Wie schreibt man eine Bewerbung?

Nach der Schule, nach Ausbildung oder Studium folgt der Eintritt ins Berufsleben. Und damit die erste professionelle Bewerbung. Vielen Berufseinsteigern fällt dies jedoch schwer: Wie schreibt man eine Bewerbung – eigentlich? Was gehört rein? Wie wird sie aufgebaut, formatiert, strukturiert? Und wie überzeugt man letztlich Personaler damit? Vor solchen Fragen stehen allerdings nicht nur Berufsanfänger. Auch wer schon lange Zeit in einem festen Job arbeitet, weiß womöglich gar nicht mehr wie so ein Bewerbungsprozess funktioniert und wie man eine aussagekräftige Bewerbung schreibt. Kein Problem! In der folgenden Anleitung zeigen wir Ihnen – Schritt für Schritt – wie man eine Bewerbung schreibt. So können Sie ganz systematisch und mühelos Ihre Bewerbungsunterlagen erstellen, ohne wichtige Details zu vergessen…

Wie schreibt man eine Bewerbung?

Wie schreibt man eine Bewerbung: Suchen, sammeln, sortieren

Der Bewerbungsprozess beginnt mit der Suche nach einer passenden Stelle. Diese können Sie zum Beispiel direkt in unserer eigenen Jobbörse Karrieresprung.de finden. Einfach Jobbezeichnung oder Wunscharbeitgeber sowie Wunschort oder Postleitzahl eingeben und nach passenden Stellenangeboten suchen – ganz unverbindlich und kostenlos…


Falls Sie auf Anhieb nichts finden, aber schon ein Zielunternehmen im Auge haben, für das Sie gerne arbeiten würden, können Sie sich dort auch initiativ bewerben. Wie das geht erfahren Sie in unseren ausführlichen Ratgebern dazu:

Gehen wir aber mal davon aus, dass Sie eine passende Stelleanzeige gefunden haben. In diesem Fall gilt es, das systematisch auszuwerten:

  • Was wird von einem Bewerber erwartet?
  • Welche Anforderungen und Qualifikationen müssen Sie mitbringen?
  • Welche Unterlagen müssen in die Bewerbung?
  • Gibt es einen Ansprechpartner (Vor- und Nachname?)?
  • Wohin soll die Bewerbung geschickt werden, wie und bis wann?

All diese Informationen sollten Sie zunächst sammeln und sich herausschreiben. Sie brauchen Sie später noch.

Vor allem bei den geforderten Qualifikationen sollten Sie besonders aufmerksam sein. Grundsätzlich wird hierbei zwischen sogenannten Muss- und Kann-Anforderungen unterschieden:

  • Muss-Anforderungen

    Das sind die unverzichtbaren Bestandteile einer Stellenausschreibung, die Sie in der Regel mit Zeugnissen oder Zertifikaten belegen. Erkennbar sind diese Muss-Qualifikationen beispielsweise an Formulierungen wie:

    • Voraussetzungen sind…
    • Erwarten wir…
    • Sie bringen mit…
    • …setzen wir voraus
    • …sollten Sie erfüllen
    • …sind erforderlich
  • Kann-Anforderungen

    Deutlich weicher formuliert sind die sogenannten Kann-Anforderungen. Diese sind aus Unternehmenssicht wünschenswert, jedoch nicht zwingende Voraussetzung für die Bewerbung. Heißt: Sie werden nicht gleich aussortiert, falls Sie diese nicht erfüllen. Erkennbar ist das an Formulierungen wie:

    • Idealerweise…
    • Wünschenswert sind zudem…
    • Gerne gesehen sind…
    • Ausbaufähige Kenntnisse in…
    • Hinreichende Erfahrungen in…
    • Wenn Sie außerdem mitbringen…
    • Zusätzlich freuen würden wir uns…
    • Hilfreich wäre zudem…

