Studentenbude: Tipps fürs erste eigene Zuhause

Das erste Mal so richtig von Zuhause weg, und zwar nicht nur für einen Urlaub: Das bedeutet die Studentenbude. Für viele beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt. Nicht nur, weil die Schule beendet ist und Sie es erstmals weitestgehend selbst in der Hand haben, wie Sie sich und Ihr Studium organisieren. Oftmals trennen sich auch im sozialen Umfeld die Wege, einen Großteil der Mitschüler und Lehrer werden Sie vermutlich höchstens auf Klassentreffen wiedersehen. Meist erfordert der Umzug in eine neue Stadt, dass Sie sich orientieren und völlig neu anfangen müssen. Gerade ohne Kontakte ist es oftmals schwer, an eine Studentenbude zu kommen. Immerhin erleichtert das Internet heutzutage die Suche. Was Sie rund um Ihr erstes eigenes Zuhause wissen müssen, erfahren Sie hier…

Studentenbude: Tipps fürs erste eigene Zuhause

Studentenbude: Was ist das?

Der Begriff Bude ist aus vielerlei Zusammenhängen bekannt: Im Ruhrgebiet ist Bude ein Synonym für Kiosk. Auf der Kirmes – hier in Münster unter Send bekannt – werden die verschiedenen Jahrmarktsstände ebenfalls als Buden bezeichnet.

Gemeint ist damit bis auf den heutigen Tag ein Laden oder eine kleine Wohnung. Die Studentenbude ist also die erste (meist eher kleine) Wohnung eines Studierenden. Je nach Unistandort, dem hiesigen Wohnungsmarkt mit seinen Mieten und den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln fällt die Studentenbude aus.

Eine Studentenbude in einem Wohnheim oder zur Untermiete kann sich in den Rechten und Pflichten durchaus von einem Studentenzimmer in einer Studenten-WG unterscheiden.

Gerade ältere Wohnheime bestehen teilweise aus langen Fluren mit Gemeinschaftsküche und Gemeinschaftsbädern. Von den Fluren gehen jeweils die Studentenbuden mit 10 bis 12 Quadratmeter ab. Je nach Größe und Gemeinschaftswillen der Bewohner kann man hier anonym nebeneinander her leben.

Wer hingegen eine Studentenbude zur Untermiete hat, hat teilweise keinen separaten Eingang und damit fast schon automatisch „Familienanschluss“. Das ist nicht immer die erste Wahl, zumal manche Vermieter ihre (erwachsenen!) Untermieter gerne gängeln. Sehr beliebt bei einigen: Kein Herren- beziehungsweise Damenbesuch ab 22 Uhr!

Studentenbude finden: Schwierige Wohnungssuche

Seit 2010 sind die Mieten bei Neuvermietungen in Universitätsstädten um bis zu 70 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Sie beruht auf der Datenauswertung von Inseraten der Internetplattform ImmobilienScout24 für 15 Städte.

Verglichen wurde das idealtypische Studentenzimmer, also Wohnungen um die 30 Quadratmeter beziehungsweise WG-Zimmer in Universitätsnähe. Dabei stellte sich heraus, dass bis 2017 vor allem die großen Universitätsstädte einen enormen Preissprung nach oben gemacht haben.

Allen voran die bayrische Landeshauptstadt München: Sie liegt rund ein Viertel über der zweitteuersten Stadt Stuttgart. Wer eine Studentenbude in München sucht, muss sich auf Mietpreise um die 19 Euro pro Quadratmeter einstellen. Weitere Quadratmeterpreise sind:

  • Stuttgart: 14,90 Euro
  • Frankfurt: 14 Euro
  • Hamburg: 12 Euro
  • Heidelberg: 12 Euro
  • Berlin: 11 Euro
  • Bonn: 11 Euro
  • Köln: 11 Euro

Eine Entspannung ist derzeit nicht absehbar, im Gegenteil zum Zeitpunkt der Studie (1. Halbjahr 2017) gingen die Autoren davon aus, dass auch zukünftig die Mietpreise weiterhin ansteigen. Gründe dafür:

  1. Unter anderem weiterhin steigende Studierendenzahlen, die die Nachfrage in die Höhe treiben. Allerdings steigt der Bedarf an sogenannten Singlehaushalten seit Jahren kontinuierlich. In Großstädten und Ballungsräumen wie etwa Frankfurt konkurrieren Studierende direkt mit Senioren und Berufspendler – ohne jedoch über deren finanzielle Möglichkeiten zu verfügen.

