Wie schreibt man eine Bewerbung? Vorlage + Tipps

Viele Schüler und Berufseinsteiger fragen sich: Wie schreibt man eine Bewerbung? Was gehört in „vollständige“ Bewerbungsunterlagen? Wie wird eine professionelle Bewerbung aufgebaut, formatiert, strukturiert? Und am wichtigsten: Wie überzeugt man Personaler damit? Keine Sorge: Wir zeigen es Ihnen in dieser ausführlichen Anleitung – Schritt für Schritt. Zu den Tipps, wie man eine aussagekräftige Bewerbung schreibt, erhalten Sie Muster und kostenlose Vorlagen. So wird die Jobsuche zum Erfolg…

Wie schreibt man eine Bewerbung? Vorlage + Tipps

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1. Stellenangebote sammeln + analysieren

Jede Bewerbung beginnt mit der Jobsuche beziehungsweise mit einer passenden Stellenanzeige. Diese finden Sie heute in zahlreichen Online-Jobbörsen und Metasuchmaschinen. Bevor Sie Ihre Bewerbung schreiben, sollten Sie die Angaben darin analysieren und das jeweilige Anforderungsprofil herausschreiben.

Ausgangspunkt der Frage „Wie schreibt man eine Bewerbung?“ und Ihrer Recherche sind folgende Erkundigungen:

  • Was wird von Bewerbern erwartet?
  • Welche Anforderungen und Qualifikationen muss ich mitbringen?
  • Welche Unterlagen werden explizit verlangt?
  • Gibt es einen Ansprechpartner (Name)?
  • Wohin soll die Bewerbung geschickt werden, wie und bis wann?

Muss- und Kann-Anforderungen

Lesen Sie vor allem die geforderten Qualifikationen gründlich durch. Grundsätzlich wird hierbei zwischen Muss- und Kann-Anforderungen unterschieden:

  1. Muss-Anforderungen

    Muss-Qualifikationen sind für den Arbeitgeber in spe unverzichtbar. Bewerber müssen diese in der Regel mit Zeugnissen oder Zertifikaten belegen. Erkennbar sind Muss-Kriterien an Formulierungen wie: „Voraussetzungen sind…; Erwarten wir…; Sie bringen mit…; …setzen wir voraus; …sollten Sie erfüllen; …sind erforderlich“

  2. Kann-Anforderungen

    Deutlich weicher formuliert, sind die Kann-Anforderungen. Diese sind aus Unternehmenssicht wünschenswert, jedoch nicht zwingende Voraussetzung für die Bewerbung. Heißt: Sie werden nicht gleich aussortiert, falls Sie diese nicht erfüllen. Erkennbar sind sie an Formulierungen wie: „Idealerweise bringen Sie mit…; Wünschenswert sind zudem…; Gerne gesehen sind…; Zusätzlich freuen wir uns über…; Hilfreich wäre zudem…“

Natürlich können Sie sich auch bewerben, wenn Sie nur 80 Prozent der Anforderungen erfüllen. Die Bewerbungschancen steigen aber, je mehr Schlüsselqualifikationen Sie in Ihrer Bewerbung nennen können und je passgenauer der Bezug zur Stelle ist.

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2. Bewerbungsunterlagen sortieren + optimieren

Im zweiten Schritt stellen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen zusammen und bringen sie in die richtige Reihenfolge. Orientieren Sie sich unbedingt daran, was in der Stellenausschreibung verlangt wird: eine vollständige Bewerbungsmappe auf Papier und per Post? Oder doch eine eMail-Bewerbung mit PDF-Anhang? Oder eine Online-Bewerbung im Formular der Firmenhomepage?

Egal, welchen Weg Sie wählen (müssen) – als Faustregel gilt: Je anspruchsvoller der Job und je höher die Stelle dotiert ist, desto hochwertiger sollte Ihre professionelle Bewerbung sein. Wer hier spart oder sich keine Mühe gibt, sägt am eigenen Ast.