Drucken Sie sich am besten die Stellenbeschreibung aus, dann können Sie sich Ihre Notizen direkt neben die jeweiligen Anforderungen schreiben. Zum Beispiel so:

  • Entwicklungsingenieur in der Fahrzeugtechnik gesucht –> Hochschulzeugnis über ein erfolgreich abgeschlossenes Studium im Bereich Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Mechatronik oder einer vergleichbaren Qualifikation
  • Mehrjährige Erfahrung im Projektmanagement –> Arbeitszeugnis, beispielsweise im Bereich Exterieur
  • Kenntnisse über bestimmte Tools –> Zertifikate von Fortbildungen über Tools wie M−gAMS, PQM, TAIS, CATIA
  • Soft Skills wie Team− und Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen –> hier dienen von Ihnen geschilderte Situationen als Beleg, etwa im Praktikum oder in bisherigen Projekten.

Unterschätzen Sie bitte nie den Vorteil von Notizen: So stellen Sie sicher, dass später alle relevanten Anforderungen aus der Anzeige im Anschreiben eingearbeitet wurden. Streichen Sie sich zudem die Bewerbungsfrist fett an, um die Unterlagen rechtzeitig zu verschicken.

Bewerbungsunterlagen: So wird die Bewerbungsmappe aufgebaut

Jede Bewerbung ist nicht nur eine Art übergroße Visitenkarte – sie ist zugleich Ihre erste Arbeitsprobe. Schon an den Bewerbungsunterlagen lesen Personaler ab, ob Sie zum Unternehmen passen, ob Sie sorgfältig und gewissenhaft arbeiten, auf Details achten und insgesamt einen guten Eindruck machen.

Als Faustregel können Sie sich merken:

  • Je anspruchsvoller der Job und je höher dotiert die Stelle ist, desto hochwertiger sollte die Bewerbungsmappe sein.
  • Karton ist für die meisten Menschen angenehmer anzufassen als Kunststoff.

Sogenannte vollständige Bewerbungsunterlagen – mit Ausnahme einer sogenannten Kurzbewerbung – bestehen aus folgenden Bestandteilen:

  • Bewerbungsschreiben (maximal 2 Seiten)
  • Deckblatt (optional, zur Übersicht)
  • Lebenslauf (maximal 3 Seiten)
  • Bewerbungsfoto (im Lebenslauf, aber nicht Pflicht)
  • Ausbildungszeugnisse (Kopien, nie Originale!)
  • Arbeitszeugnis(se) (ebenfalls nur Kopien)
  • Nachweise über Fortbildungen (nur falls für den Job relevant)
  • Kopie des Führerscheins (falls verlangt)
  • Kopie des Führungszeugnisses (falls verlangt)

Für die Ausbildungsnachweise gilt: Wer mehr als fünf Jahre Berufserfahrung hat, braucht seiner Bewerbung keine Schulzeugnisse mehr beifügen. Hier ist allenfalls noch das Hochschulzeugnis oder der Ausbildungsabschluss per Kopie nachzuweisen.

Korrekt aufgebaute und sortierte vollständige Bewerbungsunterlagen sehen dann zum Beispiel so aus:

Vollständige Bewerbungsunterlagen Muster

Das Musterbeispiel für den Aufbau einer vollständigen Bewerbungsmappe können Sie sich übrigens als Merkhilfe oder Checkliste gerne auch HIER als PDF kostenlos herunterladen.

Bewerbungsvorlagen: Über 80 Muster für Anschreiben & Lebenslauf

Bewerbungsvorlagen: Über 80 Muster für Anschreiben & LebenslaufUm Ihnen das Schreiben Ihrer Bewerbung zu erleichtern, haben wir für Sie mehr als 80 kostenlose und professionelle Bewerbungsvorlagen erstellen lassen, die Sie sich jederzeit kostenlos als WORD-Datei oder PDF herunterladen und privat nutzen können.