    Auch die 2015 vielbeschworene Mietpreisbremse richtet wenig aus, da sich etliche Vermieter schlichtweg nicht daran halten. Letztlich bestimmen Angebot und Nachfrage die Mietpreise: Es wird seit Jahren zu wenig gebaut beziehungsweise, wenn dann nicht die dringend benötigten Kleinwohnungen.
  2. Ein weiterer Grund ist, dass die neu vermieteten Studentenbuden oftmals möbliert sind. Auch dies ein gern angewandter Trick von Vermietern, den Mietpreis in die Höhe zu treiben, denn über den Zustand der Wohnung beziehungsweise der Möbel sagt der Begriff „Neuvermietung“ nichts aus – lediglich, dass ein Mieterwechsel stattfindet.

    Fairerweise muss gesagt werden, dass gerade bei privaten Trägern von Wohnheimen die Studentenbuden oftmals nach modernen Kriterien ausgestattet sind. Wahnsinnige Individualität dürfen Sie hier auch nicht erwarten, dafür aber hohe Mindeststandards, das heißt, Sie finden qualitativ hochwertige Einbauküchen, Böden und Bäder vor. Nicht zuletzt für auswärtige und ausländische Studierende ist dies ein großer Vorteil, erspart es doch die hohen Anschaffungs- und Umzugskosten.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die derzeitigen Mieten in den untersuchten 15 Universitätsstädten im direkten Vergleich mit dem Jahr 2010:

Studentenbude Mietpreisvergleich 2010 2017

[Quelle: IW Köln, ImmobilienScout24]

Studentenbude: Wie komme ich an eine Unterkunft?

Das heißt: Bevor es ans Einrichten der Studentenbude geht, muss erst einmal eine gefunden werden. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die gängigsten Quellen:

  • Studentenwerk

    Hier sind vergleichsweise günstige Studentenbuden zu bekommen, sowohl als Appartement als auch WG-Zimmer. Hier ist es ratsam, sich noch deutlich vor Studienbeginn auf Wartelisten setzen zu lassen. Bei freiwerdenden Zimmern werden Sie oftmals informiert – genaue Modalitäten sollten Sie mit den zuständigen Ansprechpartnern absprechen.

  • Schwarzes Brett

    Dem Internet zum Trotz sollten Sie die analogen Suchmöglichkeiten nicht aus den Augen verlieren. Dazu gehört auch das Schwarze Brett. Aushänge im Studentenwerk, in der Mensa, in den Fakultäten – selbst in Supermärkten gibt es oftmals die Gelegenheit dazu. Schöpfen Sie jede Möglichkeit aus.

  • Internet

    Es gibt Online-Wohnungsmärkte wie Immobilienscout24.de, aber auch auf Studis spezialisierte Plattformen wie WG-gesucht.de, über die Sie nach einer geeigneten Studentenbude in Ihrer Stadt suchen können.

  • Zeitungen

    Ebenfalls analog, aber nicht zu vergessen, sind Annoncen in Zeitungen. Gerade ältere Eigentümer schätzen diesen Kanal nach wie vor. Außerdem bieten lokale Zeitungen und Zeitschriften deutlich eher Wohnraum in der Stadt, in der man sich befindet. Oftmals haben Lokalzeitschriften oder Stadtmagazine eine Webseite mit den Wohnungsangeboten in digitaler Form vorliegen. Wer von außerhalb stammt, kennt diese oftmals nicht und kann nicht gezielt danach im Internet suchen. Wer offenen Auges sich umschaut, stolpert dann eher zufällig über solche Möglichkeiten.

  • Netzwerk

    Bauen Sie schnellstmöglich ein Netzwerk im Unistandort auf. Der oben zitierten Studie zufolge werden viele Studentenbuden und Wohnungen quasi „unter der Hand“ weitervermittelt. Das heißt, es kommt gar nicht erst zum Leerstand, das Zimmer taucht somit nicht in den genannten Quellen auf, weil Vormieter und Mieter sich kannten und die Studentenbude so direkt weitervermittelt wurde.

Wenn alle Stricke reißen: Dieser junge Mann hat aus der Not eine Tugend gemacht. Ist sicherlich nicht für jeden geeignet, aber eine Möglichkeit: Ein Wohnwagen als Studentenbude.

