Erstsemester: Hilfe für Ersties

Das Studium, unendliche Weiten mit zahllosen Chancen, neuen Möglichkeiten und unbekannten Herausforderungen – so oder so ähnlich wirkt es auf viele Erstsemester vor dem ersten Tag. Dieser Schritt markiert nicht nur den Übergang zwischen Schule und Berufsleben, sondern stellt auch eine enorme Wachstums- und Reifephase dar. Allerdings ringen Erstsemester bei all den Anforderungen, Erwartungen und Veränderungen oftmals um Orientierung. Damit Sie sich als Erstsemester zurechtfinden, zeigen wir Ihnen, worauf Sie beim Studienbeginn besonders achten sollten…

Erstsemester: Hilfe für Ersties

Erstsemester: Die Neulinge an der Hochschule

Erstsemester Studenten Tipps Duden Party Checkliste englisch AusstattungAls Erstsemester (auch: Erstsemestler, Erstis/Ersties) werden Studienanfänger bezeichnet, die im ersten Semester an der Hochschule eingeschrieben sind.

Viele Erstsemester (englisch = freshman/freshmen oder kurz: fresher) verlassen erstmals für längere Zeit ihren Geburtsort, um an einer Universität oder Fachhochschule zu studieren. Das Leben in den ersten Monaten kann eine regelrechte Reizüberflutung darstellen:

Neue Stadt, fremde Umgebung, fremde Leute, die erste eigene Bude. In ganz anderem Maße als zuvor ist Selbstorganisation gefragt. Es gilt nicht nur für Prüfungsphasen einen Lernplan zu erstellen, sondern den eigenen Alltag rund um das Unileben zu organisieren: Waschen, putzen, einkaufen.

Wie kommen Erstsemester an die erste eigene Wohnung?

Bevor es irgendwo hingeht, brauchen die meisten Erstsemester ein Dach über dem Kopf. Das ist allerdings leichter gesagt als getan: In beliebten Universitätsstädten wie Münster, Köln oder Frankfurt rennen sich die Studenten seit Jahrzehnten die Hacken ab. Zur Knappheit an Wohnungen gesellt sich der Teils vollkommen absurde und unbezahlbare Preis. Hunderte von Euro für winzige Zimmer, die kaum mehr als eine Abstellkammer sind – leider mittlerweile nicht mehr die Ausnahme, sondern alltägliches Problem für Erstsemester.

Heiß begehrt: Plätze im Studentenwohnheim, da diese meist unschlagbar günstig im Vergleich zu Appartements von Privatvermietern sind. Außerdem liegen sie oftmals zentral beziehungsweise in der Nähe universitärer Einrichtungen, so dass Sie im Glücksfall morgens nur aus dem Bett fallen brauchen und fast schon im Seminar sitzen.

Ebenfalls günstig, aber etwas komplizierter ist die Studenten-WG. Kompliziert deshalb, weil Vermieter die Mietverträge unterschiedlich handhaben:

  • Hauptmieter Die häufigste Art des Mietverhältnisses ist die Variante, dass es einen Hauptmieter gibt, die anderen Studis sind Untermieter. Für den Vermieter eine bequeme Sache, denn er muss sich in einer Vierer-WG statt mit vier Mietern nur mit einem herumschlagen.

    Für Sie als Nebenmieter ungünstig, denn wenn Sie sich mit dem Hauptmieter zerstreiten (nicht eingehaltener Putzplan und so weiter…), suchen Sie ganz schnell wieder nach einer Wohnung. Umgekehrt ist es für Sie als Hauptmieter riskant, wenn Ihre Mietbewohner eine miese Zahlungsmoral haben: Dann bleiben Sie im Ernstfall auf den Mietschulden hängen.

  • GbR Eine andere Möglichkeit ist die Gründung einer „Gesellschaft des bürgerlichen Rechts“ (GbR). Dann sind alle Mitbewohner haftbar und verantwortlich, dafür stehen aber auch alle im Mietvertrag und haben denselben Ansprechpartner.

