Tabellarischer Lebenslauf: Vorlagen, Tipps zu Aufbau + Inhalt

Ein tabellarischer Lebenslauf ist heute Standard in der Bewerbung. Darin beschreiben Bewerber – lückenlos – ihren beruflichen Werdegang, in „tabellarischer“ Form nach „amerikanischem“ oder „antichronologischem“ Vorbild. Heißt: Die Vita beginnt mit der aktuellen Position zuerst. Zusammen mit dem Anschreiben bildet der tabellarische Lebenslauf den Kern Ihrer Bewerbung. Die meisten Personaler lesen den Lebenslauf sogar zuerst. Damit wird er zu einer Art ersten Arbeitsprobe und sollte mit größter Sorgfalt erstellt werden…

Tabellarischer Lebenslauf: Vorlagen, Tipps zu Aufbau + Inhalt

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Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau

Der tabellarische Lebenslauf wird heute von rund 95 Prozent der Bewerber genutzt. Er hat sich vielfach wegen seiner Übersichtlichkeit und Aussagekraft bewährt: Kompetenzen, Erfahrungen, Erfolge, Soft Skills, Interessen und Hobbys – all das lässt sich in dem Curriculum Vitae kompakt und präzise auf wenigen Seiten darstellen. Die drei wichtigsten Anforderungen an den tabellarischen Lebenslauf lauten:

① Hohe Übersichtlichkeit bei Layout und Design.
② Klare Struktur bei Aufbau und Gliederung.
③ Relevante Aussagekraft bei Inhalt und Kompetenzen.

Der Personaler muss die wichtigsten Qualifikationen des Kandidaten auf einen Blick erkennen können. Die Inhalte des tabellarischen Lebenslaufs werden daher in Abschnitte gegliedert und nach Überschriften geordnet. So entsteht eine übersichtliche Struktur.

Lebenslauf Aufbau Grafik

Wichtige Angaben im Lebenslauf

Ein tabellarischer Lebenslauf sollte dem Personalentscheider zeigen, dass Sie ALLE gewünschten Voraussetzungen erfüllen (siehe: Muss-Qualifikationen). Fachliche ebenso wie persönliche. Nennen Sie hierzu nicht nur Ihre bisherigen Tätigkeiten und Erfahrungen. Vor allem Erfolge überzeugen im tabellarischen Lebenslauf enorm. Die Bezeichnungen der Überschriften können variieren. Der Aufbau aber bleibt gleich. Die Sortierung erfolgt in abnehmender Wichtigkeit – beginnend mit Pflicht-Bestandteilen und optionalen Bestandteilen:

Pflichtangaben

① Persönliche Daten
② (Angestrebte Position)
③ Berufliche Erfahrung (lückenlos)
④ Ausbildung / Studium (höchster Abschluss)
⑤ Besondere Kenntnisse (relevante!)
⑥ Ort, Datum / Unterschrift

Freiwillige Angaben

➠ Staatsangehörigkeit
➠ Familienstand
➠ Konfession
➠ Bewerbungsfoto
➠ Praktika
➠ Zertifikate / Auszeichnungen
➠ Auslandserfahrung(en)
➠ Fremdsprachen
➠ Interessen & Hobbys
➠ Referenzen

Unterschätzen Sie bitte nicht die Interessen und Hobbys im Lebenslauf. Sie dienen Personalern nachweislich dazu, mehr über die Persönlichkeit eines Kandidaten zu erfahren und runden das Gesamtbild des Bewerbers ab. Nennen Sie aber nur Hobbys und Interessen, die (indirekt) für den Job relevante (soziale) Kompetenzen dokumentieren.