Studentenbude einrichten: So wird’s gemütlich

Damit Ihre Studentenbude gemütlich wird, hier ein paar Tricks und Kniffe:

  • Streichen Sie in hellen Farben. Vor allem bei der Decke sollten Sie dunkle Farben meiden, da das Räume automatisch kleiner wirken lässt. Besonders ungünstig ist das bei Studentenbuden, bei denen es sich um ausgebaute Kellerzimmer handelt. Hier sind Depressionen vorprogrammiert!
  • Nutzen Sie den vorhandenen Platz sinnvoll. Sie wollen hoch hinaus? Kein Problem – mit einem Hochbett können Sie das schon einmal real umsetzen. Der Vorteil: Sie nutzen den vorhandenen Platz, denn unter einem Hochbett können Sie Ihren Schreibtisch (je nach Lichtverhältnis!), ein Sofa oder Bücherregale verstauen.
  • Lassen Sie sich durch Bastelmagazine inspirieren. Es gibt viele Zeitschriften, die zeigen, wie sich mit wenigen Handgriffen aus unscheinbaren Gegenständen echte Hingucker gestalten lassen.
  • Hängen Sie Spiegel auf. Gerade große Spiegel vergrößern den Raum optisch. Berücksichtigen Sie vor dem Kauf jedoch, ob Sie über genügend Fläche zum Anbringen verfügen. Wer viele Fenster und eher hohe Schränke hat, kann womöglich nur kleinere Spiegel anbringen. Eine Alternative kann die Rückwand eines Schrankes sein, wenn der Schrank beispielsweise als Raumtrenner fungiert.

Studentenbude einrichten: So kommen Sie an Möbel, Geschirr und Co.

Die meisten Studierenden haben eins gemeinsam: Wenig Geld. Wer nicht gerade ein duales Studium macht, verdient oft kein eigenes Geld. Die Miete für die Studentenbude und das, was zum Leben benötigt wird, kommen entweder von den Eltern, Bafög oder von einem Studentenjob.

Wer nicht gerade aus wohlhabendem Hause stammt, wird sich also auf das Notwendigste begrenzen müssen, meist lässt der Platz sowieso nichts anderes zu. Wie lässt sich eine Studentenbude unter diesen Bedingungen gut einrichten? Einige Möbelhäuser bieten Ideen zum Studentenzimmer einrichten an, wie Ikea zum Beispiel.

Eine komplett neue Einrichtung aus einer Serie kann sich nicht jeder leisten, es gibt aber günstige Alternativen:

  • Haushaltsauflösungen

    Möbel- und Trödelläden können wahre Fundgruben sein. Die Gegenstände dort stammen meist aus Haushaltsauflösungen bei Todesfällen oder Umzügen. Egal, ob Sie noch Töpfe oder einen gemütlichen Sessel benötigen – es gibt fast nichts, was sich dort nicht finden lässt.

  • Kleinanzeigen

    Ebay-Kleinanzeigen, aber auch in Zeitungen finden sich unter dieser Rubrik Möbel und Ähnliches, das günstig verkauft wird.

  • Second Hand

    Fragen Sie Ihre Verwandten, Freunde und Nachbarn, erzählen Sie, dass Sie demnächst zum Studieren wegziehen und dass Ihnen für Ihre Studentenbude noch das eine oder andere fehlt. Viele Leute haben Gegenstände doppelt. Unbenutzt liegen sie auf den Dachböden oder im Keller, dabei würde sich eine andere Person darüber freuen.

  • Sperrgut

    In einigen Orten gibt es einen festen Sperrguttermin, zu dem die nicht benötigten Möbel und Haushaltsgegenstände an die Straße gestellt werden müssen. Nicht selten werden völlig intakte Stühle oder Geschirr herausgestellt, weil die Besitzer etwas Neues haben.

  • Verschenkgruppen

    Es gibt im Internet (beispielsweise auf Facebook) verschiedentlich Gruppen, auf denen Leute ihre Sachen verschenken. Von Kleidung über Elektrogeräte bis hin zu Möbeln ist alles vertreten.

Diese Möglichkeiten haben den Vorteil, dass Sie erst einmal eine Grundausstattung haben, während Sie sich in Ruhe nach geeigneten Möbeln umgucken können, wenn gerade Geld übrig ist. Darüber hinaus bietet so ein Stilmix etwas, das Einrichtungen aus einem Guss oft nicht haben: Gemütlichkeit.

Möbel haben eine Geschichte – ganz gleich, ob jemand ein Faible für Antiquitäten oder Retro-chic aus den Siebzigern hat. Ein weiterer, unschlagbarer Vorteil: Wenn nach der Party Kratzer auf dem Sperrmüll-Tisch sind, ist das nicht ganz so ärgerlich wie bei völlig neuen Möbeln.

[Bildnachweis: Prostock-studio by Shutterstock.com]
12. Dezember 2017 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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