Masterstudiengang finden: Der Masterplan

Wer den passenden Masterstudiengang finden will, braucht Zeit: Weit über 9.000 verschiedene Angebote gibt es mittlerweile bundesweit – Tendenz steigend. Viel Masse, aber auch viel Klasse? Wie immer kommt das auf die eigenen Erwartungen an. Aber auch, wie gut jemand die Wahl des optimalen Studiengangs vorbereitet und seinen Zielen anpasst. Unser Leitfaden bietet Ihnen ein paar wichtige Leitplanken auf dem Weg dahin, den Masterstudiengang zu finden…

Masterstudiengang finden: Der Masterplan

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Masterstudiengänge: Fernstudium, berufsbegleitend oder Vollzeit?

Wer nahtlos an sein Erststudium anknüpft, entscheidet sich meist für ein Vollzeitstudium. Für Berufstätige, die ihren Job nicht aufgeben, sondern sich nebenbei weiterbilden möchten, bietet sich hingegen ein Teilzeitstudium an, um Studium und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Bei einem berufsbegleitenden Studium oder berufsintegrierten Teilzeitstudium finden Vorlesungen und Seminare meist blockweise in den Abendstunden oder am Wochenende statt. Ganz ähnlich gestaltet sich ein Fernstudium, bei dem sich individuelle Selbstlernphasen mit nur seltenen Präsenz- und Prüfungsphasen an der Hochschule abwechseln.

So viel Flexibilität hat ihren Preis: Der Doppelbelastung durch den Job und das Studium Zuhause ist nicht jeder gewachsen, zumal sich bei Teilzeit- und Fernstudiengängen durch das geringere Arbeitspensum die Regelstudienzeit erhöht. Darüber hinaus sind berufsbegleitende Masterstudiengänge üblicherweise mit gesalzenen Studiengebühren verbunden, da sie sich an eine Zielgruppe mit einem regelmäßigen Einkommen richten.

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BWL-Bachelor: Welche Master-Möglichkeiten habe ich?

Mit einem Bachelor in Betriebswirtschaftslehre (BWL) oder einer anderen Wirtschaftswissenschaft lässt sich in der Regel ein Job ohne anschließenden Masterstudiengang finden. Wer allerdings schnell und steil Karriere machen möchte, der wird um den Master in BWL wohl kaum herumkommen. Besonders Absolventen, die sich für Risiko-Controlling und Finance interessieren, haben meist nach dem BWL-Bachelor noch einen passenden Master gemacht.

Die vertieften Studieninhalte prädestinieren die Absolventen für solche Postionen, da sie die nötige Methodenkompetenz vermitteln. Vergleichbares gilt übrigens für Volkswirte. Das hat sich in Unternehmen herumgesprochen. Wenn sich zwei Bewerber für die gleiche Postion interessieren, hat derjenige mit dem höheren Bildungsabschluss – also der BWL-Master – größere Chancen auf ein Vorstellungsgespräch. Ein häufiger Rat an BWL-Bachelors ist, sich breit aufzustellen und nicht zu sehr zu spezialisieren. Wer sich zu sehr einschränkt und Spezialist für ein ganz bestimmtes Gebiet ist, könnte später – trotz Masterstudiengang – Probleme haben, einen Job in seinem Spezialgebiet zu finden.

Wann besser keinen Master machen?

Allerdings ist der BWL-Master nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Wer sich mit Ach und Krach durchs Bachelorstudium gekämpft habt, wird mit einem zusätzlichen Master, der mehrere Semester dauert, sicherlich keine Freude haben. Zumal sich das meist in den Noten widerspiegelt.

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Im Ausland den Masterstudiengang finden?

Studieren kostet. Erst recht ein Auslandsstudium. Nur etwa jeder Zwanzigste absolviert seinen Master vollständig im Ausland. Das liegt nicht zuletzt an den mitunter exorbitanten Kosten vor allem im englischsprachigen Raum. Am häufigsten gehen noch Juristen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler sowie Sprach- und Kulturwissenschaftler ins Ausland. Sie wollen so ihre Sprachkenntnisse verbessern oder Punkte für den Lebenslauf und eine spätere Karriere in internationalen Unternehmen sammeln.

Ein Auslandssemester innerhalb des Masters ist die deutlich häufigere Alternative. Allerdings sind viele Studienpläne so konzipiert, dass selbst ambitionierte Studierende die Regelstudienzeit überschreiten. Und das bei einem lediglich mehrmonatigen Auslandsaufenthalt. Für Komplikationen sorgt darüber hinaus die Anrechenbarkeit der im Ausland erbrachten Leistungen. Wer also einen Teil seines Masters im Ausland verbringen oder dort gar einen kompletten Masterstudiengang finden will, sollte unbedingt auf zweierlei achten: Die internationale Ausrichtung des Studiengangs und die Kooperation mit der eigenen Hochschule.