Bewerbungsunterlagen: Aufbau + Reihenfolge

Falls „vollständige“ Bewerbungsunterlagen verlangt werden (das Gegenstück wäre die Kurzbewerbung), bestehen diese immer aus folgenden Bestandteilen:

  1. Bewerbungsschreiben (max. 1 Seite)
  2. Deckblatt (optional, zur Übersicht)
  3. Lebenslauf (max. 3 Seiten)
  4. Bewerbungsfoto (freiwillig, im Lebenslauf)
  5. Ausbildungszeugnisse (höchster Bildungsabschluss)
  6. Arbeitszeugnisse (max. 3, nur Kopien)
  7. Fortbildungen + Zertifikate (nur relevante)
  8. Referenzen oder Empfehlungsschreiben (optional)
  9. Arbeitsproben (falls verlangt)
  10. Kopie des Führerscheins (falls verlangt)
  11. Kopie des Führungszeugnisses (falls verlangt)

Das Muster einer vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsmappe sieht zum Beispiel so aus:
Bewerbungsmappe Aufbau Reihenfolge

Bewerbungsmappe: Umfang + Seitenzahl

Insgesamt sollten Ihre Bewerbungsunterlagen maximal 10 DIN A4 Seiten nicht übersteigen. Mehr wollen Personaler in der ersten Bewerberauswahl nicht lesen oder sichten. Wählen Sie daher immer und für jede Bewerbung aufs Neue aus: In die Unterlagen kommt nur, was Ihre Eignung dokumentiert und bekräftigt.

Wer mehr als fünf Jahre Berufserfahrung hat, braucht seiner Bewerbung zum Beispiel keine Schulzeugnisse mehr beifügen. Hier ist höchstens noch das Hochschulzeugnis oder der Ausbildungsabschluss wichtig. Alles andere können Sie (auf Wunsch) nachreichen oder zum Vorstellungsgespräch mitbringen. Bei der Frage „Wie schreibt man eine Bewerbung?“ zählt Klasse statt Masse!

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3. Anschreiben formulieren

Das Anschreiben ist bei Bewerbern nicht allzu beliebt. Seine Bedeutung sollten Sie aber nicht unterschätzen. Das Bewerbungsschreiben bietet eine enorme Chance, sich positiv von der Masse abzusetzen und seine Motivation für die Stelle zu begründen. Das gilt vor allem für Berufseinsteiger, deren Lebenslauf noch recht dünn ist sowie für Quereinsteiger, die Ihren Jobwechsel begründen müssen. Auch wer arbeitssuchend ist, kann im Anschreiben erklärungsbedürftige Lücken im Lebenslauf erläutern (nie rechtfertigen!).

Eben weil sich so wenige Bewerber beim Schreiben der Bewerbung erkennbar Mühe geben, beweisen Sie mit originellen und individuellen Formulierungen besonderes Interesse und hohe Sorgfalt. Damit punkten Sie immer!

Bewerbungsschreiben Aufbau: Inhalt + Gliederung

Ganz oben im Anschreiben (auch Motivationsschreiben genannt) steht der Briefkopf. Er besteht aus dem Absender und Ihren Kontaktdaten sowie Namen und Anschrift des Zielunternehmens. Sie können den Briefkopf linksbündig setzen, im Blocksatz oder mittzentriert. Das ist Geschmacksache. Achten Sie nur auf eine eigene seriöse E-Mail-Adresse (perfekt: max@muster.de).

Für das Anschreiben selbst hat sich der folgende Aufbau durchgesetzt. Klassisch wird das Bewerbungsschreiben (nur 1 DIN A4 Seite!) nach diesem Muster aufgebaut – beginnend mit dem Titel oder Betreff des Anschreibens und vier Abschnitten:

  1. Betreff
  2. Einleitung
  3. Hauptteil
  4. Unternehmensbezug
  5. Schlussteil

Die folgende Grafik zeigt anschaulich den Aufbau einer Musterbewerbung:
Wie schreibt man eine Bewerbung? Anschreiben Vorlage

Was schreibe ich im Betreff?