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Tabellarischer Lebenslauf: Inhalt

Entscheidend ist, dass der Inhalt des tabellarischen Lebenslaufs vollständig (dadurch aussagekräftig) sowie lückenlos ist. Unbegründete Lücken im Lebenslauf, ebenso wie Lücken in den persönlichen Angaben können schnell das Aus bedeuten. Achten Sie daher bitte auf diese Details:

Überschrift und Name

Ein tabellarischer Lebenslauf hat immer eine Überschrift. Sie lautet entweder schlicht „Lebenslauf“ oder „Lebenslauf“ PLUS Vorname und Nachname. Ob Sie zuerst Ihren Namen und dann Lebenslauf schreiben oder die Überschrift Ihrem Namen voran stellen oder kleiner darunter oder daneben setzen, ist eine Frage des Layouts.

Persönliche Angaben

Zu den persönlichen Daten gehören: Anschrift (Straße, PLZ, Ort), Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort. Diese Angaben sind Pflicht. Familienstand, Staatsangehörigkeit und Konfession sind dagegen freiwillige Angaben (optional). Wer mag, kann neben die persönlichen Daten auch seinen aktuellen Beruf deutlich sichtbar schreiben. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie nur den Arbeitgeber wechseln wollen, nicht aber den Beruf oder die Position.

Angestrebte Position

Es ist ein kleiner Lebenslauf-Trick, der schon vielen Bewerbern geholfen hat, sich positiv von der Masse abzuheben: Nennen Sie noch vor dem „Beruflichen Werdegang“ die angestrebte Position aus der Stellenanzeige. Warum erklärt Ihnen der Video-Tipp dazu:

Beruflicher Werdegang

Die bisherigen Jobs und Stationen bilden den Kern des tabellarischen Lebenslaufs. Sie sollten so präzise und kompakt wie möglich formuliert werden. Die Zeitangaben (Standard: „MM/JJJJ – MM/JJJJ“) stehen links, die Stationen rechts. Ab einer Pause von mehr als drei Monaten zwischen zwei Stationen spricht man von einer „Lücke im Lebenslauf“, die erklärt werden muss. Kürzere Zeiten werden der beruflichen Neuorientierung und Bewerbungsphase zugestanden. Zählen Sie im Werdegang aber nicht nur auf, wo Sie schon gearbeitet haben und was Sie gemacht haben. Arbeiten Sie vielmehr den Nutzen heraus, den bisherige Arbeitgeber durch Ihre Mitarbeit hatten. Bewährt hat sich dazu folgender Aufbau:

  • Position: Welchen Job(-titel) hatten Sie? (Englische oder kryptische Jobtitel übersetzen.)
  • Arbeitgeber: Bei welchen Firmen waren Sie tätig? Was waren das für Unternehmen (Prestige, Wettbewerber)? Korrekte Firmenbezeichnung mit Gesellschaftsform und Firmensitz (evtl. Mitarbeiterzahl).
  • Aufgaben und Erfolge: Für was waren Sie zuständig, was haben Sie bewirkt? Zahlen!

Fassen Sie sich dabei möglichst kurz und formulieren Sie prägnant. Keine Prosa, Stichworte im Telegrammstil reichen.

Ausbildung / Schule / Studium

Nach dem Werdegang folgt der Bildungsweg. Sie können diesen Abschnitt auch „Ausbildung“, „Studium“ oder eben „Bildungsweg“ nennen. Zur Ausbildung gehören Studium (mögliche Stipendien), Ausbildung, Schulbildung und Schulabschlüsse (inklusive Noten und Abschlussarbeit-Thema). Aber auch geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst.

Praktika

Dieser Abschnitt ist für Berufseinsteiger gedacht, die noch keine einschlägigen Berufserfahrungen vorweisen können. Umso interessanter sind Erfahrungen, die im Praktikum gewonnen wurden. Stellen Sie dabei einen Bezug zur Stelle her und nennen Sie die Fähigkeiten, die Sie sich im Praktikum aneignen konnten.

