Freidenker: 10 Dinge, die Kreative anders machen

Kreativität ist eine Schlüsselressource der Zukunft. Wer oben an der Spitze bleiben will, braucht kontinuierlich neue Ideen und Menschen, die mit diesen Ideen aufwarten. Doch was macht einen kreativen Menschen aus? Schwer zu sagen. Kreativität ist ein schwer greifbares Konzept. Psychologen und Hirnforscher beschäftigen sich seit Jahrzehnten damit zu ergründen, wie sie entsteht. Kreative Menschen sind vielschichtig, ihre Komplexität ist wohl das Einzige, was sie eint. Sie betrachten die Welt mit anderen Augen. Was kreative Köpfe anders machen…

Freidenker: 10 Dinge, die Kreative anders machen

Kreative Menschen schalten schnell um

Hirnforscher suchen bereits seit Jahrzehnten nach dem Sitz der Kreativität. Fest steht, dass sie in unseren Köpfen entsteht. Sie fanden heraus, dass es kein einzelnes Kreativitätsareal gibt, sondern dass viele verschiedene Hirnregionen bei der Bearbeitung von kreativen Aufgaben aktiv sind. Der Hirnforscher Andreas Fink spricht vom Zusammenspiel der Zentren.

Eine wichtige Rolle spielt die Geschwindigkeit, mit der das Gehirn arbeitet. Bei der Messung von Hirnströmen zeigte sich etwa, dass Kreative in der Lage sind, rasch zwischen einer niedrigen und einer hohen Geschwindigkeit hin und her zu wechseln. Genau diese Fähigkeit wird bei kreativen Prozessen gebraucht, denn diese laufen phasenweise ab und auf eine Phase der Träumerei (langsamer Hirnrhythmus) folgt eine Phase extremer Konzentration (schneller Hirnrhythmus).

Arbeitsbedingungen, die Kreativität fördern:

  • Kommunikation. Jeder Mitarbeiter sollte die Möglichkeit haben, einfach frei heraus sagen zu können, was ihm gerade durch den Kopf geht. Keine seiner Äußerungen sollte verurteilt werden.
  • Austausch. Die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern sollte gefördert und intensiviert werden. Viele Ideen entstehen spontan, beispielsweise in einer Diskussion beim Kaffee.
  • Fehler. Die Möglichkeit Fehler zu machen sollte eingeräumt werden. Trial and error ist ein wichtiger Bestandteil der Ideengenerierung. Doch wenn ein Mitarbeiter fürchten muss, seine Karriere durch Fehler zu beschädigen, wird er keine neuen Wege gehen.
  • Stressfreiheit. Nur in einer stressfreien Umgebung können gute Ideen entstehen. Wenn zu angestrengt versucht wird eine Idee zu generieren, blockiert das Gehirn. Bei der Suche nach Ideen ist es auch wichtig, dass die Gelegenheit besteht innezuhalten. Wer noch nebenher zig Aufgaben zu erledigen hat, wird sich nicht auf die Suche konzentrieren können.
  • Zeitdruck. In einem kurzen Zeitraum eine gute Idee hervorzubringen ist schwierig und erzeugt Stress. Die Zeit für die Ideenfindung sollte daher nicht zu knapp bemessen sein. Ganz ohne geht es natürlich auch nicht, weil sonst eine Aufschubmentalität entsteht.

Was Kreative anders machen

Kreativen wird oft nachgesagt, sie seien besonders chaotisch und irgendwie weltfremd. Das sind häufig nur Klischees, doch wahr ist, dass sie die Welt anders wahrnehmen und oftmals eine andere Herangehensweise haben. Aus diesem Grund können andere oft auch gar nicht nachvollziehen, woher all die Ideen kommen, die kreativen Köpfen scheinbar einfach so zufliegen.

Freidenker: Kreativität beginnt im Kopf

Wir haben eine Liste mit zehn Dingen erstellt, die Kreative anders machen, um Sie zu inspirieren, vielleicht auch mal den Blickwinkel zu ändern. Wenn Sie gerne selbst kreativer wären, müssen Sie ja nicht gleich alles umsetzen, aber vielleicht suchen Sie sich raus, was für Sie persönlich am besten passt.

