Ausbildungsstart: Tipps für die ersten Tage als Azubi

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz war erfolgreich, Sie konnten ein Unternehmen überzeugen und stehen vor Ihrem Ausbildungsstart. Erst einmal ein großer Grund zur Freude, denn damit beginnt auch Ihre berufliche Laufbahn, Sie steigen endlich in die Praxis ein und können den Beruf erlernen, den Sie für sich ausgewählt haben. Leider kann der Ausbildungsstart aber auch schief gehen. Statt vom ersten Tag an zu überzeugen, hinterlassen Sie am Anfang einen schlechten Eindruck, der Ihnen möglicherweise noch lange nachhängt. Ein solch schlechter Ausbildungsstart lässt sich jedoch verhindern, wenn Sie an die wichtigsten Grundregeln denken und ein paar Dinge beachten. Welche Fehler in der ersten Tagen der Ausbildung besonders häufig gemacht werden und wie Ihr Ausbildungsstart zum Erfolg wird…

Ausbildungsstart: Tipps für die ersten Tage als Azubi

Diese Fehler sollten Sie beim Ausbildungsstart vermeiden

Mit dem Ausbildungsstart beginnt ein neues Kapitel. Sie haben die Schule hinter sich, vielleicht in der Zwischenzeit das ein oder andere Praktikum gemacht oder sogar zunächst einen Studiengang absolviert. Die Ausbildung ist in jedem Fall der nächste Schritt in die Berufstätigkeit und stellt den Einstieg in die Arbeitswelt dar.

Sie lernen das Handwerkszeug, das Sie zur Ausübung des Jobs benötigen, erwerben alle notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse und werden auf die Laufbahn in Ihrem Beruf vorbereitet. In den ersten Tagen gehen dabei viele noch von einer Art Schonfrist aus, die der Eingewöhnung dient. Diese kann es je nach Unternehmen durchaus geben und der Ausbildungsstart verläuft noch etwas ruhiger, als spätere Arbeitstage.

Dennoch sollten Sie den Ausbildungsstart sehr ernst nehmen, da Sie von Beginn an beobachtet und eingeschätzt werden. Wie Sie sich hier präsentieren und verhalten, kann den ersten Eindruck prägen und damit langfristig das Bild beeinflussen, dass Chef und Kollegen von Ihnen bekommen.

Leider lassen sich beim Ausbildungsstart häufig die immer gleich Fehler beobachten – die obendrein noch leicht zu vermeiden sind. Wir stellen Ihnen die häufigsten und schlimmsten Fehler beim Ausbildungsstart vor, damit Sie diese vermeiden können und sich ab dem ersten Tag im richtigen Licht präsentieren:

  • Schlechte oder fehlende Vorbereitung

    Während des Ausbildungsstarts werden Sie mit vielen neuen Dingen konfrontiert. Sie lernen den Chef und das Team kennen, mit denen Sie zusammenarbeiten werden und die Ihnen hoffentlich viel Wissen vermitteln können. Klar, dass Sie nicht schon vorher alles wissen können, das auf Sie zukommen wird. Dennoch ist es ein großer Fehler, vollkommen unvorbereitet in die ersten Tage der Ausbildung zu gehen.

    Informieren Sie sich im Vorfeld darüber, worauf großer Wert gelegt wird. Sprechen Sie mit den Personaler oder Ihrem neuen Vorgesetzten und stellen Sie Fragen, die von Ihrer Seite aus noch offen sind.

  • Unpünktlichkeit

    Ein Fehler, der nicht nur beim Ausbildungsstart einen schlechten Eindruck hinterlässt, doch gerade in den ersten Tagen wollen Sie nicht dadurch auffallen und in Erinnerung bleiben, dass Sie zuspät zur Arbeit gekommen sind. So ein Fauxpas – vor allem wenn es mehrmals vorkommen sollte – bleibt lange im Gedächtnis.

    Achten Sie deshalb unbedingt darauf, zum Ausbildungsstart pünktlich zu sein. Das bedeutet auch, dass Sie sich rechtzeitig informieren, wie Sie zur Ausbildungsstelle kommen und wo es auf dem Weg möglicherweise zu Verzögerungen kommen kann, damit Sie diese berücksichtigen und einplanen können.

  • Unzuverlässigkeit

    Der Chef gibt Ihnen zum Ausbildungsstart eine Aufgabe – und weil Sie noch anderes zu tun haben, bleibt diese unerledigt zurück. Ganz sicher nicht das Signal, das Sie Ihrem neuen Vorgesetzten senden wollen. Dieser soll sich auf Sie verlassen können, also geben Sie ihm gerade in den ersten Tagen keinen Anlass, daran zu zweifeln.

  • Selbstaufopferung

    Alles soll perfekt sein, Sie wollen größtmöglichen Einsatz zeigen und unter Beweis stellen, dass Sie zu den besten Azubis zählen, die der Betrieb je gesehen hat. Grundsätzlich gute Ziele, doch führt diese zum Ausbildungsstart leider bis zur Selbstaufopferung. Sie überfordern und überlasten sich selbst, kommen mit dem Druck nicht klar und vernachlässigen alles andere.

