Was sind Kreativitätstechniken?
Kreativitätstechniken sind Denkmethoden, die den kreativen Prozess gezielt unterstützen. Sie können den Ideenfluss anregen, neue Blickwinkel eröffnen, komplexe Aufgaben zerlegen oder bestehende Lösungen verändern. Häufig wird zwischen intuitiven und diskursiven oder systematischen Verfahren unterschieden. In der Praxis überschneiden sich beide Prinzipien häufig:
- Intuitive Methoden arbeiten stärker mit spontanen Einfällen und Assoziationen.
- Systematische Ansätze folgen dagegen bestimmten Fragen, Schritten oder Kombinationsregeln.
Wichtig: Kreativmethoden liefern keine Erfolgsgarantie. Sie sind Denkwerkzeuge, die gewohnte Routinen unterbrechen und vorhandenes Wissen neu miteinander verknüpfen. Welche Technik sinnvoll ist, hängt primär von der jeweiligen Aufgabe und Phase der Ideenfindung ab.
18 Kreativitätstechniken für bessere Ideen
Die folgenden Methoden sind nach ihrem typischen Einsatz im kreativen Prozess geordnet: vom ersten Sammeln über Perspektivwechsel und systematische Lösungsfindung bis zur kritischen Weiterentwicklung einer Idee:
1. Braindumping
Beim Braindumping schreiben Sie ungefiltert auf, was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Aufgaben, Fragen, Sorgen und spontane Einfälle dürfen zunächst ungeordnet nebeneinanderstehen. Währenddessen wird weder aussortiert noch bewertet. Das Aufschreiben entlastet das Arbeitsgedächtnis und macht sichtbar, womit Sie sich gedanklich beschäftigen. Erst danach sortieren Sie das Material, bilden Schwerpunkte und greifen interessante Ansätze heraus. Die Technik ist damit ein guter Einstieg, wenn Ihnen noch die gedankliche Ordnung fehlt.
| Voraussetzungen | Stift und Papier oder digitales Notiztool; wenige Minuten ungestörte Zeit |
| Geeignet für | Kopf entlasten, ungeordnete Gedanken sichtbar machen und Ausgangsmaterial für die weitere Ideenfindung sammeln |
Wie Sie beim Braindumping vorgehen und Ihre Notizen anschließend sinnvoll sortieren, erklären wir ausführlich im Fachartikel:
Braindumping: Methode + Anleitung
2. Mindmap
Eine Mindmap bildet Gedanken nicht als lineare Liste, sondern als verzweigtes Schaubild ab. Ausgangspunkt ist ein zentraler Begriff. Von dort führen Äste zu wichtigen Aspekten, die sich wiederum durch Unterpunkte und weitere Assoziationen ergänzen lassen. Das Verfahren verbindet freies Denken mit visueller Ordnung. Sie erkennen Beziehungen zwischen einzelnen Punkten und können ein umfangreiches Thema übersichtlich gliedern, ohne sich früh auf eine starre Struktur festzulegen.
| Voraussetzungen | Zentrales Thema sowie Papier, Whiteboard oder ein digitales Mindmapping-Tool |
| Geeignet für | Assoziationen sammeln, Wissen visualisieren, umfangreiche Themen gliedern und Beziehungen zwischen einzelnen Aspekten erkennen |
Gleich hier weiterlesen – mit Anleitung, Aufbau und praktischen Beispielen:
Mindmap erstellen: Anleitung + Tipps
3. Brainstorming
Brainstorming gehört zu den bekanntesten Kreativitätstechniken. Zu einer klaren Fragestellung sammeln die Teilnehmer zunächst möglichst viele spontane Einfälle und Assoziationen. In dieser ersten Phase gilt: Kritik und Bewertung sind tabu – auch ungewöhnliche oder zunächst unrealistische Vorschläge sind willkommen. Erst anschließend werden die gesammelten Gedanken sortiert, diskutiert und bewertet. Diese Trennung ist entscheidend: Wer Ideen schon während ihrer Entstehung kritisiert, bremst den Gedankenfluss. Brainstorming eignet sich deshalb besonders für den offenen Einstieg in die Ideenfindung, wenn zunächst Quantität und Vielfalt gefragt sind.