Die Betreffzeile sticht im Anschreiben besonders heraus, denn sie ist größer als der normale Text und steht (oft in Fettschrift) an exponierter Stelle ganz oben. Der Betreff sollte möglichst prägnant und aussagekräftig sein (nie „Betreff“ oder „Btr.“ voranstellen!). Der Betreff ist nie länger als eine Zeile und wird höchstens durch die „Bezugzeile“ und Referenznummer ergänzt. Beispiel:

Bewerbung als Grafikdesigner Referenznummer 112233
Ihre Stellenanzeige auf Karrieresprung.de am 5. Januar 2022

Was schreibe ich in der Einleitung?

Ihr Anschreiben beginnt bitte immer mit einem originellen ersten Satz. Starten Sie mit Ihrer Motivation für diesen Job, Ihrem stärksten Argument oder Alleinstellungsmerkmal. Nur nie mit: „hiermit bewerbe ich mich als…“ – abgenutzt! Beispiel:

Ich möchte Ihr Team verstärken und es noch ein bisschen hervorragender machen. Deshalb möchte ich Ihnen gleich zu Beginn drei Gründe nennen, warum Sie von mir als neuem Mitarbeiter profitieren werden: 1. …

Was gehört in den Hauptteil?

Versuchen Sie nie den Lebenslauf zu wiederholen. Das wäre redundant. Dieser Abschnitt dient dem Eigenmarketing und der Darstellung Ihrer sozialen Kompetenzen (den Soft Skills). Zählen Sie diese aber nicht nur auf (Floskel-Gefahr!), sondern belegen Sie Kompetenzen durch konkrete Beispiele. Etwa:

Nachhaltige Kundenbeziehungen liegen mir von Natur aus am Herzen. Bei meinem aktuellen Arbeitgeber habe ich eigenständig ein Projekt initiiert, um das Bestandskundenmanagement zu optimieren. Die Kundenzufriedenheit stieg danach um ganze 15 Prozent.

Wie stelle ich einen Unternehmensbezug her?

Ein erfolgreiches Anschreiben hat immer einen Bezug zum Arbeitgeber. Sagen Sie, warum diese Firma Ihr Wunscharbeitgeber ist. Das schmeichelt jedem, wenn man merkt, dass Sie sich intensiv mit dem Unternehmen und Ihrem Traumjob beschäftigt haben. ABER: Nicht, was Sie wollen, interessiert, sondern was Sie mit Ihren Erfahrungen für das Unternehmen erreichen können. Schaffen Sie also eine Verbindung zwischen Werdegang und Job, sodass Ihre Bewerbung einen echten Mehrwert für die Firma schafft. Je praktischer und detaillierter, desto überzeugender. Beispiel:

Ihren Fokus auf den Ausbau im Bereich Social Media teile ich zu 100 Prozent. Bereits bei meinem letzten Arbeitgeber habe ich ein Projekt angeregt, um sowohl Instagram als auch Youtube zum Ausbau der Kundenbeziehungen zu nutzen. Diese Erfahrungen möchte ich in Ihrem Team einbringen, um eine Content-Strategie zu entwickeln, mit der die Reichweite innerhalb von einem Jahr um mehr als 50 Prozent gesteigert werden kann.

Was gehört in den Schlussteil?

Im Schlusssatz bieten Sie nochmal einen Höhepunkt. Bekräftigen Sie Ihren Wunsch, für das Unternehmen arbeiten zu wollen. Zeigen Sie Begeisterung, Leidenschaft und Persönlichkeit. Falls verlangt, nennen Sie am Schluss Ihre Gehaltsvorstellungen oder den möglichen Eintrittstermin. Im letzten Satz leiten Sie zum Vorstellungsgespräch über und betonen, dass Sie sich darauf freuen. Beispiel:

Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.

WICHTIG: Vermeiden Sie in der Bewerbung den Konjunktiv („Ich würde mich freuen…“). Er schwächt jede Aussage, jedes Argument ab. Sie wirken damit nicht bescheiden, sondern unsicher.

