Mensch hat Hobbys. Neuerdings kommt vielleicht noch solche wie youtuben, instagramen oder tiktoken dazu. Aber gehören solche Hobbys in den Lebenslauf? Ja, sagen 82 Prozent der Personaler laut unserem Arbeitgebercheck. Hobbys im Lebenslauf runden das Profil der Bewerber ab und geben Aufschluss über private Interesse und nicht selten auch über soziale Kompetenzen. Bei der Auswahl der Hobbys sollten Kandidaten aber Vorsichtig sein: Manche Freizeitbeschäftigung kann zum Bewerbungskiller werden…

Hobbys im Lebenslauf: Die bitte angeben - andere nicht

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Häufige Fragen zu Hobbys im Lebenslauf

Schreibweise: Hobbies oder Hobbys im Lebenslauf?

Schreiben Sie bitte NIE „Hobbies“ im Lebenslauf. Auch wenn sich diese Schreibweise zuhauf im Internet findet – sie ist falsch! Aus dem Englischen übernommene Begriffe, die auf -y enden, werden im Deutschen und im Plural mit -ys gebildet – und eben nicht mit -ies wie es im Englischen üblich ist. Neben Hobbys zählen zu diesen beliebten Rechtschreibfehlern auch „Stories, Babies, Handies“ – korrekt ist: „Storys“, „Babys“ beziehungsweise „Handys“.

Warum interessieren sich Personaler für Hobbys?

Hobbys sind Symbole. Sie erlauben Personalern Rückschlüsse auf die Persönlichkeit von Kandidaten. Kochen zum Beispiel steht für Geselligkeit, Offenheit (neue Rezepte) und Kreativität. Mannschafts-Sportarten wie Fußball, Volleyball oder Hockey wiederum gelten als Indikatoren für Teamfähigkeit – im Gegensatz zu Tennis, das eher mit Einzelkämpfertum in Verbindung gebracht wird. Besonders beliebt sind Ehrenämter oder Engagement in Vereinen und studentischen Gruppen. Diese Freizeitaktivitäten beweisen, dass Bewerber (soziale) Verantwortung übernehmen und über den Tellerrand ihres Fachgebiets blicken. Zudem trainieren die Aufgaben im Ehrenamt nicht selten Fähigkeiten wie Projektmanagement, Durchsetzungs- und Beharrungsvermögen oder wie man mit schmalen Budgets große Wirkung erzielt.

Wo stehen Hobbys im Lebenslauf?

Hobbys und Interessen stehen am Ende des Lebenslaufs und bilden dort einen eigenen Abschnitt (Interessen & Hobbys). Dazu zählen auch Ehrenämter, Engagement in Sportvereinen sowie private Projekte. Wichtig ist nur, hier nicht alles aufzuzählen, was einem einfällt, sondern nur relevante Interessen und Hobbys mit einem Bezug zum Job zu nennen.

Muss ich meine Hobbys im Lebenslauf angeben?

Die Angabe von Hobbys im Lebenslauf ist freiwillig. Theoretisch gehen Sie den Arbeitgeber nichts an – sie runden aber das Profil des Bewerbers ab und bieten die Chance, zusätzliche Pluspunkte in der Bewerbung zu sammeln und sich von der Masse abzuheben. Insbesondere Ehrenämter und soziales Engagement zeigen einen Teamplayer mit Werten und Verantwortungsgefühl. Solche Eigenschaften mögen die meisten Personaler.

Was sind die meistgenannte Hobbys im Lebenslauf?

Zu den Top10 der am häufigsten genannten Freizeitbeschäftigungen und Hobbys gehören: Lesen, Reisen, Musik hören, Fahrrad fahren, Wandern, Joggen, Fitnessstudio, Fußball spielen, Schwimmen, Kochen. Sie sind nicht falsch, aber wegen der häufigen Nennung auch ein bisschen langweilig.

Wie viele Hobbys sollte ich im Lebenslauf nennen?

Nennen Sie maximal 3 Hobbys im Lebenslauf, besser sind sogar nur 2 – die aber dafür etwas ausführlicher. Wer zu viele Hobbys im Lebenslauf angibt, macht sich verdächtig, dass der Job nur eine Nebenrolle spielt und die wahren Interessen in der Freizeit liegen. Gar kein Hobby zu nennen, wäre aber ebenso verkehrt: Eine seelenlose Arbeitsmaschine will auch keiner einstellen. Einen Ausgleich zur Arbeit braucht jeder Mensch.

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Welche Hobbys im Lebenslauf sollte ich nennen?

Hobbys im Lebenslauf sind ein freiwilliger Zusatz in der Bewerbung und dienen der Ergänzung der Persönlichkeit. Sie liefern Hinweise auf die Vielseitigkeit der Interessen und Engagements eines Bewerbers. Aber nicht alle Hobbys kommen gleich gut an.

