Wohnungssuche Tipps: So finden Sie eine neue Wohnung

Rein ins Studium, rein in die erste eigene Wohnung? Für viele ein großer Wunsch, doch immer schwieriger zu realisieren. Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper, die Konkurrenz ist gerade in beliebten Städten unvorstellbar groß und Vermieter können frei wählen, wodurch die Ansprüche an Mieter steigen. Damit es mit dem Mietvertrag klappt, braucht es Tipps zur Wohnungssuche. Wo sollte ich nach Angeboten suchen? Welche Städte bieten einen besonders guten Wohnungsmarkt? Wo ist es fast unmöglich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen und geben Ihnen zahlreiche Wohnungssuche Tipps an die Hand, damit Sie schnelle eine passende Wohnung finden und in die eigenen vier Wände einziehen können…

Wohnungssuche Tipps: So finden Sie eine neue Wohnung

Die Wohnungssuche wird immer mehr zum Problem

Wer sich heutzutage auf die Suche nach einer Wohnung macht, erlebt einen regelrechten Schock. Die geforderten Monatsmieten übersteigen selbst bei kleinen Wohnungen schnell das Budget oder es lässt sich selbst bei gründlicher Suche kaum ein passendes Objekt finden.

Das Ausmaß des Wohnungsmangels zeigt sich regelmäßig zu Semesterbeginn in deutschen Studentenhochburgen, wo frisch Immatrikulierte nahezu chancenlos sind, eine Wohnung zu bezahlbaren Preisen zu finden. Selbst kleine Zimmer mit wenigen Quadratmetern werden für mehrere hundert Euro angeboten. Knappes Angebot und wachsende Nachfrage treiben die Mietpreise seit Jahren in die Höhe.

Nicht nur Studenten, sondern auch Menschen in anderen Lebenslagen kommen bei der Wohnungssuche in Schwierigkeiten. Berufseinsteiger, Singles, kleine Familien, Geringverdiener – sie alle wünschen sich bezahlbaren Wohnraum und sind eher auf der Suche nach kleineren Mietobjekten – wodurch diese noch begehrter und teurer werden.

Trotz verschiedener Programme, die dies ändern sollen, bleibt es zur Zeit Fakt: Es gibt einfach zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Die Nachfrage übersteigt ohnehin das Angebot und wächst zudem noch deutlich stärker. Immer mehr Abiturienten zieht es an die Universität, die Zahl der Single-Haushalte steigt… So wird die Konkurrenz bei der Wohnungssuche immer größer und die Wahrscheinlichkeit, den ersehnten Mietvertrag zu unterschreiben, immer kleiner.

Tipps zur Wohnungssuche: Die teuersten Städte Deutschlands

Wohnungssuche Tipps Tricks Wohnung bekommen mieten StudentenWo in Deutschland lebt man besonders teuer? Diese Frage wird jedes Jahr in verschiedenen Studien und Untersuchungen aufs neue beantwortet – wobei sich auch der stetige Anstieg der Mietpreise zeigt. Innerhalb weniger Jahre lassen sich Sprünge von mehreren Euro pro Quadratmeter beobachten. Wo eine 70 Quadratmeter Wohnung vor 5 Jahren also noch 600 Euro gekostet hat, zahlt man jetzt vielleicht schon 800 Euro und mehr.

An der Spitze der teuersten Städte Deutschlands steht dabei seit Jahren München. Mit großem Abstand zahlen Mieter hier die höchsten Preise. Allerdings gibt es auch andere Städte, in denen Wohnraum ein absolutes Luxusgut ist:

Ort

Mietpreis pro Quadratmeter
München17,56 Euro
Frankfurt am Main13,96 Euro
Stuttgart13,64 Euro
Berlin12,29 Euro
Darmstadt12,23 Euro
Mainz12,17 Euro
Freiburg12,13 Euro
Wiesbaden12,03 Euro
Hamburg11,94 Euro
Ingolstadt11,91 Euro

Wenn Sie wissen wollen, mit welchen Preisen Sie in deutschen Unistädten rechnen müssen, kann Ihnen dieses Tool weiterhelfen, das vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln entwickelt wurde:

[Quelle: IW Köln]

Ein umfangreiches Städteranking mit mehr als 60 deutschen Hochschulorten haben wir zudem als kostenloses PDF für Sie zum Download bereit gestellt.

Wohnungssuche Tipps: So klappt es mit der neuen Wohnung

Der hart umkämpfte Wohnungsmarkt macht es schwierig, aber glücklicherweise nicht unmöglich, eine neue Wohnung zu finden. Egal ob kleines Apartment oder große Wohnung mit vielen Zimmern: Erfolgreich finden Sie eine Wohnung, wenn die Suche strukturiert abläuft und Sie alle wichtigen Aspekte beachten, um passende Angebote zu finden und den Vermieter von sich zu überzeugen.

Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir viele Wohnungssuche Tipps für Sie aufgelistet:

Hier finden Sie passende Wohnungsangebote

Bevor Sie überhaupt die Chance haben, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und die Zusage für eine Wohnung zu erhalten, müssen Sie erst einmal passende Angebote finden. Das kann durchaus mühsam sein und einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die besten Chancen haben Sie, wenn Sie verschiedene Möglichkeiten und Kanäle kombinieren und so Ihren Suchradius erweitern:

  • Online-Wohnungsmärkte

    Erste Anlaufstelle ist heutzutage immer das Internet, wo es unzählige Seiten gibt, auf denen die unterschiedlichsten Wohnungen angeboten werden. Hier lohnt sich eine gründliche Recherche in verschiedenen Portalen, da diese sich in den Angeboten manchmal unterscheiden können. Nutzen Sie vor allem die Filtermöglichkeiten, um wirklich nur die Wohnungen angezeigt zu bekommen, die zu Ihren (Preis-)Vorstellungen passen.

  • Zeitungen

    Es mag Ihnen altmodisch vorkommen, doch die Wohnungssuche funktioniert nicht nur digital. Auch Anzeigen in lokalen Zeitungen werden weiterhin geschaltet und bieten die Chance, viele Objekte zu finden. Ungenutzt lassen sollten Sie diesen Kanal auf jeden Fall nicht und vielleicht entdecken Sie sogar eine Wohnung, die online nicht aufgeführt wurde.

  • Studentenwerk und Aushänge

    Studenten, die auf einen Platz im Wohnheim hoffen oder Informationen zu günstigen Wohnungen suchen, sind Sie im Studentenwerk an der richtigen Adresse. Gerade am Anfang der Wohnungssuche ist es ratsam, sich hier zu informieren und einen Überblick über die eigenen Möglichkeiten zu erhalten. Ebenso können angehende Studenten die Aushänge in der Universitäten durchstöbern und die Augen nach Informationen über Wohnungen offen halten.

  • Netzwerk und Kontakte

    Dieser Punkt wird häufig vergessen, sollte aber auf keinen Fall unterschätzt werden: Ein großes Netzwerk aus Familie, Freunden und Bekannten kann eine enorme Hilfe sein, um eine Wohnung zu finden. Vielleicht kennen Sie jemanden, der jemanden kennt, der gerade einen Nachmieter sucht oder Sie hören, wo eine Wohnung frei wird und können sich als erster darauf bewerben.

So nehmen Sie richtig Kontakt zum Vermieter auf

Sie interessieren sich für eine Wohnung, wollen sich diese gerne ansehen und melden sich beim Vermieter. Hier gibt es als Wohnungssuche Tipp gleich mehrere Punkte zu beachten. Zum einen gilt: Unbedingt schnell sein! Wenn Sie eine passende Immobilie ausgemacht haben, sollten Sie nicht ein paar Tage warten, erst noch Alternativen heraussuchen und sich im Anschluss um die Kontaktaufnahme kümmern.

Das kann bereits viel zu spät sein. Auf dem umkämpften Wohnungsmarkt sind die besten Angebote in kürzester Zeit vergeben, also greifen Sie sofort zum Telefon und rufen Sie an, um Ihr Interesse zu bekunden und einen Besichtigungstermin zu vereinbaren.

Wichtig ist außerdem, dass Sie unbedingt persönlich und telefonisch Kontakt zum Vermieter aufnehmen. Oft sind zwar neben der Telefonnummer auch andere Kontaktmöglichkeiten wie E-Mail Adressen angegeben, doch am Telefon sind Sie nicht nur besonders schnell, sondern können gleich einen freundlichen und offenen Eindruck hinterlassen.

Diese Unterlagen müssen Sie vorbereiten

Wohnungseigentümer und Vermieter wollen möglichst viel über potenzielle Mieter wissen, schon aus reinem Selbstschutz, um sich vor Zahlungsausfällen zu schützen und ein möglichst genaues Bild von den Personen zu haben, die in die Wohnräume einziehen. Für Sie bedeutet das, dass Sie einige Unterlagen vorbereiten und jederzeit griffbereit haben sollten.

Viele Vermieter bitten vorab, eine Selbstauskunft auszufüllen, die bereits grundlegende Informationen beinhaltet. Schummeln Sie hier bloß nicht! Sind die Angaben geschönt oder gefälscht, ist unter Umständen nicht nur diese Wohnung futsch, wenn das ans Licht kommt! Oder denken Sie, dass Vermieter nicht untereinander vernetzt sind?

Bei Studenten ist bei diesen Selbstauskünften logischerweise von besonderem Interesse:

  • Wer bezahlt die Miete?
  • Sind die monatlichen Zahlungen gesichert?

