Auslandssemester: Durch Study Abroad den Horizont erweitern

Viele Studenten haben innerhalb ihres Studiums mindestens ein Auslandssemester fest eingeplant. Sei es, dass die Studienordnung es vorsieht – beispielsweise bei Sprachstudien oder internationalen Studiengängen -, sei es, dass es die Studierenden in die Ferne zieht: Es ist eine gute Gelegenheit, den eigenen Horizont zu erweitern. Besonders gerne verbringen deutsche Studenten ihre Zeit an ausländischen Unis unserer direkten Nachbarländer. Ebenfalls sehr beliebt sind Großbritannien, USA und auch China. Doch egal wo es hingeht: Ein Auslandssemester zu finanzieren, ist eine Herausforderung für sich. Damit Sie wissen, worauf Sie sich bei einem Auslandssemester einlassen und wie Studenten Geld für das Auslandssemester erhalten können, haben wir einige Tipps zusammengestellt…

Auslandssemester: Durch Study Abroad den Horizont erweitern

Auf eigene Faust oder mit Organisation ins Ausland?

Jeder dritte Deutsche studiert mittlerweile im Ausland. Ein wichtiger Grund für das Auslandsstudium: Die Karrierechancen zu erhöhen. Zwei Drittel der Studierenden (67,7 Prozent) schreiben dem Auslandsstudium eine große bis sehr große Bedeutung für ihre berufliche Entwicklung zu.

Sie interessieren sich ebenfalls für ein Auslandssemester? Das Akademische Auslandsamt oder das International Office Ihrer Hochschule sind Ihnen dabei behilflich. Sie geben Tipps beim Umgang mit Behörden und zur Finanzierung, bieten Informationsmaterial und weitere Anlaufstellen.

Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten:

  1. Organisation

    Sie nehmen an einem organisierten Programm teil. Dazu gehören Erasmus Plus sowie Direktaustauschprogramme und Kooperationen mit anderen Universitäten. Der große Vorteil: Sie bekommen Unterstützung bei allen wichtigen Fragen wie Unterbringung im Wohnheim, müssen in der Regel keine Studiengebühren zahlen und haben weniger Schwierigkeiten bei der Anerkennung der Leistungen. Auch der Austausch mit Alumninetzwerken hilft bei der Wohnungssuche.

  2. Freemover

    Wer nicht im Rahmen eines universitären Austauschprogramms ins Ausland geht, hat mit einem selbst organisiertem Auslandssemester (auch Open Semester oder Study Abroad genannt) die Gelegenheit, für ein bis zwei Semester Zeit abseits heimischer Gefilde zu verbringen. Als sogenannter Feemover organisieren Sie Ihr Auslandssemester selbst. Das lohnt sich vor allem dann, wenn Ihre Universität keinen Austausch mit Ihrem Wunschland anbietet.

    Allerdings wird die Vorbereitung deutlich länger dauern. Wichtig ist, dass Sie bereits im Voraus mit Ihrem Prüfungsamt über die Anerkennung von Studienleistungen sprechen, damit Sie nach Ihrer Rückkehr keine böse Überraschung erleben. Für die Wohnungssuche ist das International Office der auswärtigen Hochschule Anlaufstelle. Weitere Möglichkeiten bieten Wohnungsbörsen wie Erasmusu oder Roomgo im Internet.

Auslandssemester Kosten: Warum das Geld oft knapp wird

Bereits in Deutschland übersteigen die Kosten für ein Studium schnell die finanziellen Möglichkeiten, die Mehrheit kommt meist mit Bafög und Studentenjob einigermaßen über die Runden. Was allerdings hierzulande klappt, kann im Ausland anders aussehen, oft kommen noch zusätzliche Kosten hinzu.

Das hat mehrere Gründe:

  • Zusätzliche Studiengebühren

    Die kommen vor allem auf Freemover zu, also wenn Sie außerhalb eines Stipendiums oder Austauschprogramms an einer ausländischen Hochschule ein Auslandssemester absolvieren. Innerhalb der EU sieht es noch ganz gut aus; Frankreich und Skandinavien haben keine Studiengebühren. In Spanien zahlen Studierende mit 700 bis 1.400 Euro pro Jahr vergleichsweise niedrige Studiengebühren. Wen es allerdings nach Amerika oder Australien zieht, muss dort mit 11.000 bis 17.000 Euro pro Jahr rechnen.

