Studienführer 2017 Studienführer kostenlos Studienwahl Finder
Das Studium stellt für viele jungen Menschen den fast schon logischen Schritt nach dem Schulabschluss dar. Ausbildungsberufe sind zwar auch eine Option, doch in vielen Berufen sind Studienabschlüsse inzwischen sinnvoll. Mit der Entscheidung für ein Studium ist es jedoch nicht getan, denn danach wartet eine wahre Flut an Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten auf die angehenden Studenten. Die Wahl zwischen Fachhochschule, Universität und Dualer Hochschule ist da nur einer von vielen Aspekten, mit denen sich neue Studenten befassen müssen. Unser Studienführer hilft Ihnen bei der Navigation durch den Studiendschungel...

Studienführer: Kennen Sie Ihre Optionen?

Am Anfang einer jeden studentischen Laufbahn steht die Wahl der passenden Studienform. Heute stehen Studienanfängern dafür vor allem vier Möglichkeiten, mit zahlreichen Variationen, offen. Jede Studienart hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Entscheidend ist, dass Sie die Wahl aufgrund Ihrer individuellen Stärken und Ziele treffen und sich nicht (zu sehr) von gängigen Vorurteilen oder gar den Meinungen anderer beeinflussen lassen.

Um fundiert wählen zu können, sollten Sie sich daher zuerst Ihre (Karriere-)Ziele klar machen. Diese müssen noch längst nicht ausgefeilt oder präzise sein, doch zumindest eine grundlegende Richtung sollten Sie für sich sehen und verfolgen. Haben Sie sich grob orientiert, stehen Ihnen die folgenden Studienarten offen:

  1. Studium an der Universität

    Der Klassiker aller Studienarten bietet nach wie vor die größte theoretische Tiefe im gewählten Studiengang. Auch wenn Fachhochschulen und andere Bildungsträger das nicht gerne hören, sind Universitäten für junge Menschen, die später eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollen, immer noch die beste Wahl. Das gilt, zumindest in manchen Branchen, auch dann, wenn Sie eine leitende Position anstreben und ins Management wollen.

  2. Studium an der Fachhochschule

    Fachhochschulen positionieren sich gegenüber Universitäten vor allem durch den höheren Praxisanteil des Studiums. Nach eigener Aussage bieten sie ein vergleichbares Level an theoretischer und fachlicher Tiefe, kombinieren dieses jedoch mit umfangreichen Praxisphasen. Die Studiendauer ist in vielen Fällen mit der eines Universitätsstudiums vergleichbar.

  3. Studium an einer Fernhochschule oder -universität

    Der große Vorteil eines Fernstudiums ist gleichzeitig auch seine größte Schwäche: Die hohe Flexibilität. Egal ob es sich um ein reines Fernstudium oder um eine Mischung aus virtuellem Studium und Präsenzphasen handelt: Als Student können Sie sich Ihre Zeit einteilen und den größten Teil des Studiums ortsunabhängig gestalten. Dadurch lässt sich das Studium besser mit Jobs vereinbaren, erfordert jedoch auch mehr Selbstorganisation und eine hohe Selbstdisziplin.

  4. Studium an einer Dualen Hochschule

    Das Duale Studium bietet den größten Praxisanteil aller Studienarten und bietet, nach eigener Aussage, dennoch eine ähnlich fundierte theoretische und fachliche Ausbildung wie das Studium an einer Fachhochschule. In vielen Studiengängen trifft diese Beschreibung auch zu. Da das Studium oft jedoch auch kürzer ist als an Fachhochschule oder Universität, zahlen duale Studenten dafür einen Preis: Deutlich weniger freie Zeit - 30 Tage Urlaub statt Semesterferien - ein hohes Arbeitspensum und schulähnliche Unterrichtsstrukturen.

Bereits die Beschreibung der verschiedenen Studienarten dürfte Ihnen als angehender Student bei der Entscheidung helfen. Rein finanziell hat das Duale Studium den Vorteil, dass Sie als Auszubildender sozialversicherungspflichtig angestellt sind und bereits während des Studiums Geld verdienen. Ob dieser Verdienst für den Lebensunterhalt reicht, hängt vom Studienbereich und vom Praxisträger ab.

