Abstand nehmen: 6 Effekte des Loslassens

Du lässt alles immer viel zu nah an dich heran… Kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor, weil Sie ihn immer wieder von Freunden, der Familie oder auch Kollegen zu hören bekommen, wenn es beruflich oder auch privat gerade schwierig ist? Damit sind Sie nicht allein, denn vielen fällt es schwer, Abstand zu nehmen und die Dinge aus einer entfernteren Perspektive zu betrachten. Dabei ist genau dieser Ansatz sehr vielversprechend, da er verschiedene positive Effekte mitbringt. Auf der anderen Seite ist es leicht gesagt, dass man etwas mit Abstand betrachten soll – die tatsächliche Durchführung steht noch einmal auf einem anderen Blatt. Wie es Ihnen gelingt, Abstand zu nehmen und wie Sie davon profitieren…

Abstand nehmen: 6 Effekte des Loslassens

Abstand nehmen: So einfach kann es klappen

Abstand nehmen - Punkt setzenAbstand von der eigenen Situation nehmen – das klingt im ersten Moment furchtbar abstrakt und kompliziert. Wie soll man zu etwas Abstand nehmen, wenn man gerade mitten drin steckt, mit den Problemen, Schwierigkeiten und Entscheidungen zu kämpfen hat, vor die man gestellt wird?

Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so schwierig, wie man anfangs vielleicht glauben könnte. Tatsächlich gibt es eine einfache Methode, mit der Sie Abstand nehmen und Distanz zur aktuellen Lage aufbauen können. Stellen Sie sich vor, als Außenstehender auf die Situation zu schauen. Das klingt komisch und erfordert die ersten Male ein wenig Übung, doch wenn Sie sich einmal an den Gedanken gewöhnt haben, wird es Ihnen immer leichter fallen. Genauso funktioniert es, wenn Sie sich vorstellen, aus der Zukunft auf die aktuellen Entwicklungen zurückzublicken. Durch diese Gedanken entsteht ganz automatisch eine größere Distanz.

Es geht jedoch nicht nur darum, Abstand zu nehmen, um weniger Stress zu empfinden und dem Druck besser gewachsen zu sein. Auch ist es nicht das Ziel, einer Situation zu entfliehen und mit den Gedanken ganz woanders zu sein. Tatsächlich können Sie auf unterschiedliche Weisen von den positiven Effekten des Loslassen profitieren.

6 positive Effekte des Loslassens

Einmal gelernt, können Sie in verschiedenen Situationen darauf zurückgreifen. Der Chef kritisiert eine Ihre Aufgaben, Sie kommen mit einem Projekt nicht weiter oder müssen eine wichtige Entscheidung treffen. Vielen fällt es schwer zu glauben, dass es tatsächlich etwas bringt, eine mentale Distanz aufzubauen. Studien zeigen jedoch, dass es tatsächlich funktioniert – und das sogar auf verschiedene Weisen. Wir stellen Ihnen sechs positive Effekte vor, von denen Sie profitieren können, wenn Sie Abstand zu einer Situation gewinnen:

  1. Sie werden freundlicher.

    Wenn es Ihnen gelingt, Abstand zu nehmen, wird sich auch Ihr Umfeld darüber freuen. Oftmals fühlt man sich von Kleinigkeiten angegriffen, reagiert schnell gereizt oder greift zu Worten, die man im Nachhinein bereut und eigentlich gar nicht so meint. Haben Sie von Anfang an die Situation aus der nötigen Distanz betrachtet, können Sie entspannter und vor allem auch freundlicher reagieren, weil Ihnen bewusst wird, dass es gar nicht so schlimm ist, wie Sie vielleicht geglaubt haben.

  2. Ihre Kreativität wird größer.

    Fälschlicherweise wird immer wird versucht, Ideen zu generieren, indem man krampfhaft darüber nachdenkt und sich vollends darauf konzentriert. Tatsächlich ist es jedoch Abstand, der die Kreativität anregt. Wer sich mit etwas anderem beschäftigt, findet meist unbewusst die besten Lösungen. Gleiches gilt, wenn Sie sich bewusst mental aus der Situation entfernen und so den Druck reduzieren, sofort einen Geistesblitz haben zu müssen.

  3. Aufgaben scheinen leichter zu fallen.

    Manchmal verrennt man sich in Problemen und scheint bei seinen Aufgaben kaum noch voran zu kommen. Hier hilft es, einen Schritt zurück zu machen, den nötigen Abstand herzustellen und sich neu zu konzentrieren. Vielleicht sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und es braucht den Abstand, um festzustellen, dass es eigentlich ganz leicht ist.

  4. Emotionen lassen sich verstehen und kontrollieren.

    Gerade Wut und Frust sind sehr starke Emotionen, die plötzlich auftauchen können und erst einmal alles andere verdrängen. Abstand zu nehmen hilft Ihnen dabei, diese Emotionen zu verstehen – und in der Folge auch zu kontrollieren. Was löst die Emotionen aus? Wie reagieren Sie darauf? Und was können Sie tun, um in Zukunft besser darauf vorbereitet zu sein oder negative Emotionen von vornherein zu kontrollieren?

  5. Sie können andere besser überzeugen.

    Nicht nur auf Sie selbst, sondern auch auf andere kann es Auswirkungen haben, wenn Sie Abstand zu einer Situation nehmen. Studien zeigen, dass es leichter ist, andere zu überzeugen, wenn dabei der Abstand bewahrt wird. Wollen Sie eine Idee verkaufen, gehen Sie nicht nur darauf ein, was es jetzt sofort bedeutet, sondern verdeutlichen Sie, was in den nächsten Jahren passiert. Auf diese Weise können Sie auch Kritiker und Skeptiker überzeugen.

  6. Entscheidungen werden langfristiger getroffen.

    Die schnelle und intuitive Entscheidung kann die richtige sein, doch in einigen Fällen ist es notwendig, zunächst mit ein wenig Abstand auf die Möglichkeiten zu schauen, um tatsächlich die beste Alternative auszusuchen. Wenn Sie sich selbst die Zeit und die Möglichkeit geben, eine Entscheidung aus dieser Perspektive zu betrachten, können Sie langfristigere und auch bessere Entscheidungen treffen, die dazu führen, dass Sie Ihre Ziele erreichen.

[Bildnachweis: Sergey Nivens by Shutterstock.com]
23. Juli 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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