  • Höhere Ausgaben

    Viele Studenten rechnen nicht damit, wie hoch die Ausgaben sein können, die während eines Auslandssemester auf sie zukommen. Miete, Lebensmittel, Bücher und die Reise an den neuen Studienort wollen bezahlt werden. Zusätzlich ist es schön, wenn noch etwas Geld für die Freizeitgestaltung übrig bleibt. Zwar fallen ähnliche Ausgaben auch in Deutschland an, allerdings sind die Lebenshaltungskosten im internationalen Vergleich in Deutschland häufig günstig. Abhängig von Universität und Land können die Ausgaben während des Auslandssemesters also deutlich höher ausfallen.

  • Weiterlaufende Kosten

    Während man selbst im Ausland ist, bleiben zuhause in Deutschland oft einige Kosten übrig, die trotzdem weiterhin gezahlt werden müssen. Das kann beispielsweise das Zimmer in der WG sein, in das Sie nach dem Auslandssemester zurückkommen wollen oder beispielsweise Versicherungen für Ihr Auto.

  • Ausbleibende Einkünfte

    Ein wichtiger Faktor sind auch die fehlenden Einnahmen. Haben Sie sich in Deutschland noch etwas durch Ihren Nebenjob dazu verdient, fehlen Ihnen während des Auslandssemesters plötzlich mehrere hundert Euro im Monat. Teilweise können Sie zwar dort einen neuen Nebenjob finden, doch einige Universitäten verbieten Austauschstudenten, nebenbei zu arbeiten.

Daher unser Rat: Machen Sie sich frühzeitig Gedanken darüber, wie Sie Ihr Auslandssemester finanzieren (unsere Tipps dazu: siehe weiter unten) wollen, damit Sie nicht plötzlich in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Vorteile und Nachteile beim Studieren im Ausland

Erstmals völlig auf sich selbst gestellt das Praktische mit dem Schönen verbinden: Ein Auslandssemester ermöglicht es, sich studienrelevantes Wissen anzueignen und gleichzeitig die aufregenden Erfahrungen neuer Länder und Kulturen sammeln zu können.

Selbst wenn sich Ihr Studium dadurch etwas verlängern sollte: Sie gewinnen ungleich mehr, vor allem Ihre persönliche Entwicklung wird durch diese Erfahrungen vorangetrieben werden. Es gibt noch einige Vorzüge. Wer beispielsweise ein komplettes Auslandsstudium plant, kann so den Numerus Clausus umgehen, da Zulassungsbeschränkungen wegfallen.

Auslandssemester VorteileDie Vorteile:

  • Interkulturelle Kompetenz. Vielleicht der größte Vorteile eines Auslandssemesters. Studenten können Erfahrungen mit anderen Kulturen, anderen Bildungungssystemen und – je nach Art des Auslandssemesters – mit ausländischen Firmen sammeln. Solche Erfahrungen bei Arbeitgebern begehrt.
  • Persönliche Kompetenzen. Wer sich auf ein Auslandssemester einlässt, wird davon auch auf der persönlichen Ebene profitieren. In einem fremden Land zu studieren zwingt Studenten dazu, sich wirklich eigenständig um alle Probleme des Alltags zu kümmern und ihr Studium selbst zu organisieren. Diese organisatorischen – aber auch die zwischenmenschlichen – Kompetenzen, können die persönliche Entwicklung deutlich voranbringen und auch bei der späteren Karriere hilfreich sein.
  • Sprachkenntnisse. Ein Auslandssemester bietet Studenten die perfekte Gelegenheit, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Sollen diese Sprachkenntnisse später auch der beruflichen Entwicklung und Karriere zugutekommen, sollten sowohl das Land als auch die Bildungseinrichtung unter diesen Kriterien ausgewählt werden.
  • Erfahrungen. Dieser Vorteil ist nicht direkt auf die späteren Karrierechancen bezogen, spielt für Studenten jedoch eine wichtige Rolle. Das Studium im Ausland bietet die Möglichkeit, zahlreiche neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln, die im gewohnten Umfeld nicht möglich wären. Diese Erfahrungen und Erlebnisse können die Studenten nachhaltig prägen und bereichern.