    Der Nachteil: In Studenten-WGs herrscht häufig eine hohe Fluktuation. Falls jemand auszieht, muss also jedes Mal der alte Mietvertrag gekündigt und ein neuer mit den aktuellen Mietern aufgesetzt werden. Oder aber es wird eine entsprechende Klausel im Mietvertrag aufgeführt, die den Mieterwechsel gestattet.

  • Gleichberechtigter Mietvertrag Das Beste für Erstsemester, die noch nicht mit den Tücken des Mietverhältnisses vertraut sind, ist ein gleichberechtigter Mietvertrag. Dann erhält nämlich wie in einer Mietwohnung jeder Mitbwohner einen Mietvertrag.

    Im Gegensatz zu einer Mietwohnung beinhaltet der dann beispielsweise nicht drei Zimmer, Küche, Bad, sondern erstreckt sich üblicherweise auf ein Zimmer plus Mitbenutzung von Gemeinschaftsräumen wie Küche, Bad und eventuell Wohnzimmer. Um Stress bei etwaigen Schäden zu vermeiden, eignet sich hier ein Übergabeprotokoll, wenn einer der Mitbewohner auszieht.

Stellt sich nur die Frage: Wie kommen Sie an eine Unterkunft heran? Die besten Chancen haben Sie, in dem Sie sich frühzeitig darum bemühen, das heißt, sobald Sie die Zusage der Uni oder Fachhochschule zur Immatrikulation haben. Lokale Zeitungen und Stadtmagazine veröffentlichen ihren Wohnungsmarkt häufig online.

Die Studentenwerke informieren auf Ihren Webseiten über Mietmöglichkeiten von Appartements oder kleineren Wohnungen. Zusätzlich gibt es häufig eine Wohnbörse über Aushänge in der Mensa – von der Zwischenmiete mitten in der City bis zum Zimmer in der Land-WG ist hier alles vertreten.

Erstsemester: Schritt für Schritt ins Studienleben

Der wichtigste Grundsatz für Erstsemester lautet: Lassen Sie sich Zeit und gehen Sie Ihren Studienstart so gelassen wie möglich an. Natürlich sind Sie als frisch gebackener Student aufgeregt, nervös und gespannt und das ist völlig in Ordnung. Dennoch sollten Sie sich nicht dazu verleiten lassen, viel zu hohe Anforderungen an sich selbst zu stellen.

Der Hochschulbetrieb mit all seinen Mechanismen und Eigenheiten ist für Sie völlig neu, daher sollten Sie nicht von sich erwarten, alles im ersten Versuch zu schaffen. Gerade wenn Sie sehr leistungsorientiert sind, sollten Sie zu Beginn innerlich einen Schritt zurücktreten und tief durchatmen.

Zwar sind die Prüfungen des ersten Semesters in vielen Studiengängen für Ihre abschließende Bewertung relevant. Doch erstens zählen die Ergebnisse in der Regel nur anteilig – und machen dabei einen eher kleinen Teil des Gesamtergebnisses aus.

Zweitens stehen die ersten Prüfungen in der Regel am Ende des ersten Semesters. Sie haben also noch mehr als genug Zeit, um sich im zurechtzufinden, Ihre Kommilitonen, den Campus sowie alle Abläufe kennen zu lernen und das Studentenleben für sich zu entdecken.

Ihre Motivation in allen Ehren: Sich vom ersten Tag an im Lernen zu vergraben, ist oftmals die falsche Strategie. Denken Sie außerdem daran: Sie sind mit Ihren Problemen nicht allein. Anderen Ersties geht es genauso wie Ihnen. Vielleicht hat ja einer Ihrer Leidensgenossen gerade das Problem gelöst, das sich vor Ihnen aufbaut – und Sie können ihm eine andere Frage beantworten.

Außerdem kennen die Hochschulen die Probleme der Erstsemester sehr genau und bieten nicht nur spezielle Einführungsprogramme, sondern beantworten jederzeit bereitwillig Ihre Fragen – egal, wie blöd sie Ihnen vorkommen.

