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Brainwriting: Methode, Vor- und Nachteile + Tipps

Die Brainwriting Methode ist eine Erweiterung des klassischen Brainstorming und hilft – wie die 6-3-5-Methode – bei der Problemlösung. Weil beim Brainwriting alle Ideen zunächst schriftlich und anonym gesammelt werden, eignet sich die Kreativitätstechnik vor allem für Meetings, in denen auch schüchterne oder introvertierte Teilnehmer zu Wort kommen sollen. So funktioniert Brainwriting – und worauf Sie bei der Umsetzung achten sollten…



Brainwriting: Methode, Vor- und Nachteile + Tipps

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Definition: Was ist Brainwriting?

Brainwriting ist eine Variante des Brainstormings und Kreativitätstechnik zur Ideensammlung für Gruppen. Dabei schreiben die Teilnehmer ihre Ideen zunächst alleine auf, sammeln diese und führen diese erst später zusammen, um sie zu präsentieren und diskutieren.

Das stille Aufschreiben beim Brainwriting soll die Kreativität fördern und zugleich verhindern, dass extrovertierte oder besonders eloquente Teilnehmer die Gruppe und den Kreativprozess dominieren. So kommen die Ideen von introvertierten Kollegen stärker zur Geltung.

Was sind die Unterschiede zum Brainstorming?

Brainstorming und Brainwriting (siehe auch: Brainswarming) sind enge Verwandte. Es gelten zunächst dieselben Regeln: Keine Denkverbote; Ideen werden zuerst gesammelt und erst später bewertet.

Der größte Unterschied zum Brainstorming besteht jedoch darin, dass sich die Teilnehmer zunächst voll und ganz auf ihren eigenen Ideenprozess fokussieren und in Ruhe eigene Lösungen und Assoziationen entwickeln. Durch das Aufschreiben wird verhindert, dass eine Art Selbstzensur stattfindet, weil andere die Idee schon genannt haben oder diese im Vergleich nicht mehr so gut gefällt.

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Wie funktioniert Brainwriting?

Im Gegensatz zum Brainstorming erfordert das Brainwriting etwas mehr Vorbereitung und einen Moderator. Dieser nennt zunächst das Problem, die Aufgabe oder Fragestellung. Dann bekommt zunächst jeder Teilnehmer ein paar Blätter Papier und einen Stift. Dann beginnt das eigentliche Brainwriting:

  1. Ideen aufschreiben
    Alle Teilnehmer schreiben Ihre Gedanken, Einfälle und Lösungen spontan im Stillen auf. Nebenreden sind verboten. Dafür sind erstmal alle Ideen willkommen und erlaubt. Dieser Prozess kann zwischen 10 und 30 Minuten dauern.
  2. Ideen sammeln
    Anschließend sammelt der Moderator alle Blätter ein und trägt die Einfälle an einem Flipchart oder Whiteboard zusammen und präsentiert diese. So wird eine gewisse Anonymität sichergestellt, von wem die Gedanken stammen.
  3. Ideen diskutieren
    Erst jetzt findet die Bewertung der Ideen durch die Gruppe statt. Ziel ist, die beste Problemlösung zu finden. Ganz im Sinne des sog. Plussing sollte dieser Prozess aber stets konstruktiv ablaufen.

Brainwriting Ablauf Phasen Brainstoming Unterschied

Wie bei allen Kreativitätstechniken ist die Kommunikation und Diskussion ein zweiter wichtiger Faktor im Prozess, um sich gegenseitig zu animieren und zu inspirieren. Geistesblitze von anderen werden ergänzt, erweitert und schließlich finalisiert.

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Welche Vorteile hat Brainwriting?

Die wesentlichen Vorteile des Brainwriting sind:

  • Ideenvielfalt
    Binnen kurzer Zeit entstehen viele Problemlösungen und ungewöhnliche Ideen.
  • Fokussierung
    Weil jeder zunächst seine eigenen Ideen aufschreibt, wird niemand von anderen beeinflusst oder abgelenkt. Allein die eigene Kreativität zählt.
  • Fairness
    Jeder Teilnehmer hat – unabhängig von seiner Persönlichkeit oder Redegewandtheit – die Chance, seine Gedanken einzubringen.
  • Anonymität
    Weil die Ideen mündlich und anonym vom Moderator gesammelt werden, bleibt die Diskussion frei von Eitelkeiten oder persönlicher Kritik.
  • Gemeinsamkeit
    Weil niemand weiß, von wem die Siegeridee stammt, entsteht Teamgeist und ein positives Gruppengefühl: Das Ergebnis ist frei von Konkurrenzdenken und ist eine Teamleistung.

Was sind die Brainwriting Nachteile?

Jede Kreativitätstechnik und Methode hat auch Nachteile. So ist es ebenfalls beim Brainwriting:

  • Moderation erforderlich
    Brainwriting erfordert mehr Organisation und Gedanken im Vorfeld. Auch die Auswahl der Gruppenteilnehmer hat maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis.
  • Zeitfenster falsch
    Nicht jede(r) kann auf Kommando kreativ sein. Wird das Zeitfenster zum Aufschreiben zu eng gewählt, kommen kaum brauchbare Ideen heraus; ist es zu groß besteht die Gefahr, dass die Teilnehmer ihre eigenen Ideen „zerdenken“.
  • Doubletten möglich
    Die Wahrscheinlichkeit, dass beim Brainwriting manche Ideen von mehreren Beteiligten aufgeschrieben werden, ist groß. Durch die Dopplungen sinkt jedoch die Gesamtanzahl der brauchbaren Vorschläge.
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Tipps und Regeln für erfolgreiches Brainwriting

Das Brainwriting Konzept ist einfach und kann jederzeit beliebig oft zur Ideenfindung eingesetzt werden: Einfach eine geeignetes Team rekrutieren, Moderator benennen, Papier und Stifte bereit halten, schon sprudeln die Einfälle…

Aus der Erfahrung heraus haben sich dennoch einige Tipps und Regeln bewährt, die Ihr Brainwriting in Zukunft noch erfolgreicher machen können:

Beschränken Sie sich nicht selbst

Beim Brainwriting gilt: Es gibt keine Tabus! Egal, wie blöd oder unpassend eine Idee ist – trotzdem aufschreiben. Oft führen selbst abstruse Einfälle später andere zur besten Lösung. Sammeln Sie daher alles, was Ihnen einfällt – ohne Zensur.

Halten Sie das Brainwriting kurz

Ein Brainwriting Meeting sollte nicht länger als eine Stunde dauern. Danach sind die meisten erschöpft. Damit für die Präsentation und Diskussion genug Zeit bleibt, hat sich bewährt, den Prozess des stillen Aufschreibens auf 20 Minuten zu begrenzen.

Regen Sie zur Kommunikation an

Wie beim Brainstorming ist die zweite Phase der „Ideenbewertung“ die entscheidende. Je mehr die Teilnehmer sich dabei austauschen und Gedanken weiterspinnen, desto besser das Ergebnis. Achten Sie nur darauf, dass die Diskussionen nicht ausufern und zum Punkt kommen.


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