Auslandssemester NachteileDie Nachteile:

  • Kosten. Das Kostenargument ist berechtigt. Ein Auslandssemester kann schnell fünfstellige Summen verschlingen und ist für Studenten daher nur schwer finanzierbar. Allerdings gibt es Austauschprogramme wie beispielsweise das Erasmus-Programm innerhalb der Europäischen Union, die teilweise mit Stipendien verbunden sind.
  • Langsamer Studienfortschritt. Wer sich nur auf einen möglichst schnellen Abschluss und den dafür notwendigen Fortschritt im Studium konzentriert, sollte von einem Auslandssemester eher Abstand nehmen. Das Studium an ausländischen Bildungseinrichtungen ist zwar oft fachlich anerkannt, die vermittelten Inhalte unterscheiden sich dennoch von denen deutscher Universitäten. Ein Auslandssemester kann daher den Wiedereinstieg in das deutsche Studium erschweren.
  • Doppelbelastung. Das Studium an einer fremden Universität kann für sich genommen bereits sehr anspruchsvoll sein. In Kombination mit einer Fremdsprache kann diese Doppelbelastung schnell zu einem echten Problem werden. Studenten sollten sich daher im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass die neue Sprache nicht nur eine Chance, sondern auch eine spürbare Belastung sein kann.
  • Fehlende Kontakte. Kritiker eines Auslandssemesters führen immer wieder das Argument ins Feld, dass Studenten in dieser Zeit ihre Kontakte in Deutschland vernachlässigen. Sie könnten beispielsweise nicht an Kooperationsprojekten deutscher Universitäten mit Unternehmen teilnehmen und gerieten dadurch ins Hintertreffen. Ob dieses Risiko wirklich so gravierend ist und zu einem echten Nachteil wird, muss individuell beurteilt werden.

USA, England, Australien: Auslandssemester auf Englisch?

Auslandssemester USA England AustralienEnglisch ist bei den meisten die erste Fremdsprache und wird daher oft entsprechend gut beherrscht. Kein Wunder, dass spezielle Semesterprogramme in beliebten englischsprachigen Ländern wie den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland existieren.

Wer sich weitere Fremdsprachen angeeignet hat, für den gibt es auch in Asien oder Südamerika vielfältige Angebote. Allerdings liegen Sprachen nicht jedem gleichermaßen und sich Fachwissen in einer Fremdsprache anzueignen und im fremdsprachigen Ausland für eine Weile zu leben ist noch mal eine andere Herausforderung als ein zweiwöchiger Urlaub.

Wer lieber auf Deutsch studieren möchte, ist nicht nur aufs deutschsprachige Ausland beschränkt: Über 700 deutschsprachige Studiengänge gibt es mittlerweile weltweit. Darunter so beliebte Länder wie die USA oder Exoten wie Finnland und China.

Der Vorteil in diesem Fall liegt auf der Hand: Studierende, die nicht die Landessprache sprechen, haben die Möglichkeit, Auslandserfahrung zu sammeln und dennoch in einem internationalem Studium entsprechende Studienleistungen zu absolvieren.

So planen Sie Ihr Auslandsstudium

Die Planung Ihres Auslandssemesters wird in der Regel zwischen einem Jahr und eineinhalb Jahren in Anspruch nehmen. Möchten Sie bereits während Ihres Bachelors ins Ausland gehen, sollten Sie bereits zu Studienbeginn mit der Vorbereitung starten. Wir haben einen Zeitplan zusammengestellt, an dem Sie sich orientieren können:

Auslandssemester: 18 Monate vorher

Bevor es so richtig mit der Planung los geht, sollten Sie sich in einem ruhigen Augenblick überlegen, warum Sie eigentlich ins Ausland gehen möchten. Versuchen Sie dabei die folgende Frage ehrlich für sich zu beantworten: Was erhoffe ich mir von einem Auslandssemester?

Eckdaten abklären:

  • In welches Land möchte ich gehen? Welche Region interessiert mich besonders und warum?
  • Spreche ich die Landessprache?
  • Wie lange möchte im Ausland studieren? Ein Semester oder zwei Semester?
  • Wann möchte ich das Auslandssemester machen? Zu Beginn meines Studiums, beispielsweise nach dem ersten Studienjahr oder gegen Ende?

Nachdem Sie eine grobe Vorstellung davon haben, wann und wohin Sie gehen möchten, können Sie mit der konkreten Suche nach dem passenden Austauschprogramm beginnen.