Erstsemester Party: Nicht nur feiern, sondern verbinden

Erstsemester Tipps Orientierungsphase Stundenplan StudentenWer an einer großen Universität studiert, ist erst einmal überfordert von der Anonymität und gleichzeitig von den vielen neuen Gesichtern. Das Schöne am ersten Semester ist aber, dass Ihre Kommilitonen ebenfalls auf der Suche nach neuen Kontakten sind.

Das macht es leichter andere kennenzulernen. Wenn Sie aufgeschlossen sind, werden sich Kontaktmöglichkeiten von ganz alleine ergeben. Partys sind eine Möglichkeit und haben den Vorteil, dass Sie andere in lockerer Atmosphäre kennenlernen oder einander einfach vorgestellt werden.

Gerade zu Beginn des Semesters, wenn noch keine Klausuren anstehen und das Lernen noch warten kann, finden zahlreiche Studentenpartys (Semesteranfangsparty) statt. Viele Fachbereiche legen Ihre Partys auf den Anfang des Semesters und auch WG- und Wohnheimpartys sowie Erstsemesterpartys finden statt. Das sind mehr Angebote als Sie wahrnehmen können, doch die Erstsemester- und die Fachbereichsparty sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Hier haben Sie die Chance Kommilitonen, die Ihnen bereits in Veranstaltungen begegnet sind, wiederzusehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Aber wir haben noch einige andere Tipps für Sie zusammengestellt, um als Erstsemester neue Kontakte zu finden:

  • Sprechen Sie Ihren Sitznachbarn an

    In Vorlesungen und Seminaren ergibt sich die Gelegenheit neue Leute kennenzulernen fast schon automatisch. Nutzen Sie die Minuten kurz vor Veranstaltungsbeginn und beginnen Sie ein kleines Gespräch mit Ihrem Sitznachbarn. Sprechen Sie beispielsweise über die Veranstaltung selbst oder tauschen Sie sich über Ihre Erfahrungen der ersten Tage aus. Vielleicht entdecken Sie Gemeinsamkeiten und gehen im Anschluss noch einen Kaffee trinken.

  • Machen Sie Hochschulsport

    Sport ist ideal für Erstsemester, um Kontakte zu knüpfen. Siege, Niederlagen und sportliche Wettkämpfe schweißen zusammen. Sport verbindet und sorgt für ein starkes Zugehörigkeitsgefühl. Die Auswahl ist so groß, dass Sie sich für eine bereits bekannte Sportart, die Sie gerne machen, entscheiden oder etwas völlig Neues ausprobieren können. Achten Sie jedoch darauf, die Anmeldefrist nicht zu verpassen.

  • Engagieren Sie sich

    Jeder Studiengang hat eine Fachschaft. Das sind Studenten, die sich für die Belange der Studierenden einsetzen. Sie vermitteln zwischen Studierenden und Professoren, organisieren die Orientierungsveranstaltungen und informieren über Aktuelles. Jeder Student kann sich dort einbringen und mitgestalten. Neben der Fachschaft gibt es zahlreiche hochschulpolitische Gruppen zu verschiedenen Themen, wie beispielsweise Umweltschutz oder Menschenrechte. Hier besteht die Möglichkeit, Studierende aus höheren Fachsemestern zu treffen.

  • Nutzen Sie soziale Netzwerke.

    Auch über Facebook und Co. können Sie Kommilitonen kennenlernen. Häufig werden Erstsemester- und Studienanfängergruppen gegründet. Halten Sie danach Ausschau und beteiligen Sie sich aktiv. Es ist eine wunderbare Plattform, um sich über die ersten Erfahrungen auszutauschen und Treffen zu organisieren.

So klappt der Einstieg für Erstsemester

Die ersten Tage an der Universität sind für die meisten Erstsemester anders, als sie es sich erhofft hätten. Wo muss ich hin? Wie erstelle ich meinen Stundenplan? Wie kann ich meinen Studentenausweis mit Geld aufladen?Fragen über Fragen, die einem durch den Kopf gehen.

Die Sicherheit der Schulzeit weicht dem Gefühl der Orientierungslosigkeit. Machen Sie sich deshalb aber keine Sorgen. Diese Unsicherheit ist am Anfang normal und den anderen geht es genauso wie Ihnen. Damit Ihnen trotz Nervosität der optimale Einstieg als Erstie gelingt, können Ihnen die folgenden Tipps dabei helfen, erfolgreich ins erste Semester zu starten.

