Studentenwerk: Ansprechpartner rund ums Studium

Das Studentenwerk als vielfältige Anlaufstelle haben nur wenige Studenten auf dem Radar. Rund 20.000 Beschäftigte in knapp 60 Studentenwerken sind für das Wohl der Studierenden zuständig. Wer Bafög beantragen will, Fragen zum Studieren mit Kind hat oder einfach nur preisgünstig leckeres Essen sucht, ist dort genau richtig. Und Jobs gibt’s beim Studentenwerk auch…

Studentenwerk: Ansprechpartner rund ums Studium

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Studentenwerk: Aufgabenbereiche von Mensa bis Soziales

Wer sich für ein Studium an einem Hochschulort entschieden hat, steht meist vor diversen Herausforderungen: Der Umzug in eine fremde Stadt, oft die Frage nach der Studienfinanzierung und viele allgemeine Fragen. Hilfe können Neuankömmlinge beim zuständigen Studentenwerk bekommen. Das Studierendenwerk Berlin drückt es so aus: „Lehre und Forschung machen die Hochschulen. Den Rest machen wir.“ Die Hauptaufgaben liegen hier:

1. Studienfinanzierung

Ohne Moos nichts los: So die Kurzformel. Eigentlich sollten Studierende sich voll und ganz ihrem Studium widmen könnenn. Studentenjobs können zwar interessante Einblicke in die Praxis bieten, aber oft verzögern sie eben auch das Studium. Aber Miete und Lebenshaltungskosten wollen irgendwie bezahlt werden.

Können die Eltern finanziell nicht unterstützen, ist das Bafög eine gute Alternative. Seit 50 Jahren können Studierende Bafög erhalten. Dabei wissen viele gar nicht, dass sie Anspruch haben. Oft haben sie sich nicht mit den Bedingungen auseinandergesetzt. Der große Vorteil: Die Hälfte der Summe wird geschenkt, die andere Hälfte wird als zinsloses Darlehen gewährt.

Studentenwerk Jobs: Nicht nur für Studierende

Das Studentenwerk berät auch bei etlichen anderen Finanzierungsmöglichkeiten. So gibt es häufig eine Jobbörse – auch in eigener Sache:

Studentenwerk Jobs

Und wem das Bafög nicht reicht, weil er noch etwas Kohle für den Urlaub in den Semesterferien ansparen will, der kann sich immer noch einen Minijob bis zu 450 Euro suchen. Danach wird der Job allerdings anteilig auf das Bafög angerechnet.

Daneben können sich Studierende über verschiedene Vergünstigungen wie etwa Studentenrabatte informieren. Viele Handyanbieter haben extra Studententarife, auch ist meist eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag möglich, sofern Sie einen Bafög-Bescheid vorlegen können.


2. Verpflegung

Ganz gleich, ob Mensa, Cafeteria, Bistro oder Kaffeebar: Die Studentenwerke sind ganz vorne, wenn es um das leibliche Wohl von Studierenden geht. Frisch von Zuhause ausgezogen, beherrschen viele Erstsemester gerade mal die hohe Kunst des Wasserkochens. Und wer nicht gerade an einer Campusuni wohnt, hat bei vollem Stundenplan gar nicht erst die Zeit, sich selbst etwas zu kochen.

Für Abwechslung sorgen die gastronomischen Einrichtungen der Studentenwerke. Und die sind mehr als willkommen, immerhin 80 Prozent aller Studierenden nutzen sie. Und sie bieten einen weiteren Vorteil: Ein vielfältiges Angebot zum kleinen Preis – da kann kein Restaurant mithalten. Gleichzeitig dienen die Mensen als Ort des sozialen Austauschs. Hier bilden sich bereits neue Lerngruppen (Tipps in diesem PDF), wird für die Prüfung der Lernplan erstellt.

3. Wohnraum

Der Löwenanteil der monatlich zur Verfügung stehenden Gelder geht für die Studentenbude drauf. Dem Deutschen Studentenwerk zufolge geben Studierende im Schnitt rund 330 Euro fürs Wohnen aus. Wer allerdings in München studiert, dürfte damit nicht hinkommen: Dem aktuellen Studentenwohnreport zufolge kostet dort eine Musterwohnung 802 Euro. Beim Studentenwerk stehen die Bedürfnisse der Studierenden im Vordergrund. Sie betreiben Wohnheime und Wohnanlagen, die teilweise bereits möbliert sind. Außerdem zahlen die Studierenden gemessen am lokalen Durchschnittspreis meist eine niedrigere Warmmiete.

Monatsmieten in Wohnheimen des Deutschen Studentenwerks liegen bei durchschnittlich 260 Euro. Nicht selten sind Telefon- und Internetanschluss bereits enthalten. Häufig liegen sie zentral oder sind nahe am Campus gelegen. Beliebt sind diese Wohnheime und Wohnanlagen gerade bei Erstis und internationalen Studenten, die sich mit dem hiesigen Wohnungsmarkt nicht auskennen und oftmals auf große Schwierigkeiten stoßen. Selbst wer zu Semesterbeginn immer noch ohne passende Bleibe ist, kann auf Hilfe in Notsituationen hoffen.