Wie beende ich das Anschreiben?

Jedes Bewerbungsschreiben endet mit einer Grußformel („Mit freundlichen Grüßen“ – kein Komma danach!) und einer eigenhändigen Unterschrift (oder eingescannt). Mit Datum und Unterschrift dokumentieren Sie, dass alle Angaben wahr und aktuell sind. Unterschreiben Sie möglichst mit Füller (oder Kuli). Kein Filzstift, Fineliner oder Bleistift! Blaue Tinte wirkt sympathischer als schwarze.

Darunter kommt schließlich das Anlagenverzeichnis. Darin listen Sie kurz die weiteren Elemente Ihrer Bewerbungsunterlagen auf.

Checkliste: Formale Anforderungen an das Anschreiben

  • Bei der schriftlichen Bewerbung (Standard: DIN A4) sollte das Papier hochwertig sein (100 Gramm statt 80-Gramm-Kopierpapier). Die Blätter haben keine Flecken, Knicke, Eselsohren. Der Druck ist scharf und verwischt nicht (Laserdruck ist am besten).
  • Verwenden Sie maximal 2 seriöse Schriftarten. Nicht Verspieltes: Was zählt, ist der Inhalt. Optimal sind Schriften wie Helvetica, Verdana, Times oder Georgia.
  • Die Schriftgröße sollte lesefreundlich sein. Ideal ist die 11-13-15-Regel: 11 Punkt für den Fließtext, 13 Punkt für Zwischenüberschriften, 15 Punkt Kopfzeilen, Titel oder Betreff.
  • Einzüge, Linien und Abstände müssen auf allen Seiten der Bewerbung einheitlich sein. So wirkt alles wie aus einem Guss. Ein eineinhalbzeiliger Zeilenabstand hat sich bewährt – wirkt luftig.
  • Schreiben Sie Hauptsachen in Hauptsätze, keine Schachtelsätze! Nutzen Sie auch mehr Verben als Adjektive. All das macht die Aussagen stärker.
  • Schreiben Sie jede Bewerbung individuell und nie aus Ratgebern ab. Personaler erkennen darin geistige Faulheit. Der Bewerbungsbrief ist eine erste Arbeitsprobe. So sollte es auch aussehen.

Wer es klassisch mag (in konservativen Branchen), kann sich bei der formalen Gestaltung der Bewerbung auch nach der sogenannten DIN 5008 für Geschäftsbriefe richten. Bewerbungsschreiben gelten als Geschäftsbriefe.


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4. Lebenslauf erstellen

Ein professioneller Lebenslauf ist das Herzstück Ihrer Bewerbungen. Er wird sogar von den meisten Personalern zuerst gelesen. Standard ist heute der tabellarische Lebenslauf in „antichronologischer“ (amerikanischer) Reihenfolge. Heißt: Die Vita beginnt mit der aktuellen Position. Die tabellarische Form überzeugt durch hohe Übersichtlichkeit und eine klare Struktur. Die wesentlichen Information können sofort und auf einen Blick erfasst werden. Das spart Zeit.

Die Länge des Lebenslauf richtet sich nach dem bisherigen Werdegang: Für Berufsanfänger mit bis zu fünf Jahren Berufserfahrung reicht meist eine Seite. Der Lebenslauf berufserfahrener Fach- und Führungskräfte sollte maximal drei Seiten nicht überschreiten.

Lebenslauf schreiben: Layout + Gliederung

Ein perfekter Lebenslauf besteht grundsätzlich aus folgenden Elementen (in dieser Reihenfolge):