Im folgenden Erklär- und Werbefilm der Dualen Hochschule Mosbach werden die Vorteile des Dualen Studiums nochmals zusammengefasst. Die im Vergleich zu Universitäts- oder Fachhochschulstudium eingeschränkte Flexibilität wird freilich nicht erwähnt.

Studienführer: Studienfächer nach Studienfeldern

Die Fülle an Studiengängen ist kaum zu überblicken. Allein in Deutschland wurden im Wintersemester 2016/17 laut Hochschulrektorenkonferenz (HRK) (PDF) über 18.467 Studiengänge an den Hochschulen angeboten.

  • Agrar- und Forstwissenschaften

    Hier werden Studierende fündig, die sich für ökologische, wirtschaftliche, sozial- und ingenieurwissenschaftliche Inhalte rund um die Natur interessieren. Da der Wald ebenso wie landwirtschaftlich gestaltete Anbauflächen zu den Nutzflächen des Menschen zählt, sind im Studium auch historische, sowie natur-, agrar-, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Anteile enthalten.

    Wer eins dieser Fächer studieren möchte, sollte gute Kenntnisse in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern vorweisen können. Ebenfalls hilfreich sind kaufmännisches Wissen und körperliche Belastbarkeit. Absolventen aus diesem Bereich arbeiten später bei Forstämtern, Landwirtschaftskammern oder Forstabteilungen von Regierung und Ministerien. Zu typischen Fächern dieses Studienfelds gehören unter anderem:

    • Agrarwissenschaften
    • Bioengineering
    • Forstwissenschaften
    • Geographie
    • Holztechnik
    • Landwirtschaft
    • Landschaftsbau
    • Ökosystemmanagement
    • Waldwirtschaft
    • Weinbau und Önologie
  • Design- und Kunstwissenschaften

    In Fächern dieses Studienfeldes wird Studierenden die Möglichkeit gegeben, sowohl ihr eigenes kreativ-künstlerisches Potenzial weiterzuentwickeln, als auch das dazugehörige theoretische Wissen zu erwerben. Phantasiebegabte, die gerne basteln, malen und zeichnen sind hier genau richtig.

    Leider sind die Beschäftigungsaussichten im Anschluss an das Studium bei den klassischen Fächern wie Kunst und Gestaltung eher schwierig. Aussichtsreicher sind daher Fächer, die auf Stellen in der Computerindustrie abzielen. So ist beispielsweise die Entwicklung von Computerspielen ein Prozess, in den unterschiedlichste Fachrichtungen eingebunden sind, Musiker und Komponisten ebenso wie Grafiker. Zu den typischen Fächern gehören hier unter anderem:

    • Computervisualistik
    • Design
    • Filmwissenschaft
    • Freie Kunst
    • Gamedesign
    • Kamera
    • Kunstgeschichte
    • Mediale Künste
    • Produktdesign
    • Textil und Mode
  • Geistes- und Kulturwissenschaften

    Neben den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und den Ingenieurswissenschaften sind hier die meisten Studierenden eingeschrieben. Ein wesentliches Merkmal der Studienfächer ist, dass sie häufig nicht berufsqualifizierend, weil wenig praxisorientiert, sind.

    Viele Studierende fragen sich zu Beginn nicht so sehr, wohin ihr Studium führen soll, sondern sie studieren nach Neigung. Ausgenommen ist die Wahl eines Fachs beim Erwerb eines Lehramtsabschlusses. Für alle anderen gilt es, sich frühzeitig weiter zu qualifizieren, da beispielsweise eine rein wissenschaftliche Karriere häufig verstellt ist.