Masterstudiengang in Deutschland für Ausländer

Auch umgekehrt wollen viele Ausländer in Deutschland einen Masterstudiengang finden. Wer als Ausländer hier studieren und vielleicht sogar einen Master machen möchte, sollte einige grundlegende Dinge beachten:

  • EU-Ausländer

    Studierende aus einem Mitgliedsland der EU haben es einfach: Sie benötigen kein Visum und können sich direkt bei der gewünschten Universität bewerben. Wenn sie in ihrem Heimatland die Berechtigung zu einem Hochschulstudium erworben haben, gilt diese ebenso für Deutschland. Inwieweit die Leistungen aus einem Bachelor-Studiengang sich für einen aufbauenden Masterstudiengang anrechnen lassen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Interessenten sollten daher am besten direkt mit der gewünschten Universität in Kontakt treten und die Formalitäten klären.

    Zumeist sollte es bei der Anrechnung von Studienleistungen jedoch aufgrund des Bologna-Prozesses wenig Probleme geben. Außerdem müssen Ausländer nachweisen, dass sie über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügen, um ein Studium in Deutschland zu absolvieren. In einem Masterstudiengang geht das in der Regel relativ einfach, da gerade diese Studiengänge häufig eine internationale Ausrichtung haben und daher ohnehin zum großen Teil auf Englisch abgehalten werden.

  • Nicht-EU-Ausländer

    Der erste Schritt für Nicht-EU-Ausländer ist die Überprüfung ihrer Hochschulzugangsberechtigung. In der Regel macht das das Akademische Auslandsamt der jeweiligen Hochschule. Daneben benötigen Bewerber (sofern sie nicht aus dem Schengen-Raum stammen) ein Studentenvisum.

    Studierende, die bereits einen Bachelor in ihrem Heimatland erworben haben, können sich sofort für einen Masterstudiengang einschreiben – sofern sie den passenden finden. In diesem Fall ist es ratsam abzuklären, welche Studienleistungen für den Master angerechnet werden können.

Eignung für Masterstudiengang für ausländische Studierende

Unser Tipp: Eine erste Orientierung über das (Master-)Studium in Deutschland gibt der „Test für Ausländische Studierende“ (TestAS), den Sie hier machen können.


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Wo Sie Informationen zum Masterstudiengang finden

Die offiziellen Anlaufstellen sind die Hochschulen beziehungsweise die jeweiligen Fachbereiche. Sie halten im Netz weiterführende Informationen bereit. Weiteren Überblick erlangen Sie über spezielle Portale wie die folgenden:

Neben der Online-Recherche können weiterführende Informationsveranstaltungen der Hochschule oder eine Studienmesse wertvolle Erkenntnisse für die Studienwahl liefern. Die meisten Hochschulen öffnen an Informationstagen ihre Pforten für Studieninteressierte. Egal ob es sich um einen „Tag der offenen Tür“, ein „Schnupperstudium“ oder lediglich eine „Probevorlesung“ handelt – die Veranstaltungen dienen dazu, dass Sie sich vor Ort einen groben Überblick von der Lehre und den Bedingungen des Studiengangs machen, bei Bedarf mit Dozenten sprechen und mit Studierenden Erfahrungen austauschen können.

Per Recherche Masterprogramm klären

Haben Sie die grundsätzlichen Fragen geklärt, geht es ans Eingemachte: Verschaffen Sie sich einen Überblick über ihre Möglichkeiten! Welche Studiengänge stehen Ihnen mit Ihrer Qualifikation offen? Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal, um den richtigen Masterstudiengang zu finden, ist deren Anbindung: Es gibt konsekutive, nicht-konsekutive und weiterbildende Masterstudiengänge.

Konsekutive Masterstudiengänge

Diese Masterstudiengänge bauen inhaltlich auf dem vorherigen Bachelor auf. Sie stellen einen fachlichen Zusammenhang zu dessen Grundlagen her und vertiefen oder spezialisieren die bereits erlernten Inhalte.

Nicht-konsekutive Masterstudiengänge

Ebenso können Sie einen fachlich anderen Masterstudiengang studieren. Das vorangegangene grundständige Studium spielt hierbei keine so große Rolle. Beispiel: Wer seinen Bachelor in Betriebswirtschaftlehre gemacht hat, kann danach einen Master in „Sportmanagement“ oder „Marketingmanagement“ anhängen. Ebenso steht es etwa einem Historiker mit Bachelor frei, sich für einen journalistischen Master zu entscheiden.

Der Knackpunkt: Nur etwa zehn Prozent aller Masterstudiengänge sind derart flexibel aufgebaut. Die Auswahl ist also deutlich eingeschränkter als bei herkömmlichen Mastern.

Weiterbildende Masterstudiengänge

Weiterbildende Masterstudiengänge sind ebenfalls nicht-konsekutive Masterstudiengänge. Der Unterschied liegt darin, dass diese sich an eine bereits berufstätige Klientel richten. Zugangsvoraussetzung ist neben einem ersten Abschluss eine mindestens einjährige Berufstätigkeit, da die Inhalte des Studiums an die Erfahrungen im Job anknüpfen sollen. Die meist betont anwendungsorientiert ausgerichteten Weiterbildungsmaster werden daher oft berufsbegleitend angeboten. Bekanntestes Beispiel ist der wirtschaftswissenschaftliche „Master of Business Administration“ (MBA), der sich unter Berufstätigen branchenübergreifend einer großen Beliebtheit erfreut.

