Kreative Berufe: Eigene Ideen ausleben

Was willst du später einmal werden? Manch einer kann auf diese Frage in aller Ausführlichkeit und im Detail antworten, weil er genau weiß, wo die berufliche Reise hinführen soll. Häufiger sind die Reaktionen jedoch vage und geben lediglich eine grobe Richtung vor. Besonders beliebt ist etwa Irgendwas mit Medien…, Ich würde gerne mit Menschen arbeiten… oder auch kreative Berufe. Eigene Ideen einbringen und umsetzen, schöpferisch tätig sein und den persönlichen Einfallsreichtum im Job ausleben. Für viele zunächst eine Traumvorstellung, die aber erst einmal konkretisiert werden muss, bevor es in den Beruf gehen kann. Warum kreative Berufe so beliebt sind und in welchen Jobs Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen können…

Kreative Berufe: Eigene Ideen ausleben

Kreative Berufe: Freiheit statt Langeweile

Wer einen kreativen Beruf anstrebt, verspricht sich davon gleich einige Vorteile im Vergleich zu anderen Jobs. Allen voran: Die Chance, den eigenen Drang nach Kreativität, neuen Ideen, Innovationen und Gestaltungsmöglichkeiten auch im Beruf umzusetzen. Kreative Köpfe sehen sich selbst oftmals als Freidenker, als sprudelnden Quell ständig neuer Einfälle und kreativer Gedanken und Vorstellungen, die realisiert werden wollen.

Diese Einstellung und Fähigkeit wird in kreativen Berufen sehr geschätzt, gefördert und in Mitarbeitern gezielt gesucht, da sie ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen sind, die zu großen Teilen von den kreativen Leistungen ihrer Mitarbeiter leben – in anderen Berufen und Branchen kann es jedoch zu Problemen kommen, welche die kreativen Denker nur schwer lösen können.

Wenn Sie kreativ veranlagt sind und dies auch ausleben wollen, können viele Jobs Sie unzufrieden machen. Das liegt schlichtweg daran, dass Sie sich langweilen und frustriert sind, wenn Sie keine Vorschläge machen, Ideen einbringen und diese umsetzen können, weil der Job klare Vorgaben macht und nur erwartet, dass Sie zugeteilte Aufgaben nach Schema F erledigen. Diese Arbeitsweise passt nicht zu Ihnen, schränkt Sie ein und verstärkt nur den Wunsch, der Kreativität freien Lauf lassen zu können.

Darunter leidet letztlich auch die Leistung, obwohl Sie über die nötigen Fähigkeiten verfügen. Das Gefühl, im falschen Job festzustecken, sorgt damit nicht nur für Unzufriedenheit, sondern verhindert auch beruflichen Erfolg. Kreative Berufe bringen auf der anderen Seite genau die Freiheit mit, die Sie vielleicht benötigen, um sich entfalten zu können.

Gibt es kreative Berufe mit gutem Gehalt?

Kreative Berufe mit gutem Gehalt ohne Ausbildung Studium Test Quereinsteiger künstlerischeImmer wenn es um kreative Berufe geht, werden auch die Verdienstmöglichkeiten angesprochen. Der Ausdruck brotlose Kunst hat sich nicht ohne Grund in den Sprachgebrauch etabliert und beschreibt, dass in einigen kreativen und gerade künstlerischen Bereichen für viele keine sonderlich große Bezahlung winkt. Zwar gibt es viele große und bekannte Namen von Künstlern – doch auf die Masse der künstlerisch arbeitenden gesehen sind diese die absolute Ausnahme und viele wurden erst nach dem eigenen Tod erfolgreich, was sich in den Geschichtsbüchern zwar gut macht, jedoch nicht dabei hilft, das eigene Leben in finanzieller Sicherheit zu führen.