    Um in der Wirtschaft Fuß zu fassen, sind EDV-Kenntnisse und betriebswirtschaftliches Wissen von Bedeutung. Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer ergreifen beispielsweise Berufe als Lehrer, Journalist, Eventmanager oder kommen in der PR-Branche unter. Zu typischen Fächern gehören unter anderem:

    • Anglistik
    • Germanistik
    • Geschichtswissenschaft
    • Kultur- und Sozialanthropologie
    • Kulturmanagement und Kulturtourismus
    • Musikwissenschaft
    • Religionswissenschaft
    • Philosophie
    • Sinologie
    • Skandinavistik
  • Lehramt

    Klassischerweise drängen sich hier viele Studierende, die entweder beseelt vom Umgang mit Kindern Wissen vermitteln wollen oder aber ein geisteswissenschaftliches Fach studieren, dessen Nutzen in der Privatwirtschaft infrage gestellt wird.

    Problematisch ist hier die Arbeitsmarktentwicklung, die sich aus studentischer Perspektive schwer vorhersagen lässt: Abhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen wie der Demographie Deutschlands, aber auch aktuellen Ereignissen wie des Zuwachses durch Migranten und Flüchtlinge schwankt die Nachfrage.

    Seit Jahrzehnten wechseln sich regelmäßig Lehrerschwemme und Pensionierungswelle ab. Üblicherweise ist das Angebot an Deutschlehrern beispielsweise höher als die Nachfrage - aktuell jedoch ist Deutsch als Fremd-/Zweitsprache gefragt. Typische Fächer sind hier unter anderem:

    • Chemie
    • Deutsch
    • Englisch
    • Erziehungswissenschaften
    • Französisch
    • Geographie
    • Geschichte
    • Mathematik
    • Physik
    • Sport
  • Mathematik und Naturwissenschaften

    Bei den Naturwissenschaften geht es um das Messen, Analysieren und Beobachten der Natur. Logisches und abstraktes Denkvermögen sind von besonderer Bedeutung, auch sollten Interessenten bereits zu Schulzeiten überdurchschnittlich gut gewesen sein:

    Selbst ein Mathe-Leistungskurs sagt wenig über die spätere Befähigung fürs Studium aus, da die Anforderungen an der Universität sehr hoch sind: Viele Studienanfänger müssen mit Zusatzkursen erst einmal auf Uni-Niveau gebracht werden.

    Je nach Ausrichtung des Studiums gibt es sowohl die Möglichkeit später den Lehrerberuf zu ergreifen oder in der Forschung unterzukommen. Allerdings sind Arbeitsverträge an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen häufig projektgebunden und somit befristet. Andere berufliche Möglichkeiten sind im Wissenschaftsjournalismus oder der Humanmedizin. Typische Fächer sind hier unter anderem:

    • Biologie
    • Chemie
    • Computerspielwissenschaften
    • IT-Sicherheit und Forensik
    • IT- und Mobile Security
    • Molekularbiologie
    • Medieninformatik
    • Physik
    • Wirtschaftsinformatik
    • Software Engineering
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften

    In diesen Fächern geht es um Erhalt und Wiederherstellung des Wohlbefindens und der Gesundheit von Menschen. Vermittelt werden beispielsweise in der Medizin die wissenschaftlichen Grundlagen des menschlichen Organismus.

    Gesundheitswissenschaften hingegen sind vor allem auf die Ausbildung von Führungskräften im Alten- und Pflegebereich ausgelegt. Studierende dieser Fächer sollten zum einen genügend Empathievermögen mitbringen, da sie häufig mit Menschen zu tun haben, die in ihrem Wohlbefinden eingeschränkt sind.

    Gleichzeitig sollten sie die Fähigkeit besitzen, sich innerlich abgrenzen zu können, da sie mit emotional belastenden Situationen konfrontiert werden. Aktuell sind aufgrund der demographischen Entwicklung in Deutschland die Aussichten für Mediziner sehr günstig; gerade im ländlichen Bereich herrscht teilweise akuter Mangel an qualifizierten Ärzten. Typische Fächer sind hier unter anderem:

    • Angewandte Pflegewissenschaften
    • Ergotherapie
    • Gesundheitsökonomie
    • Humanmedizin
    • Klinische Psychotherapie und Psychotherapiewissenschaft
    • Logopädie
    • Pflegemanagement
    • Physiotherapie
    • Technische Orthopädie
    • Zahnmedizin
  • Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

    Unterteilt werden die Wirtschaftswissenschaften in die Bereiche Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Volkswirtschaftslehre (VWL). Diese Zweiteilung zeigt bereits, dass es um die Betrachtung ökonomischer Zusammenhänge sowohl in Betrieben als auch in der gesamten Volkswirtschaft geht.