| Voraussetzungen | Klare Fragestellung, offene Atmosphäre, mehrere Teilnehmer und eine konsequente Trennung von Ideenfindung und Bewertung |
| Geeignet für | Viele spontane Ideen sammeln, freie Assoziationen fördern und zu Beginn eines kreativen Prozesses unterschiedliche Lösungsansätze erzeugen |
Welche Regeln beim Brainstorming gelten, welche Varianten es gibt und wie Sie die Ideensammlung erfolgreich moderieren, erklären wir ausführlich hier:
Brainstorming: Methoden + 4 Regeln
4. Brainwriting
Brainwriting verlagert die Ideenfindung vom Sprechen aufs Schreiben. Die Teilnehmer entwickeln ihre Vorschläge zunächst unabhängig voneinander. Anschließend werden die Ergebnisse gesammelt oder an andere weitergegeben, die daran anknüpfen. Damit umgeht das Verfahren einen typischen Nachteil offener Gruppendiskussionen: Nicht die lauteste oder schnellste Person gibt die Richtung vor. Jeder erhält zunächst Zeit für eigene Überlegungen.
| Voraussetzungen | Konkrete Fragestellung, mehrere Teilnehmer sowie Schreibmaterial oder digitales Board |
| Geeignet für | Schriftliche Ideenfindung im Team und Gruppen, in denen alle Beteiligten unabhängig und gleichberechtigt Vorschläge einbringen sollen |
Welche Varianten es gibt und wie Sie Brainwriting praktisch durchführen, erfahren Sie hier:
5. 6-3-5-Methode
Die 6-3-5-Methode ist eine strukturierte Variante des Brainwritings. Im klassischen Ablauf notieren 6 Teilnehmer jeweils 3 Ideen. Danach werden die Blätter fünfmal weitergereicht, sodass andere die vorhandenen Gedanken aufgreifen und ergänzen. So können theoretisch bis zu 108 Einträge entstehen. Entscheidend ist aber weniger die Zahl als der iterative Effekt: Die Teilnehmer produzieren nicht nur eigene Vorschläge, sondern bauen auf den Überlegungen anderer auf.
| Voraussetzungen | Idealerweise 6 Teilnehmer, klare Aufgabe, vorbereitete Arbeitsblätter oder digitale Vorlage und festgelegte Bearbeitungsrunden |
| Geeignet für | In kurzer Zeit viele Ansätze entwickeln und erste Einfälle durch die Beiträge anderer Teilnehmer schrittweise erweitern |
Den genauen Ablauf, ein Beispiel sowie Vor- und Nachteile erklären wir hier:
6-3-5-Methode: Ablauf + Beispiel
6. Perspektivwechsel
Beim Perspektivwechsel verlassen Sie bewusst Ihre gewohnte Sichtweise. Betrachten Sie eine Frage beispielsweise aus den Augen eines Kunden, Kollegen, Konkurrenten oder Außenstehenden. Auch ungewöhnliche Rollen können neue Denkanstöße liefern. Der gedankliche Rollenwechsel schafft Distanz zu eigenen Annahmen. Sie fragen nicht länger nur: „Wie sehe ich das?“, sondern überlegen, welche Bedürfnisse, Interessen oder Einwände andere haben könnten.
| Voraussetzungen | Konkrete Fragestellung und Bereitschaft, die eigene Position vorübergehend zu verlassen |
| Geeignet für | Betriebsblindheit überwinden, andere Bedürfnisse verstehen und eine vertraute Aufgabe aus ungewohnten Blickwinkeln betrachten |
Wie Sie einen Perspektivwechsel gezielt nutzen und trainieren, erfahren Sie in diesem Ratgeber:
Perspektivwechsel: Vorteile + Tipps
7. De-Bono-Denkhüte
Die sechs Denkhüte von Edward de Bono machen den Perspektivwechsel systematisch. Sechs symbolische Hüte stehen für unterschiedliche Denkweisen: Fakten, Emotionen, Kritik, Optimismus, Kreativität und die Steuerung des Denkprozesses. Die Beteiligten betrachten eine Frage nacheinander aus diesen definierten Positionen. Dadurch werden verschiedene Ebenen nicht miteinander vermischt und auch Aspekte berücksichtigt, die in einer gewöhnlichen Diskussion leicht untergehen.