Darüberhinaus sind typische Unterlagen, die Sie für die Wohnungssuche benötigen:

  • Einkommensnachweise
  • Schufa-Auskunft
  • Bescheinigung zur Mietschuldenfreiheit (vom vorherigen Vermieter)
  • Kopie des Personalausweises
  • Studentenausweis und Immatrikulationsbescheinigung (für Studenten)
  • Kurzbewerbung (Lebenslauf mit persönlichen Daten, beruflicher und familiärer Situation)
  • Möglicherweise Bürgschaft der Eltern (vor allem bei Azubis, Studenten und Minderjährigen)

Auch wenn diese Unterlagen nicht ausdrücklich verlangt werden, ist es ratsam, sie dem Vermieter vorab zuzusenden, oder sie unaufgefordert zum Besichtigungstermin mitzubringen. Das zeigt, dass Sie sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt haben und verschafft vielleicht das nötige Quentchen Vorsprung vor der Konkurrenz.

So überzeugen Sie beim Besichtigungstermin

Bereits beim Telefonat hinterlassen Sie den ersten Eindruck, gefestigt wird dieser allerdings erst beim persönlichen Aufeinandertreffen – dem Besichtigungstermin, an dem Sie sich zusammen mit dem Vermieter oder einem Makler die Wohnung anschauen. Wie Sie sich hier präsentieren, entscheidet maßgeblich darüber, ob Sie eine Chance auf die Zusage haben oder ob jemand anders die Wohnung bekommt.

Vorbereitung zahlt sich auch hier aus, neben den Unterlagen, die Sie zur Wohnungssuche benötigen, sollten Sie sich deshalb zu jedem Objekt, das Sie sich ansehen, einige Notizen machen. Wichtige Eckdaten sind dabei…

  • Name des Vermieters
  • Größe der Wohnung
  • Mietpreis

So haben Sie immer den Überblick und zeigen zudem gleich, dass Sie ein organisierter und zuverlässiger Mensch sind. Kurzum: Ein Mieter, den man sich wünscht.

Ansonsten gilt: Wohnungsbesichtigungen sind wie Castings. Es mag nicht unbedingt den Eindruck machen, aber nicht nur die Wohnung wird begutachtet, sondern eben auch Sie. Ein gepflegtes Aussehen, Pünktlichkeit, Höflichkeit und gute Umgangsformen sind das A und O und liefern wichtige Pluspunkte.

Diese Fragen sollten Sie mit dem Vermieter klären

Wenn die Wohnung auf bei der Besichtigung Ihren Geschmack trifft und weiterhin Ihr Interesse weckt, sollten Sie weiter ins Detail gehen. Die Situation mag ungewohnt sein, doch sollten Sie nicht zu schüchtern sein und interessierte und qualifizierte Nachfragen rund um die Wohnung stellen. Das erfüllt gleich einen doppelten Zweck: Zum einen erfahren Sie wichtige Informationen, die Sie für Ihre Entscheidung benötigen und zum anderen zeugen Sie mit Ihrem Verhalten von einer gewissen Reife und Selbstständigkeit.

Welche Fragen Sie genau stellen, hängt natürlich immer von der jeweiligen Wohnung und auch den Informationen ab, die Sie bereits erhalten haben. Es empfiehlt sich aber trotzdem, bereits im Vorfeld die wichtigsten Fragen zurechtzulegen, damit auch nichts im Unklaren bleibt. Folgende Dinge (neben den wichtigsten Eckdaten zur Wohnung) könnten für sie interessant sein:

  • Heizkosten
  • Größe von Keller oder Dachboden
  • Küche im Preis enthalten?
  • Wer wohnt noch im Haus? (Familien, Studenten, jüngere oder ältere Nachbarn?)
  • Verkehrsanbindung
  • Ist eine Waschküche vorhanden?
  • Sport- und Kulturangebote in der Nähe
  • Einkaufsmöglichkeiten</li>

Zusätzlicher Wohnungssuche Tipp: Schauen Sie sich die Umgebung doch schon mal an – zu Fuß oder per Google Maps. Umso zielgerichteter fällt Ihr Fragenkatalog aus.

Neben Ihren Fragen, sollten Sie auch damit rechnen, dass der Vermieter von Ihnen das ein oder andere wissen will. Allerdings gilt hier: Sie müssen nicht alle Informationen preisgeben.

Danach darf der Mieter fragen:

  • Einkommen
  • Anzahl der Kinder
  • Familienstand
  • Ausbildung / Laufbahn
  • Alter

Diese Fragen müssen Sie wahrheitsgemäß beantworten. Ansonsten kann das zur Kündigung des Mietverhältnisses führen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Fragen, die Sie nicht beantworten müssen oder bei denen Sie im Zweifelsfall lügen dürfen:

  • Vorstrafen
  • Religion/Nationalität
  • frühere Mietverhältnisse
  • Aktivität in Parteien/Gewerkschafte
  • Kinderwunsch/Schwangerschaft

Zum Abschluss des Besichtigungstermins sollten Sie dem Vermieter noch einmal Ihr Interesse bekunden und im besten Fall eine Visitenkarte überreichen. So hat dieser noch einmal eine Erinnerung an Sie in der Tasche und hat zugleich die benötigten Daten, um Sie über seine Entscheidung zu informieren.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
7. März 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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