    In BWL werden wirtschaftliche Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten einzelner Unternehmen untersucht, die Rückschlüsse über betriebliche Strukturen zulassen. In der Rechtswissenschaft geht es um gültiges Recht, seiner Auslegung und der entsprechenden Anwendung in allen Lebensbereichen.

    Studierende der Rechtswissenschaften sollten sich inhaltlich früh spezialisieren, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, da eine Übernahme in eine Kanzlei längst nicht selbstverständlich ist. Möglich ist zum Beispiel ein Schwerpunkt im Bereich der Wirtschaftswissenschaften.

    Für BWLer kommen vor allem Stellen im Handel, Kreditgewerbe und in Wirtschafts- und Steuerberatungen später in Frage. VWLer kommen häufig im öffentlichen Dienst wie beispielsweise in Hochschulen und Ministerien unter. Typische Fächer sind hier unter anderem:

    • Betriebswirtschaftslehre
    • Business Administration
    • Business Law
    • Energiewirtschaft
    • Finance
    • Ökonomie und Sozialwissenschaften
    • Recht und Wirtschaft
    • Strategic Marketing Management
    • Wirtschaftsinformatik
    • Wirtschaftswissenschaften und Betriebsführung
  • Sozial- und Gesellschaftswissenschaften

    Ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen sich Studienfächer in diesem Studienfeld. Je nach Universität fallen zwar auch Wirtschaftswissenschaften in diesen Bereich, aber die klassischen Fächer sind eher im Bereich der Pädagogik zu suchen und beschäftigen sich mit dem Menschen und seinen Lebensbedingungen und der Gesellschaft.

    Studierende sollten analytisches Denkvermögen mitbringen und sich in andere hineinversetzen können. Leider Gottes gehören die Absolventen pädagogischer und soziologischer Fachrichtungen häufig zu den chronisch unterbezahlten Akademikern, da sie gesamtgesellschaftlich häufig stiefmütterlich behandelt werden:

    Jeder braucht sie, aber keiner will dafür zahlen. Das gilt vor allem in sozialen und Bildungseinrichtungen. Andererseits sind die Einsatzmöglichkeiten recht vielfältig, so zum Beispiel in der Unternehmensberatung, Hochschulen oder auch Forschungseinrichtungen.

    Für Studierende gilt also auch hier, dass sie frühzeitig Erfahrung in berufsspezifischen Praktika sammeln sollten und im Masterstudium sich beispielsweise in BWL weiterbilden. Typische Fächer sind hier unter anderem:

    • Erziehungswissenschaft
    • Ethik und Organisation
    • Politologie
    • Psychologie
    • Sonderpädagogik
    • Sozialarbeit
    • Sozialpädagogik
    • Sozialwissenschaften
    • Theologie
    • Wirtschaftspsychologie
  • Technik- und Ingenieurswissenschaften

    Hier geht es um Fragen der Entwicklung, Konstruktion und Produktion im Bereich der Technik. Die Ingenieurswissenschaften bestehen aus einer Reihe von Einzelwissenschaften, deren drei Hauptvertreter das Bauingenieurswesen, der Maschinenbau und die Elektrotechnik sind.

    Absolventen aus diesem Bereichen werden nahezu mit Handkuss genommen. Allerdings sollten Studierende, die sich für ein Studium hier interessieren, sich zuvor genau die jeweilige Einzelwissenschaft anschauen. Außerdem empfiehlt es sich nicht nur gut in Mathematik zu sein und sich in naturwissenschaftlichen Fächern gut auszukennen, sondern sich für Elektronik, Technik oder Baumaßnahmen zu interessieren. Typische Fächer sind hier unter anderem:

    • Architektur
    • Brandschutz
    • Energie- und Gebäudesysteme
    • Gebäude- und Energietechnik
    • Luft- und Raumfahrttechnik
    • Maschinenbau
    • Mobile Medien
    • Wirtschaftsingenieurswesen
    • Schienenfahrzeugtechnik
    • Technische Informatik

Wer noch unentschlossen ist, dem legen wir unseren Artikel zur Studienwahl ans Herz, der viele weitere Hinweise und Hilfestellungen anbietet.