Zu den am häufigsten genannten Hobbys im Lebenslauf zählen:

  • Lesen
  • Laufen
  • Joggen
  • Reisen
  • Fahrrad fahren
  • Fußball spielen
  • Singen (im Chor)
  • Schwimmen
  • Reiten
  • Musik hören
  • Wandern
  • Kochen

Das Problem daran: Allesamt klingen sie sehr normal, wenig spektakulär und deswegen auch ein ziemlich gewöhnlich. Solche Hobbys sind nicht falsch, haben aber ein Langeweiler-Image. Sie können diese angeben – sich positiv von der Masse abheben, werden Sie damit aber nicht.

Noch schlimmer wirken passive Beschäftigungen und Freizeitbeschäftigungen. Zum Beispiel:

  • Fernsehen
  • Kino
  • Chillen
  • Computerspiele spielen

Auch wenn das Zocken am Computer längst in Teams oder Gilden gespielt wird und strategisches Denken schult, besitzen solche Hobbys noch immer ein negatives Image. Sie sind eher mit einem soziophoben Eigenbrötler assoziiert. Wir empfehlen daher, solche Hobbys im Lebenslauf NICHT zu nennen.

Diese Hobbys bitte nicht nennen

Manche Freizeitbeschäftigung kann sogar zum Bewerbungskiller werden. Dazu zählen vor allem Extremsportarten. Sie sind nicht nur lebensgefährlich, sondern stehen auch für hohe Risikobereitschaft und verraten Personalern oft einen Adrenalin-Junkie, der im schlimmsten Fall aus dem nächsten Sommerurlaub nicht gesund zurückkehren könnte.

Diese Hobbys sollten Sie NICHT angeben:

  • Bergsteigen
  • Free-Climbing
  • Fallschirmspringen
  • Höhlentauchen
  • Basejumpen
  • Motorcross fahren

Wer sich mit solchen Hobbys für einen „normalen“ Beruf bewirbt, muss sich überdies die Frage gefallen lassen, ob ihm im Job nicht schnell langweilig werden könnte. Auch spricht übertriebene Risikofreude nicht gerade für Berufe wie Controller, Qualitätsmanager, Sicherheitsbeauftragter oder Manager mit hoher Budgetverantwortung. Ebenfalls ungeeignet für den Lebenslauf sind zeitintensive Hobbys. Sie klingen verdächtig nach einem Mitarbeiter, der nach dem Wochenende nicht erholt, sondern müde und erschöpft auf die Arbeit kommt.

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Hobbys im Lebenslauf: Die Grundregeln

Damit Hobbys ihre volle Wirkung entfalten, sollten Bewerber zeigen, dass sie ihr Leben aktiv führen und gestalten: soziales Engagement, Teamgeist, körperliche Fitness – all das gibt Pluspunkte in der Bewerbung. Polarisieren und übertreiben sollten Sie damit trotzdem nicht. Ein bisschen interessanter als Durchschnitt reicht völlig. Die Grundregeln:

  • Weniger ist mehr

    Versuchen Sie nicht alle Facetten Ihrer Persönlichkeit und Interessen aufzuzählen. Konzentrieren Sie sich auch bei den Hobbys auf das Wesentliche und maximal drei Freizeitaktivitäten.

  • Bezug zum Beruf

    Wählen Sie die Hobbys im Lebenslauf mit Bedacht und passend zur angestrebten Stelle aus. Die damit verbundenen Stärken oder Charaktereigenschaften sollten auch im Job nützlich sein: Ein Callcenter-Agent, der nebenbei podcastet; ein Projektmanager, der in der Freizeit einen Chor leitet; ein Koch, der außerdem ein Rezept-Blog schreibt…

  • Zeigen Sie Erfolge

    Zielstrebige und erfolgreiche Bewerber mögen alle Personaler. Zeigen Sie also, dass Sie mit Ihren Freizeitinteressen ebenso selbstgesteckte Ziele erreicht haben. Beispiel Reisen: „Schon alle Kontinente besucht.“ Beispiel Kitesurfen: Vizejuniorenmeister 2022…

  • Bei der Wahrheit bleiben

    Bei den Angaben zu den Hobbys geht es darum, was Sie aktuell in Ihrer Freizeit machen und wofür Sie sich interessieren. Nicht vor drei Jahren. Wer hier flunkert und bei Rückfragen ins Stottern kommt, fällt als Hochstapler durch.

  • Im Zweifel: weglassen

    Wenn Sie sich bei Ihren Hobbys im Lebenslauf nicht sicher sind oder diese zu langweilig finden, dann lassen Sie diese weg. Sie sind kein Muss und geben auch nicht den entscheidenden Ausschlag. Abrunden können Sie Ihre Persönlichkeit auch im Dialog mit dem Personaler.

Was sind gute Hobbys im Lebenslauf?