Müssen Sie sich also entscheiden: Kreativer Beruf oder gute Bezahlung? Zum Glück ist es nicht ganz so schlimm und schon gar nicht so allgemein. Richtig ist jedoch, dass kreative Berufe nicht an der Spitze der Gehaltstabellen stehen. Hier bieten die Chemie-, Pharma-, Luft- und Raumfahrtindustrie oder Klassiker wie das Bankwesen und der IT-Bereich die besten Aussichten auf ein sehr hohes Gehalt.

Kreative Berufe landen jedoch nicht abgeschlagenen auf dem letzten Platz, sondern können mit gutem Gehalt entlohnt werden. So gibt es beispielsweise viele kreative Bereiche in der Medienlandschaft oder auch im Marketing, wo bereits Einstiegsgehälter von 35.000 Euro pro Jahr erreicht werden können – je nach Ausbildung und Qualifikation kann dieses sogar höher liegen.

Dabei zeigt sich auch in der unten stehenden Liste: Kreative Berufe werden vor allem dann gut bezahlt, wenn nach der Ausbildung noch Fort- und Weiterbildungen absolviert werden.

Kreative Berufe: Eine Übersicht verschiedener kreativer Jobs

Sie zählen sich selbst zu den Kreativen und wollen diese Stärke auch in Ihrer Karriere berücksichtigen, um einen Job zu finden, der Ihnen Spaß macht und Ihren Leidenschaften entspricht? Fehlt nur noch ein genaues Ziel, welcher kreative Beruf es denn werden soll. Genau an dieser Stelle kommt der Wunsch nach einem kreativen Job jedoch oft ins Stocken, da zu wenig Wissen über die verschiedenen Möglichkeiten vorhanden ist.

Zur Information und auch als Inspiration, mit der Sie einen passenden kreativen Beruf für sich finden können, haben wir verschiedene kreative Jobs aufgelistet, in denen Ihre Kreativität gefragt ist und bei der Arbeit zur Geltung kommt:

  • Kreative Berufe: Fotograf

    Ein eigenes Fotostudio haben und dort Shootings durchführen, für eine Zeitung arbeiten und Fotos von den unterschiedlichsten Terminen und Veranstaltungen machen, als Modefotograf Magazine füllen oder in der Natur nach passenden Motiven suchen, um die eigenen Bilder auszustellen und zu verkaufen. Fotografen erlernen das Handwerk von Grund auf, können aber immer auch kreativ sein und mit der Zeit ihren ganz eigenen Stil entwickeln.

    Die Ausbildung zum Fotograf dauert in der Regel drei Jahre, in denen Sie ein Ausbildungsgehalt bekommen, das mit jedem Jahr angehoben wird. Wie viel Sie in diesem kreativen Beruf später verdienen, ist sehr individuell und davon abhängig, was genau Sie machen. Als Selbstständiger ist beispielsweise sowohl Ihr Standort als auch Ihre Auftragslage entscheidend. Als angestellter Fotograf können Sie je nach Berufserfahrung und Arbeitgeber rund 2.000 bis 2.500 Euro brutto verdienen.


  • Kreative Berufe: Raumausstatter

    Wohl jeder wünscht sich ein schönes Zuhause, gemütlich, modern, toll eingerichtet in den passenden Farben und mit schönen Möbeln. Als Raumausstatter können Sie Ihre Kreativität nutzen, um Zimmer, Wohnungen oder auch ganze Häuser einzurichten und in Absprache mit den Kunden ein Konzept umzusetzen. Welche Farbe, welche Materialien, wo soll was hin und wie passt alles zusammen – als Raumausstatter haben Sie alles im Blick und erschaffen so ein Gesamtkunstwerk. Zudem wird auch handwerkliches Geschick benötigt, wenn mit der Nähmaschine hantiert wird.

