Contenance bewahren: Achtung Falle!
Es gibt Situationen, da möchte man am liebsten aus der Haut fahren. Sie fühlen sich ungerecht behandelt, der Spruch eines Kollegen ging vollkommen unter die Gürtellinie oder Ihr Chef brummt Ihnen einen ganzen Haufen neuer Aufgaben auf, die er eigentlich selbst erledigen müsste. In all diesen Fällen gilt: Ruhe bewahren. Ihr Ärger ist nachvollziehbar, doch gerade im Job wird Ihnen ein Ausraster wenig helfen. Kurzfristig mag sich solch ein Ausbruch gut anfühlen, doch auf lange Sicht schaden Sie sich eher selbst. Damit das nicht passiert, sollten Sie auf diese Dinge verzichten, wenn der Ärger in Ihnen aufsteigt..

Ruhe bewahren: In der Ruhe liegt die Kraft

Hat Sie in letzter Zeit jemand oder etwas so richtig auf die Palme gebracht? Vielleicht der Kollege im Büro, dessen Aufgaben immer an Ihnen hängen bleiben oder auch der Bahnstreik, durch den Sie stundenlang am Gleis standen und nicht pünktlich zu einem Termin kamen? Sollte es so sein, können Sie nachvollziehen, wie stark Ärger und Wut als Emotion sein können.

Gerade deshalb ist es von großer Bedeutung, einen richtigen Umgang mit dem eigenen Ärger zu lernen. Man kann ja nicht jedes Mal wie ein an die Decke gehen, wenn man sich auf die Füße getreten fühlt. Wer die Ruhe bewahrt, zeigt dem Störenfried gegenüber wahre Größe und kann den Frust in Motivation und Stärke umwandeln. Übernimmt der Ärger allerdings die Kontrolle, sind die Auswirkungen negativ.

  • Sie treffen schlechtere Entscheidungen. Wer aus seinem Ärger heraus handelt, reagiert impulsiv und trifft somit automatisch schlechtere Entscheidungen. Wer sich nur auf seine Emotionen konzentriert, hat keine Zeit, über das Geschehene und seine Antworten nachzudenken.
  • Sie bereuen Ihr Handeln. Ist der größte Ärger erst einmal verpufft, sieht man die Dinge meist in einem anderen Licht. Haben Sie sich schon vorher zu einem Wutausbruch hinreißen lassen, können Sie diesen aber nicht mehr rückgängig machen.
  • Sie übertreiben maßlos. Wenn das Blut vor Wut in den Adern kocht, gibt es nur noch eine Geschwindigkeit: Vollgas. So wird auch die kleinste Mücke zu einem ausgewachsenen Elefanten. Dass dabei in der Regel über das Ziel hinausgeschossen wird, bleibt in diesem Moment unbeachtet und so lässt man nicht nur seinem Unmut über die aktuelle Situation, sondern auch über alles andere, was einen stört, freien Lauf.

Ruhe bewahren lernen:

Dragon Images/shutterstock.comRuhe bewahren - das ist leicht gesagt, doch im Eifer des Gefechts alles andere als einfach umzusetzen. Wenn der Ärger erst einmal aufkommt, sehen viele nur noch rot und werfen auch die besten Vorsätze über Bord. Es hilft daher nur Übung, um das richtige Verhalten zu verinnerlichen. Im ruhigen Gemütszustand klingt das alles nicht sonderlich anspruchsvoll, dennoch sollten Sie es nicht unterschätzen. Aber zum Glück kann man lernen, die Ruhe zu bewahren. Wenn es tatsächlich zu einer brenzligen Situation kommt, können diese Tipps Ihnen dabei helfen, ruhig zu bleiben und nicht die oben beschriebenen Fehler zu machen.

  1. Reagieren Sie nicht sofort

    Im ersten Augenblick ist der Ärger immer am größten. Deshalb ist es für Sie das Beste, im ersten Moment erstmal gar nichts zu tun. Im Affekt rutscht Ihnen sonst vielleicht ein unbedachtes Wort über die Lippen, das Sie normalerweise nicht einmal denken würden. Nehmen Sie sich ruhig Zeit, um etwas runter zu kommen und wieder einen klaren Kopf zu kriegen. Erst danach sollten Sie sich - in ruhigerem Ton - um eine Lösung der Situation bemühen.

  2. Beginnen Sie keine Diskussion

    Auch wenn der Drang groß ist, sollten Sie nicht anfangen, sich zu rechtfertigen und somit eine Diskussion vom Zaun brechen. In 9 von 10 Fällen führt das nur zu einem lautstarken Wortgefecht, in dem der eigentliche Sinn schnell in Vergessenheit gerät. Stattdessen werden sich nur noch Beschuldigungen an den Kopf geworfen, welche die angespannte Situation weiter verschärfen.

  3. Teilen Sie Ihre Gefühle mit einem neutralen Beobachter

    Wenn der Ärger kommt, kann es auch mal irrational zugehen. Um ein besseres Bild von Ihrem eigenen Standpunkt zu erhalten, sollten Sie daher mit einem neutralen Beobachter sprechen. Fragen Sie nach dessen ehrlicher Meinung: Ist Ihr Ärger berechtigt oder regen Sie sich unnötig auf? Hat er mögliche Vorschläge zu einer Einigung? Das Gespräch gibt Ihnen auch Zeit, um den Ärger verrauchen zu lassen.