Recherche:

  • Vereinbaren Sie einen Beratungstermin. Sprechen Sie mit den Mitarbeitern im International Office und informieren Sie sich Online über die Angebote Ihrer Universität. Mit welchen Universitäten kooperiert meine Hochschule? Welche strukturierten Austauschprogramme werden angeboten?
  • Besuchen Sie Informationsveranstaltungen. Viele Universitäten bieten spezielle Veranstaltungen an, bei denen bestehende Programme vorgestellt werden. Diese sind eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen.
  • Sprechen Sie mit Kommilitonen. Informieren Sie sich auch bei Kommilitonen, die bereits bei einem der Programme mitgemacht haben und erkundigen Sie sich nach deren Erfahrungen. Auf diese Weise erfahren Sie von möglichen Hürden und erhalten Tipps, worauf Sie achten sollten.
  • Denken Sie an die Finanzierung. Machen Sie sich auch Gedanken darüber, welche Finanzierungsmöglichkeiten für Sie in Frage kommen würden.
  • Schauen Sie im Internet. Zahlreiche Informationen zu Austauschprogrammen sowie Erfahrungsberichte finden Sie auf der Website go-out.de

Auslandssemester: 15 Monate vorher

In den letzten Monaten haben Sie eine Menge Informationen gesammelt und sich intensiv mit der Wahl des richtigen Austauschprogrammes beschäftigt. Sobald Sie eine Entscheidung getroffen haben, können Sie nun damit beginnen, Ihre Bewerbung vorzubereiten.

Bewerbungsmodalitäten:

  • Wie läuft der Bewerbungsprozess ab? Läuft die Bewerbung nur schriftlich ab oder finden auch Auswahlgespräche statt? Treten Sie bereits während des Bewerbungsprozesses mit der Partneruniversität in Kontakt oder erst nach Zusage?
  • Welche Zulassungsvoraussetzungen müssen Sie erfüllen? Für einige Programme brauchen Sie eine gewisse Anzahl von Credit Points. Informieren Sie sich auch darüber, welche Leistungen Sie nachweisen müssen und bis wann.
  • Wann sind die Bewerbungsfristen? Vor allem Stipendien haben eine lange Vorlaufzeit. Hier müssen Sie sich teilweise bis zu einem Jahr im Voraus bewerben.
  • Benötigen Sie Sprachnachweise? In der Regel wird es notwendig sein, zu zeigen, dass Sie die Unterrichtssprache beherrschen. Deswegen kann es sein, dass bestimmte Sprachzertifikate, wie beispielsweise der TOEFL (Test of English as a Foreign Language) oder der IELTS (International English Language Testing System) eingereicht werden müssen, an Business Schools aber auch der GMAT. Der Erwerb solcher Zertifikate ist kostenpflichtig und nur zu bestimmten Terminen möglich. Deswegen sollten Sie sich rechtzeitig informieren.
  • Benötigen Sie Referenzschreiben von Professoren? Bewerben Sie sich auch gleichzeitig für ein Stipendium, wird es notwendig sein, dass Sie Empfehlungsschreiben von Ihren Dozenten einreichen. Machen Sie sich rechtzeitig Gedanken darüber, welchen Dozenten Sie ansprechen möchten.

Auslandssemester: 12 Monate vorher

Nachdem Sie wissen, wie der Bewerbungsprozess abläuft und welche Unterlagen eingereicht werden müssen, geht es nun daran, die Bewerbung zu schreiben und Ihr Studium an der Partneruniversität zu planen.

Bewerbung verfassen:

  • Motivationsschreiben. In der Regel werden Sie darum gebeten, zu erläutern, wieso Sie ein Studium in Ihrem Wunschland und an der ausgewählten Universität machen möchten. Was erwarten Sie von Ihrem Aufenthalt dort? Inwieweit können Sie sich durch ein Studium dort fachlich weiterentwickeln? Welche Voraussetzungen bringen Sie bereits mit? Oftmals werden Sie das Motivationsschreiben sowohl auf Deutsch als auch in der Landessprache verfassen müssen.
  • Lebenslauf. Auch der Lebenslauf ist Teil Ihrer Bewerbung. Damit zeigen Sie Ihren bisherigen Werdegang auf. Auch dieser ist in der Regel zweisprachig anzufertigen. Beachten Sie beim Verfassen die landestypischen Unterschiede, beispielsweise dass das amerikanische Resume in umgekehrter Reihenfolge, also mit der letzten Station zuerst, verfasst wird. Detaillierte Infos dazu finden Sie hier.
  • Unterlagen. Ihrer Bewerbung legen Sie Ihre Leistungsnachweise, in Form eines Transcript of Records, Ihre Sprachzertifikate und Empfehlungen von Dozenten bei.

