Kuchen-Methode: Neue Ideen finden nach Rezept

Sie stehen auf dem Schlauch, kommen nicht weiter, brauchen neue Ideen, Ansätze, Lösungen? Dann kann die Kuchen-Methode genau richtig für Sie sein. Trotz des verlockenden Namens geht es bei der Kuchen-Methode (auch Kuchenback-Methode genannt) nicht darum, ein leckeres Stück Selbstgebackenes zu essen. Vielmehr adaptiert die Kuchen-Methode die klassischen Schritte beim Backen für die Ideenfindung und kann so zu völlig neuen Einfällen, Lösungen oder Geistesblitzen führen. Wir erklären Ihnen, was es mit der Kuchen-Methode auf sich hat und wie diese hilft, neue Ideen zu finden…

Kuchen-Methode: Neue Ideen finden nach Rezept

Definition: Was ist die Kuchen-Methode?

Bei der sogenannten Kuchen-Methode handelt es sich um eine Kreativtechnik und Vorgehensweise, um in festgefahrenen Situationen neue Ideen, innovative Ansätze, Problemlösungen oder auch Entscheidungen zu finden. Entwickelt wurde sie von Burkhard Heidenberger, der sie auch auf seinem Blog veröffentlicht hat. Angewendet wird sie, wenn Sie gedanklich nicht weiterkommen, keinen Entschluss fassen können oder es Ihnen an einer zündenden Idee fehlt.

Ziel kann es auch sein, Struktur und Klarheit in das eigene Gedankenchaos zu bringen. Schwirren Ihnen unzählige Gedanken im Kopf herum, kann die Methode für neue Ordnung sorgen und Ihnen dabei helfen, ein scheinbar komplexes und unlösbares Problem wieder klarer zu sehen.

Ihren Namen bekommt die Kuchen-Methode, weil sie sich an den typischen und vereinfachten Schritten beim Backen eines Kuchens orientiert:

  • Alle Zutaten sammeln
  • Die Zutaten vermischen
  • Den entstandenen Teig ruhen lassen
  • Den Kuchen formen und backen

Die Vorteile der Kuchen-Methode

Die Vorteile der Kuchen-MethodeWenn es um Ideenfindung, Problemlösung und Kreativtechniken geht, ist die Kuchen-Methode nicht die einzige Option. Zahlreiche Methoden, Prozeduren, Verfahren, Techniken, Konzepte und Herangehensweisen versprechen alle ähnliche Effekte und Erfolge.

Sie haben somit die Qual der Wahl. Wichtigster Faktor ist natürlich, dass Sie einen Weg finden, der für Sie persönlich funktioniert. Ausprobieren ist dabei die beste Möglichkeit, um herauszufinden, ob eine Methode für Sie klappt – das kann durchaus individuell und sehr verschieden sein.

Jede bringt dabei eigene Vorteile mit, so auch die Kuchen-Methode:

  • Sie ist sehr einfach umzusetzen

    Erst einmal einen Studiengang absolvieren, um zu verstehen, wie ein Prozess funktioniert? Das ist bei der Kuchen-Methode zum Glück nicht nötig. Genau wie beim tatsächlichen Kuchenbacken ist die Umsetzung auch hier kinderleicht.

    Nach einer kurzen Einführung (den genauen Ablauf erklären wir unten im Artikel) können Sie sofort loslegen. Die einzelnen Schritte sind ebenso leicht verständlich wie umzusetzen. Natürlich kann es ein wenig Übung brauchen, bis die Kuchen-Methode die besten Ergebnisse erzielt, doch können Sie gleich von Anfang an erfolgreich neue Ideen und Lösungen entwickeln.

  • Sie benötigen kaum Materialien

    Alles, was Sie für die Kuchen-Methode benötigen, ist ein Stift und Papier. Wenn Sie die Technik für sich alleine anwenden, kann ein DIN A4 Blatt ausreichend sein, meist empfiehlt sich jedoch ein größeres Format, um ausreichend Platz zu haben.

    Bei den Stiften können verschiedene Farben für mehr Übersichtlichkeit und Struktur sorgen, für den Anfang tut es aber auch ein Kugelschreiber oder ein dickerer Filzstift für größere Papierformate.

  • Sie können die Methode alleine anwenden

    Manche Techniken benötigen Gruppen oder zumindest weitere Personen, die als Inputgeber und Gegenposition auftreten oder andere Funktionen übernehmen. Nicht so bei der Kuchen-Methode. Diese können Sie ganz für sich allein anwenden und somit für jedes Problem nutzen.

    Gleichzeitig ist es aber möglich, den gedanklichen Kuchen auch mit anderen gemeinsam zu backen. Ursprünglich ist das Konzept zwar auf eine Person ausgelegt, doch lässt es sich leicht anpassen und erweitern, um auch als Gruppe davon profitieren zu können.