Wichtig bei all diesen Mustern ist, dass Sie diese jedes Mal individuell anpassen und etwas umgestalten. Es sähe sicher nicht gut aus, wenn eine(r) Ihrer Mitbewerber(innen) zufällig exakt dieselbe Vorlage verwendet.

Beispielhaft finden Sie hier die ersten zwölf Vorlagen für Anschreiben beziehungsweise Lebenslauf:

Vorlagen und Muster für das Bewerbungsschreiben

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Bewerbungsschreiben Duale Ausbildung Vorlage CoverBewerbungsschreiben Vorlage Werkstudent CoverBewerbungsschreiben Vorlage Masterarbeit Cover
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Bewerbungsschreiben Vorlage Kostenlos Key Account Manager Muster CoverBewerbungsschreiben Vorlage Kostenlos Projektmanager Muster CoverBewerbungsschreiben Krankenschwester Vorlage Kostenlos Muster Cover
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Vorlagen und Muster für den tabellarischen Lebenslauf

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Lebenslauf Vorlagen Word Kostenlos Tabellarisch 19 CoverLebenslauf Vorlagen Word Kostenlos Tabellarisch 20 CoverLebenslauf Vorlagen Word Kostenlos Tabellarisch 21 Cover
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Lebenslauf Vorlagen Word Kostenlos Tabellarisch 16 CoverLebenslauf Vorlagen Word Kostenlos Tabellarisch 17 CoverLebenslauf Vorlagen Word Kostenlos Tabellarisch 18 Cover
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Optional: Motivationsschreiben und Deckblatt

Sowohl das Motivationsschreiben als auch das Deckblatt sind optionale Bestandteile einer Bewerbung. In einigen Fällen kann ein Motivationsschreiben (auch Dritte Seite genannt) gefordert sein, zum Beispiel wenn Sie sich auf einen Studienplatz oder um ein Stipendium bewerben.

Mehr dazu finden Sie hier:

Ähnlich sieht es mit dem Deckblatt aus. Diese bietet sich an, wenn Sie Platz im Lebenslauf benötigen und das Bewerbungsfoto beispielsweise herausnehmen. Das wird dann nebst persönlichen Daten und der Anschrift des Unternehmens auf einer gesonderten Seite untergebracht – dem Deckblatt.

Wenn Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, beachten Sie bitte, dass es in der Bewerbungsmappe Ihren Unterlagen vorangestellt wird. AUF der Bewerbungsmappe an erster Stelle liegt aber weiterhin lose das Anschreiben auf.

Diese Reihenfolge gilt übrigens auch für virtuelle Bewerbungen.

Mehr zum Deckblatt sowie viele kostenlose Muster finden Sie hier:

Bewerbung schreiben: Das Anschreiben

Auch wenn das Anschreiben bei Bewerbern nicht sonderlich beliebt ist: Seine Bedeutung ist nicht zu unterschätzen.

Das Anschreiben ist eine enorme Chance, sich von der Masse abzusetzen. Oder seine Motivation zu begründen. Das gilt erst recht für Berufseinsteiger, deren Lebensläufe sich meist kaum unterscheiden.

Die wichtigste Voraussetzung für ein professionelles Anschreiben ist, dass Sie die Stellenanzeige gründlich lesen, analysieren und verstehen. Bevor Sie loslegen, sollten Sie also nochmal Ihre Notizen durchgehen und die folgenden Fragen beantworten können:

  • Was ist die Zielsetzung der ausgeschriebenen Position?
  • Welche Aufgaben muss der zukünftige Mitarbeiter erfüllen?
  • Welche Voraussetzungen muss er/sie dafür zwingend mitbringen (Muss-Qualifikationen)?
  • Welche Qualifikationen kann er/sie dafür mitbringen (Kann-Qualifikationen)?
  • Auf was legt das Unternehmen besonderen Wert?