  1. Titel
    Als Überschrift können Sie „Lebenslauf“ oder „Lebenslauf + Ihr Name“ wählen. Reicht völlig.
  2. Persönliche Angaben
    Zu den persönlichen Daten gehören: Vorname, Nachname, vollständige Anschrift, Telefonnummer, eMail-Adresse (Pflicht). Optional können Sie dazu schreiben: Geburtstag und Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Familienstand und Konfession (bei kirchlichen Arbeitgebern).
  3. Angestrebte Position
    Kleiner Trick, große Wirkung: Nennen Sie gleich oben im Lebenslauf die angestrebte Position aus der Stellenanzeige. Sie betonen so subtil Ihre Entschlossenheit und dokumentieren zugleich, dass dieser Lebenslauf nur für diesen Arbeitgeber erstellt wurde. Keine Massenware!
  4. Bewerbungsfoto
    Laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist das Bewerbungsfoto aktuell nur noch freiwillig. Es wird von Personalern aber weiterhin gern gesehen, sollte aber unbedingt professionell von einem Fotografen gemacht sein.
  5. Beruflicher Werdegang
    In diesem Abschnitt geht es um bisherige Jobs, Positionen, Berufe, Erfahrungen. Die Zeitangaben (Muster: „MM/JJJJ – MM/JJJJ“) stehen links, die Stationen rechts. Nennen Sie hier zuerst Jobtitel und Position (in Fettschrift). Darunter Arbeitgeber und korrekte Rechtsform (GmbH, AG, SE, …), Größe und Firmensitz. Darunter folgen – stichpunktartig – Ihre Aufgaben und Erfolge. Ideal mit Zahlen.
  6. Bildungsweg
    Der Abschnitt dient dem Nachweis fachlicher Qualifikationen – durch Studium, Ausbildung und Schule. Relevant ist vor allem der höchste Abschluss plus Note. Nennen Sie hier gegebenenfalls auch Auslandssemester oder Praktika.
  7. Besondere Kenntnisse
    Alles, was zusätzlich für den Job qualifiziert, gehört in diesen Abschnitt. Dazu zählen berufliche Weiterbildungen, Zertifikate, Sprachkenntnisse (mit Level!), EDV-Kenntnisse, IT-Kenntnisse, Führerschein, Auszeichnungen, etc. Wählen Sie aber aus: In den Lebenslauf kommt nur, was für die Stelle relevant ist!
  8. Interessen und Hobbys
    Interessen oder Hobbys im Lebenslauf runden das Gesamtbild des Bewerbers ab. Sie geben zudem Aufschluss über wichtige Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit (Mannschaftssportarten!). Auch hier wählen Sie nach Relevanz aus: Soziales Engagement, Ehrenämter, eigene Projekte überzeugen nur, wenn Sie zum Anforderungsprofil passen.
  9. Ort, Datum, Unterschrift
    Auch der tabellarische Lebenslauf wird am Ende eigenhändig unterschrieben. Darüber steht das aktuelle (!) Datum und der Ort.

Der fertige Lebenslauf könnte zum Beispiel so aussehen:
Wie schreibt man eine Bewerbung? Lebenslauf Beispiel Gliederung

TIPP: Legen Sie einen Master-Lebenslauf an

Wenn Sie Ihre erste Bewerbung schreiben, empfehlen wir, zunächst einen sogenannten Master-Lebenslauf anzulegen. In diesen schreiben Sie wirklich ALLES, was Sie jemals beruflich, ehrenamtlich oder in der Freizeit getan und erreicht haben. Das sprengt natürlich jeden Rahmen, ist an dieser Stelle aber egal. Der Master-Lebenslauf dient nur als Universalvorlage. Wenn Sie dann eine neue Bewerbung schreiben, müssen Sie irrelevante Passagen nur noch streichen. Das geht schneller, als den Lebenslauf jedes Mal individuell neu zu formulieren. Obendrein hilft der Master-Lebenslauf dabei, dass Sie nichts Wichtiges vergessen.

Wie schreibt man eine Bewerbung? Lebenslauf Checkliste


5. Motivationsschreiben + Deckblatt gestalten

Sowohl das Motivationsschreiben als auch das Deckblatt sind optionale Bestandteile einer Bewerbung. In einigen Fällen kann ein Motivationsschreiben (auch „Dritte Seite“ genannt) gefordert sein. Zum Beispiel wenn Sie sich auf einen Studienplatz oder für ein Stipendium bewerben.