Studium vor Ort planen:

  • Welche Seminare und Vorlesungen werden an der Partneruniversität angeboten?
  • Sind Ihre Kurse frei wählbar oder gibt es verpflichtende Veranstaltungen?
  • Gibt es einen Sprachkurs für ausländische Studierende?
  • Müssen Sie Prüfungen ablegen?
  • Wer ist Ihr Ansprechpartner vor Ort?
  • Welche außeruniversitären Aktivitäten werden angeboten, beispielsweise Musik- und Sportgruppen?

Leistungen anerkennen lassen:

  • Planen Sie Ihren Studienverlauf. Schauen Sie in der Studienordnung nach, welche Prüfungen Sie in den Semestern Ihres Aufenthalts ablegen und welche Module Sie abschließen sollten. Könnten Sie diese unter Umständen nach vorne verlegen oder zu einem späteren Zeitpunkt nachholen?
  • Schließen Sie ein Learning Agreement. Legen Sie bereits vor der Abreise fest, welche Leistungen Sie vor Ort erbringen werden. Haben Sie das schriftlich festgehalten, werden Sie nach Ihrer Rückkehr keine Probleme haben, sich die Leistungen anerkennen zu lassen. Denken Sie vor Ort daran, Leistungsnachweise zu sammeln.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Prüfungsamt. Vor allem wenn Sie feststellen, dass sich die Studieninhalte an der Partneruniversität maßgeblich unterscheiden, sollten Sie sich vom Prüfungsamt beraten lassen.

Es ist überaus ärgerlich, wenn Sie nach Ihrem Auslandssemester Ihr Studium an der Heimatuniversität wieder aufnehmen und dann feststellen, dass es Probleme bei der Anerkennung von Leistungen gibt. Was Ihre Rechte und Pflichten sind, erfahren Sie in dieser Broschüre sowie auf der Website des DAAD.

Auslandssemester: 6 Monate vorher

Ihr Auslandsaufenthalt steht nun kurz bevor. Diese Schritte sollten Sie in Angriff nehmen:

  • Beantragen Sie Auslandsbafög. Der Antrag hierfür muss sechs Monate vor Ihrer Ausreise gestellt werden. Selbst wenn Sie sich für ein Stipendium beworben haben, können Sie dies tun, denn bis zu einer Grenze von 300 Euro monatlich wird das Stipendium nicht auf Ihr Bafög angerechnet.
  • Beantragen Sie ein Urlaubssemester. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, sich für die Zeit Ihres Auslandsaufenthalts an Ihrer Heimatuniversität beurlauben zu lassen. Dann werden die Semester, die Sie im Ausland studieren, nicht auf die Anzahl Ihrer Fachsemester angerechnet. Jedoch müssen Sie für ein Urlaubssemester bestimmte Fristen einhalten.
  • Beantragen Sie ein Visum. Je nach Land, brauchen Sie für die Dauer Ihres Aufenthalts ein Visum. Überprüfen Sie rechtzeitig, wie lange Ihr Reisepass gültig ist. Informieren Sie sich im zuständigen Konsulat, welche Unterlagen Sie einreichen müssen, was das Visum kosten und wie lange die Bearbeitung dauert.
  • Kümmern Sie sich um eine Unterkunft. Informieren Sie sich darüber, welche Möglichkeiten es gibt. Können Sie sich kostengünstig für ein Wohnheimzimmer bewerben? Sprechen Sie mit Kommilitonen, die bereits ein Auslandssemester an Ihrer Wunschuniversität absolviert haben. Vielleicht haben diese Tipps für Sie und können Kontakte vermitteln.
  • Lassen Sie sich impfen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber, ob Ihr Impfschutz aufgefrischt werden muss oder ob Sie zusätzlichen Impfschutz benötigen. Das sollten Sie rechtzeitig in Angriff nehmen, da einige Impfungen mehrfach durchgeführt werden müssen. Fragen Sie auch bei der Krankenkasse nach, ob die Kosten erstattet werden. Klären Sie außerdem, ob Sie eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung während Ihres Auslandssemesters brauchen.

