Tabellarischer Lebenslauf: 50+ Vorlagen, Tipps, Fehler

Ein tabellarischer Lebenslauf ist heute Standard in der Bewerbung. Darin beschreiben Bewerber – lückenlos – ihren beruflichen Werdegang, in „tabellarischer“ Form nach „amerikanischem“ oder „antichronologischem“ Vorbild. Heißt: Die Vita beginnt mit der aktuellen Position zuerst. Zusammen mit dem Anschreiben bildet der tabellarische Lebenslauf den Kern Ihrer Bewerbung. Die meisten Personaler lesen den Lebenslauf sogar zuerst. Damit wird er zu einer Art ersten Arbeitsprobe und sollte mit größter Sorgfalt erstellt werden…

Tabellarischer Lebenslauf: 50+ Vorlagen, Tipps, Fehler

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Tabellarischer Lebenslauf: Aufbau

Der tabellarische Lebenslauf wird heute von rund 95 Prozent der Bewerber genutzt. Er hat sich vielfach wegen seiner Übersichtlichkeit und Aussagekraft bewährt: Kompetenzen, Erfahrungen, Erfolge, Soft Skills, Interessen und Hobbys – all das lässt sich in dem Curriculum Vitae kompakt und präzise auf wenigen Seiten darstellen. Die drei wichtigsten Anforderungen an den tabellarischen Lebenslauf lauten:

1. Hohe Übersichtlichkeit bei Layout und Design.
2. Klare Struktur bei Aufbau und Gliederung.
3. Relevante Aussagekraft bei Inhalt und Kompetenzen.
4. Angemessene Länge gemäß Berufserfahrung.

Für Berufseinsteiger mit bis zu fünf Jahren Berufserfahrung reicht eine Seite. Berufserfahrene Fach- und Führungskräfte sollten nicht auf mehr als drei Seiten kommen. Der Personaler muss die wichtigsten Qualifikationen des Kandidaten auf einen Blick erkennen können. Die Inhalte des tabellarischen Lebenslaufs werden daher in Abschnitte gegliedert und nach Überschriften geordnet. So entsteht eine übersichtliche Struktur.

Lebenslauf Aufbau Grafik

Wichtige Angaben im Lebenslauf

Ein tabellarischer Lebenslauf sollte dem Personalentscheider zeigen, dass Sie ALLE gewünschten Voraussetzungen erfüllen (siehe: Muss-Qualifikationen). Fachliche ebenso wie persönliche. Nennen Sie hierzu nicht nur Ihre bisherigen Tätigkeiten und Erfahrungen. Vor allem Erfolge überzeugen im tabellarischen Lebenslauf enorm. Die Bezeichnungen der Überschriften können variieren. Der Aufbau aber bleibt gleich. Die Sortierung erfolgt in abnehmender Wichtigkeit – beginnend mit Pflicht-Bestandteilen und optionalen Bestandteilen:

Pflichtangaben

Freiwillige Angaben

Unterschätzen Sie bitte nicht die Interessen und Hobbys. Sie dienen Personalern nachweislich dazu, mehr über die Persönlichkeit eines Kandidaten zu erfahren und runden das Gesamtbild des Bewerbers ab. Nennen Sie aber nur solche, die (indirekt) für den Job relevante (soziale) Kompetenzen dokumentieren.

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Tabellarischer Lebenslauf: Inhalt

Entscheidend ist, dass der Inhalt des tabellarischen Lebenslaufs vollständig (dadurch aussagekräftig) sowie lückenlos ist. Unsere Checkliste für den Lebenslauf (PDF) hilft dabei. Unbegründete Lücken im Lebenslauf, ebenso wie Lücken in den persönlichen Angaben können schnell das Aus bedeuten. Achten Sie daher bitte auf diese Details:

Überschrift und Name

Ein tabellarischer Lebenslauf hat immer eine Überschrift. Sie lautet entweder schlicht „Lebenslauf“ oder „Lebenslauf“ PLUS Vorname und Nachname. Ob Sie zuerst Ihren Namen und dann Lebenslauf schreiben oder die Überschrift Ihrem Namen voran stellen oder kleiner darunter oder daneben setzen, ist eine Frage des Layouts.

Persönliche Angaben

Zu den persönlichen Daten gehören: Anschrift (Straße, PLZ, Ort), Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort. Diese Angaben sind Pflicht. Familienstand, Staatsangehörigkeit und Konfession sind dagegen freiwillige Angaben (optional). Wer mag, kann neben die persönlichen Daten auch seinen aktuellen Beruf deutlich sichtbar schreiben. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie nur den Arbeitgeber wechseln wollen, nicht aber den Beruf oder die Position.