  4. Ziehen Sie sich zurück

    Sollte Ihr Ärger sich hartnäckig halten, hilft oft nur Zeit für sich allein. Am Arbeitsplatz ist das natürlich etwas schwieriger, doch sollten Sie hierfür Ihre Pausen nutzen. Anstatt sich also wütend in die Arbeit zu stürzen, nutzen Sie die Mittagspause für sich. Gewinnen Sie ein wenig Abstand und machen Sie einen Spaziergang oder gehen in ein Restaurant essen.

So reagieren Sie richtig auf eine ärgerliche E-Mail

Es kommt allerdings auch vor, dass nicht der direkte Kontakt Ihren Ärger erzeugt, sondern eine E-Mail. Diese kann beispielsweise von einem Kunden, einem Kollegen oder auch aus dem privaten Bereichen stammen. Auch hier gilt: Natürlich könnten Sie eine gepfefferte E-Mail zurück schicken, doch würde das die Situation wirklich verbessern? Wohl kaum, denn Sie tun sich damit selbst keinen Gefallen. Daher sollten Sie auch schriftlich die Ruhe bewahren:

  1. Vorformulieren. Schreiben Sie Ihre Antwort offline, also in irgendeinem Texteditor und feilen Sie sorgfältig daran. Formulieren Sie lieber Fragen (Wie haben Sie das gemeint?) als Unterstellungen. Formulieren Sie Ich-Botschaften (Ich habe das so empfunden...) statt Du-Botschaften (Das war gemein von dir!)
  2. Warten. Je mehr Sie sich über die Mail geärgert haben, desto länger sollten Sie mit der Replik warten. Am besten ist, eine Nacht darüber zu schlafen und auch hier Meinungen von Freunden einzuholen. Manches verraucht, anderes sieht man vielleicht viel zu eng.
  3. Kürzen. Die beste Lösung ist manchmal gar nicht zu antworten. Wenn Sie das partout nicht können, antworten Sie kurz - auch wenn Ihnen viel dazu einfällt. Nicht per Mail! Lassen Sie alle Emotionen außen vor, konzentrieren Sie sich nur auf die Fakten. Alles andere führt nur in eine Eskalationsspirale.

Ruhe bewahren Tipps: So strahlen Sie mehr Sicherheit aus

Elaine Nadiv/shutterstock.comNicht nur Wut und Ärger machen es notwendig, die Ruhe zu bewahren. Gleiches gilt auch für Stress, Druck, Hektik und Herausforderungen. Auch hier fällt es nicht immer leicht, einen klaren Gedanken zu fassen. Stattdessen steigt die Aufregung, man fühlt sich der Situation nicht gewachsen, wird fahrig und macht es sich somit selbst noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Das merkt auch das Umfeld, denn eine nervöse Aura steckt an. Wer hingegen Sicherheit ausstrahlt, wirkt kompetent und zeigt, dass er Herr der Lage ist. Tipps, wie Sie die Ruhe bewahren und Sicherheit ausstrahlen:

  1. Üben Sie

    Oft kommt man gerade deswegen aus der Ruhe, weil die Situation ungewohnt ist und man sich deshalb nicht direkt darauf einstellen kann. Hier hilft vor allem eins: Üben, üben, üben... In Vorstellungsgesprächen ist Nervosität normal, doch möchte man diese dem Personaler nicht zeigen, sondern Sicherheit und Professionalität beweisen. Je öfter Sie die Situation im Vorfeld durchgegangen sind, desto leichter wird es Ihnen fallen, die Ruhe zu bewahren.

  2. Glauben Sie an sich selbst

    Selbstbewusstsein ist die halbe Miete, wenn es darum geht, in einer stressigen oder schwierigen Situation die Ruhe zu bewahren. Glauben Sie daran, dass Sie es schaffen können, werden Sie diesen Eindruck auch nach ausstrahlen - zweifeln Sie, wird auch dies nicht unbemerkt bleiben.

  3. Hören Sie ein wenig Musik

    Musik kann beeinflussen, wie wir uns fühlen und kann somit auch dabei helfen, die Ruhe zu bewahren. Wichtig dabei ist nur, dass Sie sich für Musik entscheiden, die Sie gerne hören und im besten Fall mit positiven Emotionen verbinden. Sie werden sich nicht nur entspannter, sondern auch glücklicher fühlen.

  4. Machen Sie sich nicht verrückt

    Eine wichtige Faustregel: Es ist nicht immer alles so schlimm, wie man es sich anfangs ausmalt. Was wie ein Weltuntergang scheint, ist oft gar nicht so bedeutend, wenn man es in Relation setzt. Anstatt sich selbst in Panik oder Rage zu reden, machen Sie sich bewusst, wie wichtig die aktuelle Situation wirklich ist.

  5. Achten Sie auf Ihre Atmung

    Jeder hat schon einmal gehört Atme erst einmal tief durch. Was wie eine Binsenweisheit klingt, funktioniert aber tatsächlich. Bewusst und tief ein- und auszuatmen beruhigt sofort. Nehmen Sie sich ein paar Minuten, um tief durchzuatmen und Sie werden sich ruhiger fühlen und die neu gewonnene Sicherheit auch ausstrahlen.

[Bildnachweis: PathDoc, Dragon Images, Elaine Nadiv by Shutterstock.com]

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