Besondere Kenntnisse

Zusätzliche Qualifikationen, Weiterbildungen und Zertifikate runden das Profil ab. Wählen Sie auch hier nur Kompetenzen aus, die für die Stelle wichtig sein könnten. Grundregel für den tabellarischen Lebenslauf: Alle Angaben müssen einen Mehrwert für den angestrebten Job bieten. Alles andere ist nicht relevant, Leseballast und sollte gestrichen werden.

Interessen und Hobbys

Gerade bei Berufseinsteigern sind der Werdegang und die Ausbildung oft gleichförmig. Deshalb können sie sich mit den Interessen und Hobbys differenzieren. Zum Beispiel durch…

➠ Engagement in (Sport-)Vereinen
➠ Ehrenamt
➠ Auslandserfahrung
➠ Fremdsprachen/Sprachreisen
➠ IT- und EDV-Kenntnisse
➠ Führerschein, Staplerschein, Kranschein
➠ Auszeichnungen, Publikationen
➠ Referenzen

Ort, Datum und Unterschrift

Beides – Ort, Datum und Unterschrift – sollten Sie handschriftlich in den tabellarischen Lebenslauf einfügen. Das Datum unterstreicht dessen Aktualität und signalisiert: Dieser Lebenslauf wurde nicht recycelt, sondern nur für diese Stelle formuliert. Die Unterschrift dokumentiert die Richtigkeit und Wahrheit der gemachten Angaben.

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Tabellarischer Lebenslauf: Länge

Als Faustregel gilt: Ein tabellarischer Lebenslauf sollte nicht länger als eine bis maximal drei DIN A4-Seiten sein.

Berufseinsteiger (➠ 1 Seite) – Einsteiger und Bewerber mit weniger als 5 Jahren Berufserfahrung sollten mit einer Seite auskommen. Es sei denn, Sie haben viele Jobwechsel oder Veränderungen des Aufgabenbereichs vorzuweisen.

Fachkräfte und Führungskräfte (➠ 2-3 Seiten) – Berufserfahrene Fachkräfte und Führungskräfte dürfen einen 3-seitigen Lebenslauf verfassen. Drei Seiten sind aber das Maximum.

Achten Sie darauf, dass der Gesamteindruck der Bewerbungsunterlagen stimmt. Tabellarischer Lebenslauf, Anschreiben und (gegebenenfalls) Deckblatt müssen wie aus einem Guss wirken. Trotz Ihres persönlichen Stils, sollten Farben, Schriftarten und Schriftgrößen einheitlich gewählt werden. Ein Patchwork-Design wirkt latent schlampig und unstrukturiert.

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Tabellarischer Lebenslauf: Reihenfolge in der Bewerbung

Ein tabellarischer Lebenslauf kommt IN die Bewerbungsmappe. Obenauf gehört das Bewerbungsschreiben. Ob Sie zusätzlich ein Deckblatt verwenden, um sich aus der Masse abzuheben, bleibt Ihnen überlassen. Sogenannte „vollständige Bewerbungsunterlagen“ beziehungsweise eine komplette Bewerbungsmappe wird so aufgebaut:

Bewerbungsmappe Aufbau Reihenfolge

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Lebenslauf optimieren: Layout Tricks

Viele Unternehmen suchen unter den zahlreichen Talenten, die sich bewerben, echte Persönlichkeiten, die ins Team passen oder dieses sinnvoll ergänzen. Eine reine Ansammlung von Qualifikationen überzeugt daher selten. Geben Sie Ihrem tabellarischen Lebenslauf daher immer eine persönliche Note. Dafür bleiben Ihnen zahlreiche Gestaltungsoptionen. Das geht schon bei den Überschriften der Kategorien los:

  • Persönliche Daten: Den Abschnitt mit Ihren persönlichen Angaben könnten Sie zum Beispiel auch „Über mich“ nennen. Oder: „Zu meiner Person“.
  • Ausbildung: Falls Sie direkt nach der Schule eine Ausbildung absolviert haben, lassen sich Schule und Ausbildung auch direkt unter „Ausbildung“ zusammenfassen. Ebenso lassen sich die zwei Abschnitte („Ausbildung“, „Weiterbildung“) zu einem Punkt verdichten („Aus- und Weiterbildung“), falls der Platz benötigt wird.
  • Studium: Wer hingegen einen akademischen Werdegang und ein Studium absolviert hat, nennt den Abschnitt „Ausbildung“ besser gleich „Studium“. So weiß der Personaler sofort, dass Sie studiert haben.