Studienfinanzierung: So kommen Studenten an Geld

Studienführer 2017 Studienführer kostenlos Studienwahl FinderSo wichtig und sinnvoll ein Studium auch ist: Die Finanzierung ist, je nach Situation, nicht immer ganz einfach. Der Klassiker sind natürlich Studentenjobs, mit denen Sie sich Ihr Studium finanzieren und, theoretisch, Berufserfahrung sammeln können.

In der Praxis lässt sich über Studentenjobs jedoch nur dann relevante Berufserfahrung sammeln, wenn Sie eine Stelle als studentische Hilfskraft oder in einem Unternehmen finden, dass in Ihrer Zielbranche angesiedelt ist.

Solche Jobs sind zwar ideal, jedoch auch heiß begehrt und entsprechend hart umkämpft. Daher ist es durchaus möglich, dass Sie einen Studentenjob annehmen müssen, der Sie fachlich nicht weiterbringt. Damit sind Sie, das zeigt auch das folgenden Video, keineswegs alleine, viele Studenten gehen diesen Weg. Auch solche Jobs können in der Bewerbung relevant sein, wenn Sie deutlich machen, dass Sie die Doppelbelastung gut gemeistert und sich entsprechend organisiert haben.

Wollen Sie sich umfassend mit Studentenjobs befassen, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel mit ungewöhnlichen Jobideen und Hinweisen zu den wichtigsten Regeln für Studentenjobs.

Studentenjobs sind jedoch keineswegs alternativlos. Auch die Qualifizierungsinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bietet Studenten finanzielle Chancen. Eine davon ist das Aufstiegsstipendium, das für angehende Studenten relevant ist, die bereits über Berufserfahrung verfügen und darauf mit einem Studium aufbauen wollen.

Eine andere Möglichkeit besteht in den Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Auch die Option eines Studienkredits und eines klassischen Stipendiums sollten Studenten nicht völlig vernachlässigen. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel zur Studienfinanzierung.

Studienführer Deutschlandstipendium

Eine weitere Option stellt das oben illustrierte Deutschlandstipendium dar. Studenten können hier mit bis zu 300 Euro monatlich unterstützt werden. Das Geld stammt je zur Hälfte von staatlicher Seite und von privaten Förderern und Stiftungen. Interessierte Studenten können sich hier bewerben.

Studienführer: Tipps für Studieneinstieg und -alltag

Als angehender oder frisch gebackener Student stehen Sie im Studienalltag vor einem ganzen Berg von Herausforderungen und neuen Aufgaben. Die Bandbreite reicht von der Gestaltung des Vorlesungsplans über die Gebühren für Studentenwerk und Lernmaterialien bis hin zu Vorgaben für Studienarbeiten, Prüfungsterminen und mehr.

Angesichts dieser Vielzahl an Neuerungen und der unweigerlich anstehenden Prüfungen, sind gute Selbstorganisation und ordentliche Vorbereitung unverzichtbar. To-Do-Listen, Checklisten, Zeitpläne und ähnliches sollten zu Ihrer Vorbereitung gehören. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten, und in der Praxis bewährten, Tipps für die Studienorganisation zusammen.