Veruschen Sie jetzt beim Formulieren des Anschreibens nicht einfach nur den Lebenslauf zu wiederholen. Das wäre redundant. Versuchen Sie vielmehr hier in ausformulierten Sätzen Ihre Motivation, Leidenschaft und Ihr Interesse bei DIESEM Unternehmen arbeiten zu wollen herauszustreichen. Das Anschreiben schafft so einen Spagat zwischen klarer Bezugnahme auf die Stellenbeschreibung und Einblicken in Ihre Persönlichkeit.

Anschreiben Beispiel: Tipps zu Form und Aufbau

Typischerweise wird das Anschreiben nach diesem 9-stufigen Muster aufgebaut:

Anschreiben Aufbau und Inhalt Beispiel

Nehmen Sie im Anschreiben möglichst auch Bezug auf Ihren Wunscharbeitgeber. Jeder Arbeitgeber ist geschmeichelt, wenn der Bewerber signalisiert, dass er sich mit dem Unternehmen intensiv beschäftigt hat. Es gehört daher zu Ihren Hausaufgaben, sich über Ihren potenziellen Arbeitgeber zu informieren:

  • Wie groß ist das Unternehmen, welche Zahlen können Sie in Erfahrung bringen (zum Beispiel Umsatz, Gründungsjahr, Marktanteile)?
  • Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet das Unternehmen an?
  • Welche Standorte existieren, sind womöglich Expansionen geplant?
  • Welche Werte vertritt das Unternehmen, wird auf der Unternehmenswebsite eine bestimmte Unternehmenskultur deutlich?

Hierbei geht es nicht darum, sich anzubiedern, sondern abzugleichen, ob das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle zu Ihnen passt. Manch ein Bewerber möchte unbedingt in einem internationalen Großkonzern unterkommen. Andere wiederum fürchten womöglich die Anonymität und ziehen einen familiär geführten Betrieb vor.

Formalia, Vorschriften, Normen für das Anschreiben

Anschreiben: Formalia, Vorschriften, NormenSo ganz ohne ein paar Formalitäten geht es leider auch beim Anschreiben nicht. An die folgenden Grundregeln sollten sich Bewerber halten.

Auch wenn das nach öder Bürokratie klingt: Betrachten Sie es aus der Perspektive des Personalers. Der muss oft mehrere Bewerbungsschreiben lesen, vergleichen, auswählen. Standards erhöhen die Übersichtlichkeit und helfen ihm, die wichtigsten Informationen schnell zu finden. Je einfacher und übersichtlicher Sie es ihm also machen, desto sympathischer ist ihm Ihre Bewerbung.

Keine Frage, das alles erfordert etwas Aufwand – aber der lohnt sich. Wenn Sie mit derselben Sorgfalt und demselben Engagement Ihr Anschreiben formulieren wie Ihren Lebenslauf, wird sich die Resonanz auf Ihre Bewerbungen verbessern.

Die Erfahrung zeigt: Man kann sich nicht zu viel Mühe mit der Bewerbung geben. Es geht schließlich um Ihre berufliche Zukunft und künftige Einkommen.

Diese Grundregeln können Ihre Bewerbungschancen indirekt steigern:

  • Berufseinsteiger sollten nicht mehr als eine Seite schreiben. Ältere, erfahrene Bewerber dürfen auch ein zweiseitiges Anschreiben verfassen. Trotzdem sollte es kompakt bleiben.
  • Das Papier (Standard: DIN A4) ist idealerweise nicht nur einfaches Kopierpapier, sondern besseres. Die Blätter haben keine Flecken, Knicke, Eselsohren. Der Druck ist scharf und verwischt nicht (Laserdruck ist am besten).
  • Verwenden Sie keine ausgefallenen Schnörkelschriften, um sich abzuheben. Das wirkt affektiert. Was zählt, ist der Inhalt. Also lieber auf Schriftarten wie Helvetica, Verdana, Times oder Georgia zurückgreifen.
  • Die Schriftgröße sollte lesefreundlich sein. Orientieren Sie sich hierbei an der sogenannten 11-13-15-Regel: In 11-Punkt sollte der Fließtext stehen, also alle längeren Textpassagen im Anschreiben. Die 13-Punkt-Schrift sollte Datum, Adressen, Zwischenüberschriften (im Lebenslauf) vorbehalten bleiben. Gerne auch in Fettschrift. Die Schriftgröße von 15-Punkt wiederum verwenden Sie ausschließlich für Ihren Namen im Kopf jeder Seite. Er soll am meisten herausstechen. Und warum diese krummen Größen? Weil die meisten anderen Bewerber 12-14-16-Schriftgrößen verwenden – 12-Punkt ist die Standardeinstellung bei Word.
  • Einzüge, Linien und Abstände sollten auf sämtlichen Seiten einheitlich sein. Die Bewerbung bekommt sonst einen Patchwork-Charakter. Ein eineinhalbzeiliger Zeilenabstand hat sich bewährt – wirkt luftig.
  • Hauptsachen in Hauptsätze lautet eine alte Journalistenregel. Vermeiden Sie deshalb Schachtelsätze und zu viele Relativsätze. Kurze Hauptsätze wirken stärker. Ebenso Verben statt Adjektive. Und vermeiden Sie verquaste Hauptwörter, die auf -ung, -heit oder -keit enden. Die lassen sich immer durch entsprechende Verben ersetzen.
  • Schreiben Sie jede Bewerbung individuell und nie aus Ratgebern einfach ab. Die lesen auch Personaler – und erkennen darin geistige Faulheit. Das Anschreiben ist Ihre erste Arbeitsprobe. So sollte es auch aussehen.

Wer es klassisch mag, kann sich bei der formalen Gestaltung des Anschreibens auch nach der sogenannten DIN 5008 für Geschäftsbriefe richten. Bewerbungsschreiben gelten als Geschäftsbriefe.

Bewerbung schreiben: Der Lebenslauf

Ein professioneller Lebenslauf ist wirklich keine Raketenwissenschaft. Mit der folgenden Anleitung lässt sich der Lebenslauf ganz einfach aufbauen und schreiben.

Der (tabellarische) Lebenslauf besteht grob aus diesen 5 Blöcken:

  • Persönliche Angaben (Vorname Nachname, Geburtstag und Geburtsort, vollständige Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, (Bewerbungsfoto))
  • Beruflicher Werdegang (Beruf, Jobs, Erfahrungen, Positionen, Ausbildung, Praktika)
  • Besondere Kenntnisse (Weiterbildungen, Zertifikate, Fremdsprachen, EDV, PC-Kenntnisse, Führerschein, Auszeichnungen, etc.)
  • Interessen (Hobbys, Ehrenämter, Projekte)
  • Datum, Unterschrift

Das Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen:

Lebenslauf Aufbau Beispiel Grafik

In jeder Bewerbung wird zwar ein lückenloser Lebenslauf erwartet. Das heißt aber nicht, dass Sie wirklich alles aufführen müssen, was Ihnen im Leben schon alles passiert ist. „Lückenlos“ meint, dass alle beruflichen Stationen möglichst nahtlos und ohne Unterbrechung aneinander anschließen (erst nach drei Monaten spricht man von einer „Lücke“). Für besondere Kenntnisse, Ehrenämter oder Praktika gilt das aber nicht.

Diese Informationen gehören nur in den Lebenslauf, wenn diese für die ausgeschriebene Stelle relevant sind.

Relevanz ist überhaupt das Geheimnis jedes professionellen Lebenslaufs: Der Lebenslauf soll dem Leser (Personaler) einen schnellen Überblick geben, ob Sie für die Position qualifiziert sind und welche besonderen Kenntnisse oder Erfahrungen Sie noch mitbringen. Aber eben nur jene, die dazu dienen können, den Job noch besser machen zu können.

Ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Fußballverein gehört also nur dann in den Lebenslauf, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, in der Sie mit Sport zu tun haben. Oder wenn Sie dort Kassenwart waren und sich auf einen Job in der Finanzbranche bewerben.