Orientierung an der Universität

Einer der wichtigsten Tipps zuerst: Nehmen Sie an den Einführungs- und Orientierungsveranstaltungen teil! Fast jeder Fachbereich bietet spezielle Angebote für Erstsemester an. Sie dienen dazu, erste Hilfestellungen zu geben und den Neuankömmlingen den Einstieg zu erleichtern. Hier erfahren Sie, worauf es im Studium wirklich ankommt. Als weiteren Pluspunkt lernen Sie dort Dozenten, Fachschaftsvertreter und ganz besonders andere Ersties kennen.

Zusätzlich sind Hochschulrundgänge und Bibliotheksführungen sehr empfehlenswert. Hier erfahren Sie…

  • wo die zentralen Einrichtungen der Hochschule wie Mensa, Bibliothek und Studienberatungen liegen
  • welche sportlichen und kulturellen Angebote Ihre Hochschule bietet
  • wo Sie die Bücher und anderen Medien Ihres Studienfachs finden und wie Sie diese ausleihen können
  • in welchen studentischen Initiativen Sie sich engagieren können.

Für die Orientierung im sozialen Leben bieten die Fachschaften Kneipenrundgänge und/oder Ersti-Partys an. Oft sind das die besten Gelegenheiten, Freundschaften zu schließen und das Nachtleben Ihrer neuen Heimat zu erkunden – denn auch das gehört neben dem Lernen und der persönlichen Entwicklung zum Studentenleben dazu.

Zudem erhalten Sie von den Fachschaften nützliche Tipps zur Studienorganisation: Etwa,

  • welches Seminar Sie am besten bei welchem Professor besuchen,
  • wie viele Veranstaltungen Sie realistisch pro Semester schaffen können,
  • was Sie bei der Prüfungsvorbereitung beachten müssen und
  • mit welcher Frage Sie sich wohin wenden müssen.

Deswegen sind die studentischen Selbstverwaltungen neben der Studienberatung Ihr wichtigster Ansprechpartner.

Organisation des Studiums

Neben den ersten wichtigen Kontakten und der Orientierung auf Ihrem Universitätsgelände, müssen Sie am Anfang Ihres Studiums natürlich herausfinden, wie die gesamte Organisation des Studiengangs funktioniert.

Durch Bachelor-Studiengänge brauchen Sie sich nur noch wenig Gedanken darum zu machen, welche Pflichtveranstaltung Sie in welchem Semester besuchen müssen, da dies oft sehr detailliert vorgegeben wird. Dennoch müssen Sie einige Fragen klären, beispielsweise…

  • welche Vorlesungen und Seminare Sie tatsächlich belegen müssen,
  • wann und wo diese stattfinden und wie lange sie dauern,
  • welche Prüfungsleistungen Sie ablegen müssen,
  • bis wann Sie sich für Lehrveranstaltungen und Prüfungen anmelden müssen.

All diese Informationen und noch viele weitere finden Sie in der Studien- und Prüfungsordnung sowie im Vorlesungsverzeichnis, die Sie online auf der Homepage Ihres Instituts oder Fachbereichs finden sollten.

Haben Sie konkrete Fragen zu einer Vorlesung oder einem Thema, können Sie sich auch direkt an den Lehrstuhl wenden. Im Lehrstuhlsekretariat erfahren Sie,

  • was der jeweilige Professor voraussetzt, damit Sie die Prüfung bei ihm ablegen können,
  • welche Lektüre er für die Teilnahme an seiner Lehrveranstaltung erwartet,
  • welche Referatsthemen vergeben werden und
  • wann seine Sprechzeiten sind.

Welche Ausstattung sollten Sie als Erstsemester mitbringen?