  • Machen Sie sich im Vorfeld des Semesters mit den relevanten Vorlesungen vertraut. Füllen Sie Ihren Vorlesungsplan nicht zu sehr. Gerade in den ersten Semestern sollten Sie Pufferzeiten einplanen.
  • Setzen Sie sich mit dem Sekretariat Ihres Fachbereiches in Verbindung und halten Sie Kontakt mit den zuständigen Mitarbeitern. Ein gutes Verhältnis zur Verwaltung schadet ganz bestimmt nicht.
  • Schauen Sie sich die Studierendenvertretung Ihres Fachbereiches genauer an. Ob diese Ihnen etwas zu bieten hat oder nicht, können Sie nur im Einzelfall beurteilen.
  • Etablieren Sie bereits vor Studienbeginn ein Organisationssystem, das für Sie praktikabel ist und mit dem Sie Ihre Aufgaben im Blick behalten. Weitere Tipps rund um die Studienorganisation lesen Sie hier.
  • Testen Sie das Arbeiten mit klaren Arbeitszeiten und Timer, beispielsweise nach der Pomodoro-Technik. Solche fokussierten Arbeitszeiten können für Ihre Produktivität Wunder wirken.
  • Suchen Sie sich möglichst früh im Studium Kommilitonen, mit denen Sie zusammen lernen und arbeiten können. Solche Gruppen und Beziehungen helfen auch bei Problemen abseits des Studiums weiter.
  • Orientieren Sie sich möglichst vor Studienbeginn auf dem Campus und testen Sie verschiedene Orte als Lernumgebungen. Wenn Sie Ihre Favoriten gefunden haben, können Sie dort regelmäßig arbeiten.
  • Apropos Lernumgebung: Schaffen Sie sich auch in Ihrer Wohnung oder WG einen Lern- und Arbeitsplatz und testen Sie diesen. Mit einer klar strukturierten Umgebung können Sie auch im Studium produktiv sein.

Bei allen diesen Tipps gilt jedoch: Übertreiben Sie es nicht mit der Planung, sondern genießen Sie den Prozess und das Lernen. Das Studium ist nicht nur eine Zeit der Qualifizierung, sondern auch eine Wachstums- und Lernzeit im persönlichen Bereich. Bei aller Arbeit sollte dieser Aspekt nicht zu kurz kommen.

Uni-Glossar: Die wichtigsten Begriffe

Uni-Glossar: Die wichtigsten BegriffeMit der Entscheidung für ein Studium gehen viele Neuerungen einher: Viele neue Freunde, eine vollkommen neue Art zu lernen, eine neue Stadt inklusive neuer Wohnung und sogar ein vollkommen neuer Sprachgebrauch.

An der Uni bekommt man es mit Begriffen zu tun, die für viele Studenten an der Tagesordnung und damit längst bekannt sind. Abiturienten kommen aber oft zum ersten Mal damit in Berührung und können mit einigen Dingen nicht viel anfangen.

Aus diesem Grund haben wir ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen zusammengestellt, die jeder Studierende kennen sollte:

  • Alma Mater

    Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet nährende Mutter. Wenn ein Student von der Alma Mater spricht, meint er damit die Universität.

  • Alumni

    Ebenfalls aus dem Lateinischen heißt es Zöglinge. Gemeint sind damit die Absolventen einer Hochschule oder Universität; Alumnus für den Studenten, Alumna für die Studentin. An einigen Universitäten gibt es auch immer wieder Alumni-Treffen, bei denen ehemalige Studenten zusammenkommen.

  • Audi Max

    Eine Abkürzung für Auditorium Maximum, also den größten Hörsaal einer Universität. Hier finden Vorlesungen und Veranstaltungen statt, die von besonders vielen Studenten besucht werden, da meist viele Hundert Plätze zur Verfügung stehen.

  • Bachelor

    Nach einem erfolgreichen Studium von in der Regel sechs oder acht Semestern wird der Bachelor als akademischer Abschluss vergeben. Er ist die Voraussetzung, um sich für einen darauf folgenden Master-Studiengang bewerben zu können.

  • BAföG

    Hierbei handelt es sich um die Abkürzung für Bundesausbildungsförderungsgesetz und für jeden Studenten, bei dem die finanzielle Unterstützung der Eltern nicht ausreicht, ist es ein sehr wichtiger Begriff. Wer BAföG bekommt, erhält eine staatliche Förderung des Studiums - wie hoch diese ausfällt, wird anhand des Einkommens der Eltern berechnet. Ein weiterer Vorteil: Es muss lediglich die Hälfte des Betrags zurückgezahlt werden, nicht die ganze Summe wie beispielsweise bei einem Studienkredit.