Neben den Vorteilen gibt es natürlich auch bei der Kuchen-Methode einige Nachteile und kleine Minuspunkte. So braucht es zumindest ein wenig Geduld, bis Sie auf neue Ideen kommen und tatsächlich Lösungsansätze finden. Der Kuchen muss schließlich gehen und eine Zeit in Ruhe gelassen werden.

Zudem lässt sich vorher nicht zu 100 Prozent sagen, wie das Ergebnis am Ende ausfallen wird. Um in der Metapher zu bleiben: Es besteht immer ein kleines Restrisiko, dass der Kuchen nicht gelingt.

Ablauf: Schritt für Schritt zu neuen Ideen

Nun wissen Sie, was die Kuchen-Methode ist und was dafür spricht – Zeit, sich um die wirkliche Umsetzung zu kümmern. Wie bereits erwähnt ist der Ablauf vergleichsweise simpel und besteht aus vier Schritten, die an das Kuchenbacken angelehnt sind.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die einzelnen Phasen genauer vor und erklären, worauf Sie dabei jeweils achten sollten:

  1. Sammeln Sie alle Zutaten

    Ein Kuchen kann nur gelingen, wenn Sie alle nötigen Zutaten beisammen haben. FÜr die Kuchen-Methode sind dies alle Informationen, Gedanken und Ideen, die Sie zu dem Problem oder Thema haben. Schreiben Sie alles auf, was Ihnen dazu einfällt. Dazu zählt alles, was Ihnen im Kopf herumschwirrt, aber auch Ihnen zugängliche Informationen, Vorschläge und Ansichten von Kollegen, Freunden und anderen Personen.

    Mit diesem Brainstorming halten Sie alles fest, was relevant ist und schreiben sich die Gedanken gleichzeitig von der Seele und aus dem Kopf. Die Idee dahinter: Alles, was Sie aufschreiben, sorgt für mehr Ordnung im Kopf, da die losen Gedanken nicht mehr für Chaos sorgen können.

    Es empfiehlt sich, bereits in diesem Schritt ein wenig auf die Übersichtlichkeit zu achten. Nehmen Sie deshalb ein Stück Papier, das groß genug für alle Informationen ist, fassen Sie sich in Stichworten oder kurzen Phrasen möglichst kurz und lassen Sie ein wenig Abstand, falls Ihnen noch etwas zu den einzelnen Punkten einfällt.

  2. Mischen Sie alle Zutaten zusammen

    Im zweiten Schritt geht es ans Eingemacht: das metaphorische Mischen und Kneten der Zutaten. Hier geht es darum, dass Sie Verbindungen herstellen, Zusammenhänge erkennen und markieren, die Informationen genauer analysieren und wie einen Teig zusammenfügen.

    Betrachten Sie alle Punkte einzeln und auch gemeinsam: Was gehört zusammen? Wo lassen sich Verbindungen erkennen? Was ist besonders wichtig? Was hat nur wenig Wert oder Sinn?

    Hilfreich ist es, wenn Sie Ihr eigenes System aus unterschiedlichen Farben und Symbolen entwickeln. Striche können Verbindungen darstellen, bestimmte Farben die Wichtigkeit hervorheben… Wichtig ist, dass Sie alle Informationen ordentlich durchkneten.

  3. Lassen Sie den Teig eine Zeit lang ruhen

    Wer schon einmal mit Hefe gebacken hat, kennt den nächsten Schritt: Sie müssen den Teig gehen lassen und eine Zeit zur Seite legen. Genau dies folgt nun auch bei der Kuchen-Methode: Packen Sie das Blatt weg, räumen Sie alles beiseite, was mit dem Thema zu tun hat und konzentrieren Sie sich auf etwas völlig anderes.

    Im Kern geht es darum, dass Sie sich vom Thema ablenken und Ihre Gedanken in eine andere Richtung lenken. Was Sie tun, ist dabei grundsätzlich egal, solange Sie mit den Gedanken ganz bei der Sache sind. Sport ist eine gute und gesunde Möglichkeit, aber auch andere Ablenkungen sind ebenso effektiv.

    Der Gedanke dahinter: Während Sie sich ablenken, arbeitet Ihr Unterbewusstsein weiter an einer Lösung, sucht nach Optionen, Alternativen, bewertet diese und entwickelt Lösungen und Ideen, auf die Sie beim gezielten Nachdenken nie gekommen wären.

  4. Verarbeiten und backen Sie den Kuchen

    Während und nach der Ablenkung bilden sich verschiedene Ideen, die ganz unverhofft auftauchen können. Plötzlich kommt Ihnen ein guter Einfall, obwohl Sie gerade an etwas völlig anderes gedacht haben. Der letzte Schritt besteht nun darin, diese Ideen und Lösungen weiterzuverarbeiten.

    Um die plötzlichen Geistesblitze nicht zu vergessen, kann es sinnvoll sein, ein kleines Notizbuch bei sich zu tragen, um diese sofort aufzuschreiben. Gehen Sie abschließend die verschiedenen Ideen durch, reflektieren Sie diese noch einmal und wählen die besten aus.

[Bildnachweis: Fischer Food Design by Shutterstock.com]
8. März 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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