Darüber hinaus haben Sie noch diese Gestaltungsoptionen:

  • Setzen Sie gezielt Fettschrift oder andere Hervorhebungen ein, um einzelne Passagen zu betonen. Zum Beispiel Überschriften wie „Beruflicher Werdegang“ oder die Datumsangaben. Beachten Sie, dass dieses Schema einheitlich und systematisch über die gesamten Bewerbungsunterlagen hinweg durchgehalten werden muss.
  • Nutzen Sie dünne und dezente Linien, um den Lesefluss beziehungsweise die Blickrichtung des Lesers zu lenken.
  • Arbeiten Sie mit Farben. Verwenden Sie – neben Schwarz und Weiß – aber bitte nur eine weitere Schmuckfarbe. Die Farben sollen schließlich nicht vom Inhalt ablenken. Idealerweise nutzen Sie als Hauptfarbe (beispielsweise für Überschriften) die Farbe, die auch der adressierte Arbeitgeber in seinem Logo verwendet. So suggerieren Sie subtil Zugehörigkeit.

Tipp: Auch wenn das Bewerbungsfoto seit Inkrafttreten des AGG heute nur noch ein freiwilliger Bestandteil des tabellarischen Lebenslaufs ist, sollten Sie nicht darauf verzichten. Die meisten Personalentscheider möchten sich – buchstäblich – ein Bild vom Bewerber machen.

Häufige Fehler von Bewerbern

Leider werden beim tabellarischen Lebenslauf immer wieder Fehler gemacht, die den Gesamteindruck trüben oder negative Rückschlüsse auf den Bewerber und seine Arbeitsweise provozieren. Dazu gehören vor allem folgende Schlampigkeiten bei Gestaltung und Design:

Einrückungen: Statt eine Tabelle oder die TAB-Taste zu nutzen, verwenden einige Kandidaten die Leertaste für Einrückungen. Da bei modernen Schriftarten die Zeichenabstände aber nie gleichmäßig sind, beginnt das Layout zu „flattern“. Unschön!

Einheitlichkeit: Mal werden Überschriften fett gesetzt, mal kursiv, mal größer als der Fließtext, mal gleich groß… Achten Sie stets auf ein einheitliches Schriftbild. Das grundlegende Konzept ist Ihr individuelles Design – nur halten Sie sich anschließend bitte durchweg daran.

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Digitaler Lebenslauf: Tipps

Falls Sie Ihren Lebenslauf später in elektronischer Form verschicken, sollten Sie dafür immer eine PDF-Datei verwenden. Das Dateiformat „PDF“ kann praktisch auf allen Rechnern geöffnet werden. Dazu wählen Sie nach der Fertigstellung des tabellarischen Lebenslaufs in Word den Menüpunkt „Bearbeiten -> Speichern unter“ aus und wählen dann das Format „PDF“ statt „.docx“. Vergessen Sie bitte nicht, sich immer eine .docx in Kopie zu speichern, da Sie nur diesen Lebenslauf später verändern und bearbeiten können.

Tipp: Geben Sie dem PDF bitte unbedingt einen „sprechenden“ Dateinamen, also zum Beispiel „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“. So kann dieser später Ihnen zugeordnet werden, ohne die Datei öffnen zu müssen. Tipps zum Zusammenfügen mehrerer PDFs finden Sie wiederum HIER.

Wir wünschen: Viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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Zusatzqualifikationen im Lebenslauf

18. September 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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