  • Bologna-Prozess

    In Folge des Bologna-Prozesses wurden die Studienabschlüsse an europäischen Hochschulen vereinheitlicht. Dabei wurden das Bachelor- und Mastersystem eingeführt, was jedoch auch auf viel Kritik gestoßen ist.

  • Campus

    Der Ort, an dem Sie als Student eine Menge Zeit verbringen werden. Als Campus wird das gesamte Gelände der Universität bezeichnet.

  • Credit Points

    Für alle Prüfungen, die ein Student an der Uni ablegt und Leistungen, die er erbringt erhält er bei Erfolg Credit Points. Sie können auch als Maß für den Arbeitsaufwand angesehen werden, denn ein Credit Point soll ungefähr einem Aufwand von 25 bis 30 Arbeitsstunden entsprechen.

  • c.t.

    ist eine Abkürzung und steht für cum tempore, lateinisch für "mit Zeit". Es handelt sich um eine akademische Zeitangabe, bei der Seminare oder Vorlesungen eine Viertelstunde nach der angegebenen Zeit beginnen. Also beispielsweise 9 c.t. = 9.15 Uhr.

  • DAAD

    Die Abkürzung steht für den Deutschen Akademischen Austauschdienst. Der DAAD fördert beispielsweise Austauschprogramme mit Stipendien, hilft bei deren Organisation und wirkt dabei mit, dass deutsche Hochschulen sich international ausrichten.

  • Dekan

    Der Dekan leitet an der Universität eine Fakultät - also einen Fachbereich. Er ist beispielsweise für die finanziellen Angelegenheiten aber auch für das Personal zuständig.

  • Dissertation

    Hierbei handelt es sich um das langfristige Ziel einer Studenten: Den Doktortitel. Als Dissertation bezeichnet man die wissenschaftlicher Arbeit, die zuvor abgelegt und bestanden werden muss, um diesen Titel zu erhalten. Die Länge der Dissertation unterscheidet sich jenachdem, in welchem Bereich diese gemacht wird und kann mehrere hundert Seiten umfassen.

  • Dozent

    Als Dozent bezeichnet man schlicht die Lehrenden an einer Hochschule. Dazu gehören also sowohl die Professoren, als auch deren wissenschaftliche Mitarbeiter, die Veranstaltungen leiten oder Übungsstunden anbieten.

  • ECTS

    Eine englische Abkürzung für European Credit Transfer and Accumulation System. Dahinter verbirgt sich das System der Credit Points, die dafür sorgen sollen, dass Leistungen an europäischen Hochschulen vergleichbar werden. So sollen einzelne Leistungen auch im Ausland leichter angerechnet werden können, damit das Studium durch einen Auslandsaufenthalt nicht automatisch verlängert wird.

  • Erasmus

    Wer überlegt, ein Auslandssemester zu machen, trifft dabei früher oder später auf Erasmus. Dabei handelt es sich um ein Programm der europäischen Kommission, mit dem Studenten ein Aufenthalt an einer Universität in einem anderen Land ermöglicht werden soll.

  • Exmatrikulation

    Hat man das Studium erfolgreich abgeschlossen - oder muss es aus einem anderen Grund beenden - kommt die Exmatrikulation. Mit der Exmatrikulation wird man aus dem Verzeichnes der Studenten gestrichen und das Studium endet.

  • Fakultät

    Als Fakultät bezeichnet man alle Studienfächer, die zu einem bestimmten Fachbereich zählen. So gibt es an vielen Universitäten beispielsweise eine naturwissenschaftliche, eine geisteswissenschaftliche, eine wirtschaftliche oder auch eine juristische Fakultät.

  • Gasthörer

    Um Veranstaltungen an einer Uni zu besuchen, muss man nicht unbedingt als Student eingeschrieben sein. Diese Gasthörer besuchen einzelne Veranstaltungen, um sich beispielsweise weiterzubilden.

  • Habilitation

    Wer das große Ziel hat, einmal selbst als Professor zu arbeiten, macht nach seinem Doktor noch die Habilitation und damit die höchstrangige Hochschulprüfung.