Studentenwerk München: Wohnen für Hilfe

Seit Jahren wird bezahlbaren Wohnraum immer knapper. Gleichzeitig steigen die Studierendenzahlen. Um der Wohnungsnot zu begegnen, beschreitet das Studentenwerk München alternative Wege. Seit 25 Jahren gibt es das Projekt Wohnen für Hilfe. Hierbei handelt es sich um eine Wohnpartnerschaft mit Senioren: Die Zimmervermittlung läuft hier gegen Hilfe im Haushalt.

Beispielsweise kann Unterstützung im Garten, beim Kochen oder beim Einkaufen anfallen. Der monatliche Aufwand beträgt eine Stunde pro Quadratmeter, an Kosten fallen lediglich Nebenkosten an. Bundesweit beteiligen sich 20 Studentenwerke an diesem Projekt. Allerdings ist es ausdrücklich als Ergänzung zu sonstigen Mietverhältnissen gedacht.


4. Internationale Belange

Deutsche studieren im Ausland, ausländische Studierende studieren in Deutschland: Der internationale Austausch ist nicht nur erwünscht, sondern die Studentenwerke fördern ihn ausdrücklich. Das geschieht durch Partnerschaften, Austauschprogramme und weltweiten internationalen Kooperationen. Diese finden mit etlichen europäischen Ländern wie Frankreich und Polen, aber auch China, Japan und Amerika statt.

Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit Frankreich, da sich strukturell hier viele Beratungsangebote denen in Deutschland ähneln. Durch die langjährigen Beziehungen zu französischen Studentenwerken auf fachlicher Ebene, sind auch deutsch-französische Begegnungen zwischen Studenten möglich. Projekte in kulturellen Bereichen wie Kunst, Musik und Theater, Bereiche im Sport, im Umweltschutz oder in der Wissenschaft finden Unterstützung. Dabei ist auch immer die Integration ausländischer Studierender in Deutschland ein Anliegen. Nach den USA und Großbritannien ist Deutschland auf Platz drei der beliebtesten Studienländer. Ein Grund dafür liegt neben der guten Ausbildung auch darin, dass das Studium hier im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gebührenfrei ist.

5. Sozialberatung

Nicht nur die Zentrale Studienberatung hilft bei persönlichen Problemen rund um die Studienorganisation weiter, auch das Studentenwerk übernimmt diese Aufgabe. Dazu können eine Reihe von Fragen und Schwierigkeiten gehören, beispielsweise:

  • Wie finanziere ich mein Studium? Welche Gelder stehen mir zu (zum Beispiel Kindergeld)?
  • Welche staatlichen Möglichkeiten (Wohngeld, Wohnungsberechtigungsschein) und Vergünstigungen gibt es (wie verbilligte Eintritte)?
  • Was ist bei der Krankenversicherung zu beachten?
  • Wie sieht mein rechtlicher Status als Ausländer aus?
  • Wer vermittelt bei Streit mit Eltern, Behörden oder Mitbewohnern?
  • Was kann ich bei Streit mit dem Vermieter tun, welche Rechte habe ich?
  • Wer hilft bei Studierenden mit Behinderung?

Die unterschiedlichen Beratungsangebote für Studenten sind ausdrücklich als Angebot gedacht, die jeder nutzen kann. Nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern idealerweise vorab. Denn eine gründliche Planung kann bereits dabei helfen, das noch ungewohnte neue Leben als Student richtig zu organisieren. So müssen bestimmte Schwierigkeiten – etwa infolge von Zahlungsverzug und Ähnlichem – erst gar nicht auftreten.

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Studentenwerk als Anstalt des öffentlichen Rechts

Studentenwerke – auch Studierendenwerke genannt – verstehen sich als Ansprechpartner für alle Studenten bei Fragen, die in erster Linie die Studienbedingungen betreffen. Kleinere Universitäten oder Fachhochschulen betreuen etwa 1.300, große bis zu 125.000 Studierende. Dementsprechend vielfältig ist das Angebot. Studentenwerke gehören nicht zur Hochschule, sondern sind eigenständige Institutionen, die seit den 70er Jahren als Anstalt des öffentlichen Rechts firmieren. Ursprünglich sind sie hervorgegangen aus studentischen Selbsthilfevereinen und akademischen Hilfswerken. Diese schlossen sich nach dem Ersten Weltkrieg zusammen, um verarmten Studenten ein Studium zu ermöglichen.

Diesen Sozialauftrag hat jedes Studentenwerk bis auf den heutigen Tag. Ganz gleich, ob es um günstiges Essen oder faire Mietpreise geht: Im Gegensatz zu Investoren verfolgt das Studentenwerk keine Gewinnabsichten. Die Finanzierung läuft im Wesentlichen über drei Wege:

  • Staatliche Zuschüsse durch Bund und Länder (letzteres überwiegend)
  • Sozialbeitrag aller Studierenden (Teil des Semesterbeitrags)
  • Umsätzen aus Vermietungen und Mensa

Zuständigkeit: Studentenwerk Gießen, Würzburg oder Osnabrück?

Die Studentenwerke sind über ganz Deutschland verteilt. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) stellt eine virtuelle Deutschlandkarte mit den Standorten zur Verfügung. Wer sein zuständiges Studentenwerk sucht, wird HIER fündig.



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[Bildnachweis: belugasan1988 by Shutterstock.com]

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