Checklisten für Orientierungsfragen und Planung

Auslandssemester ChecklisteAls besonderen Service für unsere Leser stellen wir Ihnen hier zwei Checklisten zum Gratis-Download als PDF zur Verfügung: Die erste Checkliste enthält 25 Orientierungsfragen, anhand derer Sie reflektieren können, was Sie mit dem Auslandssemester bezwecken und wie Sie Kontakte vor Ort knüpfen können.

Die zweite Checkliste enthält die obigen Planungsschritte der anderthalb Jahre vor Ihrem Auslandssemester, so dass Sie bequem abhaken können, was Sie bereits erledigt haben.

Auslandssemester finanzieren: So klappt’s

Sollten Sie ein Auslandssemester fest in Ihren Studienverlauf eingeplant haben – oder falls dieses sogar Pflichtbestandteil ist – müssen Sie aber nicht direkt verzweifelt den Kopf in den Sand stecken.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihr Auslandssemester finanzieren können, selbst wenn Sie aufgrund von universitären Richtlinien oder Zeitmangel nicht in der Lage sind, während Ihres Aufenthalts im Ausland zu arbeiten.

Manchmal ist eine Kombination aus verschiedenen Vorgehensweisen sinnvoll, um den für Sie besten Weg zu finden. Nehmen Sie sich daher am besten ein wenig Zeit, um Ihre Situation zu durchdenken und sich über eine oder mehrere der Möglichkeiten zu informieren.

  • Die Eltern um Hilfe bitten

    Diese Möglichkeiten nutzen viele Studenten ohnehin schon für ihr Studium in Deutschland, doch der Vollständigkeit halber soll es an dieser Stelle noch einmal erwähnt sein. Wenn Ihre Eltern die finanzielle Freiheit haben, Sie bei der Finanzierung Ihres Auslandssemesters zu unterstützen, ist dies eine besonders gute Möglichkeit, zumal diese Unterstützung meist ohne Zinsen und/oder als Zuschuss gewährt wird.

  • Einen Studienkredit aufnehmen

    Um ein Auslandssemester zu ermöglichen, können Sie sich an Ihre Bank wenden und sich über einen Studienkredit informieren. Dazu müssen Sie natürlich die entsprechenden Nachweise über Ihr Studium einreichen, doch bietet ein Kredit den Vorteil, dass Sie sich vorher überlegen können, wie viel Geld Sie für die Zeit benötigen. Nachteil sind natürlich die anfallenden Zinsen und die meist langfristige Rückzahlung.

  • Ein Stipendium nutzen

    Es gibt eine Vielzahl an Stiftungen, die Stipendien nicht nur für deutsche Universitäten vergeben, sondern auch Auslandssemester fördern. Genauere Informationen erhalten Sie beispielsweise beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), wo Sie auch verschiedene Stipendien finden können.

    Oft sind Stipendien aber an gute Leistungen und die persönliche Qualifikation des Kandidaten gebunden, beispielsweise gesellschaftliches, politisches oder religiöses Engagement. Das macht es vielleicht nicht ganz einfach, ein passendes zu erhalten.

    Andererseits fördern die Stipendien grundsätzlich analog zum Bafög, oft gibt es noch zusätzliche, zweckgebundene Gelder wie etwa für bestimmte Bücher oder Kinderbetreuung. Der Vorteil: Im Gegensatz zum Bafög müssen Stipendien nicht zurückgezahlt werden.

  • An einem Austauschprogramm teilnehmen

    Vermutlich kennt jeder Student das Austauschprogramm Erasmus, mit dem es möglich ist, eine Zeit seines Studiums an einer ausländischen Universität zu verbringen. Der große Vorteil: Wenn Sie Ihr Auslandssemester mit dem Erasmus Programm planen, sparen Sie sich die im Ausland oft sehr hohen Studiengebühren und erhalten zusätzlich noch eine monatliche Förderung. Diese reicht in der Regel nicht aus, um den gesamten Aufenthalt zu finanzieren, doch es ist ein guter Anfang.

  • Geld zur Seite legen

    Es ist ein etwas altmodischer Ratschlag, der gerne auch von Eltern gegeben wird, doch wer ein Auslandssemester finanzieren möchte, tut gut daran, sich diesen Rat zu Herzen zu nehmen. Da Ihr Auslandssemester nicht plötzlich vor der Tür steht, sondern bereits lange im Voraus geplant wird, haben Sie genügend Zeit, durch Jobs ein wenig Geld zur Seite zu legen und dies für anfallende Kosten zu nutzen.