  • HiWi

    Eine weit verbreitete Abkürzung für eine wissenschaftliche Hilfskraft, teilweise auch studentische Hilfskraft. Sie unterstützen unter anderem bei Verwaltungs- und Lehrtätigkeiten oder arbeiten als Korrekturassistent.

  • Hörsaal

    Im Hörsaal finden Vorlesungen statt, aber auch Übungen und Tutorien spielen sich in diesen Räumlichkeiten ab.

  • Immatrikulation

    Am Anfang des Studiums steht die Immatrikulation, also die Einschreibung an der Universität. Damit wird man offiziell als Studierender aufgenommen.

  • Kommilitone

    Was am Gymnasium die Schulkameraden, sind an der Uni die Kommilitonen. Der Begriff bezeichnet die Mitstudenten.

  • Master

    Nach dem Bachelor-Abschluss können noch zwei oder vier weitere Semester studiert werden, um mit dem Master einen höheren Abschluss zu erzielen. Dabei spezialisiert man sich genauer auf einen bestimmten Bereich seines Studienganges.

  • Matrikelnummer

    Wer sich an der Universität einschreibt, bekommt eine Matrikelnummer zugewiesen, mit der er sich während seines Studiums identifiziert. Sie wird beispielsweise auf Prüfungen angegeben, um diese einem Studenten eindeutig zuordnen zu können.

  • Mensa

    Wenn an einem langen Tag in der Uni der Hunger kommt, bekommt man in der Mensa etwas zu essen. Der Preis ist dabei auf Studenten ausgelegt.

  • Modul

    Als Module werden einzelne Studieninhalte und Veranstaltungen bezeichnet, die man während seines Studiums absolviert, um dafür Credit Points zu erhalten. So können beispielsweise Vorlesungen, Übungen und Tutorien ein Modul darstellen.

  • NC

    Der oft thematisierte numerus clausus darf nicht mit der Abiturnote verwechselt werden. Vielmehr handelt es sich dabei um die Zulassungsbeschränkung bei Studiengängen, die sich großer Beliebtheit erfreuen und von vielen Abiturienten angestrebt werden. Liegt der NC beispielsweise bei 2,1, bedeutet dies, dass bei der letzten Immatrikulation eine Note von 2,1 oder besser erforderlich war, um einen der begehrten Studienplätze zu erhalten.

  • Promotion

    Als Promotion wird die Verleihung des Doktortitels bezeichnet.

  • Rückmeldung

    Bevor ein neues Semester beginnt, müssen Studenten sich rechtzeitig bis zu einer bestimmten Frist rückmelden. Wer dies vergisst, riskiert eine Strafe oder im schlimmsten Fall sogar den Verlust seines Studienplatzes.

  • Semesterbeitrag

    Wer studiert, muss jedes Semester einen bestimmten Beitrag zahlen. Dieser beinhaltet beispielsweise die Sozialbeiträge, einen Verwaltungskostenbeitrag und auch das Semesterticket, mit dem Studenten während des Semesters die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können.

  • Studentenwerk

    Geht es um soziale Angelegenheiten, können sich Studierende an das Studentenwerk wenden. Dieses ist beispielsweise für den Betrieb der Mensa verantwortlich, hilft aber auch bei Wohnheimplätzen oder berät bei Fragen rund ums BAföG.

  • s.t.

    Ist das Pendant zu c.t. und steht für lateinisch sine tempore = "ohne Zeit". Veranstaltungen, die so angegeben sind, beginnen also pünktlich, beispielsweise 9 s.t. = 9.00 Uhr.

  • Tutorium

    Vorlesungen alleine reichen nicht aus, um das gesamte Wissen zu vermitteln, also wird in den zugehörigen Tutorien weiter darauf eingegangen. Hier werden weitergehende Frage geklärt und Übungen besprochen - bei den Tutoren handelt es sich dabei meist um Studenten aus einem höheren Semester.

  • Vorlesung

    Die bekannteste Art von Veranstaltungen ist die Vorlesung. Der Dozent hält dabei einen Vortrag zu einem bestimmten Thema, der in der Regel durch eine entsprechende Präsentation begleitet wird.

[Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]

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