Am Deckblatt wiederum scheiden sich die Geister. Grundsätzlich ist das Deckblatt optional, also kein Muss in der Bewerbung. Wenn es gut gemacht ist, können sich Bewerber damit deutlich von der Masse abheben und ihre Bewerbung aufwerten. Die Extra-Seite besitzt durchaus Vorteile. Mit welchen Informationen Sie das Cover füllen, ist individuell verschieden und hängt von der angestrebten Position ab. Unabhängig davon, ob es sich um Bewerbung für ein Praktikum, für eine Ausbildung oder eine Initiativbewerbung handelt. Folgende Elemente braucht ein professionelles Deckblatt:

Checkliste: Inhalte auf dem Deckblatt

  • Überschrift (zum Beispiel „Bewerbung“)
    Kurz, prägnant, aussagekräftig, worum geht’s?
  • Angestrebte Position
    Aussage: Keine Massenbewerbung, hohe Motivation
  • Kontaktdaten
    Name, Anschrift, Telefon, E-Mail, (Website)
  • Bewerbungsfoto (groß)
    Optional. Falls ja: Nur vom Profi!
  • Inhaltsangabe
    Anlagen: Lebenslauf (kein Anschreiben!), Zeugnisse, Zertifikate

Wer noch Platz hat, kann weitere Angaben aufnehmen. Denkbar sind zum Beispiel eine kurze Auflistung der relevanten Kernkompetenzen für die angestrebte Stelle. Eine Art kompaktes Kompetenzprofil. Allzu ausführlich sollte das aber nicht werden. Sind es zu viele Qualifikationen, ähnelt das Deckblatt einem sogenannten Kurzprofil.

Wie schreibt man eine Bewerbung auf Englisch?

Bei der Bewerbung auf Englisch gelten deutlich andere Regeln als in Deutschland. Das Anschreiben („Cover Letter“) fällt manchmal komplett weg, ebenso die Bewerbungsmappe. Umso wichtiger ist im angelsächsischen Raum der Lebenslauf – „Resume“ (USA) oder „Curriculum Vitae“ (Großbritannien).

Der Lebenslauf auf Englisch ist generell nicht länger als eine DIN A4 Seite und hat kein Bewerbungsfoto. Auch Angaben zu Alter, Familienstand, Herkunft oder Religion sind tabu, um Diskriminierung zu vermeiden. Datum und Unterschrift können Bewerber auch streichen.

Zur Orientierung finden Sie hier drei Muster für den internationalen CV und Cover Letter. Sie eignen sich für die Bewerbung im Ausland oder bei einem globalen Unternehmen.

Bewerbungsschreiben Initiativbewerbung Muster Cover Bewerbungsschreiben Initiativbewerbung Muster Cover Bewerbungsschreiben Initiativbewerbung Muster Cover


6. Auswahl der Anlagen + Zeugnisse

Zu einer vollständigen Bewerbung gehören (mit Ausnahme der formlosen Bewerbung) immer relevante Anlagen: Zeugnisse und Zertifikate, die entsprechende Qualifikationen im Lebenslauf nachweisen. Sie dienen Personalern als objektiver Beleg Ihrer Angaben oder Ergänzung – etwa bei den typischen Zeugniscodes oder Referenzen.

Für die Auswahl gilt: Je kompakter die Anlagen, desto besser. Mehr als 10 Seiten sollte die Bewerbung nicht umfassen. Wählen Sie nur Nachweise aus, die für die angestrebte Stelle relevant sind. Das sind in der Regel ein Abschlusszeugnis des höchsten Bildungsabschlusses, 2-3 Arbeitszeugnisse und ein paar Zertifikate oder Weiterbildungsnachweise. Vielleicht noch eine Kopie des Führerscheins (falls Sie sich als Fahrer bewerben). Wenn Sie diese bei der eMail-Bewerbung mit den anderen Unterlagen zu einem PDF zusammenfügen, achten Sie bitte drauf, dass die eingescannten Unterlagen alle richtig herum liegen und gut lesbar sind.

