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SCAMPER-Methode: Mit 7 simplen Fragen kreativer werden

Falls Sie an einer zündenden Idee laborieren oder etwas Originelles auszubrüten – nutzen Sie SCAMPER! Die simple, aber effektive Kreativitätstechnik von Bob Eberle arbeitet mit einer Checkliste aus 7 Fragen, die Assoziationen fördert und Probleme lösen kann. Wir zeigen mit Beispielen, wie die SCAMPER-Methode funktioniert, welche Vorteile sie hat und wie Sie diese im Alltag zur Ideenfindung nutzen…



SCAMPER-Methode: Mit 7 simplen Fragen kreativer werden

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Was ist die SCAMPER-Methode?

Die SCAMPER-Methode ist eine Kreativitätstechnik, die mithilfe von 7 Fragen neue Ideen generieren oder Produkte verbessern kann. Verwendet wird SCAMPER zum Beispiel bei der Produktentwicklung. Sie kann aber auch einem persönlichen „Kreatief“ auf die Sprünge helfen.

Der Begriff SCAMPER ist ein Akronym und setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe Substitute, Combine, Adapt, Modify, Put (to another use), Eliminate und Reverse. Erfunden wurde die Methode von Bob Eberle im Jahr 1971.

Verwandte Kreativtechniken zu SCAMPER

SCAMPER gilt auch als Anregung für laterales Denken und basiert im Wesentlichen auf der Osborn-Methode oder -Checkliste – wobei Bob Eberle den Punkt „Eleminate“ („weglassen“) ergänzt hat.

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Was bedeutet Scamper auf Deutsch?

Was auf den ersten Blick trivial wirkt, hat es in sich und macht die Kreativtechnik enorm effektiv. Denn dahinter steckt nichts anderes als ein provozierter Perspektivwechsel. Mit SCAMPER stellen Sie alles, was Sie bisher als „normal“ oder „gegeben“ akzeptiert haben noch einmal infrage oder gar auf den Kopf. Das bedeuten die SCAMPER-Begriffe auf Deutsch:

Substitute (Ersetzen)

Welche Komponenten, Materialien, Personen lassen sich ersetzen?

Combine (Kombinieren)

Welche Funktionen, Angebote, Dienstleistungen überschneiden sich oder lassen sich kombinieren?

Adapt (Adaptieren)

Welche zusätzlichen Elemente können ergänzt werden?

Modify (Modifizieren)

Lassen sich Farben, Größe, Materialien, Menüpunkte variieren oder in Maßstab und Gestalt verändern? Lassen sich größere Funktionen hinzufügen?

Put to other use

Lassen sich noch andere Verwendungen finden oder Vorhandenes in einem anderen Zusammenhang nutzen oder der Anwendungsbereich umformulieren?

Eliminate (Entfernen)

Weniger ist mehr: Welche Elemente oder Komponenten lassen sich entfernen, vereinfachen, reduzieren?

Reverse (Umkehren)

Lassen sich Elemente auch entgegengesetzt nutzen oder die Reihenfolge ändern?

Wie entstehen neue Ideen?

Der Weg zum lichten Moment führt nicht über ein geistiges Martyrium. Vielmehr entstehen gute Ideen oft durch eine Art Gärungsprozess: Man nehme ein paar Anregungen, lenke sich ab, spreche mit Kollegen oder Freunden und lasse die (gemeinsamen) Gedanken köcheln, blubbern und sich entfalten. Oder wie es der US-Psychologe und renommierte Kreativitätsforscher Mihály Csikszentmihályi (gesprochen: „Mihai Tschick-Sent-Mi-Haji“) einmal sagte: „Kreativität findet nicht im eigenen Kopf statt, sondern durch den Austausch unserer Gedanken mit anderen, weil erst die Gemeinschaft eine Idee als wirklich wertvoll anerkennt.“
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SCAMPER-Methode Vorteile

  • Leicht verständlich und umsetzbare Methode
  • Klare Struktur durch 7 Fragen
  • Systematische Technik zur Ideenfindung

Einen Nachteil hat die Scamper-Methode allerdings auch: Sie hilft vor allem dabei, bestehende Produkte weiterzuentwickeln. Für die Entwicklung komplett neuer Ideen ist sie ungeeignet.