Angestrebte Position

Es ist ein kleiner Lebenslauf-Trick, der schon vielen Bewerbern geholfen hat, sich positiv von der Masse abzuheben: Nennen Sie noch vor dem „Beruflichen Werdegang“ die angestrebte Position aus der Stellenanzeige. Warum erklärt Ihnen der Video-Tipp dazu:

Beruflicher Werdegang

Formulieren Sie so präzise und kompakt wie möglich die bisherigen Jobs und Stationen. Die Zeitangaben (Standard: „MM/JJJJ – MM/JJJJ“) stehen links, die Stationen rechts. Ab einer Pause von mehr als drei Monaten zwischen zwei Stationen spricht man von einer „Lücke im Lebenslauf“, die erklärt werden muss. Kürzere Zeiten werden der beruflichen Neuorientierung und Bewerbungsphase zugestanden. Damit der tabellarische Lebenslauf keine reine Auflistung wird, sollten Sie den Nutzen herausarbeiten, den bisherige Arbeitgeber durch Sie hatten. Bewährt hat sich dazu folgender Aufbau:

  • Position: Welchen Job(-titel) hatten Sie? (Englische oder kryptische Jobtitel übersetzen.)
  • Arbeitgeber: Bei welchen Firmen waren Sie tätig? Was waren das für Unternehmen (Prestige, Wettbewerber)? Korrekte Firmenbezeichnung mit Gesellschaftsform und Firmensitz (evtl. Mitarbeiterzahl).
  • Aufgaben und Erfolge: Für was waren Sie zuständig, was haben Sie bewirkt? Zahlen!

Ausbildung / Schule / Studium

Nach dem Werdegang folgt der Bildungsweg. Sie können diesen Abschnitt auch „Ausbildung“, „Studium“ oder eben „Bildungsweg“ nennen. Zur Ausbildung gehören Studium (mögliche Stipendien), Ausbildung, Schulbildung und Schulabschlüsse (inklusive Noten und Abschlussarbeit-Thema). Aber auch geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst.

Praktika

Dieser Abschnitt ist für Berufseinsteiger gedacht, die noch keine einschlägigen Berufserfahrungen vorweisen können. Umso interessanter sind Erfahrungen, die im Praktikum gewonnen wurden. Stellen Sie dabei einen Bezug zur Stelle her und nennen Sie die Fähigkeiten, die Sie sich im Praktikum aneignen konnten.

Besondere Kenntnisse

Zusätzliche Qualifikationen, Weiterbildungen und Zertifikate runden das Profil ab. Wählen Sie auch hier nur Kompetenzen aus, die für die Stelle wichtig sein könnten. Grundregel für den tabellarischen Lebenslauf: Alle Angaben müssen einen Mehrwert für den angestrebten Job bieten. Alles andere ist nicht relevant, Leseballast und sollte gestrichen werden.

Interessen und Hobbys

Gerade bei Berufseinsteigern sind der Werdegang und die Ausbildung oft gleichförmig. Deshalb können sie sich mit den Interessen und Hobbys differenzieren. Zum Beispiel durch…

  • Engagement in (Sport-)Vereinen
  • Ehrenamt
  • Auslandserfahrung
  • Fremdsprachen/Sprachreisen
  • IT- und EDV-Kenntnisse
  • Führerschein, Staplerschein, Kranschein
  • Auszeichnungen, Publikationen
  • Referenzen

Ort, Datum und Unterschrift

Beides – Ort, Datum und Unterschrift – sollten Sie handschriftlich in den tabellarischen Lebenslauf einfügen. Das Datum unterstreicht dessen Aktualität und signalisiert: Dieser Lebenslauf wurde nicht recycelt, sondern nur für diese Stelle formuliert. Die Unterschrift dokumentiert die Richtigkeit und Wahrheit der gemachten Angaben.