Dasselbe gilt für Hobbys oder Zusatzqualifikationen: Diese bitte nur erwähnen, wenn sie für den Job von Bedeutung sind.

Es ist also sinnvoll, auch beim Lebenslauf, nochmal seine Notizen zu Rate zu ziehen und zu überprüfen, ob Sie damit alle Anforderungen aus dem Stellenprofil erfüllen. Gerade wer über umfangreiche Berufserfahrungen verfügt oder im Laufe seines Lebens vielen verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen ist, kann so vielleicht Stationen erinnern, die für den Lebenslauf von besonderer Bedeutung sind.


Legen Sie zuerst einen Master-Lebenslauf an

Legen Sie zuerst einen Master-Lebenslauf anWenn Sie Ihre erste Bewerbung schreiben, empfehlen wir, zunächst einen sogenannten Master-Lebenslauf anzulegen. In diesen schreiben Sie wirklich ALLES hinein, was Sie jemals beruflich, ehrenamtlich oder auch in Ihrer Freizeit getan und erreicht haben und was beruflich irgendwo und irgendwann von Nutzen sein könnte: Jeder Fußballverein, jeder Sprachkurs wird dort aufgeführt…

Das sprengt natürlich jeden Rahmen, ist an dieser Stelle aber egal. Je nach Stellenprofil dient dieser Master-Lebenslauf Ihnen als Vorlage. Ihre Ausbildung, Ihre persönlichen Daten werden sich nicht mehr ändern. Gleichzeitig können Sie aber – je nach Bewerbung – einzelne Bestandteile streichen, falls diese zur anvisierten Stelle nicht passen oder eben irrelevant sind.

Ein solcher Master-Lebenslauf sorgt dafür, dass Sie nichts vergessen und sich künftig viel Arbeit sparen. Denn streichen und löschen geht leichter, als jedes Mal neu formulieren und neu schreiben.

Professioneller Lebenslauf Checkliste Tipps Gestaltung Grafik

Ein weiterer Trick für den Lebenslauf ist übrigens, die angestrebte Position zu nennen. Dieser kleine Lebenslauf-Trick hat schon vielen Bewerbern geholfen, aus der Masse hervorzustechen (siehe Video-Tipp):

Sie betonen so subtil Ihre Entschlossenheit und Ihr Engagement und dokumentieren zugleich, dass dieser Lebenslauf nur für diesen Arbeitgeber und nur für diese Stelle geschrieben wurde. Also keine Massenware!


Lesen Sie Ihre Bewerbung immer Korrektur

Lesen Sie Ihre Bewerbung immer KorrekturFür einen ersten Eindruck gibt es nur eine Chance. Wer bei seiner Bewerbung schlampig arbeitet, kann diesen Eindruck oft nicht mehr korrigieren. Tipp- oder Flüchtigkeitsfehler können zwar jedem passieren. Sollten sie aber nicht. Deshalb, daher und darum: Bevor Sie irgendwas verschicken, lesen Sie Ihre Bewerbung immer Korrektur. Noch besser: Arbeiten Sie nach dem Vier-Augen-Prinzip und lassen Sie Ihre Unterlagen von einem anderen korrekturlesen.

Die Bewerbung sollte nicht nur auf Rechtschreibfehler, auf korrekte Namen und Anschriften überprüft werden, sondern auch auf inhaltliche oder formale Ungereimtheiten.

Gehen Sie die Unterlagen Punkt für Punkt durch. Das können Tätigkeitsbeschreibungen im Anschreiben sein, deren Erwähnung im Lebenslauf fehlt. Oder Sie haben mit zu vielen verschiedenen Schriftarten gearbeitet. Die Bewerbung sollte formal wie aus einem Guss wirken und fehlerfrei sein.

Für jeden Korrekturgang – ganz gleich, ob SIE Ihre Bewerbung lesen oder eine andere Person – empfiehlt es sich, die Bewerbung auszudrucken. Fehler werden am Bildschirm leichter übersehen.