| Voraussetzungen | Klare Fragestellung, Kenntnis der sechs Denkrollen und Bereitschaft zum bewussten Wechsel der Denkhaltung |
| Geeignet für | Komplexe Entscheidungen, strukturierte Diskussionen und Themen, bei denen Fakten, Chancen, Gefühle und Risiken getrennt betrachtet werden sollen |
Welche Bedeutung die einzelnen Hüte haben und wie Sie das Verfahren anwenden, erfahren Sie hier:
6 Denkhüte: Methode + Anwendung
8. Disney-Methode
Die Disney-Methode arbeitet mit drei aufeinanderfolgenden Rollen. Der Träumer entwirft Visionen ohne Rücksicht auf Einschränkungen. Der Realist überlegt danach, wie daraus ein machbarer Plan werden kann. Abschließend sucht der Kritiker nach Schwachstellen und offenen Fragen. Anders als bei den Denkhüten bilden die Rollen hier einen Entwicklungsprozess. Ein zunächst freier Entwurf wird konkretisiert und erst danach kritisch geprüft. Fantasie und Machbarkeit kommen sich dadurch nicht zu früh in die Quere.
| Voraussetzungen | Ausgangsfrage oder erste Idee sowie die Bereitschaft, konsequent zwischen Träumer, Realist und Kritiker zu wechseln |
| Geeignet für | Visionen entwickeln, erste Entwürfe konkretisieren und diese anschließend auf Machbarkeit und Schwachstellen überprüfen |
Die drei Rollen und den genauen Ablauf erklären wir ausführlich im Fachartikel:
Disney-Methode: Ablauf + Beispiel
9. Kopfstand-Methode
Die Kopfstand-Methode dreht die ursprüngliche Frage um. Aus „Wie verbessern wir unseren Kundenservice?“ wird beispielsweise „Wie machen wir unseren Kundenservice möglichst schlecht?“ Für diese negative Gegenfrage sammeln Sie zunächst bewusst kontraproduktive Antworten. Im zweiten Schritt kehren Sie die Ergebnisse wieder ins Positive. Aus „Kunden möglichst lange warten lassen“ entsteht etwa „Anfragen besonders schnell beantworten“. Der Umweg erleichtert es, Selbstverständlichkeiten und bislang übersehene Schwachstellen aufzudecken.
| Voraussetzungen | Konkrete Ausgangsfrage sowie Offenheit für absurde, übertriebene oder bewusst kontraproduktive Antworten |
| Geeignet für | Festgefahrene Fragestellungen und Situationen, in denen die direkte Lösungssuche immer wieder zu denselben Ergebnissen führt |
Wie Sie eine Frage richtig umkehren und daraus brauchbare Lösungen gewinnen, lesen Sie hier:
Kopfstand-Methode: Anleitung + Beispiele
10. Ausschluss-Methode
Bei der Ausschluss-Methode werden naheliegende oder bereits bekannte Lösungen zunächst bewusst gestrichen. Dadurch verkleinert sich der Lösungsraum – gleichzeitig sind Sie gezwungen, gewohnte Denkpfade zu verlassen und ungewöhnlichere Alternativen zu entwickeln.
| Voraussetzungen | Klare Fragestellung und erste naheliegende Ideen |
| Geeignet für | Neue Perspektiven, originelle Ideen und festgefahrene Denkprozesse |
Mehr über das kreative Ausschlussverfahren und seine Anwendung erfahren Sie hier:
Ausschluss-Methode richtig nutzen
11. Kuchen-Methode
Bei der Kuchen-Methode zerlegen Sie eine umfangreiche Aufgabe bildlich in einzelne Kuchenstücke. Jedes Segment steht für einen überschaubaren Teilbereich, den Sie zunächst separat bearbeiten. Das verkleinert ein komplexes Gesamtproblem und macht einzelne Ansatzpunkte greifbarer. Anschließend werden die Teilergebnisse wieder zusammengeführt. Die Technik eignet sich deshalb besonders für Herausforderungen, die auf den ersten Blick zu groß oder unübersichtlich wirken.
| Voraussetzungen | Komplexe, aber sinnvoll zerlegbare Fragen und klar voneinander abgrenzbare Teilbereiche |
| Geeignet für | Unübersichtliche Aufgaben vereinfachen, einzelne Problemfelder separat bearbeiten und anschließend zu einer Gesamtlösung verbinden |
Wie Sie eine Aufgabe sinnvoll in Teilbereiche zerlegen, zeigen wir Schritt für Schritt hier:
Kuchen-Methode: Anleitung + Beispiel
12. Osborn-Methode
Die Osborn-Methode nimmt einen bestehenden Gegenstand, Prozess oder Vorschlag zum Ausgangspunkt und bearbeitet ihn mithilfe systematischer Fragen. Was lässt sich anders verwenden, anpassen, verändern, vergrößern, verkleinern, ersetzen, neu anordnen, umkehren oder kombinieren? Statt auf einen spontanen Geistesblitz zu warten, verändern Sie das Vorhandene gezielt. Gerade bekannte Lösungen können dadurch auf Eigenschaften und Möglichkeiten geprüft werden, die bislang unbeachtet geblieben sind.