Download: Kreativitätstechniken Übersicht + Beispiele (PDF)

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Beispiele: Wie lässt sich SCAMPER anwenden?

Die Scamper-Methode lässt sich nicht nur auf ökonomische Fragen wie zum Beispiel die Entwicklung eines neuen Produkts anwenden. Sie können diese ebenso bei privaten Fragen einsetzen. Zum Beispiel wenn Sie einen neuen Job suchen oder Ihre Stärken und Talente besser nutzen wollen.

Beispiel Personal Branding. Angenommen, Sie wollen Ihre Webseite oder Ihr Online-Profil in Social Media sichtbarer machen. Dann könnten Sie mithilfe von SCAMPER auf folgende Ideen kommen:

Substitute: Was lässt sich ersetzen?

  • Statt eine Webseite UND ein Blog zu betreiben, könnten Sie beides unter einer Adresse zusammenfassen.
  • Statt jeden Beitrag selber zu verfassen, ließen sich Gastbeiträge und Interviews ergänzen.
  • Statt Nachrichten zu einzelnen Themen selbst zu erstellen, ließen sich Feeds anderer Autoren einbauen (natürlich mit deren Zustimmung). Das kann zugleich den Netzwerkcharakter der Seite verstärken.

Combine: Welche Funktionen lassen sich kombinieren?

  • Aus den vorhandenen Texten und Tipps ließe sich ein Newsletter erstellen.
  • Sie könnten Texte mit Videos ergänzen.
  • Verbinden Sie alle Online-Profile untereinander und machen Sie Ihr Blog zum Hub.

Adapt: Welche Elemente können ergänzt werden?

  • Laden Sie Folien von Präsentationen oder Vorträgen hoch und unterstreichen Sie so Ihre Fachkompetenz.
  • Vertonen Sie Beiträge und vermarkten Sie diese zusätzlich als Podcast.
  • Machen Sie aus Ihrem Insider-Wissen einen Online-Kurs und verkaufen Sie diesen.

Modify: Was lässt sich modifizieren?

  • Falls Sie Webinare anbieten, integrieren Sie die Hinweise darauf in ihrem Newsletter oder in der E-Mail-Signatur.
  • Bringen Sie mehr Struktur in Ihre Artikel und starten Sie Serien oder Best-of-Listen.
  • Stellen Sie Design-Regeln auf und gestalten Sie alle Beiträge einheitlich.

Put: Wie kann man Vorhandenes noch nutzen?

  • Sind mehrere Beiträge zu einem Thema vorhanden, ließe sich daraus ein E-Book schreiben.
  • Bieten Sie eigene Texte modifiziert als Gastbeiträge an.
  • Nehmen Sie Kontakt zu Redaktionen auf und offerieren Sie sich als Experte für Interviews.

Eliminate: Was kann entfernt werden?

  • Sind ausgehende Links, Vita und Impressum auf dem neusten Stand?
  • Braucht es wirklich so viele Rubriken und Menüpunkte im Blog?
  • Ist das Layout zu bunt? Reichen nur zwei Farben, Schriften, Schriftgrößen?

Reverse: Wo lässt sich die Reihenfolge ändern?

  • Womit wollen Sie auf der Startseite beginnen: Mit dem neusten Artikel oder einer Selbstdarstellung?
  • Wie wichtig sind die Rubriken für die Leser? Gehört die Übersicht in den Header oder in den Footer der Seite?
  • Wollen Sie den Relaunch Ihrer Seite selbst gestalten – oder erst mit Ihren Lesern zusammen Ideen entwickeln?

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]