Zunächst einmal gilt: Keine Sorge! Als Erstsemester brauchen Sie nicht viel, um erfolgreich in den Studienbetrieb einsteigen zu können. Damit Sie zu Beginn Ihres Studiums trotzdem richtig ausgerüstet sind, zeigen wir Ihnen hier, was Erstsemester unbedingt brauchen:

  • Schreibutensilien

    Wer schreibt, bleibt. Bei aller Technik sollten Sie nicht auf Stifte und Collgeblocks verzichten. Wir können uns Dinge nachweislich besser merken, wenn sie per Hand niedergeschrieben werden. Finden Sie eine Methode, nach der Sie sich Notizen machen – beispielsweise die Cornell Methode. Wer will, kann seine Mitschriften aus den Vorlesungen und Seminaren später im Computer abtippen – die Wiederholung unterstützt den Lerneffekt. Ebenfalls wichtig: USB-Sticks, Ordner, Klarsichthüllen, Marker, mehrfarbige Post-its – so bringen Sie Ordnung in Ihre Unterlagen aus verschiedenen Seminaren und Veranstaltungen.

  • Laptop

    Dennoch unverzichtbares Utensil ist der Laptop. Nicht unbedingt für direkte Mitschriften (das Geklapper der Tasten nervt eh), mehr für bequemes Arbeiten von unterwegs – in der Unibibliothek oder bei schönem Wetter draußen. Am Laptop erstellen Sie Powerpoint-Präsentationen oder schreiben Hausarbeiten. Unter 15 Zoll sollte es nicht unbedingt sein, da solche Größen für längeres Arbeiten am Bildschirm weniger geeignet sind. Achten Sie beim Kauf aufs Gewicht – zusammen mit ausgeliehenen Fachbüchern kommen schnell einige Kilos zusammen.

  • Tasche / Rucksack

    Apropos Gewicht: In irgendetwas müssen Sie Leihbücher und Laptop, Smartphone und sonstige Habseligkeiten transportieren. Eine Tasche oder ein Rucksack muss dafür möglichst leicht, aber dennoch stabil sein. Angebote gibt es hier wie Sand am Meer – informieren Sie sich und wählen Sie eine Variante, die zu Ihrem Geschmack und Geldbeutel passt.

  • Powerbank

    Irgendwann lässt selbst der stärkste Akku nach. Als mobile Steckdose für Smartphone und Laptop sollten Sie damit immer ausgerüstet sein. An der Uni gibt es zwar Steckdosen, doch die können auch belegt oder an eher ungünstigen Stellen verbaut sein.

  • Ohrstöpsel

    In Präsenzbibliotheken und in Lesesälen der Universitätsbibliothek wird für gewöhnlich um Stille gebeten. Trotzdem gehen Laufgeräusche oder Tuscheleien am Nachbartisch manchen Studi auf die Nerven. Auch die laute Musik des Mitbewohners ist nicht jedermanns Sache – als Erstsemester Ausstattung sind Ohrstöpsel daher ein Must-have, vor allem wenn Sie ohnehin Probleme mit der Konzentration haben.

Erstsemester Tipps: Daran sollten Sie denken

Das Erstsemester stellt die Weichen für ein erfolgreiches und glückliches Studium. Wer sich gut einlebt, positive Eindrücke sammelt, Freunde und Kontakte findet und die ersten Gehversuche als Akademiker meistert, ist in den folgenden Semestern zufriedener.

Bei all den Baustellen und Dingen, um die man sich kümmern muss oder möchte, kann man leicht einmal den Überblick verlieren. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir noch einmal die wichtigsten Erstsemester-Tipps für Sie zusammengefasst, die Ihnen dabei helfen, den Einstig als Erstie erfolgreich zu gestalten.

  1. O-Woche besuchen

    Heitere Trinkspiele, Gegröle und Gekicher – die Orientierungswoche ist zum Kennenlernen da und an vielen Unis Stoff für Legenden. Mit den neuen Kommilitonen zieht man durch die Innenstadt, schaut sich auf dem Campus um und lernt die besten Bars der Stadt kennen. In diese Kategorie fallen die berüchtigten Erstifahrten; das sind Wochenendausflüge, die von der jeweiligen Fachschaft organisiert werden. Daneben gibt es für nahezu jedes Fach auch (seriöse) Einführungsveranstaltungen, die fachliches Basiswissen vermitteln, und eine öffentliche Begrüßung. Rat für Erstsemester: Die erste Woche auf keinen Fall schwänzen.