  1. Sie halten Tagträume nicht für Zeitverschwendung

    Die Gedanken schweifen zu lassen, fördert die Entstehung neuer Ideen. Häufig entstehen die besten Ideen, wenn wir uns nicht auf eine spezifische Aufgabe konzentrieren, sondern entspannt an nichts bestimmtes denken. Der Hirnforscher Andreas Fink fand mithilfe von Messungen der Hirnströme heraus, dass ein langsamer Hirnrhythmus hilfreich für kreative Prozesse sei. Sogenannte Alphawellen ließen sich bei Menschen während eines Tagtraumes messen. Alphawellen treten auf, wenn ein Mensch sich in einem entspannten Zustand befindet, man ist praktisch im Stand-By-Modus – und die Erinnerungs- und Lernfähigkeit ist erhöht.

  2. Sie haben eine genaue Beobachtungsgabe

    Kreative beobachten alles. Sie sind von einer unbändigen Neugier getrieben, wollen verstehen und lernen. Was sie dabei beobachten, bringt sie auf neue Ideen. Aus diesem Grund trug die Schriftstellerin Joan Didion immer ein Notizbuch mit sich herum.

  3. Sie suchen nach neuen Erfahrungen

    Kreative Menschen sind offen Neues zu erleben und ihren Erfahrungsschatz zu erweitern. Sie probieren gerne Dinge aus. Denn in diesen Erfahrungen steckt die Inspiration für ihre Ideen. Dabei heißt es auch mal, das eigene Schneckenhaus zu verlassen und über den Tellerrand zu blicken.

  4. Sie stellen Verbindungen her

    Kreativität hat viel damit zu tun, Verbindungen herzustellen, die neu sind. Dinge in Beziehung zu setzen, die auf den ersten Blick gar nicht zusammenpassen. Durch diese Verbindungen entsteht etwas Neues. Kreative Menschen sehen solche Verbindungen.

  5. Sie nutzen Lebenskrisen

    Trennung, Schmerz und Verlust können der Katalysator für große Ideen sein. Psychologen sprechen von „posttraumatischem Wachstum“. Es bedeutet, dass Menschen Schicksalsschläge nutzen, um eine andere Perspektive einzunehmen und erkennen neue Möglichkeiten. Das ist förderlich für die Kreativität.

  6. Sie gehen Risiken ein

    Woher soll man wissen, ob etwas funktioniert oder nicht? Man probiert es einfach aus. Wenn es nicht klappt, geht man einen anderen Weg. Häufig fürchten sich kreative Menschen nicht davor, Fehler zu machen. Sie nehmen Risiken auf sich und probieren ihre Ideen aus. In einem Forbes-Artikel beschreibt Steven Kotler, dass Albert Einstein nicht schwimmen konnte. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, das Segeln zu einem Hobby zu machen.

  7. Sie haben kein Problem mit dem Alleinsein

    Viele Kreative ziehen sich gerne zurück. Sie suchen Möglichkeiten in sich zu gehen und sich mit den eigenen Gedanken zu beschäftigen. Rückzugsmöglichkeiten können dabei helfen, den eigenen Flow zu finden, einen Zustand, in dem die Kreativität auf dem Hochpunkt ist und man sich ganz seiner Arbeit hingeben kann.

  8. Sie brechen mit gewohnten Denkmustern

    Viele Kreative sind Querdenker. Sie trauen sich, Gewohnheiten hinter sich zu lassen und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Sie verschließen sich nicht von Anfang an vor bestimmten Lösungswegen eines Problems, sondern lassen alle zu, auch die Absurden. Diese Herangehensweise erlaubt es ihnen ungeahnte Zusammenhänge zu entdecken.

  9. Sie wollen sich selbst verwirklichen

    Kreativität ist immer auch eine Art sich selbst auszudrücken. Durch ihre Arbeit bringen kreative Menschen ihre Wünsche, Träume, Visionen und Bedürfnisse zum Ausdruck. Die Welt betrachten sie als Spielplatz, um dies auf unterschiedliche Art und Weise zu tun.

  10. Sie gehen ihrer Leidenschaft nach

    Kreative verspüren bei dem, was sie tun, eine innere Motivation. Sie brennen für ihrer Arbeit. Diese Einstellung lässt sie in ihrer Arbeit voll aufgehen und spornt sie dazu an, ihr Bestes zu geben. Selbst Niederlagen und äußerer Widerstand können sie nicht davon abbringen.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
1. Juli 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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