Unterschied zu den anderen Masterformen: Einige Hochschulen ermöglichen den Zugang ohne vorheriges Bachelorstudium. Außerdem gilt der weiterbildende Master als Zweitstudium, es fallen meist Studiengebühren an.

Finanzierung des Masterstudiengangs

Bevor Sie sich für einen bestimmten Masterstudiengang entscheiden, sollte die Studienfinanzierung stehen: Fallen beispielsweise Gebühren für den Master an? In jedem Fall müssen Sie – auch bei gebührenfreien, weiterbildenden Masterstudiengängen – mit dem Semesterbeitrag rechnen.

Ob ein Anspruch auf Bafög besteht, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab: Grundsätzlich können Sie im Masterstudium die staatliche Förderung erhalten. Entscheidend ist hier neben dem Einkommen der Eltern das Alter des Studierenden (zu Beginn des Masterstudiums nicht das 35. Lebensjahr vollendet). Alternativ sollten Studierende über einen Studienkredit nachdenken.

Absolventen mit einem BWL-Bachelor müssen nicht zwingend die Kosten für den Master komplett allein tragen. Einige Unternehmen finanzieren besonders engagierten und vielversprechenden Mitarbeitern einen berufsbegleitenden MBA. Oder sie kooperieren direkt mit einer Hochschule, die spezielle Master-Möglichkeiten für Berufstätige im Angebot haben.

Welche Zulassungsvoraussetzungen muss ich erfüllen?

Oft existiert in Masterstudiengängen ein nur begrenztes Kontingent an Studienplätzen. Die Folge: Nicht jeder Bachelor-Absolvent hat eine Chance auf einen Masterplatz. Stattdessen gilt es, die nötigen Voraussetzungen zu erfüllen und sich wie schon beim Bachelor auf einen Studienplatz zu bewerben:

  1. Note
    Wichtig ist eine gute Bachelor-Abschlussnote.
  2. Kenntnisse/Credit Points
    Meist müssen Bewerber bestimmte Schwerpunkte oder formale Voraussetzungen wie Sprach- und Fachkenntnisse oder eine bestimmte Anzahl von Credit Points nachweisen.
  3. Auswahlgespräch
    Die Hochschulen können die Bewerber zu einem Auswahlgespräch für einen Masterplatz bitten. In persönlichen Gesprächen oder schriftlichen Prüfungen können sie sich endgültig einen Studienplatz sichern.

Frühzeitig beginnen

Das Bewerbungsprozedere ist je nach Hochschule und Fachbereich unterschiedlich. Informieren Sie sich frühzeitig über mögliche Zulassungsbeschränkungen und was in die Bewerbungsmappe gehört. So stellen Sie sicher, dass Sie die Bewerbungsfristen einhalten können, während Sie noch die nötigen Bestandteile zu sammeln. Beispielsweise wenn Sie Professorengutachten, Zeugnisse oder Zertifikate wie etwa den TOEFL-Sprachtest vorlegen müssen.

Tipp: Falls Sie an der gleichen Hochschule weiterstudieren möchten wie bisher, informieren Sie sich am besten persönlich bei Ihren Professoren und Dozenten nach den Bedingungen für den konsekutiven Master. Eine Garantie auf einen Masterstudienplatz gibt es selbst mit einem guten Notenschnitt nicht. Von daher ist es zu empfehlen, nicht nur auf ein Pferd zu setzen: Legen sie sich nicht auf einen bestimmten Studiengang fest, sondern verschicken sie unbedingt Bewerbungen für mehrere Masterstudienplätze, um am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen.

Masterstudiengang finden oder Berufseinstieg wagen?

Wer noch nicht ganz sicher ist, ob er oder sie überhaupt einen Masterabschluss machen will, sollte sich Folgendes fragen: Benötige ich für den Job, den ich gerne ausüben möchte, überhaupt einen Masterabschluss oder reicht schon ein Bachelor? Allgemein gilt: Wissenschaft und Forschung sowie Führungspositionen im höheren öffentlichen Dienst oder bei internationalen Organisationen erfordern den Master. Auch ist das Einstiegsgehalt von Master-Absolventen in der Regel höher.

Der Bachelor ist berufsqualifizierend. Neben der Aussicht auf einen früheren Berufseinstieg sollten sich Studierende fragen, ob ihnen die wissenschaftliche Arbeit liegt. Können Sie sich vorstellen, die nächsten ein bis zwei Jahre damit zu verbringen, sich auf Teilgebiete Ihres Studienfachs zu spezialisieren? Egal wie Sie sich entscheiden: Der Weg zur Weiterbildung bleibt auch nach Jahren im Job nicht versperrt. Aber Sie können viel Zeit und Umwege sparen, wenn Sie sich diese Fragen frühzeitig stellen.

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