  2. Stundenplan erstellen

    Trotz Bologna: Uni ist keine Schule. Den Stundenplan händigt hier nicht der Herr Klassenlehrer aus, jeder muss sich vielmehr seinen eigenen stricken – VOR dem Vorlesungsbeginn. Grundlage ist das offizielle Vorlesungsverzeichnis. Einfach im Internet einsehen und die richtigen Vorlesungen und Übungen rauspicken. Anfänger-Tipp: Stundenplan möglichst so legen, dass es wenig Pausen zwischen den Veranstaltungen gibt. Auch sinnvoll: Einen freien Tag komplett ohne Vorlesungen einbauen, üblicherweise den Freitag.

  3. Veranstaltungen kennen

    Vorlesungen, Seminar, Tutorium, Übung – Erstsemester werden mit verschiedenen Begriffen konfrontiert, die schnell zur Verwirrung führen können. Informieren Sie sich darüber, was hinter welcher Bezeichnung steht. Eine Vorlesung ist meist klar: Der Professor oder einer seiner Mitarbeiter redet, hält einen Vortrag und Studenten hören zu. Bei Seminaren und Übungen sieht das anders aus. Hier werden auch die Teilnehmer aktiv, bearbeiten Aufgaben, diskutieren, erstellen Referate und Präsentationen.

  4. Anmeldungen vornehmen

    Eine Anmeldung ist bei vielen Veranstaltungen Pflicht. Möglichst früh damit anfangen, in manchen Kursen gibt es ein Teilnehmerlimit. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, gilt: Wer zuerst kommt, studiert zuerst. Alle Anmeldungen erfolgen in der Regel online. Und nur wer regulär angemeldet ist, kann die jeweiligen Unterlagen im Netz einsehen.

  5. Karten besorgen

    Manche Unis haben ihr Kartenmanagement wohltuend verschlankt, in anderen gibt es für jeden Service eine eigene Karte. Dazu zählen Studentenausweis, Bibliotheks-, Kopier-, Mensa- und manchmal sogar Sport-Karte. Beispiel Mensa-Karte: Wer im studentischen Esstempel bar bezahlt, zahlt drauf; mit der Mensa-Karte ist es billiger. Daher schon mal Platz im Portemonnaie neben der Sparkassen- und der Payback-Karte schaffen. Außerdem beachten: Mensa- und Kopierkarte müssen regelmäßig aufgeladen werden. Also immer an das Kleingeld denken.

  6. E-Mail-Adresse checken

    Unmittelbar nach der Immatrikulation richtet die Uni der Regel für jeden Neuling eine eigene E-Mail-Adresse ein. Im Posteingang landen wichtige Nachrichten der Uni – über Anmeldungen und abgelaufene Bücher zum Beispiel. Das Postfach also bookmarken und zwischendurch immer wieder mal reinschauen.

  7. Fahrrad kaufen

    Ein günstiges Secondhand-Rad leistet von Münster bis Freiburg gute Dienste. Am besten vor Ort kaufen, in Studentenstädten floriert der Fahrradhandel. Außerdem: Gutes Schloss mitkaufen. Fahrraddiebstahl ist mittlerweile ein deutschlandweites Problem, die professionellen Diebesbanden sind flächendeckend aktiv. Oder Bikesharing-Angebote ausprobieren. Wer allerdings regelmäßig radelt, zahlt dabei zu viel. Alternative: Bus fahren.

  8. Uhr stellen

    Zeitmanagement ist an der Uni ein Zauberwort. Der erste wichtige Reminder für Erstsemester: Auf Uni-Zeit umstellen. Ganz konkret ist damit die akademische Viertelstunde gemeint. Eine 9-Uhr-Vorlesung im Vorlesungsverzeichnis bedeutet in der Realität: Sie beginnt um 9.15 Uhr. Das ist für den gesamten Tagesablauf (aufstehen, frühstücken, losfahren) wichtig. Es soll aber Professoren geben, die preußisch pünktlich anfangen.