| Voraussetzungen | Bestehendes Produkt, Konzept oder Ausgangsidee, die mithilfe systematischer Fragen verändert werden kann |
| Geeignet für | Vorhandene Lösungen variieren, Produkte weiterentwickeln und durch gezielte Veränderungsfragen zusätzliche Möglichkeiten erschließen |
Die Fragenkaskade und ein konkretes Anwendungsbeispiel finden Sie hier:
Osborn-Methode: Fragen + Beispiel
13. SCAMPER-Methode
SCAMPER greift den Fragenansatz von Alex Osborn auf und verdichtet ihn zu sieben Denkrichtungen. Das Akronym steht für Substitute, Combine, Adapt, Modify, Put to other uses, Eliminate und Reverse – also ersetzen, kombinieren, anpassen, verändern, anders verwenden, weglassen und umkehren. Jede Kategorie zwingt Sie, einen bestehenden Ansatz auf eine andere Weise zu verändern. Das schafft einen klaren Suchrahmen und verhindert, dass Sie immer nur dieselben naheliegenden Verbesserungen verfolgen.
| Voraussetzungen | Bestehendes Produkt, Verfahren oder Konzept und eine klar definierte Ausgangsfrage |
| Geeignet für | Produkte, Dienstleistungen und Prozesse, gezielt weiterentwickeln und mithilfe von sieben Denkanstößen neue Varianten erzeugen |
Was hinter den sieben SCAMPER-Fragen steckt und wie Sie damit arbeiten, erklären wir hier:
14. Morphologischer Kasten
Der morphologische Kasten zerlegt eine Aufgabe zunächst in relevante Merkmale oder Parameter. Für jeden Parameter sammeln Sie verschiedene mögliche Ausprägungen und tragen diese in eine Matrix ein. Erst danach beginnt die eigentliche Lösungssuche: Unterschiedliche Ausprägungen werden miteinander kombiniert. Auf diese Weise entstehen zahlreiche Varianten nach einem nachvollziehbaren System – auch solche, auf die Sie durch freies Assoziieren möglicherweise nicht gekommen wären.
| Voraussetzungen | Klar beschreibbare Aufgabe sowie Merkmale oder Parameter, für die sich mehrere Ausprägungen bestimmen lassen |
| Geeignet für | Produktentwicklung und komplexe Aufgaben, bei denen durch die Kombination verschiedener Merkmale zahlreiche Lösungsvarianten entstehen können |
Wie Sie den Kasten aufbauen und daraus Lösungen kombinieren, zeigt unser Beispiel:
Morphologischer Kasten: Anleitung + Beispiel
15. Design Thinking
Design Thinking ist mehr als eine einzelne Kreativübung: Es ist ein nutzerzentrierter und iterativer Problemlösungsprozess. Zunächst geht es darum, Menschen und deren Bedürfnisse zu verstehen und das eigentliche Problem zu definieren. Darauf folgen Ideenfindung, Prototypen und Tests. Charakteristisch sind die Rückkopplungen zwischen den einzelnen Phasen. Funktioniert ein Entwurf nicht oder zeigt ein Test neue Bedürfnisse, wird die Lösung erneut angepasst. Kreative Einfälle werden dadurch früh mit praktischen Erkenntnissen verbunden.
| Voraussetzungen | Konkretes Problem, Verständnis der Zielgruppe sowie Bereitschaft zum Entwickeln, Testen und wiederholten Überarbeiten |
| Geeignet für | Komplexe nutzerbezogene Probleme sowie die Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Lösungen, die früh praktisch erprobt werden sollen |
Die einzelnen Phasen und Werkzeuge des Design Thinking erklären wir ausführlich hier:
Design Thinking: Prozess + Methoden
16. Plussing
Beim Plussing existiert bereits ein Entwurf. Rückmeldungen sollen diesen nicht bloß bewerten, sondern konstruktiv weiterbringen. Kritik wird deshalb möglichst mit einer Ergänzung, Alternative oder konkreten Verbesserung verbunden. Damit gehört Plussing in eine spätere Phase des kreativen Prozesses. Statt möglichst viele neue Vorschläge zu produzieren, arbeitet die Gruppe gemeinsam an der Qualität einer ausgewählten Idee.