    Ihre Motivation in allen Ehren, doch sollten Sie sich niemals ausbeuten lassen – und sich auch nicht selbst ausbeuten.

  • Fehlende Entwicklung

    Eine Ausbildung dauert mehrere Jahre. Viel Zeit, um sich die Kompetenzen anzueignen und vieles erarbeiten Sie sich erst mit der Zeit und auf Grundlage des bereits Gelernten. Doch schon zum Ausbildungsstart sollte es keinen Stillstand, sondern spürbare Entwicklungen geben. Besonders die Aufgaben sollten nicht immer nur die gleichen sein, damit Sie auch wirklich etwas in verschiedenen Bereichen lernen können.

    Sollten Sie über Wochen nur ein und dieselbe Aufgabe erledigen – und es sich dabei möglicherweise noch um eine simple Aushilfstätigkeit handeln – sollten Sie mit Ihrem Vorgesetzten sprechen oder sich an die Personalabteilung wenden.

  • Angst vor Fehlern

    Ein besonders großer und häufiger Fehler ist die Angst davor Fehler zu machen. Mit dieser Angst geht einher, dass Patzer nicht angesprochen und Fehler unter den Teppich gekehrt werden. Wenn beim Ausbildungsstart also etwas nicht so klappt, wie es soll, versuchen viele Azubis, dies zu überspielen, um einen Fehler nicht eingestehen zu müssen.

    Nur so können Sie aber wirklich etwas lernen und es in Zukunft besser machen. Gerade am Anfang geht niemand davon aus, dass Sie perfekt sind und bereits alles beherrschen – dafür sind Sie schließlich in der Ausbildung. Haben Sie deshalb keine Angst davor, einen Fehler zu begehen und diesen auch zuzugeben. Entschuldigen Sie sich für den Fehler, fragen Sie nach und zeigen Sie, dass Sie dazulernen.

Ausbildungsstart: Mit diesen Tipps wird er erfolgreich

Wenn Sie die häufigsten Fehler vermeiden, sind Sie bereits auf einen guten Weg zu einem gelungenen Ausbildungsstart. Noch besser und erfolgreicher kann dieser werden, wenn Sie die folgenden Tipps beherzigen und aktiv daran arbeiten, die ersten Tage als Azubi positiv zu gestalten.

  • Gehen Sie auf andere zu

    Gerade zum Ausbildungsstart ist es hilfreich und sinnvoll, wenn Sie die Kollegen, mit denen Sie zusammenarbeiten und von denen Sie lernen sollen, kennenlernen und Kontakte knüpfen. Verlassen Sie sich nicht nur darauf, dass andere auf Sie zukommen, sondern machen auch Sie den ersten Schritt. Stellen Sie sich vor, zeigen Sie sich offen und interessiert und fragen Sie nach, wer in welchen Bereichen arbeitet und wie die Abteilungen zusammenkommen.

  • Passen Sie Ihren Dresscode an

    In jedem Unternehmen gibt es einen Dresscode. Dieser ist manchmal offiziell vorgeschrieben, in anderen Fällen gibt es keine festen Regelungen. Dennoch können Sie schnell erkennen, wie die Outfits der Kollegen aussehen. Ein wenig lockerer oder doch im Business-Outfit? Am besten informieren Sie sich bereits vor dem Ausbildungsstart, damit Sie bereits am ersten Tag den passenden Dresscode wählen können.

  • Achten Sie auf die Ansprache

    Wird an Ihrem Arbeitsplatz geduzt? Oder wird förmlicher mit „Sie“ angesprochen? Hier kann es zwischen Kollegen und Chef auch noch einmal Unterscheidungen geben, weshalb Sie genau darauf achten sollten, wie andere sich Ihnen gegenüber vorstellen und welcher Umgangston im Betrieb herrscht. So kommen Sie nicht in die unangenehme Situation, jemanden fälschlicherweise zu duzen.

  • Zeigen Sie Engagement

    Azubis sollten Tatendrang zeigen und mit Motivation und Begeisterung an neue Aufgaben herangehen. Das macht einen guten Eindruck und zeigt, dass Sie wirklich Lust haben, mitzuarbeiten und Neues zu lernen. Warten Sie nicht nur darauf, dass Ihnen Aufgaben gegeben werden, sondern suchen Sie auch aktiv nach Möglichkeiten der Mitarbeit und fragen Sie nach, wo Sie sich einbringen können.

  • Schreiben Sie mit

    In den ersten Tagen werden Sie mit vielen Informationen überschüttet. Damit nichts verloren geht, sollten Sie sich Notizen machen und alles mitschreiben, was für die weitere Ausbildung wichtig sein könnte. Nehmen Sie deshalb unbedingt einen Schreibblock und einen Stift mit, um vorbereitet zu sein.

  • Stellen Sie Fragen

    Es wird beim Ausbildungsstart irgendwann der Punkt kommen, an dem Sie die ein oder andere Frage haben. Halten Sie diese nicht zurück, sondern sprechen Sie Unsicherheiten direkt an. Egal ob es sich um organisatorische Fragen oder ein Anliegen zu einer Ihren Aufgaben handelt. Gerade zu Beginn der Ausbildung können Sie kaum zu viele Fragen stellen.

[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]
3. Juli 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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