Studentenvertretung: Sprungbrett zur Karriere?

Volle Vorlesungspläne, noch vollere Hörsäle und ein enormes Volumen an Lernstoff – so sieht der Alltag für viele Studenten aus. Da soll man sich noch Gedanken über die Karriere machen? Ja, durchaus. Denn spätestens bei der Bewerbung wird man Sie nach einschlägigen Erfahrungen fragen. Und die lassen sich nicht nur im Praktikum oder Nebenjob gewinnen, sondern auch direkt an der Uni – in der Studentenvertretung

Studentenvertretung: Sprungbrett zur Karriere?

Studentenvertretung: Potenzieller Karrierehelfer für Studenten

Zugegeben, die wenigsten dürften die Studentenvertretung auf ihrer Hochschule auf dem Radar haben. Schon gar nicht als Karrieresprungbrett – es sei denn, sie sind politisch engagiert und streben beruflich in diese Richtung.

Doch das ist vielleicht etwas zu kurz gedacht. Tatsächlich weist die Studentenvertretung einige Vorzüge auf, an die mancher Studierende vielleicht nicht sofort denkt. So…

  • engagieren sich in der Studentenvertretung in der Regel Studenten verschiedener Jahrgänge – also auch Kommilitonen aus höheren Semestern.
  • können Sie dort Studenten treffen, die bereits Kontakte zu Unternehmen geknüpft haben.
  • können Sie sich mit Studenten in der Studentenvertretung über Studentenjobs und verschiedene Jobchancen austauschen.
  • treffen Sie dort Studenten an, die sich auch in anderen Bereichen und Gremien engagieren.
  • kommen Sie mit Kommilitonen in Kontakt, die schon über ein Netzwerk verfügen und Ihnen möglicherweise auch den einen oder anderen Tipp und Kontakt vermitteln können.

Kurz: Die Studentenvertretung ist der ideale Ort zum Austausch und Netzwerken. Hier erfahren Sie nicht nur nützliche Informationen rund um das Studium, sondern eben auch über den Weg nach dem Studium.

Studentenvertretung: Chancen durch Engagement

Dieser Netzwerkeffekt und Erfahrungsaustausch ist dann am effektivsten, wenn Sie sich selbst in der Studentenvertretung engagieren und aktiv einbringen. Die Aufgaben können vielfältig sein und von der Organisation von Events über die Verteilung von Mitschriften bis hin zur Abstimmung mit Lehrkräften und der Koordination von Aktionen verschiedener Studiengänge reichen.

An manchen Hochschulen gehört auch die Organisation von Orchideenfächern oder Zusatzangeboten für Studenten zu den Aufgaben der Studentenvertretung.

Oft stellt das Engagement in diesem Bereich jedoch nur einen Einstieg in andere studentische Gremien mit mehr Kompetenz und Verantwortung dar. Wie viel Zeit Sie dann letztlich investieren wollen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Aber schon bei geringem Zeiteinsatz sprechen fünf gute Gründe für das Karrieresprungbrett Studentenvertretung:

  1. Hochschulpolitik

    Sowohl in der Studentenvertretung als auch in anderen Gremien werden Sie mit Hochschulpolitik in Berührung kommen und viel über die Funktionsweise der entsprechenden Abläufe lernen. Auch wenn Hochschulpolitik etwas anders ist, ähneln die Prinzipien und Abläufe doch stark unternehmensinternen Gremien und den dort stattfindenden Entscheidungsprozessen. Die hier erworbenen Kenntnisse und Erfahrung werden Ihnen daher später im Berufsleben durchaus nutzen können.

  2. Organisationsfähigkeiten

    Nicht nur bei der Organisation von Events oder Partys, auch bei der Vorbereitung von Zusatzkursen und anderen studentischen Angeboten können Sie sich jede Menge Wissen aneignen, die Sie nicht nur im Studium, sondern später auch beruflich weiterbringen.

  3. Diplomatische Fähigkeiten

    Egal ob im Austausch mit dem Hochschulsekretariat, bei der Vermittlung zwischen Studenten und Lehrkräften oder in Hochschulgremien: In allen Bereichen sind Ihre diplomatischen Fähigkeiten gefordert. Auch wenn diese zu Beginn vielleicht nicht Ihre Stärke sind, werden Sie diese durch kontinuierliche Übung weiterentwickeln. Gelegenheiten dazu bietet die Studentenvertretung zuhauf.

  4. Netzwerk

    Durch Ihr Engagement in der Studentenvertretung werden Sie nicht nur Studenten, sondern auch Lehrkräfte, freie Dozenten und oft genug auch Unternehmensvertreter kennenlernen. Diese Kontakte bieten Ihnen nicht nur Gelegenheit, Ihre Netzwerk- und Kommunikationsfähigkeiten zu erproben, sondern auch das berühmte Vitamin B bei der späteren Jobsuche.

  5. Ehrenamtliches Engagement

    Es klingt ein wenig berechnend und sollte nicht Ihre Hauptmotivation für das Engagement in der Studentenvertretung sein. Doch handelt es sich hier um ehrenamtliches Engagement, das sich in Ihrem Lebenslauf gut machen wird. Damit können Sie Ihr Profil und beruflichen Werdegang um eine wichtige Facette bereichern.

Neben diesen fünf Gründen bietet sich allerdings noch eine weitere Fähigkeit, die durch das Engagegement in der Studentenvertretung trainieren können: Selbstorganisation. Wer sein Studium plus Ehrenamt unter einen Hut bekommen will, muss sich selbst organisieren und strukturiert arbeiten können. Diese Fähigkeit zum Selbstmanagement ist für viele Arbeitgeber und in vielen Berufen ein starkes Argument beziehungsweise von Vorteil.

Ist die Studentenvertretung also ein Sprungbrett für die Karriere? Wir finden: ja.

[Bildnachweis: Francesco83 by Shutterstock.com]
12. März 2014 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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