Nach der endgültigen Korrektur sollten Sie die Bewerbung final abspeichern und mit einem eindeutigen Dateinamen benennen, beispielsweise „Jonas-Mustermann-Bewerbung.pdf“. Für eine postalische Bewerbung haben Sie nun die richtige Version zum Ausdruck parat.

Bewerbung verschicken: So werden klassische Unterlagen versandt

Wer seine Bewerbung per Post zuschickt, sollte genügend Zeit für den Postweg einplanen, um die Bewerbungsfrist einzuhalten. Ebenfalls ist es notwendig, den Versandumschlag ausreichend zu frankieren. Im Regelfall reichen innerhalb Deutschlands für die Zusendung zwei Werktage.

Deutlich bequemer ist die Bewerbung per E-Mail, da Sie Kosten spart und einen deutlich geringeren Zeitaufwand hat. In das Textfeld der Mail können Sie einen höflichen, kurzen Text mit Hinweis auf Ihre Bewerbung im Anhang schreiben. Zum Beispiel so:

Sehr geehrte Frau __________________,

ich bedanke mich für das freundliche und informative Gespräch heute Morgen. Wie besprochen, lasse ich Ihnen hiermit meine Bewerbung auf die Stelle als _______________ zukommen. Meine vollständigen Bewerbungsunterlagen finden Sie als PDF-Datei im Anhang.

Mit freundlichen Grüßen

Alternativ können Sie auch das Anschreiben selbst zur E-Mail machen.

Sollten Sie wiederum eine Online-Bewerbung verfassen, fällt in der Regel ein vergleichbarer Text weg. Hierbei müssen Sie lediglich die jeweiligen Pflichtfelder ausfüllen und entsprechende Dokumente an vorgesehener Stelle hochladen.

Bewerbungsumschlag beschriften und versenden

Bewerbungsumschlag beschriften und versendenKlassisch werden Bewerbungsunterlagen NICHT gefaltet, sondern kommen in einen sogenannten C4 Umschlag mit Sichtfenster (ohne Sichtfenster geht auch). Praktisch: Weil das Anschreiben immer auf der Bewerbungsmappe obenauf liegt, sitzt dort die Zieladresse bereits an der richtigen Stelle (jedenfalls wenn Sie Ihr Anschreiben nach DIN 5008 für Geschäftsbriefe gestaltet haben). In dem Fall schieben Sie die Bewerbungsunterlagen nur noch in den C4 Umschlag und die Firmenanschrift erscheint im Sichtfenster.

Bewerbung Umschlag C4 Beschriften Anleitung 01 Grafik

Wer mag, kann auf den C4 Umschlag auch nochmal groß das Wort „Bewerbung“ drucken. So mancher Zusteller behandelt die Unterlagen dann vielleicht etwas vorsichtiger. Und auch die Poststelle des Empfängers weiß den Brief sofort besser zuzuordnen.

Damit dort auch Ihre Absender-Adresse zu lesen ist (falls die Unterlagen aus irgendeinem Grund nicht zustellbar sein sollten), empfiehlt es sich, diese in kleinerer und grauer Schrift über die Firmenanschrift beziehungsweise Empfänger-Adresse zu positionieren. Das sieht zudem professionell aus.

Bewerbung Umschlag C4 Beschriften Anleitung 02 Grafik

Falls ein Ansprechpartner genannt wurde oder Sie diesen kennen, sollten Sie diesen unbedingt in der Anschrift nennen und angeben.

Vergessen Sie bitte nicht, den Umschlag ausreichend zu frankieren. Die Briefmarken kommen übrigens rechts oben auf den Umschlag. Das Porto für den Versand und C4 Umschlag können Sie bei der Post online ermitteln.

PS: Bewerbungsunterlagen bitte nicht als Einschreiben versenden. Das wirkt immer etwas aufdringlich.

[Bildnachweis: Dmitry A by Shutterstock.com]

11. Juli 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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