| Voraussetzungen | Vorhandener Vorschlag oder Konzeptentwurf sowie eine konstruktive Feedbackkultur |
| Geeignet für | Entwürfe verfeinern, konstruktives Feedback strukturieren und vielversprechende Ansätze gemeinsam weiterentwickeln |
Wie die Plussing-Regeln funktionieren und worauf Sie beim Feedback achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber:
Plussing: Bedeutung + Beispiele
17. Advocatus Diaboli
Beim Advocatus Diaboli übernimmt eine Person bewusst die Gegenposition. Sie sucht gezielt nach Schwächen, Risiken, falschen Annahmen und Gegenargumenten – unabhängig davon, ob sie persönlich gegen den Vorschlag ist. Dieser organisierte Widerspruch dient als Belastungstest. Eine favorisierte Lösung muss sich gegen kritische Fragen behaupten, bevor sie umgesetzt wird. Gleichzeitig kann das Verfahren verhindern, dass Harmoniebedürfnis oder Gruppendenken berechtigte Zweifel verdrängen.
| Voraussetzungen | Vorhandene Idee oder Entscheidung sowie die Bereitschaft, Gegenargumente sachlich zu prüfen und Widerspruch auszuhalten |
| Geeignet für | Vorschläge kritisch testen, Risiken und Denkfehler aufdecken, Argumente schärfen und vorschnellen Gruppenkonsens hinterfragen |
Warum der bewusste Bedenkenträger nützlich sein kann und wie Sie die Methode einsetzen, lesen Sie hier:
Advocatus Diaboli: Methode + Beispiele
18. Random Episodic Silent Thinking (REST)
Random Episodic Silent Thinking – kurz REST – bildet den Gegenpol zu den aktiv gesteuerten Verfahren. Sie bearbeiten keine konkrete Aufgabe, sondern erlauben Ihren Gedanken, ohne bestimmtes Ziel abzuschweifen. REST ist deshalb weniger eine klassische Kreativitätstechnik als eine Phase ungerichteten Denkens. Gerade nach intensiver Beschäftigung mit einem Problem kann der Abstand hilfreich sein: Das angestrengte Grübeln endet und Gedanken dürfen sich frei miteinander verbinden.
| Voraussetzungen | Ungestörte Ruhe, möglichst wenige äußere Reize und eine Phase ohne konkrete Denkaufgabe |
| Geeignet für | Abstand nach intensiver Problembearbeitung, freies Gedankenwandern und Situationen, in denen bewusstes Nachdenken nicht mehr weiterhilft |
Warum scheinbares Nichtstun produktiv sein kann und was genau hinter REST steckt, erfahren Sie hier:
Random Episodic Silent Thinking
Wie lässt sich Kreativität fördern?
Kreativitätstechniken sind Werkzeuge – kreatives Denken braucht darüber hinaus Wissen, Erfahrungen, Neugier und Offenheit. Hilfreich sind überdies Freiräume, in denen Sie gewohnte Annahmen hinterfragen, unterschiedliche Eindrücke miteinander verbinden und auch unfertige Einfälle zunächst zulassen können.
Probieren Sie verschiedene Verfahren aus. Wer visuell denkt, arbeitet möglicherweise besonders gut mit einer Mindmap. Andere profitieren von der klaren Systematik des morphologischen Kastens oder entwickeln im schriftlichen Austausch bessere Ansätze. Wenn Sie mit einer Technik feststecken, wechseln Sie das Vorgehen. Was Kreativität ausmacht, wie kreative Prozesse ablaufen und welche Bedingungen schöpferisches Denken begünstigen, erklären wir in unserem Grundlagenartikel:
Kreativität: Definition + Förderung
Sie möchten Ihre eigene Ideenfindung gezielt trainieren und eingefahrene Denkmuster durchbrechen? Weitere Übungen und praktische Strategien finden Sie hier:
Kreativer werden: Tipps + Übungen
Kreativ fördern bedeutet, Kreativität nicht blockieren
Egal, welche Kreativitätstechnik Sie am Ende nutzen: Entscheidend ist nicht, möglichst viele Techniken gleichzeitig einzusetzen, sondern für die jeweilige Phase das passende Denkwerkzeug zu wählen. Und Kreativität nicht zu blockieren. Laut dem Schweizer Kreativitätsforscher Gottlieb Guntern sind Entspannung und Zerstreuung das A und O dafür, dass kreative Gedanken aufblühen. Manchmal reicht dazu schon, den Schreibtisch zu verlassen, spazieren zu gehen und sich dem Tagträumen hinzugeben. Der Geistesblitz kommt dann oft von ganz allein.
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