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Tabellarischer Lebenslauf: Vorlagen & Muster

Um Ihnen die Bewerbung zu erleichtern, haben wir für Sie zahlreiche kostenlose Lebenslauf-Vorlagen und Beispiele für verschiedne Jobs zusammengestellt. Diese professionellen Muster können Sie sich kostenlos als WORD-Datei herunterladen und mehrfach privat nutzen. Zum Herunterladen der Vorlagen auf das jeweilige Bild klicken:

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Lebenslauf optimieren: Layout Tricks

Unternehmen suchen echte Persönlichkeiten, die ins Team passen oder dieses sinnvoll ergänzen. Eine reine Ansammlung von Qualifikationen überzeugt daher selten. Also braucht Ihr tabellarischer Lebenslauf immer eine persönliche Note. Dafür haben Sie diese Gestaltungsoptionen:

Abschnitte clever benennen

Variieren Sie die Begriffe oder fassen Sie zusammen, zum Beispiel: „Persönliche Daten“ / „Über mich“ / „Zu meiner Person“. „Schule und Ausbildung“ wird zu „Ausbildung“, ebenso wird aus je zwei Abschnitten „Ausbildung“ und „Weiterbildung“ der Abschnitt „Aus- und Weiterbildung“. Akademiker schreiben statt „Ausbildung“ direkt „Studium“ oder „Akademischer Werdegang“.

Gestaltungselemente nutzen

Mit Fettschrift können Sie Überschriften wie „Beruflicher Werdegang“ oder die Datumsangaben betonen. Mit dünnen und dezenten Linien lenken Sie den Lesefluss beziehungsweise die Blickrichtung des Lesers. Mit Hervorhebungen wie Farben sollten Sie sparsam sein: Verwenden Sie neben schwarz und weiß bitte nur eine weitere Schmuckfarbe. Beispielsweise können Sie für Überschriften die Farbe nutzen, die auch der adressierte Arbeitgeber in seinem Logo verwendet. So suggerieren Sie subtil Zugehörigkeit.

Bewerbungsfoto einbinden

Auch wenn das Bewerbungsfoto seit Inkrafttreten des AGG heute nur noch ein freiwilliger Bestandteil des tabellarischen Lebenslaufs ist, sollten Sie nicht darauf verzichten. Die meisten Personalentscheider möchten sich – buchstäblich – ein Bild vom Bewerber machen.

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Häufige Fehler von Bewerbern

Achten Sie darauf, dass der Gesamteindruck der Bewerbungsunterlagen stimmt. Tabellarischer Lebenslauf, Anschreiben und (gegebenenfalls) Deckblatt müssen wie aus einem Guss wirken. Greifen Sie sicherheitshalber zur Checkliste für die Bewerbung (PDF). Schlampigkeiten bei Gestaltung und Design trüben den Gesamteindruck:

  • Einrückungen: Statt eine Tabelle oder die TAB-Taste zu nutzen, verwenden einige Kandidaten die Leertaste für Einrückungen. Da bei modernen Schriftarten die Zeichenabstände aber nie gleichmäßig sind, beginnt das Layout zu „flattern“. Unschön!
  • Einheitlichkeit: Mal werden Überschriften fett gesetzt, mal kursiv, mal größer als der Fließtext, mal gleich groß… Achten Sie stets auf ein einheitliches Schriftbild. Das grundlegende Konzept ist Ihr individuelles Design – nur halten Sie sich anschließend bitte durchweg daran.
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Digitaler Lebenslauf: Auf Dateinamen achten

Falls Sie Ihren Lebenslauf später in elektronischer Form verschicken, sollten Sie dafür immer eine PDF-Datei verwenden. Das Dateiformat „PDF“ kann praktisch auf allen Rechnern geöffnet werden. Dazu wählen Sie nach der Fertigstellung des tabellarischen Lebenslaufs in Word den Menüpunkt „Bearbeiten ➠ Speichern unter“ aus und wählen dann das Format „PDF“ statt „.docx“. Vergessen Sie bitte nicht, sich immer eine .docx in Kopie zu speichern, da Sie nur diesen Lebenslauf später verändern und bearbeiten können.

Tipp: Geben Sie dem PDF bitte unbedingt einen „sprechenden“ Dateinamen, also zum Beispiel „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“. So kann dieser später Ihnen zugeordnet werden, ohne die Datei öffnen zu müssen. Tipps zum Zusammenfügen mehrerer PDFs finden Sie wiederum HIER.

Wir wünschen: Viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

Weiterführende Artikel und Ratgeber zum Lebenslauf

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Lebenslauf Checkliste
Lebenslauf Farben
Lebenslauf Layout

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Amerikanischer Lebenslauf
Ausführlicher Lebenslauf
Chronologischer Lebenslauf
Dünner Lebenslauf
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4. November 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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