  9. Apps runterladen

    Mit der richtigen App-Auswahl auf dem Smartphone ist der Uni-Alltag gleich viel entspannter. Brauchbare Hosentaschen-Begleiter gibt es unter anderem für die WG-Orga, Notenverwaltung, Mensa-Speisepläne, Finanzverwaltung und zum effektiveren Lernen. Informieren Sie sich, welche Apps Ihre Freunde nutzen oder ob es sogar ein spezielles Programm Ihrer Universität gibt.

  10. Campus abgehen

    Wer die O-Woche absolviert hat, ist mit der Geographie schon vertraut. Andernfalls macht es Sinn, sich schon vor dem Vorlesungsbeginn auf dem Gelände umzusehen; vor allem, wenn man ohnehin im Studentenwohnheim nebenan wohnt. Wo ist der Asta, wo das Sekretariat, wo die Fachschaft? Wo liegen meine Hörsaäle und wo ist eigentlich die Sporthalle? Andernfalls irrt man mit etwas Pech – trotz Google Maps – hoffnungslos auf dem Campus umher und verpasst früh den Anschluss.

  11. Kneipen testen

    Studieren soll Spaß machen. Daher kein schlechter Tipp: Das Semester mit einer Kneipentour einläuten, verschiedene Kneipen und Bars ausgucken, antesten und die beste zur künftigen Stammkneipe auserwählen. Für Kontaktsucher gilt: Die besten Uni-Freunde findet man in der Regel im ersten Semester. Wer ganz alleine und neu in der Stadt ist, sollte also dringend die Einführungsveranstaltungen (siehe Punkte 1) besuchen.

Fehler, die Sie als Erstsemester vermeiden sollten

Erstsemester Studenten Tipps Duden Party Checkliste englisch AusstattungAls Erstsemester gibt es viele Dinge zu tun – aber es gilt auch einige Fehler zu vermeiden, die das Leben an der Uni erschweren können:

  • Sie sind nicht informiert.

    Als Erstsemester in einer fremden Stadt und an bisher unbekannten Plätzen ist die Orientierung so eine Sache. Wichtig ist daher, dass Sie nicht erst zehn Minuten vor Vorlesungsbeginn schauen, wo Sie überhaupt hin müssen. Die Lagepläne der Universitätsgebäude und Hörsäle sind in den meisten Fällen online verfügbar. So vermeiden Sie, mit zehn Minuten Verspätung in eine Veranstaltung hineinzuplatzen.

  • Sie zeigen keine Eigeninitiative.

    Im Studium müssen Sie die Dinge selbst in die Hand nehmen. Warten Sie nicht darauf, dass sich jemand für Sie um etwas kümmert. Egal ob Stundenplan, Anmeldungen oder Vorbereitungen für Klausuren – ohne Eigeninitiative werden Sie schnell Schwierigkeiten bekommen.

  • Sie kontrollieren keine E-Mails.

    An Universitäten geht es ein wenig förmlicher zu – private Netzwerke wie Facebook oder Messenger wie Whatsapp sind nicht unbedingt das bevorzugte Medium zur Kommunikation. Erstsemester sollten daher regelmäßig ihren E-Mail-Account auf neue Nachrichten von der Uni oder Dozenten kontrollieren und entsprechend zügig beantworten.

  • Sie nutzen die Vorlesungen nicht.

    Nicht jede Vorlesung ist interessant. Manche sind sogar schlichtweg langweilig. Doch sollten Sie sich überlegen, wie Sie die Vorlesungen für sich nutzen. Setzen Sie sich zwei Stunden in den Hörsaal, um doch nicht mal eine Minute zuzuhören – oder lernen Sie in dieser Zeit den Stoff lieber selbstständig in der Bibliothek und erzielen bessere Ergebnisse?

  • Sie sind schlecht vorbereitet.

    Gerade für Erstsemester ist Vorbereitung unerlässlich. Je genauer Sie wissen, welche Module und Fächer im Studium auf Sie zukommen, desto besser und langfristiger können Sie planen.

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[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]
18. Oktober 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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