Spartipps: So halten Sie die Kosten gering

Auslandssemester KostenEin Auslandssemester ist nicht günstig, doch die Kosten lassen sich zumindest beeinflussen. Mit diesen drei Tipps können Sie Geld sparen:

  • Erfahrungsberichte einholen. Sprechen Sie mit anderen Studenten, die bereits ein Semester an Ihrer Wunschuniversität verbracht haben. Was waren die größten Kosten, welche Ausgaben kamen unerwartet und wo hätte gespart werden können? So erfahren Sie auch, mit welchen Gesamtkosten Sie rechnen müssen.
  • Günstige Orte auswählen. Überall auf der Welt gibt es teure und günstigere Orte für Studenten. Informieren Sie sich deshalb, wie viel Sie beispielsweise für die Miete einplanen müssen oder ob es einen anderen Ort gibt, an dem geringere Kosten auf Sie zukommen würden.
  • Zimmer untervermieten. Es kann sinnvoll sein, für die Zeit Ihres Auslandssemesters Ihr Zimmer unterzuvermieten. Das erspart Ihnen die doppelten Wohnungskosten und Sie haben trotzdem die Gewissheit, dass Sie nach dem Auslandssemester in Ihr altes Zimmer zurückkehren können.

Wer geht ins Ausland und wann?

Die enge Taktung der Studieninhalte bei Bachelor und Master bietet ohnehin nur noch wenig Spielraum. Ein Auslandsaufenthalt muss nun deutlich besser geplant und abgestimmt werden, damit nach der Rückkehr ohne Zeitverlust weiterstudiert werden kann.

Laut einer Umfrage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes gehen die meisten Studierenden in höheren Semestern ins Ausland. Im Vergleich zu Bachelorstudenten gehen mehr als doppelt so viele Masterstudenten für einen studienbezogenen Aufenthalt ins Ausland.

Vorreiter sind dabei Studierende der Wirtschaftswissenschaften. Hier machen rund 36 Prozent ein Auslandssemester. Schlusslicht sind mit 19 Prozent die Ingenieurwissenschaflter.

Die beliebtesten Gastländer sind nach wie vor…

  • Großbritannien
  • Frankreich
  • Spanien
  • Schweden
  • Italien

Rund 60 Prozent der Studierenden entscheiden sich für einen Aufenthalt in einem westeuropäischen Land. Nur 14 Prozent wählen einen Aufenthalt in den USA und Kanada. Mit 12 Prozent liegt das Interesse an asiatischen Ländern nur geringfügig darunter.

Wo studieren? 5 Top-Unis, die Sie nicht auf dem Schirm hatten

Auslandssemester gute UniversitätenSollten Sie noch nicht wissen, an welcher Universität im Ausland Sie studieren wollen, haben wir einige Tipps für Sie, an die Sie bisher vermutlich noch nicht gedacht haben:

  • University of Edinburgh. Die Uni Edinburgh steht auf der Insel im Schatten von Cambridge und Oxford, zählt aber dennoch zu den besten Forschungsunis Europas. Bekannt sind die Schotten für ihre Veterinärmedizin, auch Informatik, Soziologie, Erdsystem- und Umweltwissenschaften inklusive Geographie genießen einen hohen Stellenwert.
  • Karolinska Institut. Wenigstens einmal im Jahr ist das Karolinska Institut in aller Munde. Immer dann, wenn ein Komitee der Uni den Medizin-Nobelpreis vergibt. Karolinska, gelegen bei Stockholm, ist eine rein medizinische Universität.
  • University of Manchester. Auch Manchester gilt als herausragende Forschungsuniversität, fächerübergreifend. In letzter Zeit schrieb die Uni im Bereich der Lebenswissenschaften sowie der Ingenieurwissenschaften positive Schlagzeilen.
  • KU Leuven. Im Städtchen Leuven, das auch unter dem deutschen Namen Löwen bekannt ist, sollen von fast 100.000 Einwohnern 40.000 Studenten sein, darunter 6.000 aus dem Ausland. Die KU Leuven ist Belgiens größte Uni.
  • Universität Leiden. In der Uni in Südholland studieren über 20.000 Menschen in sieben Fakultäten, darunter auch Jura und Medizin. Insgesamt bietet die älteste Uni der Niederlande momentan 46 Bachelor- und 73 Master-Studiengänge an.

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23. April 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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