Bei der Bewerbung nie Originaldokumente versenden – nur Kopien beziehungsweise Scans!

7. Bewerbung kontrollieren

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Wer Bewerbungsfehler übersieht, riskiert eine Bewerbungsabsage. Daher gehört zur Bewerbung nicht nur das Schreiben, sondern IMMER auch das Korrekturlesen! Idealerweise von einem anderen. Andernfalls sollten Sie mindestens eine Nacht darüber schlafen, bevor Sie die Bewerbung nochmal lesen und abschicken.

Achten Sie nicht nur auf korrekte Namen und Anschriften, Rechtschreibfehler oder Flüchtigkeitsfehler. Auch inhaltliche und formale Fehler können die Jobchancen reduzieren. Für jeden Korrekturgang – egal, ob SIE Ihre Bewerbung selber lesen oder eine andere Person – empfiehlt es sich, die Bewerbung auszudrucken. Fehler werden am Bildschirm leichter übersehen.

Nach der endgültigen Korrektur sollten Sie die Bewerbung final abspeichern und mit einem eindeutigen Dateinamen benennen, beispielsweise „Max-Mustermann-Bewerbung.pdf“. Für eine postalische Bewerbung haben Sie nun die richtige Version zum Ausdruck parat.

8. Bewerbung verschicken

Wer seine Bewerbung per Post verschickt, sollte genügend Zeit für den Postweg einplanen, um die Bewerbungsfrist einzuhalten. Überdies müssen Sie den Versandumschlag ausreichend frankieren. Im Regelfall reichen innerhalb Deutschlands für die Zusendung zwei Werktage.

Deutlich bequemer ist die Bewerbung per eMail. Sie ist modern und spart Portokosten. In das Textfeld der Mail können Sie einen höflichen, kurzen Text mit Hinweis auf Ihre Bewerbung im Anhang schreiben. Zum Beispiel:

Sehr geehrte Frau ____,

anbei erhalten Sie meine Bewerbung für Ihre ausgeschriebene Stelle als ____. Warum ich die Stelle optimal ausfüllen kann und Ihrem Unternehmen durch meine Erfahrung in ____ und ____ zahlreiche Vorteile biete, entnehmen Sie bitte meinen ausführlichen und angehängten Bewerbungsunterlagen.

Ich freue mich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch.

Mit besten Grüßen

Bewerbungsumschlag beschriften und versenden

Bewerbungsunterlagen werden grundsätzlich NIE gefaltet. Sie kommen in einen sogenannten C4 Umschlag mit oder ohne Sichtfenster. Wenn Sie Ihr Anschreiben nach DIN 5008 erstellt haben, sitzt die Zieladresse dann bereits an der richtigen Stelle, weil das Anschreiben immer auf der Bewerbungsmappe liegt. In dem Fall schieben Sie die Bewerbungsunterlagen nur noch in den C4 Umschlag, und die Firmenanschrift erscheint im Sichtfenster.

Bewerbung Umschlag C4 Anleitung

Wer mag, kann auf den C4 Umschlag das Wort „Bewerbung“ drucken. So mancher Postzusteller behandelt die Unterlagen dann vorsichtiger. Auch die Poststelle des Empfängers weiß den Brief sofort zuzuordnen. Für etwaige Retouren empfehlen wir, die Absender-Adresse in kleinerer Schrift über die Firmenanschrift beziehungsweise Empfänger-Adresse zu positionieren.

Bewerbung Umschlag C4 beschriften Tipps

Bewerbungsunterlagen bitte nicht als Einschreiben versenden. Das wirkt aufdringlich.

Fertig! Wir hoffen, alle wichtigen Fragen zu „Wie schreibt man eine Bewerbung?“ sind beantwortet und Sie können loslegen. Andernfalls empfehlen wir Ihnen die im Artikel verlinkten Ratgeber und Dossiers zur Bewerbung. Wir wünschen: Viel Erfolg bei der Bewerbung!

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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