    Um als Raumausstatter zu arbeiten, machen Sie eine dreijährige duale Ausbildung, die zum Großteil im Betrieb stattfindet. Während der Lehre beträgt das Ausbildungsgehalt je nach Ausbildungsjahr zwischen 450 Euro und 650 Euro. Im Berufsleben ist später ein Gehalt zwischen 2.000 Euro und 2.500 Euro möglich – allerdings gibt es viele Fortbildungen oder auch Spezialisierungen, mit denen sich das Gehalt deutlich erhöhen kann. So können Sie beispielsweise auch den Meister machen und ein deutlich höheren Verdienst erreichen.


  • Kreative Berufe: Gestalter für visuelles Marketing

    Sind Sie schon einmal an einem Schaufenster vorbei gelaufen und haben sich gefragt: Wer hat sich diese tolle Platzierung überlegt, die auf den ersten Blick zum Kauf einlädt? Dahinter steht der kreative Beruf des Gestalters für visuelles Marketing. Hier dreht sich alles darum, Produkte perfekt zu präsentieren und dabei die eigenen Ideen als Konzept auszuarbeiten und in der Praxis umzusetzen. Dabei bleibt es nicht beim Schaufenster, sondern es werden auch ganze Räume, Geschäfte oder sogar Messehallen gestaltet.

    Es gibt gleich mehrere Wege, um als Gestalter für visuelles Marketing zu arbeiten. So kann eine dreijährige Ausbildung gemacht werden, für die in der Regel ein Realschulabschluss reicht. Darüberhinaus kann auch ein Design- oder Innenarchitektur-Studium gemacht werden. Auch hier ist die Bezahlung zunächst nach Ausbildungsjahren gestaffelt, im Anschluss kann ein Gehalt bis 2.900 Euro erreicht werden.


  • Kreative Berufe: Technischer Produktdesigner

    Wie muss ein Produkt gestaltet werden, damit es gut aussieht, genau so funktioniert, wie es soll und dabei alle Sicherheitskriterien oder andere Anforderungen erfüllt? Technische Produktdesigner (früher unter der Bezeichnung technischer Zeichner bekannt) entwerfen und gestalten Bauteile meist am Computer mit 3D-Modellen und sogenannten computer-aided design Programmen (CAD-Software). Ihre Kreativität liefert die Idee, Sie formen daraus ein digitales 3D-Modell, das im Anschluss gebaut und in Produkten, Geräten und Maschinen verwendet wird.

    Die Ausbildung zum technischen Produktdesigner dauert dreieinhalb Jahre. Die Bezahlung ist dabei sehr gut, schon im ersten Jahr können bis zu 900 Euro monatlich verdient werden, die Steigerung mit den Jahren ist dafür allerdings geringer. Auch im Job gibt es gute Verdienstmöglichkeiten. 3.000 Euro brutto sind bereits ohne Fort- und Weiterbildungen möglich. So können Sie beispielsweise technischer Betriebswirt oder staatlich geprüfter Techniker werden und das mögliche Gehalt weit nach oben schrauben.


  • Kreative Berufe: Mediengestalter

    Der Job als Mediengestalter verbindet engen Kundenkontakt mit kreativer Arbeit. Sie erstellen Konzepte und gestalten deren Umsetzung. Im Bereich Digital und Print bedeutet das beispielsweise, dass Sie Homepages gestalten, aber auch für Kataloge oder Flyer verantwortlich sind. Wollen Sie hingegen als Mediengestalter für Ton und Bild tätig sein, beschäftigen Sie sich mit Werbung in Form von Ton- und Videoaufnahmen – für das Radio oder Fernsehen.

    Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Die Bezahlung ist vor allem davon abhängig, ob Sie nach Tarif bezahlt werden oder nicht. Ist das der Fall, haben Sie Glück und können sich über deutlich mehr Gehalt freuen, wobei der Zweig Digital und Print in der Regel besser bezahlt wird. Nach Abschluss der Ausbildung liegen die Verdienstmöglichkeiten je nach Arbeitgeber zwischen 2.000 und 3.000 Euro, wobei auch hier Weiterbildungen die finanzielle Situation verbessern können.

[Bildnachweis: Stock Rocket by Shutterstock.com]
5. Februar 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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