Welche Hobbys bei Personalern gut ankommen, ist individuell verschieden und hängt nicht zuletzt von den Vorlieben Ihrer Gesprächspartner ab. Außergewöhnliche und daher auffällige Hobbys mit positiven Assoziation sind:

  • Turniertanzen (Teamgeist + Wettkampf, Fitness + Koordination)
  • Geocaching (Strategie + analytisches Denken, Orientierung)
  • Musik machen (Teamplay + Kreativität, Präsentation + Kommunikation)
  • Vereinsfunktion (Führungsstärke + Projektmanagement, soziale Kompetenz)
  • Scrapbooking (Kreativität + Gestaltung, Austausch)
  • Bloggen auf Instagram (Kommunikation + Know-how, moderne Medien)
  • Yoga (Ausgeglichenheit + Selbstbeherrschung, mentale Stärke)
  • Marathon laufen (Ausdauer + Fitness, Willensstärke + Disziplin)
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Wie gebe ich Hobbys im Lebenslauf richtig an?

Listen Sie Ihre Hobbys unter dem Oberbegriff „Hobby“ nicht einfach nur auf. Damit verschenken Sie die Chance, sich positiv abzuheben und subtil jene Stärken zu nennen, die Sie praktisch als Zusatzqualifikationen mitbringen.

Geben Sie dem Leser mehr Einblicke in Ihr Privatleben – ohne gleich Romane zu schreiben. Stichpunkte reichen, um den Hobbys im Lebenslauf mehr Farbe zu geben und auf Sie als Kandidat neugierig zu machen. Hier ein paar Beispiele…

Beispiel für Hobbys im Lebenslauf: Falsch

Hobbys Im Lebenslauf Beispiel Muster Falsch

Beispiel für Hobbys im Lebenslauf: Richtig

Hobbys Im Lebenslauf Beispiel Muster Richtig

Punkten mit Bezug zum Job

Schon mit wenigen Spezifikationen werden aus Standardhobbys interessante Nebentätigkeiten. Optimal wird es, wenn Sie mit diesen Ergänzungen und Erklärungen einen deutlichen Bezug zu Ihrem Beruf oder der angestrebten Stelle herstellen. Also zum Beispiel indirekt auf berufsnahe und relevante Kompetenzen hinweisen. In dem Fall können die Hobbys im Lebenslauf sogar zu einem Bewerbungsbooster werden.

Beispiele für überzeugende Tätigkeiten:

  • Eine Social Media Managerin pflegt den Instagram-Account eines Kinderheims.
  • Ein BWL-Student berät in der studentischen Unternehmensberatung Firmen derselben Branche.
  • Ein Ingenieur restauriert in seiner Freizeit Oldtimer.
  • Ein Bäcker betreibt ein erfolgreiches Back- und Rezept-Blog.
  • Ein Elektriker engagiert sich in der Freizeit beim Technischen Hilfswerk.
  • Ein Koch hilft ehrenamtlich bei den Tafeln mit.
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Rechnen Sie mit Rückfragen im Vorstellungsgespräch

Wer ungewöhnliche oder interessante Hobbys im Lebenslauf angibt, sollte im Vorstellungsgespräch immer mit Rückfragen dazu rechnen. Das gilt natürlich auch für die typischen Hobbys wie Lesen, Reisen, Kochen.

Womöglich teilt der Personaler dasselbe Hobby und fragt dann zum Beispiel: Welches Buch lesen Sie gerade? Oder: Welches Buch hat Sie zuletzt besonders beeindruckt und warum? Wer dann ins Stammeln gerät, gibt definitiv keine gute Figur ab. Umgekehrt: Kommen Sie ins Plaudern und Schwärmen, lässt sich beim leidenschaftlichen Fachsimpeln über die besten Tauch-Reviere oder den perfekten Golf-Schwung nicht nur das Eis brechen und die Nervosität besiegen – Gemeinsamkeiten verbinden und machen sympathisch.

Das gilt allerdings nur dann, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben. Stellt sich heraus, dass die tiefste Stelle, an der Sie jemals getaucht sind, ein Baggersee im Naherholungsgebiet war, dürfte sich die Begeisterung in Grenzen halten.

Vorsicht bei zu viel Begeisterung!

Apropos Begeisterung: Auch hier lauert eine latente Gefahr: Wenn Bewerber leidenschaftlicher und engagierter über ihre Hobbys referieren als über den angestrebten Beruf, dann wirkt das so, als würden Sie beim Flirten von Ihrem Ex-Partner schwärmen. Besser ist, Sie lassen Ihr Brennen für die Freizeitaktivitäten nur kurz auflodern – und führen das Gespräch danach gleich wieder zum Job und dem Arbeitgeber in spe zurück. Denn hierfür sind Sie – klar – noch viel mehr Feuer und Flamme!

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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